Katholische US-Nachrichtenagentur CNS steht vor dem Aus

US-Bischofskonferenz beschließt Umstrukturierung der Kommunikation
Washington (epd).

Die seit 1920 in den USA erscheinende römisch-katholische Nachrichtenagentur Catholic News Service (CNS) wird Ende dieses Jahres weitgehend aufgelöst. Das teilte die für den Dienst zuständige Kommunikationsabteilung der US-Bischofskonferenz am 4. Mai mit. Es handle sich um eine „signifikante Neuorganisation“ kirchlicher Kommunikation. Rund 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind betroffen. Die Büros in Washington und New York werden geschlossen, nur die Redaktion in Rom bleibt bestehen.

Genauere Details wurden nicht bekannt. Angeblich arbeitet CNS seit Jahren mit einem Defizit. Die unabhängige katholische Zeitung „National Catholic Reporter“ berichtete, die Bischöfe hätten bereits bei ihrer Versammlung im November Umstrukturierungen bei der Kommunikation beschlossen. Manchen „Kulturkämpfern“ der Bischofskonferenz sei der Dienst ein Dorn im Auge, weil CNS neutral und objektiv berichte, vermutete der ehemaligen CNS-Chefredakteur Tony Spence laut „National Catholic Reporter“.

Katholische Journalisten seien besorgt, dass die Schließung „die Tür öffnet zu parteiischer und ideologischer Berichterstattung“, kommentierte das vom Jesuitenorden verlegte Magazin „America“. Direkt profitiert von der Einstellung der konkurrierende Dienst „Catholic News Agency“ des konservativen katholischen EWTN-Mediennetzwerks. Das durch Spenden finanziere EWTN stellt seine Produkte kostenlos zur Verfügung.

CNS wird von Bischofskonferenz bezuschusst und beliefert gegen Bezahlung vornehmlich Bistumszeitungen und katholische Publikationen. In den vergangenen Jahren hat eine Reihe von Bistumsblättern den Betrieb eingestellt. Papst Franziskus hatte Catholic News Service 2021 noch gelobt: Der Dienst habe für die englischsprachige Welt einen „unschätzbaren Beitrag“ geleistet durch seine Berichterstattung „über den Auftrag der Kirche zur Verkündigung des Evangeliums“, erklärte er.

Aus epd medien 20/22 vom 20. Mai 2022

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