EU-Anteil an Europas TV-Werbemarkt sinkt durch Brexit stark

Neue Berechnung der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle
Straßburg (epd)

Der Brexit hat deutliche Folgen für den Fernsehwerbemarkt der Europäischen Union. Der Anteil der Union am gesamteuropäischen TV-Werbemarkt sinke durch Großbritanniens Austritt von 87 Prozent auf 73 Prozent, erklärte die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle (EAI) am 17. November in Straßburg. Die EAI hat neben den 27 EU-Staaten weitere 13 europäische Länder sowie Marokko als Mitglieder.

Zugleich verliert die EU mit dem Brexit elf Prozent ihrer Pay-TV-Abonnenten und sogar 23 Prozent der Abonnenten von Video-Abrufdiensten, erklärte die zum Europarat gehörende Stelle weiter. Die Zahlen sinken demnach von rund 142 Millionen auf rund 126 Millionen beim Pay-TV und von rund 103 Millionen auf etwa 79 Millionen bei den Abrufdiensten.

Mit dem Brexit schrumpft demnach auch die Zahl der in der EU beheimateten Fernsehsender erheblich. Bislang war Großbritannien laut EAI "das wichtigste Zentrum für die Ansiedlung von Fernsehsendern in der EU", 2019 registrierte die Informationsstelle 1.028 Sender in dem Territorium. Zu den weiteren Ländern außerhalb der Europäischen Union, in denen eine große Anzahl an Fernsehsendern ihren Sitz hat, gehören Russland und die Türkei sowie - in geringerem Umfang - die Schweiz, Albanien und Georgien.

Die europäischen Länder außerhalb der EU hätten in Bezug auf Medienkonzentration sehr unterschiedliche Profile, erklärte die EAI. Der Zuschaueranteil der großen Fernsehsenderfamilien sei etwas niedriger als in der EU, wobei es starke Schwankungen von Land zu Land gebe. Detaillierte Informationen hält die Informationsstelle in der kürzlich veröffentlichten Ausgabe 2020/2021 ihres Online-Jahrbuchs bereit.

Aus epd medien 47/20 vom 20. November 2020

ps/rid