WDR-Intendant Buhrow erhält weiter höchste Grundvergütung

404.000 Euro im Jahr 2020 - ARD veröffentlicht neue Liste mit Gehältern
Frankfurt a.M. (epd).

Die ARD hat die Höhe der Grundvergütungen ihrer Intendantinnen und Intendanten am 23. Juni auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Demnach erhielt WDR-Intendant Tom Buhrow im Jahr 2020 eine Grundvergütung in Höhe von 404.000 Euro und bleibt damit der Top-Verdiener unter den ARD-Spitzen. Ulrich Wilhelm, Vorgänger von BR-Intendantin Katja Wildermuth, die ihr Amt im vergangenen Februar antrat, landete mit 403.000 Euro auf dem zweiten Platz (vgl. auch Tagebuch in dieser Ausgabe).

Die Grundvergütung stellt nur einen Teil der Bezüge der Intendantinnen und Intendanten dar. Hinzu kommen Sachbezüge und zusätzliche Leistungen für Tätigkeiten bei Tochterfirmen der Sender oder der ARD. Diese zusätzlichen Bezüge veröffentlicht der Senderverbund seit dem vergangenen Jahr nicht mehr (epd 34/20).

Die Mehrzahl der Intendanten erhielt im Jahr 2020 eine höhere Grundvergütung als noch 2019. Damals hatte Buhrow 395.000 Euro bekommen, Wilhelms Grundvergütung lag bei 388.000 Euro. NDR-Intendant Lutz Marmor hatte 2019 noch 365.000 Euro erhalten, sein Nachfolger Joachim Knuth, der das Amt Mitte Januar 2020 antrat, erhielt in seinem ersten Jahr an der NDR-Spitze lediglich 346.000 Euro. Die Grundvergütung von MDR-Intendantin Karola Wille und auch die ihrer Amtskollegin Patricia Schlesinger vom RBB blieben unverändert. Bei Wille lag das Grundsalär 2020 wie schon im Vorjahr bei 275.000 Euro, Schlesinger bekam jeweils 261.000 Euro.

SWR-Intendant Kai Gniffke, der erst seit Anfang September 2019 im Amt ist, erhielt 2020 eine Grundvergütung von 355.000 Euro. 2019 waren es auf das Jahr hochgerechnet 343.000 Euro. HR-Intendant Manfred Krupp bekam im vergangenen Jahr 296.000 Euro nach 286.446 Euro im Jahr 2019. Yvette Gerner, die seit August 2019 Intendantin von Radio Bremen ist, steigerte ihre jährliche Grundvergütung von 270.000 Euro auf 280.000 Euro. SR-Intendant Thomas Kleist erhielt 257.000 Euro Grundvergütung im Jahr 2020, nachdem diese im Jahr zuvor noch bei 245.000 Euro gelegen hatte.

Die neue Programmdirektorin der ARD, Christine Strobl, machte ebenfalls ihr Grundgehalt öffentlich - als erste in dieser Funktion, wie die ARD in ihrem Internetauftritt betonte. Demnach liegt Strobls Jahresgehalt bei 285.000 Euro. Die frühere Degeto-Chefin hat ihr neues Amt zum 1. Mai angetreten (vgl. weitere Meldungen in dieser Ausgabe und epd 18/21).

ZDF-Intendant Thomas Bellut erhielt 2019 Jahresbezüge in Höhe von 366.000 Euro zuzüglich Sachbezügen von 2.805 Euro. Hinzu kamen Leistungen für Tätigkeiten bei Tochter- und Beteiligungsgesellschaften des ZDF.

Die Einkünfte der Intendanten und Intendantinnen liegen deutlich unter den Summen, die in den privaten Medienkonzernen gezahlt werden. Der Vorstandsvorsitzende von ProSiebenSat.1, Rainer Beaujean, erhielt laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr 1,32 Millionen Euro Grundvergütung, hinzu kamen 2,07 Millionen Euro variable Vergütung. Der Konzernumsatz lag 2020 bei 4,04 Milliarden Euro (epd 10/21) .

Einige öffentlich-rechtliche Sender sind gesetzlich verpflichtet, die Bezüge ihrer Intendanten und Direktoren offenzulegen. Die ARD-Anstalten haben erstmals 2017 gebündelte Übersichten über die Jahresgehälter aller Intendanten und Intendantinnen sowie die monatlichen Durchschnittsverdienste der Direktoren und ausgewählter Berufsgruppen ins Netz gestellt. (http://u.epd.de/1wab).

Aus epd medien 27/21 vom 9. Juli 2021

tz