Grundvergütung von 413.000 Euro im Jahr 2021 - Gniffke auf dem zweiten Platz
Frankfurt a.M. (epd).

WDR-Intendant Tom Buhrow war mit einer Grundvergütung von 413.000 Euro im Jahr 2021 erneut der Top-Verdiener unter den ARD-Spitzen. Das geht aus einer Tabelle hervor, die der Senderverbund am 1. Juli im Internet veröffentlichte. Sie zeigt die Höhe der Grundvergütungen für die neun Intendantinnen und Intendanten. Auf dem zweiten Platz landete demnach SWR-Intendant Kai Gniffke mit 361.000 Euro.

Die Grundvergütung stellt nur einen Teil der Bezüge der Intendantinnen und Intendanten dar. Hinzu kommen Sachbezüge und zusätzliche Leistungen für Tätigkeiten bei Tochterfirmen der Sender oder der ARD. Diese zusätzlichen Bezüge veröffentlicht der Senderverbund seit 2020 nicht mehr.

Buhrow verbuchte 2021 eine Steigerung seiner Grundvergütung um 9.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr, Gniffkes Salär stieg um 6.000 Euro (epd 27/21). NDR-Intendant Joachim Knuth lag im vergangenen Jahr mit einer unveränderten Grundvergütung von 346.000 Euro auf Platz drei. BR-Intendantin Katja Wildermuth - die ihr Amt am 1. Februar 2021 angetreten hat - erhielt aufs Jahr hochgerechnet 340.000 Euro, die Grundvergütung ihres Vorgängers Ulrich Wilhelm hatte 2020 noch bei 403.000 Euro gelegen.

HR-Intendant Manfred Krupp bekam im vergangenen Jahr 305.000 Euro nach 296.000 Euro im Jahr 2020. Die Grundvergütung von MDR-Intendantin Karola Wille stieg von 275.000 Euro auf 295.000 Euro. Amtskollegin Patricia Schlesinger vom RBB erhielt 303.000 Euro und damit 42.000 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Yvette Gerner, Intendantin von Radio Bremen, steigerte ihre jährliche Grundvergütung leicht von 280.000 Euro auf 281.000 Euro. Beim SR erhielt der seit Mai 2021 amtierende Intendant Martin Grasmück aufs Jahr hochgerechnet 245.000 Euro Grundvergütung, nachdem diese im Jahr zuvor bei Vorgänger Thomas Kleist noch bei 257.000 Euro gelegen hatte. Dass sich der für 2021 ausgewiesene Wert nur auf Grasmück bezieht, war in der ursprünglichen Version der Tabelle nicht klar. Die ARD fügte später einen entsprechenden Hinweis hinzu.

Das Jahresgrundgehalt von ARD-Programmdirektorin Christine Strobl, die ihr Amt zum 1. Mai 2021 antrat, lag nach Angaben des Senderverbunds hochgerechnet bei 285.000 Euro.

BR zahlt die höchsten Direktorengehälter

Die höchsten durchschnittlichen Monatsgehälter für Direktorinnen und Direktoren zahlte im Jahr 2021 der BR: Hier gibt die ARD-Auflistung einen Wert von 20.805 Euro an. Knapp dahinter lagen WDR (20.491 Euro), NDR (19.989 Euro) und SWR (19.323). Im Mittelfeld lagen der RBB mit 17.708 Euro, der MDR mit 16.837 Euro und Radio Bremen mit 16.498 Euro. Die niedrigsten Direktorengehälter zahlten der HR (15.590 Euro) und der SR (15.325 Euro).

Die höchsten außertariflichen Gehälter, beispielsweise für Programmbereichsleiterinnen und Hauptabteilungsleiter, zahlte der NDR mit einem monatlichen Durchschnittswert von 14.151 Euro. Der niedrigste Wert in dieser Gruppe wird beim SR ausgewiesen (10.653 Euro). Für Redakteurinnen und Redakteure in der ARD gibt die Tabelle eine große Spanne zwischen 3.910 Euro und 11.122 Euro an (Grundvergütung pro Monat).

Einige öffentlich-rechtliche Sender sind gesetzlich verpflichtet, die Bezüge ihrer Intendanten und Direktoren offenzulegen. Die ARD-Anstalten stellten erstmals 2017 gebündelte Übersichten über die Jahresgehälter aller Intendanten und Intendantinnen sowie die monatlichen Durchschnittsverdienste der Direktoren und ausgewählter Berufsgruppen ins Netz.

Aus epd medien 31/22 vom 5. August 2022

nbl/rid