Publikumszeitschriften verlieren deutlich an Auflage

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Tageszeitungen mit abnehmender Verlustrate - "Bild"-Titel schwächeln weiter
Berlin (epd)

Die Lage am deutschen Pressemarkt hat sich im Schlussquartal 2018 etwas stabilisiert. Die Auflagen der Tageszeitungen sanken zwar weiter, allerdings mit abnehmender Verlustrate, wie die Auflagenkontrolle IVW am 18. Januar in Berlin mitteilte. Bei den Wochenzeitungen nahmen die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur leicht ab. Deutliche Verluste mussten die Publikumszeitschriften hinnehmen.

Pro Erscheinungstag wurden im vierten Quartal 2018 durchschnittlich rund 15,56 Millionen Tageszeitungs-Exemplare verkauft, einschließlich der Sonntagsausgaben und aktuellen Sonntagszeitungen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war dies ein Rückgang um 4,11 Prozent. Gegenüber dem dritten Quartal 2018 blieb die verkaufte Auflage mit einem leichten Minus von 0,42 Prozent weitgehend stabil. Die E-Paper-Ausgaben der Tageszeitungen sorgen laut IVW mit 1,39 Millionen Exemplaren für mittlerweile rund neun Prozent der täglichen Gesamtverkäufe.

Die Wochenzeitungen verkauften rund 1,70 Millionen Exemplare (Vorjahresquartal: 1,71 Millionen). Die Publikumszeitschriften kamen auf eine verkaufte Auflage von rund 83,98 Millionen Stück. Im Vergleichsquartal 2017 waren es noch 88,85 Millionen - das ergibt ein Minus von 5,48 Prozent.

Einen deutlichen Rückgang verzeichnete erneut die "Bild"-Zeitung, die zusammen mit der Berliner Boulevardzeitung "B.Z." und der inzwischen eingestellten "Fußball Bild" ausgewiesen wurde: Verkauft wurden im vergangenen Vierteljahr rund 1,51 Millionen Stück, ein Minus von 9,05 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2017. Die "Bild am Sonntag" büßte 9,71 Prozent ein und verkaufte noch 769.502 Stück.

Die "Welt am Sonntag", ihr Kompakt-Ableger sowie die "Welt" und "Welt Kompakt" werden seit dem vergangenen Jahr nur noch gemeinsam ausgewiesen. Die Springer-Titel verzeichneten im vierten Quartal ein leichtes Plus von 0,23 Prozent und verkauften gemeinsam 521.636 Stück.

Die "Süddeutsche Zeitung" als Marktführer bei den Abo-Tageszeitungen verkaufte in den Monaten Oktober bis Dezember täglich 345.156 Stück, ein Minus von 3,57 Prozent. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" verbuchte einen Rückgang von 3,66 Prozent und kam noch auf 235.271 verkaufte Exemplare.

Bei den Wochenzeitungen konnte der Marktführer "Die Zeit" seine Auflage stabil halten: Das Hamburger Blatt verkaufte im vierten Quartal 505.640 Exemplare, ein geringfügiger Zuwachs von 0,12 Prozent.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" verkaufte 712.268 Stück, ein Minus von 2,56 Prozent. Der "Stern" musste erneut einen dramatischen Rückgang hinnehmen: Die verkaufte Auflage sank um 11,46 Prozent. Die Zeitschrift setzte nur noch 480.739 Exemplare ab (Vorjahreszeitraum: 542.944 Stück). Der "Focus" verkaufte 413.276 Stück, was einem Minus von 2,96 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.

Die verkaufte Auflage der Fachzeitschriften sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,32 Prozent auf 9,71 Millionen Stück.

Aus epd medien Nr. 4 vom 25. Januar 2019