Nürnberger Tageszeitungen bilden neue Zentralredaktion

Abbau von 28 Stellen - Titel sollen publizistisch eigenständig bleiben
Nürnberg (epd)

Die beiden Zeitungen "Nürnberger Nachrichten" (NN) und "Nürnberger Zeitung" (NZ) legen ihre Redaktionen zusammen. Die neue Zentralredaktion am Standort Nürnberg soll ab 1. Oktober 2020 die beiden Zeitungstitel und auch die gemeinsame Online-Marke "nordbayern.de" mit Inhalten versorgen, wie der Verlag Nürnberger Presse am 23. Oktober mitteilte. Beide Zeitungstitel sollen erhalten bleiben. Zugleich kündigte der Verlag einen Abbau von 28 Stellen an. Dieser solle sozialverträglich über ein freiwilliges Abfindungsprogramm erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen würden vermieden. Die Zentralredaktion werde, inklusive Außenredaktionen, mit rund 220 Stellen ausgestattet sein.

Der Verlag begründete den Schritt mit rückläufigen Auflagen und Einbrüchen im Werbemarkt. "Wir stärken unsere Stellung als das Medienhaus im Großraum Nürnberg, indem wir unsere beiden Marken NN und NZ zukunftssicher aufstellen", erklärten die Verlegerinnen Bärbel Schnell und Sabine Schnell-Pleyer. Die neue Struktur erhöhe die Wirtschaftlichkeit und biete gleichzeitig die Chance, die Profile beider Titel zu schärfen. Während die NZ ihren Fokus auf die Stadt Nürnberg und den Lokalsport lege, verstehe sich die NN stärker als Zeitung für die Region.

Um die publizistische Eigenständigkeit und die inhaltliche Unterscheidbarkeit zu gewährleisten, erhalten beide Titel je zehn profilbildende Autoren sowie eigenständige Blattmacher. Außerdem bleiben die Chefredaktionen weiterhin getrennt. Die NN wird auch künftig von Michael Husarek und Alexander Jungkunz geführt, während Stephan Sohr und André Fischer die Verantwortung für die NZ behalten. Die Zentralredaktion wird gemeinsam von Sohr und Husarek geleitet.

Die Gewerkschaft ver.di kritisierte, dass der Verlag den Erhalt der Tarifbindung nicht definitiv zugesichert habe.

Die verkaufte Auflage der "Nürnberger Nachrichten" lag nach Angaben der Auflagenkontrolle IVW im dritten Quartal 2019 bei etwa 225.000 Exemplaren und ist damit in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent gesunken. Die "Nürnberger Zeitung" weist ihre Auflage nicht bei der IVW aus, 2018 lag sie nach Verlagsangaben bei rund 22.000 Stück. Zur Unternehmensgruppe gehört auch die Fußballzeitschrift "Kicker".

Aus epd medien 45/19 vom 8. November 2019

tz