Neues "Tatort"-Team ermittelt ab 2021 in Bremen

ARD-Programmdirektor stellt Programmhöhepunkte des Ersten vor
Hamburg (epd)

Jasna Fritzi Bauer, Luise Wolfram und Dar Salim bilden das neue Team des "Tatorts" in Bremen. Wie der Programmdirektor von Radio Bremen, Jan Weyrauch, am 3. Dezember in Hamburg ankündigte, werden die drei zum ersten Mal 2021 im Ersten zu sehen sein. ARD-Programmdirektor Volker Herres stellte in Hamburg außerdem die Programmhöhepunkte des Ersten im Jahr 2020 vor. Unter anderem wird die dritte Staffel der Serie "Babylon Berlin" mit Volker Bruch und Liv Lisa Fries zu sehen sein.

Der Programmdirektor von Radio Bremen sagte, das neue Team sei sehr ungewöhnlich. Der Sender plane, im kommenden Jahr unter dem Titel "How to Tatort" eine Serie im Stil einer fiktionalen Dokumentation über die Entstehung des Films in die Mediathek zu stellen.

Jasna Fritzi Bauer ist Schweizerin, zurzeit ist sie in der Vox-Serie "Rampensau" zu sehen. Im Bremer "Tatort" übernimmt sie die Rolle der jungen Polizistin Liv Moormann aus Bremerhaven, die auf ihre große Chance wartet, sich bei der Mordkommission beweisen zu dürfen. Luise Wolfram wurde als eigenwillige Ermittlerin des Bundeskriminalamts Linda Selb bereits in den Bremer "Tatort" eingeführt. Sie war zuletzt auch in der ARD-Produktion "Aenne Burda" und in der Serie "Charité" zu sehen.

Der dänische Schauspieler Dar Salim wird im Bremer "Tatort" Mads Andersen verkörpern, der als Angestellter im Polizeidienst mit eingeschränkten Befugnissen arbeitet. Der in Bagdad geborene Salim tritt in skandinavischen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen auf. Unter anderem spielte er in "Game of Thrones" mit und war in der dänischen Erfolgsserie "Borgen" zu sehen.

Die drei neuen Ermittler folgen auf die bisherigen Bremer "Tatort"-Kommissare Inga Lürsen und Nils Stedefreund, die von Sabine Postel und Oliver Mommsen verkörpert wurden.

Zu den Programmhöhepunkten im Ersten soll im kommenden Jahr auch ein zweiteiliger Film nach einem Buch von Ferdinand von Schirach gehören. In dem Film "Der Feind" werden die Schauspieler Bjarne Mädel und Klaus Maria Brandauer zwei Perspektiven auf denselben Fall bieten. Autor von Schirach sagte, die beiden Filme sollen zeigen, dass "Gerechtigkeitsempfinden und Entscheidungen des Rechts manchmal auseinanderfallen". Die beiden Filme sollen zeitgleich im Ersten und in den Dritten Programmen der ARD gezeigt werden.

Anlässlich von 250 Jahre Beethoven zeigt das Erste im Mai den Historienfilm "Louis van Beethoven", in dem Tobias Moretti den alten Komponisten spielt. Regie führte Niki Stein. Im Anschluss an den Film zeigt das Erste eine Jubiläumskonzert-Show.

Herres sagte, das lineare Fernsehen spiele nach wie vor eine dominierende Rolle in der Medienlandschaft. Die ARD plane aber auch, künftig mehr Filme vorab in die Mediathek zu stellen. 80 Prozent der Nutzung in der ARD-Mediathek entfalle auf fiktionale Produktionen. Der Senderverbund müsse den Auftrag "linear und nonlinear" erfüllen. Er sei sich bewusst, dass die offene Gesellschaft mehr denn je Medien brauche, "die eine zunehmende Segmentierung und Spaltung der Gesellschaft überbrücken". Die ARD habe den "Ehrgeiz wie die Pflicht, Programm für alle, für möglichst viele Interessen und Bedürfnisse anzubieten".

WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn sagte, die ARD habe Mittel umgeschichtet, um mehr Serien zu produzieren. Er kündigte für 2020 eine neue Staffel von "Charité" und neue Folgen von "Falk" mit Fritz Karl an. Geplant seien auch mehrere Mehrteiler, die als Miniserien vorab in der Mediathek zu sehen sein sollen. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Krimireihe "Tatort" werden die Teams in München und Dortmund gemeinsam ermitteln. Zudem plane das Haus der Geschichte eine Ausstellung zum "Tatort", sagte Schönenborn.

ARD-Chefredakteur Rainald Becker kündigte zu 75 Jahre Kriegsende ein multimediales Gemeinschaftsprojekt der ARD an. Zeitzeugen-Videos mit Menschen, die von ihren traumatischen Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg berichten, sollen in der Mediathek zu sehen sein. Im Ersten wird im Frühjahr die 90-minütige Dokumentation "Kinder des Krieges" gezeigt.

Eine Dokumentation wird sich 40 Jahre nach Gründung der Grünen mit dieser Partei befassen, die, so Becker, es immer wieder geschafft habe, sich neu zu erfinden. Geplant sind außerdem neue Natur- und Tierdokumentationen. Im Januar zeigt das Erste die Dokumentation "Das Forum", für die Marcus Vetter mit den Machern des Weltwirtschaftsforums in Davos sprach.

Aus epd medien 49/19 vom 6. Dezember 2019

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