MDR-Rundfunkrat eröffnet Verfahren für Telemedienkonzepte

Drei-Stufen-Test für Angebote von MDR und Kika - Längere Verweildauern
Leipzig (epd).

Der MDR-Rundfunkrat hat die Drei-Stufen-Test-Verfahren für die Telemedienänderungskonzepte des Senders und des Kinderkanals von ARD und ZDF (Kika) eingeleitet. Die wesentliche Änderung an den bisher genehmigten Telemedienangeboten beträfen in beiden Fällen insbesondere die Verweildauern, teilte der Rundfunkrat am 14. September in Leipzig mit.

Das Telemedienkonzept des MDR sieht eine zeitlich abgestufte Beschreibung der Verweildauer von Inhalten in den Telemedien vor, die sich auch bei der Veröffentlichungszeit am Nutzungsbedürfnis und am gesetzlichen Auftrag orientiert.

Durch die Ausweitung der Verweildauer erwartet der MDR, dass sich die Nutzung der nun länger bereitgestellten Sendungen erhöht und daher die Kosten für die Verbreitung steigen werden. Zudem werde damit gerechnet, dass für ältere Produktionen Rechte nacherworben werden müssen, heißt es im Telemedienkonzept.

Die zusätzlichen Kosten, welche durch die Veränderung des Verweildauerkonzepts entstehen, werden auf rund 250.000 Euro im Jahr 2022 geschätzt. Darin enthalten sind geschätzte 200.000 Euro für die längere technische Bereitstellung und 50.000 Euro für einen gegebenenfalls erforderlichen Rechtenacherwerb.

Das neue Telemedienkonzept des Kika sieht eine Verlängerung der Verweildauern für alle Inhalte von zwei auf fünf Jahre vor. Dadurch werde unter anderem „auch für thematische Schwerpunktbildung, Bündelung und Vernetzung von Inhalten aus Bildung, Information, Beratung/Orientierung, Fiktion und Unterhaltung ein genreübergreifender Zugang für Kinder ermöglicht“, heißt es dazu im Konzept. Die Ausweitung der bisherigen Verweildauer von 24 Monaten und die Gleichstellung von Kinderinhalten mit Bildungsinhalten sei sach- und auftragsgerecht und entspreche dem genehmigten ZDF-Telemedienänderungskonzept 2020.

Stellungnahmen bis zum 26. Oktober

Alle Interessierten können bis zum 26. Oktober Stellung zu den Telemedienänderungskonzepten nehmen, welche unter www.mdr-rundfunkrat.de abrufbar sind. Die ARD aktualisiert derzeit insgesamt 17 Konzepte für Telemedienangebote innerhalb des Senderverbunds, Grundlage ist der Medienstaatsvertag.

Wie der HR will auch der MDR die sich durch den Medienstaatsvertrag ergebende Möglichkeit, mehr Inhalte ausschließlich online („online only“) anzubieten, nutzen und mehr Inhalte „für eine mittel- bis langfristige nonlineare Nutzung“ produzieren.

Der MDR-Rundfunkrat kündigte an, der staatsvertraglichen Vorgabe entsprechend auch gutachterliche Expertise einzuholen. Die Gutachten sollen die Auswirkungen der wesentlichen Änderungen der Telemedienangebote „MDR-Telemedien“ sowie „Kika-Telemedien“ auf allen relevanten Märkten analysieren und bewerten. Den marktlichen Auswirkungen sei der publizistische Wert der öffentlich-rechtlichen Angebote gegenüberzustellen. Bis zum 12. Oktober haben Unternehmen, Institute oder Freischaffende, die Interesse an der Erstellung eines entsprechenden Gutachtens haben, Gelegenheit, dies dem Rundfunkrat mitzuteilen.

Aus epd medien 38/21 vom 24. September 2021

tz