Fachdienst "Medienkorrespondenz" wird eingestellt

Neuer "KNA Mediendienst" erscheint als wöchentlicher E-Mail-Newsletter
Bonn (epd).

Die Fachzeitschrift „Medienkorrespondenz“ wird zum 1. Januar 2022 nach fast 70 Jahren eingestellt. Die Berichterstattung über Rundfunk- und Medienpolitik übernimmt zum Jahreswechsel der neue wöchentlich erscheinende digitale Themen-Service „KNA Mediendienst“ der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), wie das Katholische Medienhaus in Bonn dem epd am 9. November bestätigte. Grundlage hierfür sei ein Beschluss des Aufsichtsrats der Dreipunktdrei Mediengesellschaft vom 18. Juni.

Laut einem Schreiben an die Abonnenten der „Medienkorrespondenz“ vom 28. Oktober, das dem epd vorliegt, wird der Mediendienst künftig als „wöchentlicher E-Mail-Newsletter“ verschickt. Zudem könnten die Kunden ab dem 1. Januar auf die seit 1997 in der „Medienkorrespondenz“ erschienenen Artikel über ein Archiv-Feature zurückgreifen.

Inhaltlich verantwortet wird der „KNA Mediendienst“ von KNA-Chefredakteur Ludwig Ring-Eifel, wie aus einer Mail an die Autorinnen und Autoren der „Medienkorrespondenz“ vom 8. November hervorgeht, die dem epd ebenfalls vorliegt. Auf den langjährigen Chefredakteur der „Medienkorrespondenz“ (MK), Dieter Anschlag, „wartet in absehbarer Zeit der Ruhestand“, heißt es darin. Anschlag ist seit 30 Jahren bei der MK.

Die Bereiche Netzpolitik, Medienethik und Medienkompetenz sollen in dem neuen Themendienst stärker behandelt werden als bislang, teilte der Vertriebsleiter Philipp Schwanitz den Abonnenten mit. Künftig würden wöchentlich Hintergrundartikel aus dem Medienjournalismus erscheinen. Ergänzend zu den aktuellen Autorinnen und Autoren der „Medienkorrespondenz“ sollen Korrespondentinnen und Korrespondenten der nationalen und internationalen Standorte der KNA für den Mediendienst schreiben, insbesondere das Hauptstadtbüro und das Büro in Brüssel.

Wie das Katholische Medienhaus dem epd auf Anfrage zudem mitteilte, soll die Medienberichterstattung „mit den Möglichkeiten einer Nachrichtenagentur eine größere inhaltliche Vielfalt und über die Ausspielwege der Agentur auch eine größere Reichweite im Vergleich zum gedruckten Fachblatt erhalten“. Aus der Zeitschrift für ein Fachpublikum werde „ein inhaltliches Angebot für Redaktionen, Multiplikatoren in Politik und Gesellschaft, im Bildungssektor sowie allgemein für Medien- und Kulturinteressierte“.

Die Geschäftsführerin des Medienhauses, Andrea Rübenacker, erklärte am 10. November in einer Pressemitteilung, die Neuaufstellung sei „ein strategischer Schritt“. Das Thema Medienberichterstattung sei „heute wichtiger denn je“, daher stelle sich hier Haus „in diesem Bereich noch breiter auf“. Ein Sprecher der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz sagte dem epd, die Einstellung der „Medienkorrespondenz“ sei eine Entscheidung des Katholischen Medienhauses in Bonn und „keine Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz“.

Eine Schließung hatte der „Medienkorrespondenz“ schon mehrere Male gedroht. Anfang 2013 war bekanntgeworden, dass die katholischen Bischöfe eine Einstellung des Fachdienstes, der damals noch „Funkkorrespondenz“ hieß, zur Jahresmitte prüften. Das hatte zu heftigen Protesten geführt. Vertreter aus Politik und Publizistik forderten die Bischöfe auf, die Zeitschrift zu erhalten. Der Ständige Rat der katholischen Deutschen Bischofskonferenz beschloss im April 2013, die Zeitschrift nicht einzustellen (epd 17/13). Zum Januar 2015 wurde die Zeitschrift in „Medienkorrespondenz“ umbenannt und die Erscheinungsweise von wöchentlich auf zweiwöchentlich verkürzt (epd 1/15).

Die „Medienkorrespondenz“ erscheint seit 1953. Seit 2011 wird sie von der Dreipunktdrei Mediengesellschaft herausgegeben, die Teil des Katholischen Medienhauses in Bonn ist.

Aus epd medien 45/21 vom 12. November 2021

jsb/tz