BR schließt 2021 mit Fehlbetrag von 97 Millionen Euro ab

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag beliefen sich auf 947,3 Millionen Euro
München (epd).

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat nach eigenen Angaben auch das zweite Pandemiejahr wirtschaftlich gut überstanden. Der handelsrechtliche Fehlbetrag lag im Jahr 2021 bei 97,4 Millionen Euro, wie der BR am 22. Juli mitteilte. Die Aufwendungen des Senders beliefen sich demnach auf rund 1,22 Milliarden Euro und die Erträge auf rund 1,12 Millionen Euro. Ohne die hohen Rückstellungen für Verpflichtungen aus der Altersversorgung in Höhe von 109,6 Millionen Euro sei das „rein operative Ergebnis“ des BR positiv gewesen.

Es seien keine gravierenden negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag zu verzeichnen, teilte die ARD-Anstalt mit. Aus dem vom Rundfunkrat genehmigten Jahresabschluss geht zudem hervor, dass die verspätete Anpassung des Rundfunkbeitrags größtenteils aufgefangen werden konnte. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Erhöhung auf 18,36 Euro pro Monat im August 2021 angeordnet. Zuvor hatte das Land Sachsen-Anhalt die Erhöhung blockiert.

Die Anpassung des Rundfunkbeitrags gebe dem BR vorläufig die notwendige Planungssicherheit, um seinen gesetzlich festgesetzten Auftrag weiterhin zu erfüllen, hieß es. Da sich die Gesellschaft immer weiter ausdifferenziere, werde der BR auch seine Angebote immer weiter ausdifferenzieren müssen, um weiterhin alle Menschen erreichen zu können. Entsprechend werde der Sender auch in den nächsten Jahren am eingeschlagenen Konsolidierungskurs festhalten und zugleich „Programmentscheidungen klug priorisieren“.

Laut dem im Internet veröffentlichten Geschäftsbericht nahm der BR 947,3 Millionen Euro aus dem Rundfunkbeitrag ein. Durch Werbung erzielte der Sender Einnahmen in Höhe von 26,6 Millionen Euro. Hinzu kamen „andere Erträge“ in Höhe von 146,1 Millionen Euro. Bei den Aufwendungen entfielen 751,4 Millionen Euro auf Sach- und Programmkosten und 435,9 Millionen Euro auf Personalkosten.

Aufgeschlüsselt nach Direktionen gab die Programmdirektion Kultur mit 346,9 Millionen Euro das meiste Geld aus, die Direktion ist unter anderem zuständig für die Produktion von Fernsehfilmen und Serien und die Klangkörper des Senders. Die Ausgaben der Programmdirektion Information beliefen sich auf 252,9 Millionen Euro. Die Zentralen Sach- und Personalkosten inklusive Altersversorgung summierten sich auf 219 Millionen Euro.

Laut Geschäftsbericht gab der BR im vergangenen Jahr 346.221 Euro für die Vergütung des Intendanten und der Intendantin aus. Das waren 56.779 Euro weniger als im Vorjahr. Beim BR folgte im Februar 2021 Katja Wildermuth auf Ulrich Wilhelm an der Spitze des Senders. Wie ihr Vorgänger verzichtete Wildermuth auf Bezüge in Aufsichtsgremien von Tochterfirmen und Beteiligungen des BR. Für die fünf Direktorinnen und Direktoren gab der Sender im Geschäftsjahr 2021 insgesamt 1,29 Millionen Euro aus.

Die Mitglieder des Rundfunkrats des BR erhielten eine monatliche Aufwandsentschädigung von 700 Euro. Der Vorsitzende erhielt die doppelte Aufwandsentschädigung. Die stellvertretende Vorsitzende, Ausschuss- und Projektgruppenvorsitzende sowie der Schriftführer des Rundfunkrats erhielten die 1,5-fache Aufwandsentschädigung. Hinzu kam ein Sitzungsgeld von 100 Euro pro Person.

Für das Jahr 2021 weist der Geschäftsbericht 3.117 Planstellen aus, das waren 22 mehr als im Vorjahr und sechs weniger als im Jahr 2018. Die meisten Festangestellten, insgesamt 1.204, waren in Produktion und Technik beschäftigt, die Programmdirektion Kultur beschäftigte 665 Festangestellte.

Aus epd medien 30/22 vom 29. Juli 2022

dir/ija