Ein Radioereignis

Das Dokumentarhörspiel "Saal 101"

Von Mai 2013 bis Juli 2018 fand in Saal 101 des Münchner Oberlandesgerichts der bisher größte Prozess gegen Rechtsterrorismus in Deutschland statt. In dem Prozess ging es um zehn Morde, die der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) in den Jahren 2000 bis 2007 beging, um zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle. Hauptangeklagte war Beate Zschäpe. Unter Federführung der BR-Redaktion Hörspiel/Dokumentation/Medienkunst haben ARD und Deutschlandfunk diesen Prozess als Dokumentarhörspiel aufbereitet. Es basiert auf den Protokollen der Gerichtsreporterinnen und Reporter der ARD und des Deutschlandfunks. Die zwölfstündige Produktion "Saal 101", bei der Ulrich Lampen Regie führte, wurde am 19. und 20. Februar in allen Kulturwellen der ARD und im Deutschlandfunk gesendet, als Podcast kann das Hörspiel in der ARD-Audiothek nachgehört werden. Im Hörverlag ist "Saal 101" als Audiobuch erschienen. Ein einzigartiges Projekt, das nach Meinung von Christian Bartels gelungen ist.

Freitagabend 20.15 Uhr: Im Hauptfernsehprogramm der ARD ist das die Zeit, in der unter dem Werbespruch "Endlich Freitag im Ersten" besonders seichte, unterhaltsame Degeto-Spielfilme gezeigt werden. Die ARD kann aber auch anders. Das zeigte sie am 19. und 20. Februar, als ihre Kultur- und Informationswellen zeitgleich mit dem Deutschlandfunk das zwölfstündige vom Bayerischen Rundfunk produzierte Dokumentarhörspiel "Saal 101" ausstrahlten. In den Nachrichten dieses 19. Februar spielte das Gedenken an die rassistischen Morde in Hanau am 19. Februar 2020 eine Rolle. Im Hörspiel ging es um den Münchener Prozess gegen die rassistische Terrorgruppe NSU.

Ein lineares Radioereignis. Doch zugleich ist es sinnvoll, dass die die zwölfstündige Produktion seither auch als Podcast in 24 Teilen à 30 Minuten verfügbar ist. Wochenend-Abende sind selbst im fortgesetzten Lockdown keine Radio-Primetime. Sechs Stunden konzentriert am Stück hört kaum jemand, und bei diesem schwierigen Stoff braucht man hin und wieder eine Verschnaufpause.

Der Prozess in München

In "Saal 101" geht es um zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle, die zwischen 2000 bis 2007 verübt wurden. Über diese Taten wurde von Mai 2013 bis Juli 2018 in Saal 101 des Oberlandesgerichts München verhandelt. Ob das bereits alle Taten der Terrororganisation waren, die sich selbst als "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) bezeichnete, und ob die Gruppe tatsächlich bloß aus dem Trio bestand, als dessen letztes lebendes Mitglied die Hauptangeklagte Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, sind nur zwei der Fragen, die nach Meinung vieler Beobachter in dem Prozess nicht ausreichend geklärt wurden.

Ungeklärt sind außerdem die Fragen, ob im Fall des NSU, der ja nicht von der Polizei entdeckt wurde, sondern sich durch ein Bekennervideo selbst enttarnte, Staatsversagen vorliegt, und ob im Prozess, dem keine lückenlose Aufklärung gelang, dann auch der Rechtsstaat versagt hat.

Der an 438 Prozess-Tagen in fünf Jahren aufgelaufene Stoff umfasst mehr als 1.000 Aktenordner, manchmal ist sogar von mehr als 1.200 Aktenbänden die Rede, die mehrere 100.000 Seiten umfassen. Auf mehr als 6.000 Seiten haben insgesamt 27 Gerichtsreporterinnen und Gerichtsreporter von ARD und Deutschlandfunk den Prozess protokolliert. Diese schriftlichen Protokolle sind ein "einzigartiges Stück deutscher Zeitgeschichte", betont der BR mit Recht, weil es natürlich keine Audio- und Videoaufzeichnungen des Prozesses gibt, und der Strafprozessordnung entsprechend selbst in diesem Fall auch keine offiziellen schriftlichen Gerichtsprotokolle angefertigt wurden.

Andererseits lässt sich nicht behaupten, dass es dem Mammutprozess an medialer Aufmerksamkeit gemangelt hätte. Auch beeindruckende Dokumentations-Anstrengungen gab es bereits. Die "Süddeutsche Zeitung" hat das Prozess-Geschehen früh, zunächst in Form monothematischer Ausgaben des "SZ-Magazins", dann auch in Buchform dokumentiert. Das von antifaschistischen Initiativen getragene Blog "NSU-Watch" bietet auf nsu-watch.info für fast alle Prozesstage Protokolle und veröffentlichte dazu Beiträge zu den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen des Bundestages und von acht Landtagen. Außerdem lässt sich dort das 3.025 Seiten umfassende schriftliche Urteil nachlesen, das das Oberlandesgericht erst im April 2020, "einen Tag vor Ablauf der Frist" veröffentlichte. Für "eine Dokumentationsleistung, für die in dieser Kontinuität und Tiefe sonst in den Medien kein Platz ist", gewann das Blog 2020 unter anderem einen Grimme Online Award (https://www.nsu-watch.info/2020/06/nsu-prozess-schriftliches-urteil/).

Bearbeitungen des Stoffes gab es auch für das Fernsehen, in der ARD etwa die Spielfilm-Trilogie "Mitten in Deutschland", das ZDF zeigte unter dem Titel "Letzte Ausfahrt Gera - Acht Stunden mit Beate Zschäpe" ein Dokudrama, das freilich nur 90 Minuten dauerte. Theater-Bearbeitungen gab es unter anderem in München, Berlin, Karlsruhe, Frankfurt, Kassel und Köln. Einen neuen eigenen Ansatz zu finden, war also nicht leicht, und der Zeitpunkt der Ausstrahlung - zu fern vom Prozess, um noch Newswert zu entfalten, zeitlich nicht weit genug entfernt, um bereits neue Generationen zu erreichen - war nicht unbedingt ideal für große Aufmerksamkeit. Gelungen ist das Projekt dennoch.

Ein Mosaik an Aussagen

Das in jahrelanger Arbeit entstandene Buch von Katarina Agathos, Julian Doepp, Katja Huber und Ulrich Lampen basiert ausschließlich auf den Protokollen von ARD und Deutschlandfunk. Das Ergebnis ist ein Hörspiel, kein Feature, das Stück verzichtet auf eine erklärende, alles einordnende Erzähler- oder Autoren-Stimme. Einerseits orientiert sich das Hörspiel an der Chronologie: Es bewegt sich von der frühen Radikalisierung in Blöcken wie "Das NSU-Trio im Untergrund ab Januar 1998" über den "Sprengstoffanschlag in der Keupstraße" in Köln-Mülheim, der 2004 stattfand, zu den NSU-Morden der Jahre 2004 bis 2007. Andererseits bündelt und verdichtet es Rückblicke und vor allem ermöglicht es Blicke auf einzelne Prozessbeteiligte.

Eigene Folgen beschäftigen sich mit Mitangeklagten wie André Eminger, der den Gerichtssaal als freier Mann verließ, und Zeugen wie Andreas Temme. Temme war der hessische "V-Mann-Führer", ein Verfassungsschützer mit einer besonders dubiosen Rolle, weil er nachweislich im April 2006 in dem Kasseler Internetcafé war, in dem Halit Yozgat ermordet wurde. Temme behauptet, er habe 50 Cent auf die Theke des Internetcafés gelegt, aber den darunter erschossen am Boden liegenden Yozgat nicht gesehen. Viel Aufmerksamkeit gilt außerdem Zeugen, die den unter falschen Namen untergetauchten NSU-Terroristen im Alltag einst im Fehmarn-Urlaub oder am Wohnsitz Zwickau arglos begegnet waren. Oder wussten sie mehr? Das muss sich, wer zuhört, selbst denken.

Die Autoren haben für "Saal 101" protokollierte Aussagen kompiliert, auch wenn sie zum Teil zeitlich weit auseinander lagen, erläutert die als eine Art Gebrauchsanweisung fungierende erste Folge des Hörspiels. Dieses mosaikartige Kompilations-Prinzip fächert eine Fülle von Facetten auf. Manchmal wirken die Dialoge zäh, was einen Widerschein von den taktischen Manövern der Verteidiger - zumal gegen Ende des Prozesses - gibt.

Humor verbietet sich bei diesem Thema weitgehend. Doch die Anmerkung, dass der NSU-Komplex mitunter "wie das Drehbuch eines schlechten Krimis" wirkt, etwa weil Zschäpes ursprüngliche Anwälte zufällig die Nachnamen Stahl, Sturm und Heer trugen passt in diesen Rahmen; ein Protokollant hatte das einmal notiert. Und wenn in Schilderungen von Aufenthaltsorten der Terroristen und Tatorten immer mal wieder Fahrräder und Wohnmobile auftauchen, nach denen die Polizei lange, wenn überhaupt, dann als Fahrzeuge potenzieller Zeugen suchte, drängen sich weitere Krimi-Assoziationen auf.

Maximale Nüchternheit

Umso stärkere Wirkung entfalten die Aussagen der überlebenden Opfer und der Angehörigen der Ermordeten, die immer noch unter physischen und psychischen Folgen leiden. Auch ihnen gibt "Saal 101" viel Raum, am berührendsten vielleicht, wenn die Überlebende des ersten Kölner Bombenanschlags 2001 schwerste Brandverletzungen in Worte zu fassen versucht, wenn sie schildert, wie ihre Augen derart "zugeschmolzen" waren, dass sie sie "auch mit letzter Kraft nicht mehr öffnen konnte", und wie später im Krankenhaus ein "Spiegel von ihr ferngehalten" wurde, damit sie nicht vor sich selbst erschrak. Wenn Menschen berichten, dass solche Spätfolgen seit Jahren anhalten, lässt sich leicht ausmalen, dass sie niemals enden.

Wobei: Es ist eben nicht die ungebrochen Überlebende des ersten Kölner Bombenanschlags, die zu hören ist, es sind Schauspielerinnen und Schauspieler. Obwohl prominente Akteure wie Martina Gedeck, Bibiana Beglau, Thomas Thieme und Thomas Schmauser sprechen, sind einzelne Beteiligte, ergo Rollen, nicht einzelnen Sprechern zugeordnet. Wiederkehrende Prozessbeteiligte wie der Vorsitzende Richter Manfred Götzl, der am häufigsten zu hören ist, werden mal von männlichen, mal von weiblichen Stimmen gesprochen.

Alle Sprecherinnen und Sprecher geben die in den ARD-Mitschriften festgehaltenen Sätze und mitunter mitprotokollierte Emotionen unter weitgehendem Verzicht auf schauspielerische Mittel maximal nüchtern wieder. Nichts wird hier durch Audio-Effekte verstärkt. Die wenigen akustischen Trenner sind minimalistisch. Die Emotionen entstehen allein aus dem Inhalt der Protokolle. Wenn etwa beim Waffen-Beschaffer Carsten Schulze, dem einzigen Angeklagten, der gestand und kooperierte, protokolliert wurde: "Die Stimme bricht fast weg", erwähnt das derselbe Sprecher, der davor und danach Schulzes Sätze spricht, ganz ohne seine Stimme wegbrechen zu lassen, obwohl so etwas für routinierte Sprecher zu den leichteren Übungen gehört. Dieses konsequente Unterspielen ist die große formale Stärke des Hörspiels.

Leicht verfremdende Effekte treten zudem dadurch immer wieder ein, dass die Sprecher in Dialogsequenzen Fragesteller und Antwortende sprechen und dabei zunächst jeweils Namen oder Funktion nennen. Insofern macht sich das Buch die Frage-Antwort-Struktur von Gerichtsprozessen zunutze: Die Fragesteller wollen etwas wissen, die Antwortenden geben entweder nach bestem Wissen und Gewissen Auskunft oder, wenn sie etwas verbergen oder provozieren wollen, eben nicht. Geplauder sind Gerichts-Dialoge ohnehin nicht, und von Geplänkel noch überdies befreit, weil Mitschreiben hohe Konzentration auf das Wesentliche erfordert. Daher sind die Dialoge dieses dokumentarischen Hörspiels ungeheuer dicht.

Die Fragen des Richters

Andere Tonfälle, die gelegentlich vorkommen, fallen durch leichte Nuancen auf. Mitunter geben die damaligen Prozessbeobachter aus späterer, heutiger Sicht Einschätzungen des damals protokollierten Geschehens. Einmal im Verlauf der zwölf Stunden stellen diese Prozessbeobachter sich namentlich vor. Man müsste sehr gut aufpassen, um die Stimmfarbe im Kopf zu behalten und später noch zu wissen, wer gerade spricht. Man braucht es aber nicht zu wissen.

Aufschlussreich sind die Einschätzungen, weil es um Detailaspekte geht, die in den meisten Medienberichten nicht vorkamen. Schließlich musste immer wieder erwähnt werden, was der NSU war und was die Morde bedeuteten, so dass es kaum noch um die Fragetaktik des Richters Götzl gehen konnte. In "Saal 101" wird sie unterschiedlich interpretiert. Eine Beobachterin kritisiert Götzls "empathielos" wirkende Art, ein anderer lobt die "offene" Fragestellung, weil Richter Zeugen eben ergebnisoffen befragen müssten, selbst wenn viele gerade in diesem Fall suggestivere Fragestellung für zielführender gehalten hätten. Um "Rechtssicherheit" und "Revisionssicherheit" sei es Götzl gegangen, und damit weniger um den "Rechtsfrieden", auf den besonders die Angehörigen gehofft hatten. Die Gefahr, dass das Verfahren platzen könnte, bestand.

Übrigens sind - auch das erfährt man beiläufig - noch nicht alle Fragen geklärt. Der Bundesgerichtshof prüft derzeit die Revisionsanträge von Zschäpe und drei ihrer Mitangeklagten, die Staatsanwaltschaft wiederum hatte im Fall André Eminger einen Revisionsantrag gestellt, weil das Urteil gegen ihn überraschend milde ausgefallen war.

Die große Bedeutung von Sprache und einzelnen Worten zeigt sich sozusagen an allen Ecken und Enden. Vielen im Publikum dürfte aufgefallen sein, dass gleich zu Beginn der Begriff "Berichterstatter*innen" auffällig oft gegendert gesprochen wurde. Andererseits war bloß von den "Tätern" die Rede, obwohl die verurteilte Haupttäterin definitiv weiblich ist. Eine Marotte also, weil auch Gendernde ahnen, dass zu viel Gendern allen auf die Nerven geht?

Am Anfang einleitend und Ende der Folgen ist meist kurz, manchmal länger David Mayonga als Moderator und "Podcast-Host" zu hören. Der Musiker, Autor und "Afro-Bajuware" bringt die einzige aus gegenwärtiger Sicht einordnende Stimme ein, indem er strukturellen Rassismus der Gesellschaft beklagt, unter dem "Marginalisierte", also Minderheiten, auch im Alltag leiden. Im Kontext der von den Angehörigen der Opfer vor Gericht geschilderten Erfahrungen mit der Polizei überzeugen seine Argumente. Zum Beispiel, wenn Anwohner aus der Kölner Keupstraße, die beim Nagelbomben-Anschlag schwer verletzt und dennoch von der Polizei stundenlang befragt wurden, sagten: "Zum Glück hatten wir keine Versicherung abgeschlossen" - weil so der geäußerte Verdacht eines Versicherungsbetrugs entkräftet werden konnte.

Dramatische Qualität

BR-Dramaturgin Katharina Agathos sagte, den Autoren sei es wichtig gewesen, "das Material für sich sprechen zu lassen und es nicht permanent einzuordnen. Die Mitschriften haben per se schon eine sehr dramatische Qualität, besonders die Zeugenbefragungen." Genau das macht "Saal 101" so spannend: Hier fehlt die Einordnung, die in dokumentarischen Formen sämtlicher audiovisuellen Medien längst die Hauptrolle spielt, die oft schon der akustischen Dominanz der Erklärer-Stimmen wegen alles andere (darunter auch das eigentlich dokumentierte Material) übertönt und häufig als Bevormundung erscheinen kann. Es bleibt den Hörenden überlassen, wie sie das einordnen.

So wertet das Dokumentarhörspiel auch das über Jahre und Jahrzehnte auf den Hund gekommene, im Fernsehen durch überbordende Inszenierungen weitgehend entwertete Präfix "Doku-" wieder auf. Was dazu entscheidend beigetragen haben dürfte und natürlich in vielen Fällen nicht reproduzierbar ist, ist die Genese des gesprochenen Textes "von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit und wieder zur Mündlichkeit": also von den im Gerichtssaal 101 gesprochenen Sätzen über auf Tausenden Seiten verschriftlichte Protokolle zu von Schauspielern gesprochenen Hörspiel-Sätzen.

Im 21. Jahrhundert wird vermutlich so viel medial gesprochen wie noch nie: In zahllosen Radiosendern, in denen der Wortanteil hauptsächlich aus Elementen wie Moderatoren-Geplauder, Werbung und Gewinnspiele besteht, und in einer stetig wachsenden Zahl von Podcasts. Youtuber wirken durch ihr Sprechen mindestens so sehr wie auf der Bildebene, und auch die meisten in den sogenannten sozialen Medien zirkulierenden Inhalte enthalten Audio-Elemente - vom Hype um die App "Clubhouse" ganz zu schweigen. In diesem Konkurrenzumfeld sind Nutzer aller audiovisueller Medien akustische Über-Emotionalisierung durch Stimmen wie durch untermalende Effekte, gewohnt.

Die inzwischen ungewohnte Nüchternheit fällt bei "Saal 101" wohltuend auf - zumal bei einem Stoff, der auch ins boomende Podcast-Genre "Truecrime" fallen könnte. Hier haben die öffentlich-rechtlichen Kulturradios, die derzeit wegen Formatierung, "Entwortung" und Boulevardisierungstendenzen zu Recht unter Beschuss sind, ein lineares Radioereignis geschaffen und zugleich ein zeithistorisches Dokument, das sich auch in Jahren noch gut hören lassen wird.

Eine andere Frage ist, ob die ARD dieses Radioereignis ausreichend beworben hat. Der Rezensent selbst, der durchaus öfter RBBKultur hört, hat im Programm nichts davon erfahren, und andere Kulturradio-affine Menschen, die er fragte, waren auch nicht informiert. Immerhin, das Kulturmagazin des BR, "Capriccio", hat am 11. Februar einen Beitrag zu dem Projekt gemacht, der Deutschlandfunk kündigte das Ereignis in seiner Kultursendung "Kultur heute" am 19. Februar an und auch auf der Facebook-Seite von "Titel, Thesen, Temperamente", finden sich einige Videos dazu. Verglichen mit der Penetranz, mit der die ARD für Schirach-Verfilmungen und andere TV-Events wirbt, hat sie auf dieses Radioereignis kaum aufmerksam gemacht. Dabei wäre "Saal 101" jede Cross-Promotion wert gewesen.

Aus epd medien 9/21 vom 5. März 2021

Christian Bartels