Artikel zum Thema: Fernsehen
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Fachdienst medien"Der ,Tatort' macht das mit"

Der "Tatort" am Sonntagabend im Ersten ist eines der wenigen Rituale, das deutsche Fernsehzuschauer noch pflegen. Eine "Tatort"-Folge erreichte im Jahr 2015 im Schnitt 9,53 Millionen Zuschauer, das entsprach einem durchschnittlichen Marktanteil von 26,7 Prozent. Der Literaturwissenschaftler Jochen Vogt hat die Reihe als den "wahren deutschen Gesellschaftsroman" bezeichnet. Gunther Witte (81), der als WDR-Redakteur den "Tatort" vor 46 Jahren erfand, hätte damals nicht zu träumen gewagt, dass die Reihe zu solch einem Dauerbrenner werden würde.

Fachdienst medien"Der einzige Originalfilm ist im Kopf"

Der Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt (50) hat in den vergangenen 20 Jahren die Drehbücher zu rund 70 Fernsehfilmen geschrieben, darunter "Mord in Eberswalde", "In Sachen Kaminski" und mehrere "Tatorte". An der Filmakademie Baden-Württemberg lehrt er Drehbuchschreiben. Für "Mörder auf Amrum" erhielt er zusammen mit dem Regisseur Markus Imboden und dem Schauspieler Hinnerk Schönemann den Grimme-Preis. Am 4. Januar zeigt das Erste den Thriller "Das Programm" mit Benjamin Sadler und Nina Kunzendorf.

Fachdienst medien"Ich bin kein Abenteurer"

Der Dokumentarfilmer Ashwin Raman (70) berichtet seit mehr als 45 Jahren aus den Krisenregionen dieser Welt. Der Reporter indischer Herkunft ist ein Einzelkämpfer, der sich mit einer Videokamera zwischen den Fronten bewegt. Dem mehrfach preisgekrönten Journalisten geht es nicht um spektakuläre Bilder, sondern um die Schicksale von Menschen im Krieg. Am 12. Oktober läuft Ramans neuer Film "An vorderster Front - Der Krieg gegen den IS" um 0.45 Uhr im ZDF.

Fachdienst medien"Man muss neue Lösungen suchen"

In Berlin haben im Mai die Dreharbeiten zu der Serie "Babylon Berlin" begonnen. Das Serienprojekt sorgt nicht nur wegen des Budgets von knapp 40 Millionen Euro für Aufsehen: Erstmals arbeitet die ARD bei einem so großen programmprägenden Projekt mit dem Bezahlsender Sky zusammen. Die Federführung für "Babylon Berlin" liegt bei der ARD-Tochter Degeto, deren Geschäftsführerin ist seit 2012 Christine Strobl (44). Zuvor war Strobl Leiterin der Hautpabteilung Film und Familienprogramm des SWR.

Fachdienst medien"Wir haben viel zu erzählen"

Während die Berlinale in diesem Jahr auf das Kinojahr 1966 zurückblickt, beschäftigt sich auch das Deutsche Fernsehmuseum in Berlin, das zur Deutschen Kinemathek gehört, mit dem Fernsehen jener Zeit. Das damals noch recht junge Medium zeigte zwar schon massentaugliches Pantoffelkino, war aber zugleich auch immer wieder radikale Experimentierbühne. Die Ausstellung, die noch bis zum 1. Mai in Berlin zu sehen ist, zeigt das Fernsehen der 60er Jahre unter anderem als Fenster zur Welt und als Fenster zum Nachbarn.

Fachdienst medienAbsehbare Überraschungen

Alle Wetter. Ist dieser Film vorhersehbar. Doch schauen Sie selbst, zumal der letzte Film von Götz George für seine Fans ohnehin ein Pflichttermin sein dürfte. Sollten Sie am Tag der Deutschen Einheit allerdings lieber mal etwas sehen und erleben wollen, das sie so oder so ähnlich nicht schon hundert Mal gesehen haben, besuchen Sie lieber die nächstgelegene Hinterhof-Moschee zum Tag der offenen Tür (ebenfalls am 3. Oktober) - oder lesen Sie mal wieder ein Buch.

Fachdienst medienAffekthascherei. Die ARD lässt abstimmen. Worüber eigentlich?

Zu diesem Erfolg kann man die ARD nur beglückwünschen: Den Fernsehfilm "Terror" - gewissermaßen eine juristische Vorlesung über unveräußerliche Grundrechte wie die Menschenwürde - sahen fast sieben Millionen Menschen. Manche der rechtlichen Ausführungen waren so komplex, dass man die Schauspieler - allen voran Martina Gedeck - nur bewundern konnte dafür, mit welcher Souveränität sie diese vortrugen. Doch das Abstimmungsergebnis nach der Sendung - 86,9 Prozent der Zuschauer stimmten für den Freispruch des Piloten - weckte Zweifel, ob sie verstanden wurden.

Fachdienst medienAnrührend komisch

Woody Allen, der dieser Tage 80 Jahre alt wurde, präsentiert jedes Jahr einen neuen Film. Matti Geschonneck dagegen bringt es auf mindestens zwei Fernsehfilme pro Jahr. Und im Unterschied zu Woody Allen, dem von manchen Kritikern vorgeworfen wird, er variiere nur noch die Themen seiner früheren Filme, sind Matti Geschonnecks Fernsehfilme zwar immer daran zu erkennen, dass ein virtuoser Regisseur dahinter steht. Aber sowohl die Sujets und die Genres seiner Filme als auch die Milieus, die er evoziert, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Fachdienst medienARD hält an Fernsehabend zu Schirach-Film "Terror" fest

Trotz scharfer Kritik der Liberalen Gerhart Baum und Burkhard Hirsch will das Erste an dem geplanten Fernsehabend mit dem Film "Terror" und anschließender TV-Diskussion festhalten. Die von den früheren FDP-Bundespolitikern aufgeworfenen Fragen seien hochspannend und ein bereichernder Debattenbeitrag, sagte ARD-Programmdiektor Volker Herres am 1. August. Gerade wegen des Diskussionsbedarfs habe der Sender die Verfilmung so eng mit der Sendung "hart aber fair" verknüpft. Das Gerichtsdrama von Ferdinand von Schirach sei weder fragwürdig noch populistisch.

Fachdienst medienARD-Aktuell-Chef Gniffke verteidigt Terror-Berichterstattung

Der Chefredakteur von ARD-Aktuell, Kai Gniffke, hat die Terror-Berichterstattung der ARD gegen Kritik verteidigt. "Ein Terroranschlag und die Berichterstattung darüber sind kein Rattenrennen, und sie sind kein Schönheitswettbewerb", sagte Gniffke am 16. November beim Mainzer Mediendisput in Berlin. Dass nun schon wieder über mögliche Preise für Sendungen zu den Attentaten von Paris spekuliert werde, widere ihn ein bisschen an. Er sei sehr zufrieden mit den Sondersendungen der ARD nach den Anschlägen vom 13. November.

Fachdienst medienAußergewöhnlich gelungen

Lobpreisungen begleiten den Weg dieser "Eventserie", seit sie mit den ersten zwei Folgen beim diesjährigen "Berlinale Special" Premiere feierte und UFA Fiction kurz danach verkündete, sie werde "als erste deutschsprachige Serie überhaupt" vor ihrer Ausstrahlung fürs heimische Publikum im Programm eines amerikanischen Kabelsenders (Sundance TV) gestartet.

Fachdienst medienBayerische Imagepflege

"Der Bub ist hochintelligent." Das wusste schon der Pfarrer in der Münchener Maxvorstadt, der persönlich in der Metzgerei von Strauß senior erschien. Er ließ den kleinen Franz das Gloria in fehlerfreiem Latein aufsagen, damit der Vater ihn zum Gymnasium schicke. So stellt sich das jedenfalls Filmautor und Strauß-Biografh Werner Biermann vor. Strauß junior schaffte später das beste Abitur in ganz Bayern. Überhaupt war er "immer der Erste, der Beste", wie der BR in seiner Pressemitteilung zum Film ernsthaft schreibt.

Fachdienst medienBayern normal

"Na ja, für so'n Anfang hier war das schon... war das schon...", stammelt der von den dramatischen Geschehnissen noch ganz mitgenommene Nürnberger Kommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs), als seine Kollegin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) ihn am Ende des neuen "Tatorts" aus Franken fragt, ob alles in Ordnung sei. Klingt, als ob Regisseur und Autor Max Färberböck dem Kritiker seine Selbstbeurteilung hier in den Block hätte diktieren wollen. Warum nicht, trifft schließlich zu: Denn für so'n Anfang, war das schon... war das schon...

Fachdienst medienBerufsrisiko

Seit 2014 ist der Beitrag der Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen dramatisch angestiegen. Auswirkungen hat das vor allem für die Aufgabe der Geburtsbegleitung. Schwangerschaftsgymnastik und Geburtsvorbereitungskurse sind eine vergleichsweise risikolose Unternehmung. Anders aber sieht es mit der Betreuung während des Geburtsvorgangs aus. Die meisten Behinderungen entstehen währenddessen, auch wenn manch ideologisch bewegte Hebamme die Natürlichkeit des Vorgangs gleichsam absolut setzen möchte.

Fachdienst medienBerührend, komplex, witzig. Die HBO-Serie "Olive Kitteridge"

Die zweite Lebenshälfte, die Spanne zwischen dem mittleren und dem tatsächlichen Alter, ist filmisch noch weitgehend unerforschtes Gebiet. So gesehen ist "Olive Kitteridge" ein typisches HBO-Projekt: gewagt, den herkömmlichen Publikumsgeschmack herausfordernd und fast ein wenig obszön.

Fachdienst medienBiedere Komödie

Zahlreich und sehr beliebt sind "Culture-Clash"-Komödien, in denen Angehörige verschiedener Kulturen aufeinandertreffen und sich an ihren jeweiligen Vorurteilen abarbeiten, bis sie zu der erbaulichen Erkenntnis gelangen: Im Grunde sind wir doch alle Menschen, die voneinander lernen und friedlich zusammenleben können. Solche Komödien spielen, mal mehr, mal weniger satirisch, mit den Klischees, die als typisch für beide Seiten gelten.

Fachdienst medienBitte Fortsetzen!

Die Stadt: Berlin. Die Macht: ein Sumpf aus Korruption, Intrigen, Kumpanei und einem jahrelang vertuschten Mord. Berlin wird regiert von einer großen Koalition aus CDP und SDU. An deren Spitze: Manfred Degenhardt (Burghart Klaußner), SDU-Bürgermeister, und Karl-Heinz Kröhmer, kurz KK genannt (Thomas Thieme), Fraktionsvorsitzender der CDP. Bisher saßen die beiden, die sich schon aus DDR-Zeiten kennen, fest im Sattel. Nun aber hat sich der Bauunternehmer Griebnitz in den Tod gestürzt, weil ihm öffentliche Bauaufträge entzogen worden sind.

Fachdienst medienBitte Fortsetzen!

Die Stadt: Berlin. Die Macht: ein Sumpf aus Korruption, Intrigen, Kumpanei und einem jahrelang vertuschten Mord. Berlin wird regiert von einer großen Koalition aus CDP und SDU. An deren Spitze: Manfred Degenhardt (Burghart Klaußner), SDU-Bürgermeister, und Karl-Heinz Kröhmer, kurz KK genannt (Thomas Thieme), Fraktionsvorsitzender der CDP. Bisher saßen die beiden, die sich schon aus DDR-Zeiten kennen, fest im Sattel. Nun aber hat sich der Bauunternehmer Griebnitz in den Tod gestürzt, weil ihm öffentliche Bauaufträge entzogen worden sind.

Fachdienst medienBlut, Staub und Tränen

Der westlich geprägte Fortschrittsglaube ist ein Kind der europäischen Aufklärung. Schon nach 1775 allerdings ist es eins, das gepäppelt werden muss, damit es gedeiht. Das in jenem Jahr stattfindende verheerende Erdbeben von Lissabon wird von den Intellektuellen der Zeit als Fingerzeig der Natur gedeutet. Ein einzelnes Ereignis - doch ein fundamentaler Einschnitt im Selbstverständnis selbst der Fortschrittsoptimisten. Die Erde, so heißt es, wehrt sich gegen den Menschen mit Katastrophen. Wohl dem, der die Naturgesetze gründlich studiert und mit ihnen arbeitet.

Fachdienst medienBuddeln im Familiengrab

Es wirkt schon ein wenig putzig, wenn Familie Berben einen Zweiteiler an den Start bringt, der "Familie!" heißt. Ausgerechnet die Familie also, die die Fernsehfilm-Wertschöpfungskette innerfamiliär ordentlich verlängert hat, indem Sohn Oliver Filme mit seiner Mutter Iris produziert.

Fachdienst medienCharme des Amateurhaften

Jetzt hat das Stilmittel Improvisation auch den "Tatort" erreicht. Und wenn einer mit improvisierten Filmen langjährige Erfahrung hat, dann ist es Axel Ranisch. Er hat es bewiesen mit seinen von Kritikern gefeierten Filmen wie "Ich fühl mich Disco" und "Alki Alki".

Fachdienst medienDarauf einen Dujardin. 60 Jahre Werbung im Fernsehen

Als das Deutsche Fernsehen 1954 seinen regulären Betrieb aufnahm, befand sich das Land im Aufschwung des Wirtschaftswunders. Kein Wunder, dass die Unternehmen das junge Medium als Werbeplattform nutzen wollten: Am 3. November 1956 zeigte der Bayerische Rundfunk in seinem regionalen ARD-Fenster zum ersten Mal Reklame: Liesl Karlstadt und Beppo Brehm warben für ein Waschmittel: "Der gebildete Mensch sagt nur Persil."

Fachdienst medienDer Fluch des alten Mannes. Superwoman rettet den Fernsehpreis

Man konnte meinen, bei der Verleihung des Fernsehpreises litten einige unter Phantomschmerzen: Barbara Schöneberger, die gut gelaunte Moderatorin der Gala, die nicht im Fernsehen übertragen wurde, riss einen Gag nach dem anderen über die Kameras, die wohl alle nur für sie daständen und gar nichts aufnähmen: "Niemand schaut uns zu - Sat.1 kennt das Gefühl." Sie wisse auch gar nicht, was Volker Weicker - einer der renommiertesten Live-Regisseure der Branche - an diesem Abend tue, wenn doch der Fernsehpreis gar nicht im Fernsehen zu sehen sei.

Fachdienst medienDer liebenswerte Mr. Huxtable. Ein Film über Bill Cosby erschüttert

"Bill Cosby - Frauen brechen ihr Schweigen". Ende Februar hat der Bezahlsender A&E Germany diese einstündige Dokumentation als Deutschlandpremiere gezeigt. Die Aussagen erschüttern. 13 Frauen sprechen von sexueller Gewalt und Vergewaltigungen durch den US-Entertainer Bill Cosby, bekannt als liebenswerter Familienvater Cliff Huxtable aus der "Bill Cosby Show". Ein Pionier, der in den 80er Jahren als erster eine Sitcom mit afroamerikanischen Hauptdarstellern im Fernsehen zu einem Riesenerfolg machte.

Fachdienst medienDer Mann von gestern. Mit Trump zieht der Stammtisch ins Weiße Haus

Das Entsetzen unter uns Medienmenschen über den Ausgang der Wahl in den USA ist groß: Da hat jemand gewonnen, der aus einer Reality Show kommt, ein Typ wie hier in Deutschland Dieter Bohlen: ein Rüpel, den viele Leute mögen, weil er sagt, was er denkt, der sagt, was ihm durch die Rübe rauscht, und dabei munter gegen alle Spielregeln der political correctness verstößt. Wissend, dass solche die Sprache betreffenden Spielregeln und die dahinter stehenden Überzeugungen vielen Menschen auf die Nerven gehen.

Fachdienst medienDer Mensch wie er ist und isst. Der kleine Elefant wird 40

Am Wochenende wird der kleine blaue Elefant aus der "Sendung mit der Maus" 40 Jahre alt. Noch immer wirkt er keinen Tag älter als im Februar 1975, als er zum ersten Mal aus dem Fernseher trötete. Es ist erstaunlich, wie unbeschadet diese Sendung alle möglichen Zeitgeisterscheinungen überstanden hat. Man ist versucht zu sagen, die gesamte "Maus" habe sich in den 45 Jahren ihres Bestehens nicht verändert, aber das ist natürlich Unfug, gerade die "Sachgeschichten" sind sehr viel anspruchsvoller geworden.

Fachdienst medienDer rasende Rollkoffer

Wann ist das Thema "Burn-out" eigentlich wieder aus der Mode gekommen? War es, als sich nach und nach herumsprach, dass viele Psychologen und Psychiater hinter der Lifestylekrankheit doch nichts anderes zu sehen vermochten als die altbekannte und nach wie vor niemanden schmückende Depression? War es, als das Gerede über die "Generation Y" aufkam, die das Leben angeblich nicht mehr dem Beruf unterordnen will und das kurz zuvor doch so angesagte Gearbeite, Gerenne und Gebrenne plötzlich als altmodisch erscheinen ließ?

Fachdienst medienDer Tag danach. Die Medien und ihre Kritiker

"Ich schätze Ihren Konjunktiv", sagte der Sprecher der Polizei München, Marcus da Gloria Martins, in der Nacht auf den 23. Juli in einer Sonderausgabe des "heute journals" zu Moderator Claus Kleber, als dieser ihn fragte, ob sich der Täter von München möglicherweise selbst hingerichtet habe.

Fachdienst medienDer Welterklärer. Die Karten des Jean-Christophe Victor

"Hic sunt leones." - "Hier sind Löwen", mit diesen Worten kennzeichneten Kartographen im späten Mittelalter und in der Renaissance unerforschte Gebiete. Um ihre Aussage zu illustrieren, zeichneten sie dort Drachen und Seeungeheuer ein. Heute, im Zeitalter von Satelliten, Global Positioning Systems und Google Maps, gibt es keine unerforschten Gebiete mehr - sollte man meinen. Doch Karten als Abbildungen der Welt üben auf viele nach wie vor eine große Faszination aus.

Fachdienst medienDie Farbe des Propheten

Der junge Syrer Mohammed Khalef fühlt sich in Deutschland sofort aufgenommen, ihm gefällt die Landschaft, er sieht Zukunft. Zunächst ist er im Durchgangslager Friedland gelandet, dort kann er, wie die anderen, zwei Wochen bleiben, dann wird er weitergeschickt. Er hat auch schon von Freunden gehört, dass es Deutsche gibt, die keine Ausländer mögen. Er kommt nach Sachsen-Anhalt. Ein Zimmer wird ihm zugewiesen in einem Wohnheim, Stockbetten, Tisch, Stuhl, Schrank. So hat er sich das nicht vorgestellt.

Fachdienst medienDie Höhle der Löwinnen

Der Titel dieses Bodensee-Tatorts hört sich so an, als habe da jemand was verwechselt, denn er müsste heißen: "Wofür es sich zu töten lohnt." Es ist ein Fall von Selbstjustiz, bei dem Klara Blum (Eva Mattes) ein letztes Mal ermittelt. Die Ärmste hat's am Herzen, der Arzt rät zum Kürzertreten, und Klara macht es so, wie es die abgeklärten Cops, ob Männer oder Frauen, immer machen: Sie schert sich nicht drum. Gegenüber ihrem langjährigen Kollegen, Hauptkommissar Perlmann (Sebastian Bezzel), tut sie so, als wäre nichts.

Fachdienst medienDie Krimis in uns. Wenn Fernsehgewalt zur Realität wird

Christian Pfeiffer hat kürzlich darauf verwiesen, dass die Angst der Deutschen vor Gewaltverbrechen in keinem Verhältnis zur Realität stehe, die "noch nie so friedlich gewesen ist wie jetzt". Der Grund, den der Kriminologe für dieses Missverhältnis nennt, sind bestimmte Fernsehprogramme. Pfeiffer sieht die Deutschen mit ihren (grundlosen) Ängsten als Opfer eines "auf Kriminalitätsgeschichten fixierten Fernsehens".

Fachdienst medienDie Show ist zu Ende. Jan Böhmermann in der Reality-Schleife

Was immer Jan Böhmermann, der große Medienmechanismen-Versteher, sich an Reaktionen auf sein Gedicht auf Erdogan erhofft haben mag, diese war die am wenigsten überraschende: Erdogan, voll und ganz ein Mann mit kleiner Statur, klagt gegen den blassen Satiriker, der seine Majestät beleidigt hat - und er nutzt alle juristischen Mittel, die ihm die deutschen Gesetze bieten.

Fachdienst medienDie Show ist zu Ende. Jan Böhmermann in der Reality-Schleife

Was immer Jan Böhmermann, der große Medienmechanismen-Versteher, sich an Reaktionen auf sein Gedicht auf Erdogan erhofft haben mag, diese war die am wenigsten überraschende: Erdogan, voll und ganz ein Mann mit kleiner Statur, klagt gegen den blassen Satiriker, der seine Majestät beleidigt hat - und er nutzt alle juristischen Mittel, die ihm die deutschen Gesetze bieten. 

Fachdienst medienDie Unruhe der Elfen

Franka Potente gilt zumindest in Deutschland als Hollywoodstar. Die Degeto setzt auf die Popularität der 42-Jährigen, um die neuen "Island-Krimis" der ARD zu bewerben. Anders als bei den Zürich-Krimis und viel stärker als in den Filmen aus Kroatien ist der Schauplatz hier aber mindestens ebenso wichtig wie die Hauptdarstellerin. Regisseur Till Endemann und sein bevorzugter Kameramann Lars R.

Fachdienst medienDiebisches Vergnügen

Die To-do-Liste klebt an der Innenseite des Küchenschranks: "1. Job sichern. 2. Abnehmen. 3. Ehrlich werden." Verfasst hat diese Liste Lorenz Brahmkamp (Charly Hübner), in höchster Not. Denn seine Frau Katrin (Lina Beckmann) hat ihn verlassen, um zu ihrem Partner aus dem Tanzkurs zu ziehen. Sie hat die Nase voll von ihrem dicken, faulen Mann, dem es an beruflichem Ehrgeiz mangelt - er ist Sachbearbeiter im Baureferat -, der sich auch vor Reparaturen im Haushalt drückt und sich ständig mit Notlügen durchs Leben mogelt.

Fachdienst medienDüsteres Drama

Verdeckte Ermittler sind Klassiker des Polizeifilms: Sie sind besonders reizvolle Figuren, weil sie als Einzelgänger auf beiden Seiten agieren und weil in dem Spiel mit verschiedenen Identitäten auch die Grenze zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch verschwimmt. Klaus Roth (Tom Schilling) soll in seinem ersten Job als verdeckter Ermittler Informationen über die serbische Wettmafia sammeln. Dazu muss er das Vertrauen von Luka Moravac (Edin Hasanovic) gewinnen.

Fachdienst medienDVB-T wird im März 2017 in den ersten Städten abgeschaltet

Fernsehzuschauer, die das digitale Antennenfernsehen DVB-T nutzen, sollten sich bis März 2017 ein neues Empfangsgerät zulegen. Am 29. März 2017 werde DVB-T in den Ballungsräumen abgeschaltet, sagte MDR-Betriebsdirektor Ulrich Liebenow am 23. August in Berlin. Die ARD wolle in den kommenden Monaten intensiv über den Nachfolgestandard DVB-T2 informieren. Mit dem neuen Standard könnten mehr Programme in besserer Bildqualität gesendet werden.

Fachdienst medienEcht überzeichnet

Drehbuchautor: Ich hab da 'ne ganz tolle Idee für 20.15 Uhr. Was anderes, böse, ein bisschen dunkel, schräg, sarkastisch. Und trotzdem unterhaltsam. Familienprogramm.

Redakteurin: Klingt gut, was ist es denn?

Fachdienst medienEin Alptraum

"Kinder können einem das ganze Leben versauen." Dieser bittere Satz stammt zwar aus einem anderen Film, wäre hier aber auch nicht ganz falsch, wenn man denn etwas präzisierte: Kinder und Eltern können sich das Leben sehr gründlich versauen.

Fachdienst medienEin Loch im Herzen

Die Frage "Fluch oder Segen?" kann man sich bei der modernen Medizin kaum stellen, denn es geht nicht um eine Alternative, die Medizin ist beides. Besonders die Pränataldiagnostik hat ihre Tücken. Da erwartet eine moderne Patchworkfamilie - beide Eltern haben je eine Tochter aus einer früheren Verbindung in die Ehe mitgebracht - ihr erstes gemeinsames Kind und ist entsprechend frohgemut, als bei einer Ultraschalluntersuchung offenbar wird: Was da unterwegs ist, bei dem stimmt was nicht. Die Proportion von Kopf und Rumpf entspricht nicht der Norm.

Fachdienst medienEin Quantensprung

An praktisch jedem Tag sind die von deutschen Fernsehproduzenten hergestellten Programme die meistgesehenen in diesem Land. Zwar werden die quotenstarken Sportereignisse nicht in diesem Sinne "produziert", und Nachrichtensendungen und Magazine sind Eigenproduktionen der Sender.

Fachdienst medienEin Sturkopf

Der Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek war in den 60er und 70er Jahren eine der bekanntesten Fernsehfiguren in Deutschland. Seine 1956 gestartete Sendung "Ein Platz für Tiere", die 24 Jahre lang in der ARD lief, wurde nicht zuletzt deshalb so populär, weil der Wissenschaftler fast jedes Mal ein Tier aus dem Frankfurter Zoo mit in die Sendung brachte, das ihm dann auch schon mal in den Ärmel schlüpfte oder - wie der berühmte Gepard Cheetah - vom Studiotisch sprang, wenn ihm dort zu langweilig wurde.

Fachdienst medienEine moralische Angelegenheit

Es dauert lange, bis Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) in "Und vergib uns unsere Schuld" seinen Gang nach Canossa unternimmt. Erst wendet er sein ganzes professionelles Instrumentarium an, legt seine ganze Berufserfahrung in die Waagschale, um den "Spinner" von sich fern zu halten. Der ehemalige Architekt Jens Baumann (Karl Markovics) behauptet, nicht der dorfbekannt infantile Tim Haffling (Sebastian Griegel) habe vor neun Jahren die 16-jährige Miriam Springer (Lola Dockhorn) umgebracht, sondern er selbst.

Fachdienst medienErfreuliches Experiment

Autos und Züge fahren durch unspezifische Landschaften, Männer mit kleinen Kopfhörern im Ohr schauen unauffällig angespannt auf. Man hört zwar per Off-Kommentar, dass Martin Luther anno 1518 auf dem Weg nach Augsburg sei, und Aussagen der Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten, die zu jeder Geschichts-Doku gehören, sind in die flüssige Schnittfolge integriert. Aber die vom MDR verantwortete ARTE-Sendung nutzt einen einfachen und verblüffend gut funktionierenden Weg, um Zuschauer zum Hingucken bewegen.

Fachdienst medienErhöhter Beobachterposten

Es gibt ein fundamentales Orientierungsbedürfnis des Menschen in seiner Umwelt. Schon um 1500 vor Christus entstand der Stadtplan von Nippur. Er zeigt Festungsanlagen, die Hauptgebäude und einige topografische Elemente der ehemaligen heiligen Stadt in Mesopotamien, heute im Irak gelegen. Auch die Ägypter verstanden sich auf die Kartografie, selbst die Anlage von Königsgräbern wurde umfassend dokumentiert. Das Großreich Babylon wiederum findet sich auf einer Tontafel von 600 vor Christus dargestellt als Mittelpunkt der Welt.

Fachdienst medienEs geht sich aus

Auch wenn sie keineswegs so gut war, die alte Zeit, wie sie in nostalgischer Erinnerung gern beschworen wird: als schwelgerisch ausstaffierte Rückschau ist sie nicht totzukriegen. Mit prächtigen Kostümen, komplizierten Frisuren, historischen Requisiten, feinen Manieren, melodramatischen Romanzen und außerehelich gezeugten Kindern wird die "gute alte Zeit", speziell beim ZDF, mit Hingabe als "Event" vermarktet.

Fachdienst medienEs werde Funk. Das neue Jugendangebot macht Lust auf mehr

Als die Vorbereitungen begannen, war Facebook gerade erst im Kommen. Webvideo und Fernsehen trennten noch Welten. Nach sechs Jahren voller medienpolitischer Verrenkungen ist das öffentlich-rechtliche Jugendangebot nun gestartet. Endlich. "Funk" - ein Name, der schön retro und selbstironisch klingt und damit das Lebensgefühl der Zielgruppe trifft. Aber gleichzeitig die Kuriosität vor Augen führt, dass wir im digitalen Zeitalter immer noch vom "Rundfunk" sprechen.

Fachdienst medienEthische Klettertour

Die Eingangsszene dieses Fernsehfilms zum Thema Präimplantationsdiagnostik kann man als Bild fürs Leben verstehen: Eine Frau klettert mit verbundenen Augen an einer Steilwand im Hochgebirge, gesichert von ihrem Mann. Als sie nicht weiter weiß, weil sie sich an den Weg nicht mehr erinnert, gibt er ihr einen Tipp. Ähnlich ist es im Leben, in dem wir letztlich alle blind unterwegs sind, das lebensgefährlich ist, in dem man sich versteigt - und in dem man auf den Nächsten angewiesen ist. Man kann, aber man muss nicht.

Fachdienst medienEtwas lebt fort

Man glaubt es kaum, aber es stimmt: die Geschichte der Anne Frank wurde bisher in Deutschland nicht verfilmt. Und es ist vielleicht gut so, dass es erst jetzt passiert, wo filmkünstlerische Mittel zur Verfügung stehen, die verhindern, dass die allseits lauernde Sentimentalität das Projekt verdirbt.

Fachdienst medienFieberhafte Suche

Zielfahnder, die Grenzen überschreiten, um einen in Deutschland aus dem Gefängnis ausgebrochenen rumänischen Gewaltverbrecher zu verhaften, in einem Thriller, der in seiner dynamischen Wucht und dramaturgischen Vielgestaltigkeit die Grenzen der meisten deutschen Fernsehkrimis überschreitet: Sechs Jahre nach ihrer Zusammenarbeit in der überragenden Miniserie "Im Angesicht des Verbrechens" zeigen Dominik Graf und sein Drehbuchautor Rolf Basedow, dass es in der globalisierten Welt der Verbrechensbekämpfung ganz anders zugeht als in der von Deutschen bevölkerten, übersichtlichen Postkarte

Fachdienst medienGehobener Unterhaltungsroman

Wenn man vom Goldstandard für populäre Dokumentationen spricht, ist in der Regel von der britischen BBC die Rede. Aufwendig gemachte, ebenso informative wie unterhaltsame Produktionen haben auf der britischen Insel eine lange Tradition. Das mag auch ein Erbe der kolonialen Tradition sein. Eine Nation, die in der Lage ist, ein Museum wie das naturkundliche und historische British Museum in London lebendig zu halten und zu verwalten, ist wohl auch in besonderer Weise in der Lage, Historie im Fernsehen zu präsentieren.

Fachdienst medienGlänzende Komödie

Verblichen ist nicht nur der Divenglanz, der einst Anneliese Behrens' (Hannelore Elsner) Aura ausmachte, aus der Mode gekommen wirkt auch der opulente Pelz, den der einstige Opernstar nie ablegt. Für ihr hohes C in der "Zauberflöte" einst bewundert, war sie immer mehr "Königin der Nacht" für ihr Publikum als der mütterliche Typ, der Einschlaflieder für die einzige Tochter sang. Die häusliche Bühne war ihr immer zu klein. Dass es mit der Grandezza nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung aus ist, passt nicht in ihr Weltbild.

Fachdienst medienGott ist größer

"Wo bleibt eigentlich der berühmte jüdische Humor", will die Münchnerin Zahra von ihrem israelischen Liebsten Benni wissen. Schließlich waren die Sicherheitsbeamten nicht amüsiert, als bei der Personenkontrolle auf dem Münchner Flughafen für den Flug nach Tel Aviv plötzlich Zahras "Allahu akbar" brüllender Scherz-Wecker im Koffer losging. Eine Flughafenhalle voller Menschen wähnte sich bereits sicher als Opfer eines Selbstmordattentats.

Fachdienst medienGriechenland: Nationale Fernsehlizenz neu vergeben

In Griechenland wurde die Vergabe der vier Lizenzen für die nationale Verbreitung von Privatfernsehen zum Teil revidiert. Zum neuen Gewinner der vierten Lizenz erklärte die griechische Regierung am 30. September den griechisch-russischen Geschäftsmann Ivan Savvidis. Zuvor hatte der Bauunternehmer Ioannis Kalogritsas seine Lizenz zurückgegeben, weil er die erforderliche erste Rate in Höhe von 17,5 Millionen Euro nicht pünktlich zahlen konnte.

Fachdienst medienGroßer intellektueller Spaß

Es ist einer der berühmtesten Momente der jüngeren Zeitgeschichte. Am 9. November sagt Günter Schabowski den aus Sicht des Zentralkomitees der SED fatalen Satz: "Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich." Der Rest ist Historie: Tausende Ostberliner stürmen die Grenzen. Um die Ereignisse, die zu der Aussage des Politbürosprechers führten, sind schon einige Legenden gestrickt worden, aber noch kein Filmemacher hat sich so gründlich mit der Materie befasst wie Niki Stein.

Fachdienst medienHalali History

Wer tritt beim ZDF in die Fußstapfen von "Bella Block" als Ausnahmekommissarin vom Dienst? Bislang niemand so wirklich. "Lotte Jäger" sieht nach einem Versuch aus, eine jüngere Nachfolgelösung zu finden. Erst mal einen Film drehen - und dann prüfen, wie er so ankommt.

Fachdienst medienHilfreiche Nervensäge

Von Pressetexten und Interviews mit den Beteiligten an einer Produktion ist bekanntlich nichts anderes zu erwarten als hymnisches Eigenlob und enthusiastische Bekundungen über die beglückende Erfahrung der Zusammenarbeit.

Fachdienst medienHoffen, Bangen, Sterben

Für diesen Film gebührt Sat.1 großer Respekt: weil das Thema alles andere als bequem ist und weil die Beteiligten kein Melodram daraus machen mussten. Es geht um Organspende, und da ist die Versuchung groß, sich dem Sentiment hinzugeben. Benedikt Röskau, Autor großer zeitgeschichtlicher Dramen wie "Contergan" oder "Das Wunder von Lengede" und alles andere als ein Kitschschreiber, erzählt die vorzüglich gespielte und inszenierte Geschichte auf mehreren Ebenen.

Fachdienst medienHorror-Trip

Das Rezept klingt simpel: Man nehme den Titel der ersten Folge, nenne die 1000. Folge ebenso und nehme sie einfach wörtlich. Der Jubiläums-"Tatort: Taxi nach Leipzig" erzählt von einer - unfreiwilligen - Taxifahrt nach Leipzig. Verglichen mit dem Ballyhoo, das die ARD im Vorfeld auf allen Kanälen betrieb, erscheint dieser Ansatz allerdings geradezu sympathisch, denn das Bestehen der 46 Jahre alten ARD-Krimireihe wird hier in kleinem Rahmen gefeiert: Als nächtliches Roadmovie und Kammerspiel mit drei Protagonisten auf engstem Raum.

Fachdienst medienIllustrierte Geschichtsstunde

Hätten Sie’s gewusst? Wahrscheinlich nicht. Und da man in diesem Film leider viele der interessanten Fakten auch nicht erfährt, die Drehbuchautorin Meriko Gehrmann im Presseheft nennt, sollen sie hier nachgetragen sein: Erst ab 1974 standen weiblichen Bewerberinnen alle Bereiche der Kriminalpolizei offen. Zuvor waren sie allerdings schon in den sogenannten Spielwarenabteilungen tätig (also Delikte im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen).

Fachdienst medienIndianer weinen doch

Es ist bemerkenswert, mit welcher Verve der Privatsender RTL zurzeit olle Kamellen ausgräbt. Unter dem neu belebten Sendernamen RTLplus werden verstaubte Formate wiederbelebt, vom "Glücksrad" bis zum "Großen TV Roman". Im Hauptprogramm wird "Der heiße Stuhl" aus dem Fundus geholt, und bei RTL Nitro erlaubt man sich den Spaß, die Show "Tutti Frutti" erneut aufzulegen. Zurück in die eigene Vergangenheit der 1980er und 90er Jahre. Fernsehen auf Wiedervorlage.

Fachdienst medienInnenansicht des Pressewesens

Es war im Jahr 1987. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Uwe Barschel, CDU, überlebt die Bruchlandung eines Flugzeuges. "Der Fall Barschel" zeigt dieses Unglück in der Exposition, wir sehen, wie die Maschine ausbrennt. Dann kommen die Sanitäter angerannt und schleppen jemanden aus den Trümmern ab. Kaum zu glauben: Der Ministerpräsident! Jemand, der dem Tod so knapp von der Schippe gesprungen ist, muss viel aushalten.

Fachdienst medienJurist: Kurzberichterstattungsrecht bei Olympia kaum durchsetzbar

ARD und ZDF müssen bei den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 auch um die Rechte für die Kurzberichterstattung etwa in Nachrichtensendungen bangen. Nach Einschätzung des Frankfurter Sportrechtsexperten Stephan Dittl könnte es sein, dass die Öffentlich-Rechtlichen von den Olympischen Spielen trotz des gesetzlichen Kurzberichterstattungsrechts keine einzige Sekunde Bewegtbild senden dürfen. "Das liegt vor allem daran, dass die Olympischen Spiele eben nicht in Deutschland stattfinden", sagte Dittl am 22. Dezember dem epd.

Fachdienst medienKaltes Blut

Figuren und Geschichte sind es nicht, die diese als "Event" an nur drei Tagen in fünf Folgen ausgestrahlte ZDF-Serie besonders macht: Waidwunder Kriminalpolizist mit Dreck am Stecken wird von seinem Partner gedeckt, der spätestens ab dann auch seine Unschuld verloren hat.

Fachdienst medienKapitulation vor der Zielgruppe. Das SWR-Format "1080 Nerdscope"

Gleich vorneweg: Das wird kein billiges YouTuber- oder LeFloid-Bashing. Letzterer musste für sein zweifellos uninspiriertes Merkel-Interview eine derart fiese Häme über sich ergehen lassen, wie sie sich die Kollegen sogar bei offensichtlicheren Hofberichterstattern wie Sigmund Gottlieb verkneifen.

Fachdienst medienKartellamt prüft neues TV-Konzept der Bundesliga

Das Bundeskartellamt prüft ein neues TV-Vermarktungskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL), das Einschränkungen bei den Free-TV-Berichten in der "Sportschau" mit sich bringen könnte. Derzeit werde untersucht, ob gegen den Zuschnitt der Pakete und die Ausgestaltung des Vergabeverfahrens kartellrechtliche Bedenken bestehen, sagte der Sprecher der Bonner Wettbewerbsbehörde, Kay Weidner, am 7. Juli dem epd. Die Prüfung befinde sich noch in einem frühen Stadium. Das Amt werde TV-Sender und andere Marktteilnehmer zu dem Konzept befragen.

Fachdienst medienKaskade ohne Zündung

Die Hauptperson von "Liebling des Himmels" ist eine der populärsten Witzfiguren des vergangenen Jahrhunderts: der verrückte Psychiater. Magnus Sorel führt eine psychotherapeutische Praxis im Hamburger Schanzenviertel. Seine Patienten haben öfter mal ordentlich einen an der Waffel, er selber aber auch. Der Doc zählt zwanghaft seine Schritte von der Straße zum Büro und umgekehrt, er tritt niemals auf eine Ritze im Pflaster und notiert alles in seinem iPad, was er am Tage tun muss, sogar das Schlafengehen ist als Endpunkt vermerkt.

Fachdienst medienKeillors letzte Show. Lichter aus in Lake Wobegon

Geliebt, gelegentlich als kitschig belächelt, doch ein Vorzeigebeispiel des erzählenden Hörfunks: Für Millionen Radiohörer in den USA geht dieser Tage, wie man so sagt, ein Ära zu Ende. Das Dörfchen Lake Wobegon in Minnesota verschwindet vom Erdboden. Die beiden Kirchen, eine lutherisch, die andere katholisch, schließen die Türen. Das Chatterbox Café, wo Wirtin Dorothy Filterkaffee ausschenkt und Rhabarberkuchen serviert, und die Bar Sidetrack Tap, wo die alten Männer die Zeit totschlagen, wird es nicht mehr geben.

Fachdienst medienKein Kinderwunsch

Die Sache mit dem punktierten Kondom ist für Anna (Franziska Weisz) dann doch zu viel. Ein Betrugskondom in Philipps Tasche zum Zweck, sie heimlich und gegen ihren Wunsch zu schwängern. Der ultimative Vertrauensbruch. Ihm (Felix Klare) war schon unwohl dabei, sie zu hintergehen, also wollte er mit schlechtem Gewissen, aber neuerdings kaum zu stoppendem Fortpflanzungsbegehr das Schicksal die Entscheidung treffen lassen. Zwei Kondome zur Auswahl, eins in goldener Verpackung, intakt.

Fachdienst medienKiffen beim Kakao

Hat dieser Mann ein Pech! Der Wiener Kriminalpsychologe Richard Brock (Heino Ferch) auf den "Spuren des Bösen" hat die ZDF/ORF-Dauerkarte fürs ganz große Unglück gezogen. Erst bringt sich seine Frau um. Einmal erstickt er fast bei einem Wohnungsbrand. Er wird von einem Irren gestalkt. Und jetzt ersticht er, als er Nothilfe für ein bedrohtes Callgirl (Marvie Hörbiger) leistet, einen ihm anvertrauten Schizophrenen. Wegen des Verdachts der "Notwehrüberschreitung" kommt er in den Knast.

Fachdienst medienKlärungsbedarf bei Urteil zu regionaler Werbung bei ProSieben

In der Diskussion um regionale Werbespots bei bundesweiten TV-Sendern hat sich der Medienaufseher Jürgen Brautmeier verwundert über das Urteil zugunsten des Privatsenders ProSieben gezeigt. Aus Sicht der Landesmedienanstalten sei Werbung ein Bestandteil des Programms und dürfe deshalb aus lizenzrechtlicher Sicht nicht anders behandelt werden als redaktionelle TV-Inhalte, sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) am 18. Dezember in Berlin.

Fachdienst medienKlassisches Geschichtsfernsehen

Das Bild ging um die Welt: US-Präsident Barak Obama und Kubas Präsident Raul Castro beim Händedruck. Ende einer feindseligen Ära, Beginn einer neuen Politik, ein weltpolitischer Einschnitt. Wie kam es dazu? Wie verlief die Geschichte Kubas? Wer Kuba verstehen will, so steht es als Leitsatz über der Produktion von ZDFinfo, der muss seine Vergangenheit kennen. 

Fachdienst medienKnochentrockene Komik

Nein! Nicht schon wieder dieser brachiale Humor, diese abschreckend lachhaften Figuren. Da kommt doch tatsächlich ein Mann mit Sturzhelm in die "Rheinische Versicherung" und will sich, für 30 Millionen Schadenssumme, versichern lassen gegen den Tod durch gefrorene Hähnchen, die ihm auf den Kopf fallen könnten. Währenddessen setzt sich einer der Kollegen mit heruntergelassener Hose auf den Kopierer, um sein nacktes Hinterteil abzulichten.

Fachdienst medienKommt jetzt der Boom?

Wer in diesem Jahr die Berlinale besuchte, kam an Moritz Bleibtreu nicht vorbei. Warmherzig lächelte er aus den vielen Lichtkästen, die rings um die Festspielkinos am Potsdamer Platz aufgestellt waren. Das ZDF warb mit seinem Konterfei und dem etwas um die Ecke formulierten Spruch "Wir wünschen nicht nur gute Unterhaltung. Wir versprechen sie" für den Start der sechsteiligen Krimi-Reihe "Schuld". Viele Kinofans werden da noch ein zweites Mal hingesehen haben, denn von Moritz Bleibtreu weiß man, dass er nicht fürs Fernsehen arbeitet.

Fachdienst medienKritik an Seehofer-Vorstoß zu Zusammenlegung von ARD und ZDF

Mit seiner Forderung nach einem Zusammenschluss von ARD und ZDF ist der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer auf Kritik gestoßen. "Ich halte das nicht für sinnvoll", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Franz Josef Jung der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" vom 12. September. "Zwei öffentlich-rechtliche Sender sind gerade unter dem Aspekt der politischen Berichterstattung sinnvoll", erklärte Jung, der seit 1999 im ZDF-Fernsehrat sitzt. Auch Medienpolitiker anderer Parteien lehnten den Vorschlag ab.

Fachdienst medienLachsfischen in Norwegen. Slow TV setzt auf Entschleunigung

Auf dem TV-Bildschirm passiert nichts: keine Schießerei, kein Drama, keine Dialoge. Langsam zieht die norwegische Fjordlandschaft vorbei. Eine Kuh läuft drei Schritte, eine Flagge weht im Wind. 134 Stunden, 42 Minuten und 45 Sekunden lang war das alles, was beim Norwegischen Rundfunk (NRK) über den Bildschirm flimmerte. 3,2 Millionen der 5 Millionen Norweger schauten einer Schiffspassage entlang der Hurtigruten zu. Deutsche Fernsehmacher können nur davon träumen, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung einschaltet.

Fachdienst medienLandesmedienanstalt prüft Fußball-Comedy von Tele 5

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat wegen der Comedy-Serie "Dit is Fußball" den Sender Tele 5 zu einer Stellungnahme aufgefordert. Es bestehe der Verdacht, dass die Sendung nicht mit den Regeln der Produktplazierung nach dem Rundfunkstaatsvertrag übereinstimme, erklärte der Sprecher der Landeszentrale, Wolfgang Flieger, am 30. August auf Anfrage des epd. "Dit is Fußball" entstand nach Senderangaben im Auftrag des Solarstrom-Anlagenbauers beegy. In der Serie kommt eine Photovoltaik-Anlage der Firma vor.

Fachdienst medienLangsamkeit in Serie

Deutschland im Jahr 1988. Eigentlich ist Ralf "Ralle" Pietzsch ein braver DDR-Bürger. Als NVA-Angehöriger bewacht er die Grenze zwischen Thüringen und Franken, in dem (fiktiven) tristen kleinen Kaff Sedwitz. Hier passiert nicht viel, außer dass gutmenschelnde Westlehrerinnen mit ihrer Schülerschar nervige Briefchen in den Osten segeln lassen - vom Aussichtsturm, von dem aus man in die DDR wie in einen Zoo blicken kann. Dass dieses Ländchen damals, 1988, in schrecklicher Agonie erstarrt war, ist nicht Thema dieses Komödienversuchs.

Fachdienst medienLeben gegen Leben

So einen schicken Saal dürfte es in keinem deutschen Gericht geben: Glatte Sichtbetonwände, edle schwarze Eames-Stühle, durch die raumhohen Fenster ist nicht weit entfernt der Reichstag zu sehen: Schon das überhöhende Setting des ARD-Films "Terror" macht klar, dass es hier ums Ganze geht. Um die Werte der Republik, um das Grundgesetz. Es geht, wie die Staatsanwältin (gespielt von Martina Gedeck) erläutert, um die Menschenwürde.

Fachdienst medienLeidlich amüsant

Was für eine blödsinnige Ergänzung des schlichten Romantitels "Chuzpe", der zwar auch schon eine Notlösung des Wortspiels im amerikanischen Original, "You Gotta Have Balls", gewesen ist. Aber fürs deutsche Fernsehpublikum reicht das anscheinend nicht, das muss mit hemdsärmeliger Albernheit geködert werden. Und was nun als angeblich jüdische Vater-Tochter-Tragikomödie "nach Motiven” des Romans von Lily Brett ins deutsche Fernsehen kommt, wurde auch noch von New York nach Berlin verpflanzt.

Fachdienst medienLuther und die Folgen

Wie also geht der Mensch jetzt und in Zukunft mit dem "Sündenfall der Reflexion" (Hegel) um? Mit jenem Danaergeschenk des freien autonomen Ichs, das nicht zuletzt durch Luther und die Reformationsbewegung vor 500 Jahren als dauernde Aufgabenstellung unter uns gekommen ist?

Fachdienst medienMännerbünde mit Basta und Bier

Wie schnell die Zeit vergeht, wie schnell aus Gegenwart Geschichte wird. Die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff liegt bereits gefühlt in einer anderen Epoche, und die Erinnerung an den wochenlangen Wirbel und das Jagdfieber der Medien berührt angesichts der gegenwärtig relevanten Themen etwas unangenehm. Pünktlich zur Ausstrahlung von Lutz Hachmeisters Dokumentarfilm "Der Hannover-Komplex" ist nun auch noch Hannover 96 aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen.

Fachdienst medienMedienaufsicht duldet Übertragung der Handball-WM im Internet

Die Deutsche Kreditbank (DKB) darf die anstehenden WM-Spiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft trotz fehlender Sendelizenz im Internet übertragen. Die Ausstrahlung werde wegen der "besonderen und außergewöhnlichen Einzelfallsituation" geduldet, teilte die Geschäftsstelle der Landesmedienanstalten am 10. Januar in Berlin mit. Allerdings sei die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Meinung, dass das Angebot voraussichtlich als zulassungspflichtiger Rundfunk einzustufen sei. Die DKB hatte für ihre Livestream-Plattform keine Lizenz beantragt.

Fachdienst medienMeisterwerk des Unbehagens

Verteufeln will er es nicht, das Internet. Aber Aufklärung muss sein. Bewusst machen sollen sich die Jugendlichen, was mit den Informationen und Bildern passieren kann, die sie im Netz preisgeben. "Für Kriminelle seid ihr eine Ware", sagt der medienpädagogisch engagierte Lehrer Simon Keller (Devid Striesow) den Schülern, die vor ihm sitzen. Ihm hören sie zu, denn er predigt nicht, er verbietet nicht, er nimmt sie ernst. Er arbeitet mit praktischen Beispielen.

Fachdienst medienModernes Weihnachtsmärchen

Es war einmal ein kalter, winterlicher Wald. Die Kamera zeigt ihn von hoch oben. Drunten sammeln zwei arme junge Frauen - Halbwaisen, wie sich zeigen wird - Reisig. Weihnachten steht vor der Tür, und mit ein paar grünen Tannenzweigen möchte eine der Schwestern dem einsamen Vater daheim noch eine Freude machen. Doch als sie nach Hause kommen, ist der Vater und Ernährer tot.

Fachdienst medienMoralisches Anliegen

Viel zu lang, um sie aufzuzählen, ist die Liste der Fernsehfilme, die nach Drehbüchern von Beate Langmaack und unter Kai Wessels Regie - mehrfach auch in Zusammenarbeit - entstanden sind. Preisgekrönte Filme der beiden sind darunter, auch das hinreißende Experiment des SWR, die Echtzeit-Serie "Zeit der Helden". Und wenn nun im neuen Film des Duos Wessel/Langmaack die Titelrolle auch noch von Hannelore Hoger übernommen wurde, könnte das zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Leider wird aber die Hoffnung schnell enttäuscht.

Fachdienst medienMut zum Unfertigen. Zum Abschied von "Zimmer frei"

Wer jetzt ruft, man müsste diese Sendung erfinden, wenn es sie nicht schon gäbe, hat nichts verstanden. Der Gründungsmythos von "Zimmer frei - Prominente suchen ein Zuhause" mag geschönt sein: Wie gerne berichtet wird, war die Sendung eigentlich als Lückenfüller im Sommerloch gedacht und dann zu gut, um wieder zu verschwinden - aber diese Redakteursschnurre bestärkt die Volksweisheit, dass es weit besser ist, als Bettvorleger zu starten und als Tiger zu landen als umgekehrt.

Fachdienst medienMutter allein zu Haus

Die Kinder der Babyboomer gehen aus dem Haus. Und irgendwie sind die Mütter der "geburtenstarken Jahrgänge" - der stärkste war 1964 - ziemlich komisch (die Väter auch). Sie kleben an ihren Kindern wie wohl keine Generation zuvor. Und wenn das Kind noch so deutliche Zeichen setzt und für "Work and Travel" bis ans andere Ende der Welt flieht - im Zeitalter der günstigen Flugtickets stalkt Mutti den Nachwuchs auch noch dort.

Fachdienst medienNaive Polit-Klamotte

Wen wird man wohl als Nächste in der Rolle der Bundeskanzlerin sehen? Nach Katharina Thalbach ("Der Minister") und Veronica Ferres ("Die Staatsaffäre") ist erst mal Iris Berben dran: unter dem fiktiven Bundeskanzlerinnen-Namen Katharina Wendt ist ihr das Schild einer Provinzbahnhofs-Station auf den Kopf gefallen, weshalb "die mächtigste Frau des Erdballs" nun an "retrograder dissoziativer Amnesie" leidet und glaubt, sie befinde sich im Jahr 1989.

Fachdienst medienNarr im Fernseh-Hofstaat. Pierre M. Krause und seine Show

Als Alice Schwarzer im Oktober 2013 bei Ina Müller zu Gast war und Pierre M. Krause als Dritter am Tresen dazustieß, erkannte die "Emma"-Verlegerin schnell ihren Wettbewerbsnachteil. Der habe seine Pointen ja vorbereitet, lautete ihr lachend vorgetragener, vermutlich haltloser Vorwurf. Gerade hatte die NDR-Moderatorin Müller dem SWR-Moderator Krause ein metrosexuelles Aussehen attestiert - was dieser auf seine eigene Art quittiert hatte: "Ich bin ein Actionheld, gefangen im Körper einer Ballerina!"

Fachdienst medienNeun Zehntel der Deutschen empfangen Fernsehen digital

Die Digitalisierung des Fernsehens in Deutschland schreitet weiter voran. Nur knapp drei Millionen Haushalte nutzen heute noch ausschließlich analoges Fernsehen. Das seien 7,7 Prozent der Haushalte mit einem Fernsehgerät, sagte Regina Deck, Director Media Research bei TNS Infratest, am 6. September in Berlin. Laut dem aktuellen Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten empfangen fast neun Zehntel der TV-Haushalte ausschließlich digitales Fernsehen. Weitere 2,5 Prozent nutzen analoge und digitale Empfangsmöglichkeiten.

Fachdienst medienOdyssee im Datenweltraum

Selbst nach gut 45 Jahren ist die Reihe "Tatort" immer noch für Überraschungen gut, die weit über das übliche Krimimuster hinausgehen. Es gab auch früher schon Beiträge mit Science-Fiction-Elementen ("Tod im All" von Thomas Bohn, 1997), und wie man einen fesselnden Film als anspielungsreichen Zitatenschatz inszeniert, haben Florian Schwarz und Michael Proehl 2014 mit ihrem Shakespeare-Western "Im Schmerz geboren" gezeigt (Kritik in epd 41/14). Niki Stein geht mit seinem "Tatort" aus Stuttgart aber noch weiter.

Fachdienst medienOlympische Spiele ab 2018 nicht mehr bei ARD und ZDF

ARD und ZDF müssen sich für lange Zeit von ihren traditionellen Olympia-Übertragungen verabschieden. Die Olympischen Spiele werden von 2018 bis 2024 in Deutschland nur im Privatsender Eurosport zu sehen sein. Im Free-TV laufen die Spiele auf Eurosport 1, ergänzt durch zusätzliche Berichterstattung auf DMAX, wie der Fernsehkonzern Discovery am 28. November in München mitteilte. Im Bezahlsender Eurosport 2 sollen exklusive Inhalte zu sehen sein. Verhandlungen von ARD und ZDF über eine Sublizenz blieben damit ohne Erfolg.

Fachdienst medienOlympische Spiele laufen ab 2018 auf Eurosport

Der Mutterkonzern des TV-Senders Eurosport, Discovery Communications, hat die europäischen Fernsehrechte an den vier Olympischen Spielen von 2018 bis 2024 erworben. Der Kaufpreis liegt bei 1,3 Milliarden Euro, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 29. Juni in Lausanne mitteilte. Die Rechte gelten in 50 Ländern des europäischen Kontinents exklusiv und können von Discovery auf allen Verbreitungsplattformen genutzt werden. Die bisherigen Inhaber der TV-Rechte in Deutschland, ARD und ZDF, teilten mit, sie nähmen die Entscheidung zur Kenntnis.

Fachdienst medienPapier ist ein Kuriosum. Markus Stromiedels Dystopie "Zone 5"

"Das frühere Messegebäude, einst Sitz eines Trash-TV-Senders" - der gegenwärtig unter dem Namen RTL erfolgreich ist - ist im Jahre 2060 zum Wohngebäude für Manager eines multinationalen Medizintechnik-Konzerns geworden. Und das Vierscheibenhaus in der Kölner Innenstadt, das derzeit zum gewaltigen Immobilienbestand des WDR gehört, ist ebenfalls zum Wohngebäude umgewandelt worden: Im Roman "Zone 5" von Markus Stromiedel kommt dieser Bau sogar öfter vor.

Fachdienst medienPositiver Kulturschock. Der MDR zeigt Fernsehen von gestern

"Die letzten Tage in der DDR", am vergangenen Sonntags um 23.30 Uhr im MDR-Fernsehen: Erzählen Katharina Witt, Achim Mentzel und vielleicht noch ein "Polizeiruf"-Veteran vor Bluescreens, wie es damals so war? Oder bürgt der späte Sendeplatz für eine gute Dokumentation, wie sie an den Rändern der sogenannten Primetimes gerne gesendet werden? Für eine Kritik in epd medien kann man sich das ja mal anschauen. 

Fachdienst medienPragmatikerin mit Prinzipien

Der erste Auftritt des Reformators in diesem Film kommt nicht nur spät, sondern wirkt auch etwas, nun, improvisiert. Keine Kanzel, keine große Rede, kein theologischer Exkurs. Die Nonnen um Katharina von Bora sind gerade aus dem Kloster Nimbsch geflohen, mit einem Wagen, den ihnen Martin Luther geschickt hat. In der Stadt Wittenberg erwartet die Frauen, die ihr Gelübde gebrochen haben, eine aufgebrachte Volksmenge, die sie als Huren beschimpft. Als Luther am Schauplatz erscheint, schlichtet er das Tohuwabohu durch seine Autorität und hilft den Nonnen vom Wagen.

Fachdienst medienProduktive Zumutung

Fast auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, dass Halit Yozgat in seinem Internet-Café in Kassel ermordet wurde. In einer Blutlache lag er hinter dem Tresen, auf dem sich Blutstropfen befanden, als der V-Mann Andreas Temme, wie später mit ihm selbst nachgestellt wurde, aus dem Nebenraum mit den Computern ging. Sich umschaute, niemanden sah, Geld auf den Tresen legte und seelenruhig seiner Wege ging. Angeblich.

Fachdienst medienQuälende Erinnerungen

"Die Heimkehr", Jo Baiers Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von Hermann Hesse, liegt vier Jahre zurück. Es ist der bisher längste Zeitabstand zwischen zwei Filmen dieses produktiven Autors und Regisseurs.

Fachdienst medienQuarksoufflé

Zum Thema Quark hatte mein Sächsisch-Lausitzer Großvater zwei wesentliche Weisheiten. Die erste lautete "Quark macht stark. Quark alleene macht krumme Beene" und betraf eher ernährungstechnische Angelegenheiten. Die zweite hieß: "Getretener Quark wird breit, nicht stark", das war eher inhaltlich gemeint. Das war sehr lebensklug und auch in Bezug aufs Fernsehen ziemlich weitsichtig - dafür, dass mein Großvater im Dresdner "Tal der Ahnungslosen", lebte, ohne Westsender, Privatsender, nur mit DDR-Fernsehen Eins und Zwo.

Fachdienst medienRegierungsvertreter sollen nicht mehr in ZDF-Gremien sitzen

In den Aufsichtsgremien des ZDF sollen künftig keine Vertreter der Exekutive mehr sitzen. Mitglieder der EU-Kommission, der Bundesregierung oder einer Landesregierung dürften dem Fernsehrat und dem Verwaltungsrat des Senders nicht angehören, heißt es im Entwurf der Novelle des ZDF-Staatsvertrags, der am 30. Januar veröffentlicht wurde. Die Länder haben dazu eine Anhörung gestartet, an der sich alle Interessierten bis zum 28. Februar mit Stellungnahmen beteiligen können.

Fachdienst medienReine Nervensache

Kaum freut sich die Konkurrenz, dass "Wer wird Millionär?" in die Sommerpause geht, zieht RTL das nächste Quiz aus dem Hut: Fünf Wochen lang lädt Günther Jauch auf dem Sendeplatz des Dauerbrenners zum "vielleicht härtesten Quiz aller Zeiten", wie der Sender die Show anpreist. Das klingt etwas verwegen, aber tatsächlich wirkt "Wer wird Millionär?" im Vergleich zu dem US-Import ("500 Questions", ABC) wie eine gemütliche Fragerunde: Der Kandidat hat nur fünf Sekunden Zeit für die jeweilige Antwort.

Fachdienst medienRevier-Sushi

Wie erzählt man vom Wandel des Ruhrgebiets? Zum Beispiel so: In der Serie "Phoenixsee" tritt kein einziger Taubenzüchter in Erscheinung, dafür wird geangelt, logisch. Rentner Jupp (Heinrich Giskes), der nie etwas fängt und zu Beginn jeder Folge erbetene und ungebetene Ratschläge erteilt, ist in dem Sechsteiler eine der sympathischen Nebenfiguren. Seine Freunde bezeichnen ihn liebevoll als "altes Grubenpony", und als es in der letzten Folge gilt, Abschied zu nehmen, schüttet Gastwirt Willi Schimanski (Johannes Rotter) ihm zu Ehren eine Flasche Bier in den See.

Fachdienst medienRotzfrech und eigensinnig

Im Jahr 2013 verstarb der Schauspieler Dieter Pfaff, unter anderem bekannt als ARD-Fernsehreihen-Psychotherapeut Dr. Maximilian Bloch. Der SWR begab sich auf die Suche nach einer Nachfolge im Psychoressort. SWR-Redakteur Ulrich Hermann hatte eine Idee, die der Sender von Wolfgang Strauch als Drehbuchautor und Torsten C. Fischer umsetzen ließ. 

Fachdienst medienRumänisches Fernsehen TVR vom ESC ausgeschlossen

Rumänien nimmt in diesem Jahr nicht am Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm teil.

Das teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am 22. April in Genf mit und begründete den Ausschluss vom Gesangswettbewerb mit nichtbezahlten Schulden des öffentlich-rechtlichen rumänischen Fernsehens (TVR). Unterdessen wählte das rumänische Parlament die Interims-Intendantin des Senders dauerhaft ins Amt.

Fachdienst medienSchlachtfest

Immer wieder schwer zu glauben, was heutzutage um 20.15 Uhr alles so im Fernsehen kommt. Jedenfalls für Leute, die nicht oft fernsehen. "Wann läuft denn so was im TV?", will der Mitbewohner wissen, der zwischendurch ins Zimmer kommt. Am Schluss von "Dengler" werden große Fleischbrocken in Plastikwannen aus einem privaten Schlachthaus getragen, die höchstwahrscheinlich von einem frisch zerteilten Rumänen stammen. "Um 20.15 Uhr." - "Gibt's ja wohl nicht."

Fachdienst medienSchockstarre. Trumps Wahlsieg im deutschen Fernsehen

Um kurz vor 2 Uhr nachts gab es beim ZDF ein Mainzelmännchen zu gewinnen, man spielte das Quiz "Wer hat's gesagt?". Bei der ARD hatte Korrespondent Stefan Niemann gerade aus New York gemeldet, dass bei der Wahl-Party der Demokraten doch kein Feuerwerk geplant sei. Aber er habe Konfetti-Kanonen entdeckt. Es herrschte zu diesem Zeitpunkt eine gelöste, siegessichere Stimmung in der langen Fernsehnacht zur US-Wahl.

Fachdienst medienSchön boshaft. Die ORF-Serie "Vorstadtweiber" im Ersten

Als die amerikanische Serie "Desperate Housewives" 2005 über ProSieben ins deutsche Fernsehen kam, meldete sich allen Ernstes schon nach der Ausstrahlung der ersten Folge die Vorsitzende des Deutschen Hausfrauenbundes in der "Welt" zu Wort: diese Frauen seien "sehr untypisch für die deutsche Hausfrau". Bei der Serie handele es sich "wohl um Frauen von reichen Männern.

Fachdienst medienSinnlos pathetisch

Was für ein ästhetisch durchgestyltes Bild: Mit eingefrorener Mimik, die großen Augen unter der wächsern ausgeleuchteten hohen Stirn weit aufgerissen, sitzt eine junge schöne Frau im schulterfreien schwarzen Kleid an einem Tisch und blickt regungslos in die Kamera. Zwei Männerhände legen sich von hinten auf ihre nackten Schultern, eine Männerstimme raunt drohend etwas über das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein: "Aber in Wahrheit bleibt der Wolf immer ein Wolf. Und die Frage lautet: was sind Sie?"

Fachdienst medienSolides Solo

Immer mehr Menschen werden obdachlos oder sind von Obdachlosigkeit bedroht. Das sagen alle seriösen Schätzungen und Statistiken. Der Film "Auf der Straße" erzählt also eine aktuelle und zugleich gesellschaftlich relevante Geschichte. Hanna Berger (Christiane Hörbiger) ist 75, als ihr Mann plötzlich stirbt. Er hinterlässt ihr Schulden, die Eigentumswohnung in einem gutbürgerlichen Viertel ist noch lange nicht abgezahlt.

Fachdienst medienSpanien: Mediaset überträgt Fußball-Europameisterschaft

Das Unternehmen Mediaset Espana hat nach Informationen spanischer Medien den Zuschlag des Europäischen Fußballverbandes (UEFA) für die Übertragung der Europameisterschaft erhalten. Das berichtete die spanische Online-Website "lainformacion.com" am 12. Mai ohne Nennung von Quellen. Mediaset Espana gehört zum italienischen Mediaset-Konzern, der von der Familie des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrolliert wird, und ist TV-Marktführer in Spanien.

Fachdienst medienSpaß am Desaster

Aus verschiedenen Gegenden reisen sie an, die "wichtigsten Menschen" im Leben des Mannes, der alle in sein prachtvolles Haus am Chiemsee eingeladen hat, um ihnen zu eröffnen, er habe nicht mehr lang zu leben und werde Sterbehilfe in Anspruch nehmen. Denn er wolle in Würde sterben und nun mit einem grandiosen Abschiedsessen "mein wundervolles, großartiges Leben mit euch feiern".

Fachdienst medienStadelmaier als staatsfernes Mitglied im ZDF-Verwaltungsrat

Der ZDF-Fernsehrat hat acht Mitglieder für den neuen ZDF-Verwaltungsrat bestimmt, der sich im Sommer neu konstituiert. Gewählt wurden neben dem ehemaligen Mainzer Staatskanzleichef Martin Stadelmaier (SPD) auch der Ex-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Reinhard Göhner (CDU) und die frühere Kultusministerin von Sachsen-Anhalt, Birgitta Wolff (CDU), wie das Gremium am 3. März mitteilte. Der Fernsehrat ist für die Wahl der sogenannten staatsfernen Mitglieder des Verwaltungsrats zuständig.

Fachdienst medienStarke Darstellerinnen

Im Redaktionsflur des "Puls" hängt ein großes Nixon-Plakat. Achtlos geht Anke Engelke als Chefredakteurin Karin Berger daran vorbei, bleibt einmal davor stehen, den Rücken der präsidialen Reizfigur zugewandt. Zu viel ist zu diesem Zeitpunkt schon passiert, als dass sich die journalistische Leuchtturmfigur Berger, als die wir sie kennengelernt haben, noch selbstzufrieden an die Brust klopfen könnte. Es hat vermutlich Tote gegeben und verschiedene Kasualitäten. Zum Beispiel Bergers Unbestechlichkeit.

Fachdienst medienStarke Nachfrage nach aufwendigen TV-Serien

Internationale TV-Serien haben einen Schwerpunkt der diesjährigen Fernsehprogramm-Messe MIPTV gebildet. "Keine nationalen oder kulturellen Grenzen mehr bei der Schaffung von Inhalten aller Genres und besonders bei fiktionalen Inhalten", lautete das Fazit des Messeveranstalters Reed Midem. Das hätten die Geschäfte und Konferenzen der Messe bestätigt. Wie im Vorjahr kamen rund 11.000 Besucher, darunter 4.000 Einkäufer, aus mehr als 100 Ländern zur 52. MIPTV an die Cote d’Azur.

Fachdienst medienStechen in der Brust

Draußen am Schaufenster steht breit das Wort "Jude", bald wird das Geschäft des Juweliers Roth zerstört und ausgeraubt sein. Nazi-Deutschland drangsaliert seine jüdische Minderheit. Wir lernen einen Juden im "Dritten Reich" kennen, der noch Glück hat, weil er rechtzeitig legal ausreisen kann: nach Kuba, über die Botschaft in Berlin erhält er ein Visum. Vorher haben Dr. Richard Kornitzer, Richter von Beruf, und seine Frau Claire ihre beiden Kinder auf einen Rettungstransport nach England geschickt.

Fachdienst medienStrukturoptimierung: ARD will noch arbeitsteiliger werden

Die ARD erarbeitet derzeit ein Grundsatzpapier zu ihrem Auftrag und zur Strukturoptimierung des Senderverbunds. "Wir wollen noch arbeitsteiliger werden und Synergien heben", sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille am 23. November nach der Sitzung der ARD-Intendanten in München. Die ARD-Sender könnten allerdings nur enger zusammenarbeiten, wenn "der kartellrechtliche Rahmen das vorgibt", sagte Wille.

Fachdienst medienTod, Sex und Party

"Wenn wir intelligente Zivilisationen auf anderen Planeten entdecken, würde ich annehmen, dass sie auch Religionen haben", sagt Perry Schmidt-Leukel. Der renommierte Münsteraner Religionswissenschaftler ist der Experte in der dreiteiligen SWR-Dokumentationsreihe "Was glaubt Deutschland? Religionen auf dem Prüfstand". SWR-Reporter Steffen König klopft in der Wissens-Doku die unterschiedlichsten - und zum Teil skurrilsten - religiösen Angebote auf erfrischende Weise ab.

Fachdienst medienTolle Typen

Nein, es ist nicht die Wall Street in New York, wie vor vier Wochen im ZDF-Film "Der Bankraub". Es ist nur die Frankfurter Skyline, über deren gläserne Hochhausfassaden und tiefe Schluchten die Kamera so weltläufig dahinschwebt. Aber um Betrug und Millionenbeträge im Bankenmilieu geht es auch hier schon wieder. Es wird sogar nach derselben dramaturgischen Regel wie im "Bankraub" verfahren, die da lautet: Beginne mit einem Knalleffekt, und erzähle erst dann, wie es dazu gekommen ist.

Fachdienst medienTörichtes Geplänkel

Wenn die Regisseurin von "Traumschiff"-, "Inga Lindström"- und "Rosamunde Pilcher"-Folgen mit der Drehbuchautorin von "Utta Danella"-, "Sturm der Liebe"- und "Lilly Schönauer"-Folgen kollidiert, kann nichts anderes herauskommen als so ein Freitagsfilm uralter Degeto-Schule, der sich als dramaturgische Havarie erweist. Die Schiffbrüchigen: renommierte Schauspielerinnen und Schauspieler, die sich mühsam an die Planken der Handlung klammern.

Fachdienst medienTotal coole Aktion

Wir wissen es nicht, aber wahrscheinlich gab es zu diesem ZDF-Fernsehfilm irgendwann auch mal ein Exposé nebst Begleitschreiben. Da stand vermutlich drin, was zuvor ein Praktikant bei Ziegler Film zweifellos sorgfältig recherchiert hatte: "X Prozent der Deutschen haben schon mal ein Haus gekauft oder gebaut. X weitere Prozent träumen von Wohneigentum - und wer sich das nicht leisten kann oder sich anders entschieden hat, guckt sicher gerne hämisch dabei zu, was dabei alles schiefgehen kann.

Fachdienst medienTragischer Held

Mit dem Zug des Fernsehens zu zeitgeschichtlichen Stoffen kommen diese uns gelegentlich doppelt. So auch im Fall Fritz Bauer. Erst war Lars Kraumes Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" im Kino, jetzt Stephan Wagner mit "Die Akte General" im Fernsehen. Beide Filme sind von Regisseuren der ersten Garde, der Protagonist ist beide Male prominent besetzt.

Fachdienst medienTraktat über das Gewissen

Ein Unfall, ein Unglück. Das Auto überschlägt sich mehrfach und stürzt von der Brücke, wir sehen das in Zeitlupe. So viel Zerstörung, so viel Schrecken. Danach das bekannte beruhigende Tableau mit der Polizei und den Krankenwagen und den vielen Leuten, die herumlaufen und helfen, ermitteln und in ihre Smartphones sprechen. Man weiß als Zuschauer: Was geschehen ist, wird hier vor Ort dokumentiert, und wer hier verletzt worden ist, dem wird beigestanden. Auch eine Notfallseelsorgerin ist eingetroffen.

Fachdienst medienTrash mit Unterrock. Der SWR holt einen "Tatort" aus dem Giftschrank

Wenn "Tatort"-Folgen nach der Erstausstrahlung im Giftschrank landen, kann das unterschiedliche Gründe haben. Oft sind es ungeklärte Urheberrechtsfragen oder brutale Szenen, die zu einem Sperrvermerk führen. Bei der Südwestfunk-Produktion "Der gelbe Unterrock", die am 10. Februar 1980 im Ersten ausgestrahlt wurde, gab es einen anderen Grund: Karnevalsanhänger bombardierten den Sender mit Briefen und Anrufen, weil sie sich darüber empörten, dass in dem Krimi ein Triebtäter in der Mainzer Fastnacht unterwegs war.

Fachdienst medienUnter der Gürtellinie

Zwei Tage danach war das vernichtende Urteil gefällt: "Die ARD-Nachrichtenredaktion weiß nicht mehr, was relevant ist und was nicht", konstatierte Michael Hanfeld in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe vom 6. Dezember). Von einer "krassen journalistischen Fehlentscheidung", schrieb Dagmar Rosenfeld in der "Welt".

Fachdienst medienUrkomische Dialoge

Von wegen "Nesthocker" und "Hotel Mama": In dieser als Komödie angelegten Trilogie ist die Welt, zumindest im Milieu der gut verdienenden Mittelschicht, noch in Ordnung: Die Kinder gehen aufs Gymnasium und gleich nach dem Abitur zum Studium oder einer anderen Ausbildung in die Welt hinaus. Zurück bleiben die Eltern, die ihr Leben neu organisieren müssen und plötzlich vor Problemen stehen: Was fangen wir jetzt an mit uns? Wie füllen wir die Zeit, die bleibt? Gibt es ohne Kinder für uns beide überhaupt noch ein Wir?

Fachdienst medienVerfahrene Lage

Reportagen über die Deutsche Bahn verlaufen meist erwartbar: Es beginnt verbraucherfreundlich und mit leicht drohend intonierten Fragen wie: "Geht Profit vor Kundennähe?" Wann immer die Sprecherin oder der Sprecher des Off-Kommentars die Stimme leicht anhebt, folgt bestätigend eine Voxpop, also ein Satz oder Halbsatz, den ein Reisender in eine Kamera gesagt hat. Auf Bahnhöfen sind schließlich immer viele Menschen unterwegs, von denen viele auch gerne auf semisuggestive Fragen wie: "Stört Sie die Informationspolitik der Bahn?" antworten.

Fachdienst medienVerschämtes Wegducken

Sie sind abhandengekommen. Sie fehlen. Sie sind Geschichte, großes Gestern. Teilen der Deutsche Fernsehpreis, der in der vergangenen Woche beerdigt wurde, und die "Mainzer Tage der Fernsehkritik", die 2011 ein letztes Mal stattfanden, mehr als nur die Geschichte ihres Verschwindens? Hatten beide Veranstaltungen etwas miteinander zu tun? Beide Institutionen waren letztlich Instrumente der Selbstvergewisserung und konstruktiven Selbsterschütterung.

Fachdienst medienVorbild Netflix?

"Game of Thrones", "The Walking Dead", "Empire" - Serien kommen auch im deutschen Fernsehen seltener im wöchentlichen Turnus daher. Die Sender setzen auf die Eventprogrammierung, die viele Zuschauer aus dem Internet kennen. Dort bieten Streamingdienste und Mediatheken ganze Staffeln im Paket an und bieten dem Nutzer die Möglichkeit, selbst über die Dosierung zu entscheiden: eine Folge, zwei, drei oder gleich die ganze Nacht.

Fachdienst medienWahre Gratwanderung

"Haben Sie die Haare anders?" Da ist sie endlich, die Frage, die Beate Zschäpe zum Reden bringt. Es sprudelt geradezu aus ihr heraus. Frisch getönt sind sie, ja, das lässt sie aber nur von der Friseurmeisterin machen, das kostet bloß zehn Euro und bringt unheimlich viel. Sieht toll aus, oder? Ihr Gegenüber staunt: "Das ist ja günstig." Und beide lächeln verschwörerisch. Frau Zschäpe ist unheimlich stolz auf ihr schönes Haar. So viel ist klar.

Fachdienst medienWas passiert sein wird

Im 17. Jahrhundert wurden im fränkischen Bamberg ungefähr 1.000 Menschen ermordet - rund zehn Prozent der Bevölkerung. Es ging auf Hexenjagd! Obwohl die Neuzeit doch längst angebrochen war. Sabine Weigand hat unter dem Titel "Die Seelen im Feuer" ein Buch über eine Apothekerstochter geschrieben, das vor diesem Hintergrund spielt. Und das ZDF hat es - mit bekannten Fernsehfilmnamen sowohl vor als auch hinter der Kamera - auf den Bildschirm gebracht.

Fachdienst medienWDR plant umfangreiche Programmreform im Fernsehen

Der WDR plant die umfassendste Fernseh-Programmreform seit 1996. Wie aus einem internen Papier hervorgeht, das dem epd vorliegt, will WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn die Inhalte und Formate stärker auf ein jüngeres Publikum ausrichten. Dabei sollen nicht nur die jungen Erwachsenen in den Blick genommen werden, die "zentrale Eroberungsgruppe" sei vielmehr die "nachrückende Generation der 35- bis 55-Jährigen". Sie seien als "bevölkerungsstarke Jahrgänge für die Zukunft des WDR von entscheidender Bedeutung".

Fachdienst medienWenn alles stimmt

Gedächtnisverlust ist ein beliebtes Sujet für Spielfilme. Verständlich, kann sich doch keiner vorstellen, wie das ist, für kurze oder sehr lange Zeit seine Vergangenheit und damit sich selbst zu verlieren. Für die meisten dieser Filme ist der Verlust das einzige Thema, manche muten gar an wie brav illustrierte Fallstudien und lassen einen irgendwie unzufrieden zurück. Nicht aber dieser Film!

Fachdienst medienWenn Zuschauer mitreden. Wie das Feedback ins Fernsehen kam

Am Anfang war eine Fernsehdokumentation. Als der WDR am 5. und 6. Oktober 1966 den Zweiteiler "Heia Safari - die Legende von der deutschen Kolonialidylle" sendete, war die rund 30 Jahre währende deutsche Kolonialzeit in Afrika weitgehend vergessen. Historiker hatten die Episode noch nicht für sich entdeckt, Filmaufnahmen aus der Zeit gab es kaum - und so ermöglichte der WDR dem Autor Ralph Giordano zweieinhalb Monate Spurensuche in Afrika. Man hatte noch reichlich Geld in Köln.

Fachdienst medienWider die Norm

Das Kino entdeckt gerade den behinderten, den eingeschränkten, den endlichen Menschenkörper. Der Körper, so scheint es, ist eine große, vielleicht eine vernachlässigte Geschichte, hier liegen offenbar große dramatische Potenziale.

Fachdienst medienWir im Westen

Am 23. August 1946 löste die britische Militärregierung mit der Verordnung Nummer 46 mehrere preußische Provinzen auf und bildete drei "selbständige Länder" neu: Schleswig-Holstein, Hannover (das am 1. November 1946 zu Niedersachsen wurde) und Nordrhein-Westfalen. Ein 70.

Fachdienst medienZAK beanstandet Handball-Übertragung im Internet

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat die Übertragung der Handball-WM im Internet beanstandet. Die Livestream-Übertragung unter anderem der Spiele der deutschen Mannschaft auf einem Portal der Deutschen Kreditbank (DKB) hätte einer rundfunkrechtlichen Zulassung bedurft, teilte die Kommission am 31. Januar in Berlin mit. Damit widerspricht die ZAK der Auffassung der DKB, die ihr Projekt als Telemedium dargestellt hatte, das keiner Zulassung bedarf. Weitergehende Sanktionen gegen die Bank wurden nicht verhängt.

Fachdienst medienZehn Millionen Euro Schaden durch Betrugsfälle beim KiKA

Die Aufarbeitung der Betrugsfälle beim Kinderkanal von ARD und ZDF ist nach Angaben des federführenden Mitteldeutschen Rundfunks abgeschlossen. MDR-Intendantin Karola Wille legte dem Rundfunkrat dazu am 4. Mai nach mehr als vier Jahren Aufklärungsarbeit einen Abschlussbericht vor. Insgesamt sei gegen 20 Personen innerhalb und außerhalb des Senders ermittelt worden.

 

Fachdienst medienZum Lachen und zum Heulen

Weil die Patienten kommen und gehen, spielen in Krankenhausserien normalerweise Ärzte die Hauptrolle, allenfalls noch Schwestern und Pfleger.