Artikel zum Thema: Fernsehen
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Fachdienst medien"Das Publikum schaut, was serviert wird"

Nach Kinofilmen wie "Der Untergang" und "Elser - Er hätte die Welt verändert" kehrt Regisseur Oliver Hirschbiegel zum Fernsehen zurück. Sein Dreiteiler "Der gleiche Himmel" wird am 28., 29. und 30. März im ZDF gezeigt. Die Koproduktion von ZDF, Ufa Fiction und Beta spielt im geteilten Berlin der 70er Jahre. Tom Schilling spielt darin einen jungen Stasi-Agenten, der als Romeo auf eine Mitarbeiterin des britischen Geheimdiensts in Westberlin angesetzt wird. "Same Sky" ist als Serie für den internationalen Markt konzipiert, eine Fortsetzung ist geplant.

Fachdienst medien"Der ,Tatort' macht das mit"

Der "Tatort" am Sonntagabend im Ersten ist eines der wenigen Rituale, das deutsche Fernsehzuschauer noch pflegen. Eine "Tatort"-Folge erreichte im Jahr 2015 im Schnitt 9,53 Millionen Zuschauer, das entsprach einem durchschnittlichen Marktanteil von 26,7 Prozent. Der Literaturwissenschaftler Jochen Vogt hat die Reihe als den "wahren deutschen Gesellschaftsroman" bezeichnet. Gunther Witte (81), der als WDR-Redakteur den "Tatort" vor 46 Jahren erfand, hätte damals nicht zu träumen gewagt, dass die Reihe zu solch einem Dauerbrenner werden würde.

Fachdienst medien"Ich bin kein Abenteurer"

Der Dokumentarfilmer Ashwin Raman (70) berichtet seit mehr als 45 Jahren aus den Krisenregionen dieser Welt. Der Reporter indischer Herkunft ist ein Einzelkämpfer, der sich mit einer Videokamera zwischen den Fronten bewegt. Dem mehrfach preisgekrönten Journalisten geht es nicht um spektakuläre Bilder, sondern um die Schicksale von Menschen im Krieg. Am 12. Oktober läuft Ramans neuer Film "An vorderster Front - Der Krieg gegen den IS" um 0.45 Uhr im ZDF.

Fachdienst medienAbsehbare Überraschungen

Alle Wetter. Ist dieser Film vorhersehbar. Doch schauen Sie selbst, zumal der letzte Film von Götz George für seine Fans ohnehin ein Pflichttermin sein dürfte. Sollten Sie am Tag der Deutschen Einheit allerdings lieber mal etwas sehen und erleben wollen, das sie so oder so ähnlich nicht schon hundert Mal gesehen haben, besuchen Sie lieber die nächstgelegene Hinterhof-Moschee zum Tag der offenen Tür (ebenfalls am 3. Oktober) - oder lesen Sie mal wieder ein Buch.

Fachdienst medienAffekthascherei. Die ARD lässt abstimmen. Worüber eigentlich?

Zu diesem Erfolg kann man die ARD nur beglückwünschen: Den Fernsehfilm "Terror" - gewissermaßen eine juristische Vorlesung über unveräußerliche Grundrechte wie die Menschenwürde - sahen fast sieben Millionen Menschen. Manche der rechtlichen Ausführungen waren so komplex, dass man die Schauspieler - allen voran Martina Gedeck - nur bewundern konnte dafür, mit welcher Souveränität sie diese vortrugen. Doch das Abstimmungsergebnis nach der Sendung - 86,9 Prozent der Zuschauer stimmten für den Freispruch des Piloten - weckte Zweifel, ob sie verstanden wurden.

Fachdienst medienBlut, Staub und Tränen

Der westlich geprägte Fortschrittsglaube ist ein Kind der europäischen Aufklärung. Schon nach 1775 allerdings ist es eins, das gepäppelt werden muss, damit es gedeiht. Das in jenem Jahr stattfindende verheerende Erdbeben von Lissabon wird von den Intellektuellen der Zeit als Fingerzeig der Natur gedeutet. Ein einzelnes Ereignis - doch ein fundamentaler Einschnitt im Selbstverständnis selbst der Fortschrittsoptimisten. Die Erde, so heißt es, wehrt sich gegen den Menschen mit Katastrophen. Wohl dem, der die Naturgesetze gründlich studiert und mit ihnen arbeitet.

Fachdienst medienBuddeln im Familiengrab

Es wirkt schon ein wenig putzig, wenn Familie Berben einen Zweiteiler an den Start bringt, der "Familie!" heißt. Ausgerechnet die Familie also, die die Fernsehfilm-Wertschöpfungskette innerfamiliär ordentlich verlängert hat, indem Sohn Oliver Filme mit seiner Mutter Iris produziert.

Fachdienst medienCharme des Amateurhaften

Jetzt hat das Stilmittel Improvisation auch den "Tatort" erreicht. Und wenn einer mit improvisierten Filmen langjährige Erfahrung hat, dann ist es Axel Ranisch. Er hat es bewiesen mit seinen von Kritikern gefeierten Filmen wie "Ich fühl mich Disco" und "Alki Alki".

Fachdienst medienDarauf einen Dujardin. 60 Jahre Werbung im Fernsehen

Als das Deutsche Fernsehen 1954 seinen regulären Betrieb aufnahm, befand sich das Land im Aufschwung des Wirtschaftswunders. Kein Wunder, dass die Unternehmen das junge Medium als Werbeplattform nutzen wollten: Am 3. November 1956 zeigte der Bayerische Rundfunk in seinem regionalen ARD-Fenster zum ersten Mal Reklame: Liesl Karlstadt und Beppo Brehm warben für ein Waschmittel: "Der gebildete Mensch sagt nur Persil."

Fachdienst medienDer Mann von gestern. Mit Trump zieht der Stammtisch ins Weiße Haus

Das Entsetzen unter uns Medienmenschen über den Ausgang der Wahl in den USA ist groß: Da hat jemand gewonnen, der aus einer Reality Show kommt, ein Typ wie hier in Deutschland Dieter Bohlen: ein Rüpel, den viele Leute mögen, weil er sagt, was er denkt, der sagt, was ihm durch die Rübe rauscht, und dabei munter gegen alle Spielregeln der political correctness verstößt. Wissend, dass solche die Sprache betreffenden Spielregeln und die dahinter stehenden Überzeugungen vielen Menschen auf die Nerven gehen.

Fachdienst medienDer Welterklärer. Die Karten des Jean-Christophe Victor

"Hic sunt leones." - "Hier sind Löwen", mit diesen Worten kennzeichneten Kartographen im späten Mittelalter und in der Renaissance unerforschte Gebiete. Um ihre Aussage zu illustrieren, zeichneten sie dort Drachen und Seeungeheuer ein. Heute, im Zeitalter von Satelliten, Global Positioning Systems und Google Maps, gibt es keine unerforschten Gebiete mehr - sollte man meinen. Doch Karten als Abbildungen der Welt üben auf viele nach wie vor eine große Faszination aus.

Fachdienst medienDie Höhle der Löwinnen

Der Titel dieses Bodensee-Tatorts hört sich so an, als habe da jemand was verwechselt, denn er müsste heißen: "Wofür es sich zu töten lohnt." Es ist ein Fall von Selbstjustiz, bei dem Klara Blum (Eva Mattes) ein letztes Mal ermittelt. Die Ärmste hat's am Herzen, der Arzt rät zum Kürzertreten, und Klara macht es so, wie es die abgeklärten Cops, ob Männer oder Frauen, immer machen: Sie schert sich nicht drum. Gegenüber ihrem langjährigen Kollegen, Hauptkommissar Perlmann (Sebastian Bezzel), tut sie so, als wäre nichts.

Fachdienst medienDie Unruhe der Elfen

Franka Potente gilt zumindest in Deutschland als Hollywoodstar. Die Degeto setzt auf die Popularität der 42-Jährigen, um die neuen "Island-Krimis" der ARD zu bewerben. Anders als bei den Zürich-Krimis und viel stärker als in den Filmen aus Kroatien ist der Schauplatz hier aber mindestens ebenso wichtig wie die Hauptdarstellerin. Regisseur Till Endemann und sein bevorzugter Kameramann Lars R.

Fachdienst medienEin Alptraum

"Kinder können einem das ganze Leben versauen." Dieser bittere Satz stammt zwar aus einem anderen Film, wäre hier aber auch nicht ganz falsch, wenn man denn etwas präzisierte: Kinder und Eltern können sich das Leben sehr gründlich versauen.

Fachdienst medienEs geht sich aus

Auch wenn sie keineswegs so gut war, die alte Zeit, wie sie in nostalgischer Erinnerung gern beschworen wird: als schwelgerisch ausstaffierte Rückschau ist sie nicht totzukriegen. Mit prächtigen Kostümen, komplizierten Frisuren, historischen Requisiten, feinen Manieren, melodramatischen Romanzen und außerehelich gezeugten Kindern wird die "gute alte Zeit", speziell beim ZDF, mit Hingabe als "Event" vermarktet.

Fachdienst medienEs werde Funk. Das neue Jugendangebot macht Lust auf mehr

Als die Vorbereitungen begannen, war Facebook gerade erst im Kommen. Webvideo und Fernsehen trennten noch Welten. Nach sechs Jahren voller medienpolitischer Verrenkungen ist das öffentlich-rechtliche Jugendangebot nun gestartet. Endlich. "Funk" - ein Name, der schön retro und selbstironisch klingt und damit das Lebensgefühl der Zielgruppe trifft. Aber gleichzeitig die Kuriosität vor Augen führt, dass wir im digitalen Zeitalter immer noch vom "Rundfunk" sprechen.

Fachdienst medienFakten und Fiktionen. Geschichte in Film und Fernsehen

Schüsse hallen durch den Raum, das Poltern von Soldatenstiefeln ist zu hören: Über eine Leinwand flackern Ausschnitte aus dem US-Mehrteiler "Holocaust". 1979 lief er im westdeutschen Fernsehen, als einer der ersten Filme zum Thema überhaupt in Nachkriegsdeutschland. In der ersten Woche nach der Ausstrahlung bekam der Sender 20.000 Zuschauerzuschriften, protokolliert auf gelben und grünen Karteikarten. "Unser Junge hat sehr geweint. Seine Frage: Warum hat keiner etwas getan?", ist dort zu lesen, oder: "Wir haben nicht gewußt, was damals passiert ist."

Fachdienst medienFieberhafte Suche

Zielfahnder, die Grenzen überschreiten, um einen in Deutschland aus dem Gefängnis ausgebrochenen rumänischen Gewaltverbrecher zu verhaften, in einem Thriller, der in seiner dynamischen Wucht und dramaturgischen Vielgestaltigkeit die Grenzen der meisten deutschen Fernsehkrimis überschreitet: Sechs Jahre nach ihrer Zusammenarbeit in der überragenden Miniserie "Im Angesicht des Verbrechens" zeigen Dominik Graf und sein Drehbuchautor Rolf Basedow, dass es in der globalisierten Welt der Verbrechensbekämpfung ganz anders zugeht als in der von Deutschen bevölkerten, übersichtlichen Postkarte

Fachdienst medienFrau über Bord

So ein großes Segelschulschiff ist ein schöner Anblick - sieht irgendwie nach der "guten alten Zeit" aus, nach Romantik und nach dem leichten Lebensgefühl der Becks-Bierwerbung. Entsprechend schockiert war die Nation, als im September 2008 auf der "Gorch Fock" eine junge Frau unter ungeklärten Umständen über Bord ging und zu Tode kam. Von wegen "sail away, you can fly"! Illusionen waren geplatzt - und wo starke Emotionen sind, ist die Idee, "da müsste man doch einen Fernsehfilm draus machen", nie weit.

Fachdienst medienGlänzende Komödie

Verblichen ist nicht nur der Divenglanz, der einst Anneliese Behrens' (Hannelore Elsner) Aura ausmachte, aus der Mode gekommen wirkt auch der opulente Pelz, den der einstige Opernstar nie ablegt. Für ihr hohes C in der "Zauberflöte" einst bewundert, war sie immer mehr "Königin der Nacht" für ihr Publikum als der mütterliche Typ, der Einschlaflieder für die einzige Tochter sang. Die häusliche Bühne war ihr immer zu klein. Dass es mit der Grandezza nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung aus ist, passt nicht in ihr Weltbild.

Fachdienst medienGriechenland: Nationale Fernsehlizenz neu vergeben

In Griechenland wurde die Vergabe der vier Lizenzen für die nationale Verbreitung von Privatfernsehen zum Teil revidiert. Zum neuen Gewinner der vierten Lizenz erklärte die griechische Regierung am 30. September den griechisch-russischen Geschäftsmann Ivan Savvidis. Zuvor hatte der Bauunternehmer Ioannis Kalogritsas seine Lizenz zurückgegeben, weil er die erforderliche erste Rate in Höhe von 17,5 Millionen Euro nicht pünktlich zahlen konnte.

Fachdienst medienHilfreiche Nervensäge

Von Pressetexten und Interviews mit den Beteiligten an einer Produktion ist bekanntlich nichts anderes zu erwarten als hymnisches Eigenlob und enthusiastische Bekundungen über die beglückende Erfahrung der Zusammenarbeit.

Fachdienst medienHorror-Trip

Das Rezept klingt simpel: Man nehme den Titel der ersten Folge, nenne die 1000. Folge ebenso und nehme sie einfach wörtlich. Der Jubiläums-"Tatort: Taxi nach Leipzig" erzählt von einer - unfreiwilligen - Taxifahrt nach Leipzig. Verglichen mit dem Ballyhoo, das die ARD im Vorfeld auf allen Kanälen betrieb, erscheint dieser Ansatz allerdings geradezu sympathisch, denn das Bestehen der 46 Jahre alten ARD-Krimireihe wird hier in kleinem Rahmen gefeiert: Als nächtliches Roadmovie und Kammerspiel mit drei Protagonisten auf engstem Raum.

Fachdienst medienIndianer weinen doch

Es ist bemerkenswert, mit welcher Verve der Privatsender RTL zurzeit olle Kamellen ausgräbt. Unter dem neu belebten Sendernamen RTLplus werden verstaubte Formate wiederbelebt, vom "Glücksrad" bis zum "Großen TV Roman". Im Hauptprogramm wird "Der heiße Stuhl" aus dem Fundus geholt, und bei RTL Nitro erlaubt man sich den Spaß, die Show "Tutti Frutti" erneut aufzulegen. Zurück in die eigene Vergangenheit der 1980er und 90er Jahre. Fernsehen auf Wiedervorlage.

Fachdienst medienJurist: Kurzberichterstattungsrecht bei Olympia kaum durchsetzbar

ARD und ZDF müssen bei den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 auch um die Rechte für die Kurzberichterstattung etwa in Nachrichtensendungen bangen. Nach Einschätzung des Frankfurter Sportrechtsexperten Stephan Dittl könnte es sein, dass die Öffentlich-Rechtlichen von den Olympischen Spielen trotz des gesetzlichen Kurzberichterstattungsrechts keine einzige Sekunde Bewegtbild senden dürfen. "Das liegt vor allem daran, dass die Olympischen Spiele eben nicht in Deutschland stattfinden", sagte Dittl am 22. Dezember dem epd.

Fachdienst medienKein Kinderwunsch

Die Sache mit dem punktierten Kondom ist für Anna (Franziska Weisz) dann doch zu viel. Ein Betrugskondom in Philipps Tasche zum Zweck, sie heimlich und gegen ihren Wunsch zu schwängern. Der ultimative Vertrauensbruch. Ihm (Felix Klare) war schon unwohl dabei, sie zu hintergehen, also wollte er mit schlechtem Gewissen, aber neuerdings kaum zu stoppendem Fortpflanzungsbegehr das Schicksal die Entscheidung treffen lassen. Zwei Kondome zur Auswahl, eins in goldener Verpackung, intakt.

Fachdienst medienKiffen beim Kakao

Hat dieser Mann ein Pech! Der Wiener Kriminalpsychologe Richard Brock (Heino Ferch) auf den "Spuren des Bösen" hat die ZDF/ORF-Dauerkarte fürs ganz große Unglück gezogen. Erst bringt sich seine Frau um. Einmal erstickt er fast bei einem Wohnungsbrand. Er wird von einem Irren gestalkt. Und jetzt ersticht er, als er Nothilfe für ein bedrohtes Callgirl (Marvie Hörbiger) leistet, einen ihm anvertrauten Schizophrenen. Wegen des Verdachts der "Notwehrüberschreitung" kommt er in den Knast.

Fachdienst medienKnochentrockene Komik

Nein! Nicht schon wieder dieser brachiale Humor, diese abschreckend lachhaften Figuren. Da kommt doch tatsächlich ein Mann mit Sturzhelm in die "Rheinische Versicherung" und will sich, für 30 Millionen Schadenssumme, versichern lassen gegen den Tod durch gefrorene Hähnchen, die ihm auf den Kopf fallen könnten. Währenddessen setzt sich einer der Kollegen mit heruntergelassener Hose auf den Kopierer, um sein nacktes Hinterteil abzulichten.

Fachdienst medienLeben gegen Leben

So einen schicken Saal dürfte es in keinem deutschen Gericht geben: Glatte Sichtbetonwände, edle schwarze Eames-Stühle, durch die raumhohen Fenster ist nicht weit entfernt der Reichstag zu sehen: Schon das überhöhende Setting des ARD-Films "Terror" macht klar, dass es hier ums Ganze geht. Um die Werte der Republik, um das Grundgesetz. Es geht, wie die Staatsanwältin (gespielt von Martina Gedeck) erläutert, um die Menschenwürde.

Fachdienst medienLuther und die Folgen

Wie also geht der Mensch jetzt und in Zukunft mit dem "Sündenfall der Reflexion" (Hegel) um? Mit jenem Danaergeschenk des freien autonomen Ichs, das nicht zuletzt durch Luther und die Reformationsbewegung vor 500 Jahren als dauernde Aufgabenstellung unter uns gekommen ist?

Fachdienst medienMedienaufsicht duldet Übertragung der Handball-WM im Internet

Die Deutsche Kreditbank (DKB) darf die anstehenden WM-Spiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft trotz fehlender Sendelizenz im Internet übertragen. Die Ausstrahlung werde wegen der "besonderen und außergewöhnlichen Einzelfallsituation" geduldet, teilte die Geschäftsstelle der Landesmedienanstalten am 10. Januar in Berlin mit. Allerdings sei die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Meinung, dass das Angebot voraussichtlich als zulassungspflichtiger Rundfunk einzustufen sei. Die DKB hatte für ihre Livestream-Plattform keine Lizenz beantragt.

Fachdienst medienModernes Weihnachtsmärchen

Es war einmal ein kalter, winterlicher Wald. Die Kamera zeigt ihn von hoch oben. Drunten sammeln zwei arme junge Frauen - Halbwaisen, wie sich zeigen wird - Reisig. Weihnachten steht vor der Tür, und mit ein paar grünen Tannenzweigen möchte eine der Schwestern dem einsamen Vater daheim noch eine Freude machen. Doch als sie nach Hause kommen, ist der Vater und Ernährer tot.

Fachdienst medienMutter allein zu Haus

Die Kinder der Babyboomer gehen aus dem Haus. Und irgendwie sind die Mütter der "geburtenstarken Jahrgänge" - der stärkste war 1964 - ziemlich komisch (die Väter auch). Sie kleben an ihren Kindern wie wohl keine Generation zuvor. Und wenn das Kind noch so deutliche Zeichen setzt und für "Work and Travel" bis ans andere Ende der Welt flieht - im Zeitalter der günstigen Flugtickets stalkt Mutti den Nachwuchs auch noch dort.

Fachdienst medienNarr im Fernseh-Hofstaat. Pierre M. Krause und seine Show

Als Alice Schwarzer im Oktober 2013 bei Ina Müller zu Gast war und Pierre M. Krause als Dritter am Tresen dazustieß, erkannte die "Emma"-Verlegerin schnell ihren Wettbewerbsnachteil. Der habe seine Pointen ja vorbereitet, lautete ihr lachend vorgetragener, vermutlich haltloser Vorwurf. Gerade hatte die NDR-Moderatorin Müller dem SWR-Moderator Krause ein metrosexuelles Aussehen attestiert - was dieser auf seine eigene Art quittiert hatte: "Ich bin ein Actionheld, gefangen im Körper einer Ballerina!"

Fachdienst medienOlympische Spiele ab 2018 nicht mehr bei ARD und ZDF

ARD und ZDF müssen sich für lange Zeit von ihren traditionellen Olympia-Übertragungen verabschieden. Die Olympischen Spiele werden von 2018 bis 2024 in Deutschland nur im Privatsender Eurosport zu sehen sein. Im Free-TV laufen die Spiele auf Eurosport 1, ergänzt durch zusätzliche Berichterstattung auf DMAX, wie der Fernsehkonzern Discovery am 28. November in München mitteilte. Im Bezahlsender Eurosport 2 sollen exklusive Inhalte zu sehen sein. Verhandlungen von ARD und ZDF über eine Sublizenz blieben damit ohne Erfolg.

Fachdienst medienÖsterreichische Privatsender gegen Youtube-Kanal des ORF

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) protestiert gegen Pläne des ORF, einen Youtube-Kanal einzurichten. Das geplante Angebot sei gesetzeswidrig, marktverzerrend und werde dem ORF selbst schaden, teilte der Verband am 31. März in Wien mit. Der öffentlich-rechtliche Sender hat bislang keinen eigenen Kanal auf der Plattform.

Fachdienst medienPragmatikerin mit Prinzipien

Der erste Auftritt des Reformators in diesem Film kommt nicht nur spät, sondern wirkt auch etwas, nun, improvisiert. Keine Kanzel, keine große Rede, kein theologischer Exkurs. Die Nonnen um Katharina von Bora sind gerade aus dem Kloster Nimbsch geflohen, mit einem Wagen, den ihnen Martin Luther geschickt hat. In der Stadt Wittenberg erwartet die Frauen, die ihr Gelübde gebrochen haben, eine aufgebrachte Volksmenge, die sie als Huren beschimpft. Als Luther am Schauplatz erscheint, schlichtet er das Tohuwabohu durch seine Autorität und hilft den Nonnen vom Wagen.

Fachdienst medienRevier-Sushi

Wie erzählt man vom Wandel des Ruhrgebiets? Zum Beispiel so: In der Serie "Phoenixsee" tritt kein einziger Taubenzüchter in Erscheinung, dafür wird geangelt, logisch. Rentner Jupp (Heinrich Giskes), der nie etwas fängt und zu Beginn jeder Folge erbetene und ungebetene Ratschläge erteilt, ist in dem Sechsteiler eine der sympathischen Nebenfiguren. Seine Freunde bezeichnen ihn liebevoll als "altes Grubenpony", und als es in der letzten Folge gilt, Abschied zu nehmen, schüttet Gastwirt Willi Schimanski (Johannes Rotter) ihm zu Ehren eine Flasche Bier in den See.

Fachdienst medienSchockstarre. Trumps Wahlsieg im deutschen Fernsehen

Um kurz vor 2 Uhr nachts gab es beim ZDF ein Mainzelmännchen zu gewinnen, man spielte das Quiz "Wer hat's gesagt?". Bei der ARD hatte Korrespondent Stefan Niemann gerade aus New York gemeldet, dass bei der Wahl-Party der Demokraten doch kein Feuerwerk geplant sei. Aber er habe Konfetti-Kanonen entdeckt. Es herrschte zu diesem Zeitpunkt eine gelöste, siegessichere Stimmung in der langen Fernsehnacht zur US-Wahl.

Fachdienst medienSie haben sich bemüht

Goethes "Faust" ist eine Fundgrube für Interpretationsanstrengungen aller Couleur. Nicht jede ist hermeneutisch, liest also aus dem Drama etwas heraus anstatt hinein, aber das muss auch nicht sein. Auch in der Kunst der Interpretation gibt es so etwas wie ein produktiv taugliches Missverständnis. Thomas von Aquin hat Aristoteles missverstanden, Goethe hat sich in Kant geirrt, beide haben daraus Eigenes und Wirkmächtiges gemacht.

Fachdienst medienStadelmaier als staatsfernes Mitglied im ZDF-Verwaltungsrat

Der ZDF-Fernsehrat hat acht Mitglieder für den neuen ZDF-Verwaltungsrat bestimmt, der sich im Sommer neu konstituiert. Gewählt wurden neben dem ehemaligen Mainzer Staatskanzleichef Martin Stadelmaier (SPD) auch der Ex-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Reinhard Göhner (CDU) und die frühere Kultusministerin von Sachsen-Anhalt, Birgitta Wolff (CDU), wie das Gremium am 3. März mitteilte. Der Fernsehrat ist für die Wahl der sogenannten staatsfernen Mitglieder des Verwaltungsrats zuständig.

Fachdienst medienStarke Darstellerinnen

Im Redaktionsflur des "Puls" hängt ein großes Nixon-Plakat. Achtlos geht Anke Engelke als Chefredakteurin Karin Berger daran vorbei, bleibt einmal davor stehen, den Rücken der präsidialen Reizfigur zugewandt. Zu viel ist zu diesem Zeitpunkt schon passiert, als dass sich die journalistische Leuchtturmfigur Berger, als die wir sie kennengelernt haben, noch selbstzufrieden an die Brust klopfen könnte. Es hat vermutlich Tote gegeben und verschiedene Kasualitäten. Zum Beispiel Bergers Unbestechlichkeit.

Fachdienst medienStechen in der Brust

Draußen am Schaufenster steht breit das Wort "Jude", bald wird das Geschäft des Juweliers Roth zerstört und ausgeraubt sein. Nazi-Deutschland drangsaliert seine jüdische Minderheit. Wir lernen einen Juden im "Dritten Reich" kennen, der noch Glück hat, weil er rechtzeitig legal ausreisen kann: nach Kuba, über die Botschaft in Berlin erhält er ein Visum. Vorher haben Dr. Richard Kornitzer, Richter von Beruf, und seine Frau Claire ihre beiden Kinder auf einen Rettungstransport nach England geschickt.

Fachdienst medienStrukturoptimierung: ARD will noch arbeitsteiliger werden

Die ARD erarbeitet derzeit ein Grundsatzpapier zu ihrem Auftrag und zur Strukturoptimierung des Senderverbunds. "Wir wollen noch arbeitsteiliger werden und Synergien heben", sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille am 23. November nach der Sitzung der ARD-Intendanten in München. Die ARD-Sender könnten allerdings nur enger zusammenarbeiten, wenn "der kartellrechtliche Rahmen das vorgibt", sagte Wille.

Fachdienst medienUnter der Gürtellinie

Zwei Tage danach war das vernichtende Urteil gefällt: "Die ARD-Nachrichtenredaktion weiß nicht mehr, was relevant ist und was nicht", konstatierte Michael Hanfeld in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe vom 6. Dezember). Von einer "krassen journalistischen Fehlentscheidung", schrieb Dagmar Rosenfeld in der "Welt".

Fachdienst medienUrkomische Dialoge

Von wegen "Nesthocker" und "Hotel Mama": In dieser als Komödie angelegten Trilogie ist die Welt, zumindest im Milieu der gut verdienenden Mittelschicht, noch in Ordnung: Die Kinder gehen aufs Gymnasium und gleich nach dem Abitur zum Studium oder einer anderen Ausbildung in die Welt hinaus. Zurück bleiben die Eltern, die ihr Leben neu organisieren müssen und plötzlich vor Problemen stehen: Was fangen wir jetzt an mit uns? Wie füllen wir die Zeit, die bleibt? Gibt es ohne Kinder für uns beide überhaupt noch ein Wir?

Fachdienst medienWenn Zuschauer mitreden. Wie das Feedback ins Fernsehen kam

Am Anfang war eine Fernsehdokumentation. Als der WDR am 5. und 6. Oktober 1966 den Zweiteiler "Heia Safari - die Legende von der deutschen Kolonialidylle" sendete, war die rund 30 Jahre währende deutsche Kolonialzeit in Afrika weitgehend vergessen. Historiker hatten die Episode noch nicht für sich entdeckt, Filmaufnahmen aus der Zeit gab es kaum - und so ermöglichte der WDR dem Autor Ralph Giordano zweieinhalb Monate Spurensuche in Afrika. Man hatte noch reichlich Geld in Köln.

Fachdienst medienZAK beanstandet Handball-Übertragung im Internet

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat die Übertragung der Handball-WM im Internet beanstandet. Die Livestream-Übertragung unter anderem der Spiele der deutschen Mannschaft auf einem Portal der Deutschen Kreditbank (DKB) hätte einer rundfunkrechtlichen Zulassung bedurft, teilte die Kommission am 31. Januar in Berlin mit. Damit widerspricht die ZAK der Auffassung der DKB, die ihr Projekt als Telemedium dargestellt hatte, das keiner Zulassung bedarf. Weitergehende Sanktionen gegen die Bank wurden nicht verhängt.