Artikel zum Thema: Medien
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Fachdienst medien"Charlie Hebdo" kommt am 25. Februar wieder heraus

Nach einer sechswöchigen Pause soll die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" am 25. Februar wieder erscheinen. "Endlich! Noch ein bisschen Geduld, aber 'Charlie Hebdo' kommt am 25. Februar wieder heraus", schrieb der Journalist Laurent Léger, der den Anschlag überlebt hat, am 3. Februar im Kurznachrichtendienst Twitter. Das Blatt, das am 7. Januar von islamistischen Attentätern angegriffen worden war, hatte eine Woche nach dem Anschlag eine "Ausgabe der Überlebenden" herausgebracht (epd 1-2, 3/15).

Fachdienst medien"Charlie Hebdo" startet Ausgabe in Deutschland

Die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" erscheint seit dem 1. Dezember auch auf Deutsch. Zum Start beträgt die Auflage laut französischen Medienberichten 200.000 Exemplare. Das Werbeplakat zur Markteinführung zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Toilette, eine Satirezeitung lesend. Der Titel lautet: "Charlie Hebdo wirkt befreiend." Die deutsche Ausgabe soll jeden Donnerstag erscheinen und vier Euro kosten.

Fachdienst medien"Der ,Tatort' macht das mit"

Der "Tatort" am Sonntagabend im Ersten ist eines der wenigen Rituale, das deutsche Fernsehzuschauer noch pflegen. Eine "Tatort"-Folge erreichte im Jahr 2015 im Schnitt 9,53 Millionen Zuschauer, das entsprach einem durchschnittlichen Marktanteil von 26,7 Prozent. Der Literaturwissenschaftler Jochen Vogt hat die Reihe als den "wahren deutschen Gesellschaftsroman" bezeichnet. Gunther Witte (81), der als WDR-Redakteur den "Tatort" vor 46 Jahren erfand, hätte damals nicht zu träumen gewagt, dass die Reihe zu solch einem Dauerbrenner werden würde.

Fachdienst medien"Der einzige Originalfilm ist im Kopf"

Der Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt (50) hat in den vergangenen 20 Jahren die Drehbücher zu rund 70 Fernsehfilmen geschrieben, darunter "Mord in Eberswalde", "In Sachen Kaminski" und mehrere "Tatorte". An der Filmakademie Baden-Württemberg lehrt er Drehbuchschreiben. Für "Mörder auf Amrum" erhielt er zusammen mit dem Regisseur Markus Imboden und dem Schauspieler Hinnerk Schönemann den Grimme-Preis. Am 4. Januar zeigt das Erste den Thriller "Das Programm" mit Benjamin Sadler und Nina Kunzendorf.

Fachdienst medien"Die Kommunikation ist das Format"

Lange hat es gedauert, bis das sogenannte Junge Angebot von ARD und ZDF Wirklichkeit werden konnte. Immer wieder hatten Medienpolitiker einen öffentlich-rechtlichen Jugendkanal gefordert, doch erst 2014 beschlossen die Ministerpräsidenten, ein junges Angebot als Netzangebot zu beauftragen - und nicht wie ursprünglich geplant ein trimediales Angebot. Der entsprechende Rundfunkänderungsstaatsvertrag wurde im Dezember 2015 unterzeichnet. Am 15.

Fachdienst medien"Die Welt" trennt sich von Redakteur Lachmann

Die Tageszeitung "Die Welt" hat sich von ihrem Politikredakteur Günther Lachmann getrennt. Lachmann habe sich "auf eine sehr zweifelhafte Weise mit Politikern der AfD eingelassen", erklärte Chefredakteur Stefan Aust am 15. Februar auf der Internetseite der "Welt". Der Journalist habe eingeräumt, der AfD-Führung Vorschläge für eine politische Strategie der Partei gemacht zu haben. Dies sei ein grober Verstoß gegen fundamentale journalistische Grundsätze.

Fachdienst medien"Geschlossenes Universum"

"Rettet Silicon Valley den Journalismus?" - und wenn vielleicht, wie könnte eine faire transnationale Kommunikation zwischen den kalifornischen Hightechs und den europäischen Traditionsmedien aussehen? Das Timing für dieses LPR-Forum Medienzukunft passt perfekt.

Fachdienst medien"Ich bin kein Abenteurer"

Der Dokumentarfilmer Ashwin Raman (70) berichtet seit mehr als 45 Jahren aus den Krisenregionen dieser Welt. Der Reporter indischer Herkunft ist ein Einzelkämpfer, der sich mit einer Videokamera zwischen den Fronten bewegt. Dem mehrfach preisgekrönten Journalisten geht es nicht um spektakuläre Bilder, sondern um die Schicksale von Menschen im Krieg. Am 12. Oktober läuft Ramans neuer Film "An vorderster Front - Der Krieg gegen den IS" um 0.45 Uhr im ZDF.

Fachdienst medien"Ich halte das für einen Skandal"

In Deutschland hören 57,6 Millionen Menschen täglich Radio, die durchschnittliche Hördauer liegt bei 190 Minuten am Tag. Trotzdem droht das Medium Radio aus dem Blickfeld der medienpolitischen Debatte zu verschwinden. Klaus Schunk, stellvertretender Vorsitzender des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien, fordert schon seit längerem eine eigene Agenda für das Radio. Schunk (61) ist Vorsitzender der Geschäftsführung und Programmdirektor von Radio Regenbogen in Baden-Württemberg.

Fachdienst medien"Man muss neue Lösungen suchen"

In Berlin haben im Mai die Dreharbeiten zu der Serie "Babylon Berlin" begonnen. Das Serienprojekt sorgt nicht nur wegen des Budgets von knapp 40 Millionen Euro für Aufsehen: Erstmals arbeitet die ARD bei einem so großen programmprägenden Projekt mit dem Bezahlsender Sky zusammen. Die Federführung für "Babylon Berlin" liegt bei der ARD-Tochter Degeto, deren Geschäftsführerin ist seit 2012 Christine Strobl (44). Zuvor war Strobl Leiterin der Hautpabteilung Film und Familienprogramm des SWR.

Fachdienst medien"Man muss Spielräume einbauen"

Die Medienpolitik in Deutschland wird derzeit von Fragen der Medienregulierung, der Organisation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Technologiepolitik geprägt. Während die Europäische Union eine Reform der Medienaufsicht in Europa plant, debattieren die Ministerpräsidenten in Deutschland über die Frage, wie der Rundfunkkbeitrag möglichst langfristig stabil gehalten werden kann.

Fachdienst medien"Nach Marktanteilen niemals zu bemessen"

Der Rechtswissenschaftler Helge Rossen-Stadtfeld hat am 24. Juni in Köln einen Impulsvortrag zu der Frage gehalten, welchen Spielraum der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Internet haben darf und muss. Der Professor für öffentliches Recht an der Universität der Bundeswehr in München fordert darin erhebliche Änderungen am Rundfunkstaatsvertrag, die er aus einer verfassungsrechtlichen Perspektive herleitet. Nach seiner Ansicht müssen die Beschränkungen, die derzeit noch für ARD und ZDF im Internet gelten, weitestgehend fallen.

Fachdienst medien"Spiegel"-Titel zu Trump beschäftigt Deutschen Presserat

Die Trump-Zeichnung auf dem Titel der "Spiegel"-Ausgabe vom 4. Februar beschäftigt auch den Presserat. Bislang seien 16 Beschwerden zu dem Cover eingegangen, sagte eine Sprecherin des Selbstkontrollorgans der deutschen Presse am 8. Februar dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Die Zeichnung aus der Feder des aus Kuba stammenden Künstlers Edel Rodriguez, der als politischer Flüchtling in den USA lebt, zeigt US-Präsident Donald Trump mit dem blutig abgetrennten Kopf der Freiheitsstatue in der Hand.

Fachdienst medien"Tagesschau"-App: NDR droht Niederlage im Streit mit Verlagen

Das Oberlandesgericht Köln neigt der Auffassung zu, dass die "Tagesschau"-App presseähnlich und damit rechtswidrig ist. Nach einer ersten Einschätzung des Gerichts stünden bei der Gestaltung der "Tagesschau"-App vom 15. Juni 2011 die Texte im Vordergrund, sagte der Vorsitzende Richter Hubertus Nolte am 5. August bei der Verhandlung.

Fachdienst medien"Trimedialität ist Pflicht"

Seit einigen Jahren organisieren sich die die ARD-Sender als trimediale Häuser, in denen die Produktion für Fernsehen, Hörfunk und Online besser vernetzt werden soll. Eines der größten Projekte dieser Art hat im Oktober 2012 der Bayerische Rundfunk angekündigt: In Freimann soll ein neues Aktualitätenzentrum entstehen, in dem mehrere Fachredaktionen zusammenarbeiten sollen. Nach einem Wettbewerb wurde im vergangenen Jahr der Auftrag für den Neubau an das Münchner Architketenbüro Fritsch & Tschaidse vergeben.

Fachdienst medien"Vois" ist Geschichte. Über Medienvielfalt in der Provinz

Im Oberzentrum Münster mit seinen gut 300.000 Einwohnern gibt es mindestens sechs oder sieben lokale Blogs, die um die Gunst der Online-Leserschaft buhlen. Sie arbeiten, soweit bekannt, alle weitgehend ehrenamtlich, ihre Informationen gibt es kostenlos - ohne Paywall, ohne Werbung. Untereinander konkurrieren sie allenfalls publizistisch und in der Reichweite, um Abonnenten oder Anzeigenkunden findet kein Wettbewerb statt.

Fachdienst medien"Washington Post" fordert Strafverfahren gegen Snowden

Die "Washington Post" hat sich am 17. September in einem Editorial gegen Straffreiheit für den Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ausgesprochen. Der Text "No pardon for Edward Snowden" stieß auf Kritik und Verwunderung: Die Zeitung hatte 2014 zusammen mit dem britischen "Guardian" den Pulitzer-Preis für Artikel über Massenausspähung erhalten, die sich auf geheime Daten und Dokumente des früheren NSA-Experten Snowden stützten (epd 17/14).

Fachdienst medien"Wir erforschen die Wirklichkeit"

Die Saarbrücker Künstler Katharina Bihler und Stefan Scheib, die als Liquid Penguin Ensemble firmieren, gehören seit Jahren zu den kreativsten Hörspielmachern in Deutschland. Ihr Stück "Gras wachsen hören" über ein fiktives Forschungsinstitut, das die "pflanzlich-menschlichen Beziehungsgeflechte" erforscht, erhielt 2008 den Hörspielpreis der ARD.

Fachdienst medien"Wir haben viel zu erzählen"

Während die Berlinale in diesem Jahr auf das Kinojahr 1966 zurückblickt, beschäftigt sich auch das Deutsche Fernsehmuseum in Berlin, das zur Deutschen Kinemathek gehört, mit dem Fernsehen jener Zeit. Das damals noch recht junge Medium zeigte zwar schon massentaugliches Pantoffelkino, war aber zugleich auch immer wieder radikale Experimentierbühne. Die Ausstellung, die noch bis zum 1. Mai in Berlin zu sehen ist, zeigt das Fernsehen der 60er Jahre unter anderem als Fenster zur Welt und als Fenster zum Nachbarn.

Fachdienst medien"Wir sind Agendasetter"

Während Fernsehen in Deutschland ab 2019 nur noch digital zu empfangen sein wird, wird die Digitalradiotechnologie DABplus in Deutschland noch sehr wenig genutzt. Gerade einmal zehn Prozent der Haushalte in Deutschland verfügen über ein Gerät, mit dem sie Radio über DABplus empfangen können. Dennoch ist Deutschlandradio-Intendant Willi Steul überzeugt, das sich DABplus durchsetzen wird und dass das Radio nur damit auch eine Zukunft als eigenständiges Medium haben wird.

Fachdienst medien"Zeit" will Inhalte enger verzahnen und Leser mehr einbinden

"Die Zeit" will mit einer engeren Verzahnung ihrer Print- und Onlineangebote und einem intensiveren Dialog mit den Lesern der Zeitungskrise trotzen. Die Pläne gehen auf einen Innovationsreport zurück, den die Wochenzeitung nach dem Vorbild der "New York Times" erarbeitete, sagte Chefredakteur Giovanni di Lorenzo dem epd. Demnach sollten die Leser künftig stärker als bisher in die Gestaltung von "Zeit" und "Zeit Online" einbezogen werden, sowohl durch mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung als auch durch Marketingmaßnahmen.

Fachdienst medien#Neuland für LeFloid. Merkel macht Wahlkampf bei YouTube

Er musste sich nicht vor Angst "heulend in Fötusstellung auf den Boden" legen, wie der YouTuber LeFloid vor seinem Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel scherzhaft befürchtet hatte. Die traditionell von einer schwarzen Kappe halb verdeckte Stirn konnte der Berliner Psychologie-Student dem Medienprofi Merkel allerdings auch nicht bieten.

Fachdienst medienAbrüsten!

Nicht wirklich erstaunlich, aber doch überraschend, das unglaubliche Mediengetöse zum Thema Journalismus, mit vielen steilen Thesen und geilen Begriffen. Die treffen gern die öffentlich-rechtlichen Sender, an denen das Mütchen zu kühlen inzwischen zum journalistischen Volkssport geworden ist. Von "Arbeitsverweigerung der öffentlich-rechtlichen Medien" und von "Bankrotterklärung der Presse" schreibt der PR-Mann Hasso Mansfeld bei meedia.de.

Fachdienst medienAffekthascherei. Die ARD lässt abstimmen. Worüber eigentlich?

Zu diesem Erfolg kann man die ARD nur beglückwünschen: Den Fernsehfilm "Terror" - gewissermaßen eine juristische Vorlesung über unveräußerliche Grundrechte wie die Menschenwürde - sahen fast sieben Millionen Menschen. Manche der rechtlichen Ausführungen waren so komplex, dass man die Schauspieler - allen voran Martina Gedeck - nur bewundern konnte dafür, mit welcher Souveränität sie diese vortrugen. Doch das Abstimmungsergebnis nach der Sendung - 86,9 Prozent der Zuschauer stimmten für den Freispruch des Piloten - weckte Zweifel, ob sie verstanden wurden.

Fachdienst medienAleviten erhalten erstmals einen Platz im Rundfunkrat

In Bremen wird die muslimische Religionsgemeinschaft der Aleviten erstmals in einen öffentlich-rechtlichen Rundfunkrat einziehen. Das sieht die Novelle des Radio-Bremen-Gesetzes vor, die am 16. März in zweiter Lesung in der Bremischen Bürgerschaft diskutiert und beschlossen wurde. Weitere Rundfunkratssitze sollen an die Humanistische Union, Vertreter von Schwulen und Lesben sowie an eine Organisation von Menschen mit Behinderungen gehen. Das Mindestalter für Mitglieder des Rundfunkrats wurde auf 16 Jahre gesenkt.

Fachdienst medienAnalyse: Umweltjournalismus oft ohne Einordnung

Das Projekt "Medien-Doktor Umwelt" der Technischen Universität Dortmund hat den Umweltjournalismus auf seine Stärken und Schwächen geprüft. Nach der Analyse von 50 journalistischen Beiträgen zeigten sich die Mitarbeiter des Projekts mit der reinen Vermittlung der Fakten zufrieden: Ein geringer Teil der zufällig ausgewählten Beiträge (neun von 50) neige dazu, Umweltprobleme aufzubauschen oder zu verharmlosen. Nur in sechs Artikeln wurden klare Fehler gefunden.

Fachdienst medienAngriff der Außerirdischen. Medien-Hysterie um ein Hörspiel

Geplant war ein harmloser Halloweengrusel, doch die Hörspielversion des Romans "War of the Worlds" von H.G. Wells, die Orson Welles am 30. Oktober 1938, am Vorabend von Halloween, in den Studios von CBS in New York inszenierte, schrieb Radiogeschichte. Bis heute gilt "War of the Worlds" als bekanntestes Beispiel für die Suggestivkraft des Massenmediums Radio in seinen goldenen Jahren.

Fachdienst medienAnrührend komisch

Woody Allen, der dieser Tage 80 Jahre alt wurde, präsentiert jedes Jahr einen neuen Film. Matti Geschonneck dagegen bringt es auf mindestens zwei Fernsehfilme pro Jahr. Und im Unterschied zu Woody Allen, dem von manchen Kritikern vorgeworfen wird, er variiere nur noch die Themen seiner früheren Filme, sind Matti Geschonnecks Fernsehfilme zwar immer daran zu erkennen, dass ein virtuoser Regisseur dahinter steht. Aber sowohl die Sujets und die Genres seiner Filme als auch die Milieus, die er evoziert, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Fachdienst medienAnschreiben gegen die "Deadline". Albert de Langes Kolumne

Das Ende der Geschichte ist schon bekannt. Albert de Lange wird sterben. Trotzdem wird seine Kolumne gelesen - vielleicht auch, weil das Ende bekannt ist. "Gespannt sind natürlich alle vor allem auf die letzten Kolumnen", sagt der 57-Jährige. Drei Jahrzehnte hat de Lange für die Tageszeitung "Het Parool" in Amsterdam gearbeitet. Dann wurde Darmkrebs bei ihm diagnostiziert. Nun schreibt er eine Kolumne, wie sein Leben zu Ende geht. "Deadline" heißt die Serie, die seit Oktober samstags auf Seite sieben der Zeitung gedruckt wird.

Fachdienst medienAnsichten eines "Sprachpapstes". Wolf Schneider wird 90

Über unverständliches Deutsch kann sich Wolf Schneider immer noch leidenschaftlich empören. Etwa über Wortungetüme wie "Apostolizität" oder "kybernetisch-missionarische Kompetenz". "Das sind Wörter, vor denen einer Sau graust", schimpfte der wohl bekannteste deutsche Sprachkritiker in einem seiner jüngsten Vorträge. Von Altersmilde und Gelassenheit ist nichts zu spüren bei Schneider, der diese Woche seinen 90. Geburtstag feierte.

Fachdienst medienARD hält an Fernsehabend zu Schirach-Film "Terror" fest

Trotz scharfer Kritik der Liberalen Gerhart Baum und Burkhard Hirsch will das Erste an dem geplanten Fernsehabend mit dem Film "Terror" und anschließender TV-Diskussion festhalten. Die von den früheren FDP-Bundespolitikern aufgeworfenen Fragen seien hochspannend und ein bereichernder Debattenbeitrag, sagte ARD-Programmdiektor Volker Herres am 1. August. Gerade wegen des Diskussionsbedarfs habe der Sender die Verfilmung so eng mit der Sendung "hart aber fair" verknüpft. Das Gerichtsdrama von Ferdinand von Schirach sei weder fragwürdig noch populistisch.

Fachdienst medienARD will öffentlich-rechtliches Content-Netzwerk werden

Die ARD will sich zu einem öffentlich-rechtlichen Content-Netzwerk weiterentwickeln. Die Herausforderung liege darin, "ein den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer entsprechendes mediengattungsübergreifendes Angebot auf unterschiedlichen Ausspielwegen zu schaffen", steht in einem internen Papier zu "Auftrag und Strukturoptimierung der öffentlich-rechtlichen Anstalten in Zeiten der Digitalisierung der Medien". Mit dem Papier, das dem epd vorliegt, positioniert sich die ARD in der von den Ländern angestoßenen Diskussion zu Auftrag und Strukturoptimierung (vgl.

Fachdienst medienARD-Aktuell-Chef Gniffke verteidigt Terror-Berichterstattung

Der Chefredakteur von ARD-Aktuell, Kai Gniffke, hat die Terror-Berichterstattung der ARD gegen Kritik verteidigt. "Ein Terroranschlag und die Berichterstattung darüber sind kein Rattenrennen, und sie sind kein Schönheitswettbewerb", sagte Gniffke am 16. November beim Mainzer Mediendisput in Berlin. Dass nun schon wieder über mögliche Preise für Sendungen zu den Attentaten von Paris spekuliert werde, widere ihn ein bisschen an. Er sei sehr zufrieden mit den Sondersendungen der ARD nach den Anschlägen vom 13. November.

Fachdienst medienARD-Gremien für mehr Spielraum bei Online-Jugendangebot

Die Aufsichtsgremien der ARD fordern vom Gesetzgeber mehr Spielraum für das geplante neue Online-Jugendangebot von ARD und ZDF. Chats und Foren zum Meinungsaustausch sowie die Möglichkeit, sich zu Gruppen zusammenzuschließen, sollten Bestandteil des Angebots sein, heißt es in der Stellungnahme der Konferenz der ARD-Gremienvorsitzenden (GVK), die am 30. Juli in München veröffentlicht wurde.

Fachdienst medienARD-Gremien gegen Senkung des Rundfunkbeitrags

Die ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) hat sich gegen eine Senkung des Rundfunkbeitrags ausgesprochen. Der GVK-Vorsitzende Steffen Flath sagte, statt einer Senkung "sollte eine Rücklage gebildet werden, aus der ein späterer Mehrbedarf zumindest teilweise gedeckt werden könnte". Die GVK forderte eine längerfristige finanzielle Planungssicherheit für die Landesrundfunkanstalten der ARD.

Fachdienst medienAudiovisuelle Informationsstelle analysiert TV-Gruppen in Europa

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat ihren ersten Bericht über gesamteuropäische Mediengruppen veröffentlicht.

Die Analyse "Media ownership: towards pan-European groups?" konzentriert sich auf eine Auswahl der größten europäischen Gruppen auf dem Rundfunk- und Vertriebsmarkt, wie die Stelle am 4. Juli mitteilte. Die 15 größten Vertriebsgruppen für audiovisuelle Medien hatten demnach zwischen 2011 und 2014 zusammen einen durchschnittlichen Marktanteil von 68 Prozent am Pay-TV-Markt in der EU.

Fachdienst medienAußergewöhnlich gelungen

Lobpreisungen begleiten den Weg dieser "Eventserie", seit sie mit den ersten zwei Folgen beim diesjährigen "Berlinale Special" Premiere feierte und UFA Fiction kurz danach verkündete, sie werde "als erste deutschsprachige Serie überhaupt" vor ihrer Ausstrahlung fürs heimische Publikum im Programm eines amerikanischen Kabelsenders (Sundance TV) gestartet.

Fachdienst medienAutoren verteidigen Gutachten zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium fordern eine Diskussion über Alternativmodelle zum Rundfunkbeitrag. "Wenn dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine hohe Bedeutung beigemessen wird, dann ist eine Finanzierung über Steuern das Naheliegendste", sagte der Berliner Finanzrechtler Christian Waldhoff am 23. März bei einem Colloquium des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) in Köln. "Steuern sind sozial gerecht, weil sie nach individueller Leistungskraft unterscheiden.

Fachdienst medienBayerische Verleger klagen gegen Nachrichten-App des BR

Mit der Nachrichten-App "BR24" hat der Bayerische Rundfunk (BR) die Verleger des Freistaates gegen sich aufgebracht. Elf bayerische Zeitungsverlage reichten beim Landgericht München I eine Klage gegen den BR ein, wie der Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) am 16. Dezember erklärte. Zur Begründung hieß es, die im September gestartete App stelle ein gebührenfinanziertes Leseangebot dar und verstoße in ihrer Gestaltung gegen den Rundfunkstaatsvertrag.

Fachdienst medienBBC baut rund 1.000 Stellen in Management und Verwaltung ab

Die britische Rundfunkanstalt BBC streicht mehr als 1.000 Arbeitsplätze. Vor allem Managementpositionen und Stellen in der Verwaltung sollten wegfallen, teilte BBC-Direktor Tony Hall am 2. Juli in London mit. Die Kürzungen seien notwendig, um Einnahmeeinbußen von rund 150 Millionen Pfund (211 Millionen Euro) auszugleichen.

Fachdienst medienBBC und Discovery schließen langfristigen Olympia-Deal

Die BBC hat eine langfristige Partnerschaft mit dem US-Medienkonzern Discovery Communications zur Übertragung der Olympischen Spiele in Großbritannien geschlossen. Die Vereinbarung sehe vor, dass die BBC von Discovery eine Sublizenz zur exklusiven Free-TV-Ausstrahlung der Spiele 2022 und 2024 erwirbt, teilte die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt am 2. Februar in London mit. Im Gegenzug vergebe die BBC eine Sublizenz an Discovery zur exklusiven Pay-TV-Übertragung der Spiele 2018 und 2020.

Fachdienst medienBDZV kündigt "Gemeinsame Vergütungsregeln" für Freie

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat die "Gemeinsamen Vergütungsregeln" für freie hauptberufliche Journalisten an Tageszeitungen gekündigt, die 2010 mit den Gewerkschaften DJV und dju vereinbart worden waren. Anlass sei das neue Urhebervertragsrecht, erklärte der BDZV am 28. Februar in Berlin. Die Novellierung des Gesetzes habe mit Wirkung zum 1. März ein sogenanntes Verbandsklagerecht eingeführt.

Fachdienst medienBedrohliches Wabern. Eine "begehbare Reportage" über Neonazis

Eine Reportage gelesen, gesehen oder gehört hat wohl fast jeder schon einmal. Aber eine begangen? Hinter der Ankündigung der "begehbaren Reportage" steckt David Schraven. Der 1970 geborene Journalist leitet das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv, das sich mit Binnen-Ausrufezeichen und stolzem Anspruch schreibt ("CORRECT!V - Recherchen für die Gesellschaft") und weder unter mangelndem Selbstbewusstsein noch - dank einer Anschubfinanzierung der Brost-Stiftung - unter mangelnder Finanzierung leidet.

Fachdienst medienBegleitprogramm mit Anspruch

Was wurde nicht alles befürchtet und heraufbeschworen. Vor gut einem Jahr schrieben besorgte Hörer, Radioliebhaber und vielleicht ja auch Mitarbeiter des Deutschlandradios sich den Frust von der Seele. Von einer "Entwortung" war in Internetforen zu lesen, von einem "Abdriften in seichte Gewässer". Der Grund war die Programmreform bei Deutschlandradio Kultur, jenem nationalen Kultursender mit seinem "Radiofeuilleton", den hübschen Mini-Hörspielen namens "Wurfsendung" zwischendrin und - nicht zu vergessen - der kauzigen Nachttalksendung "2254".

Fachdienst medienBertelsmann steigert Gewinn um knapp 14 Prozent

Bertelsmann hat seinen Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres um 13,8 Prozent gesteigert. Der Der Medien- und Dienstleistungskonzern teilte am 10. November in Gütersloh mit, das Konzernergebnis sei auf 652 Millionen Euro gewachsen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Operating Ebitda) kletterte um 38 Millionen Euro auf den Rekordwert von 1,63 Milliarden Euro. Der Umsatz blieb im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit zwölf Milliarden Euro beinahe unverändert.

Fachdienst medienBerufsrisiko

Seit 2014 ist der Beitrag der Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen dramatisch angestiegen. Auswirkungen hat das vor allem für die Aufgabe der Geburtsbegleitung. Schwangerschaftsgymnastik und Geburtsvorbereitungskurse sind eine vergleichsweise risikolose Unternehmung. Anders aber sieht es mit der Betreuung während des Geburtsvorgangs aus. Die meisten Behinderungen entstehen währenddessen, auch wenn manch ideologisch bewegte Hebamme die Natürlichkeit des Vorgangs gleichsam absolut setzen möchte.

Fachdienst medienBerührend, komplex, witzig. Die HBO-Serie "Olive Kitteridge"

Die zweite Lebenshälfte, die Spanne zwischen dem mittleren und dem tatsächlichen Alter, ist filmisch noch weitgehend unerforschtes Gebiet. So gesehen ist "Olive Kitteridge" ein typisches HBO-Projekt: gewagt, den herkömmlichen Publikumsgeschmack herausfordernd und fast ein wenig obszön.

Fachdienst medienBesos, abrazos, carantoñas. Spanien trauert um einen Jazzjournalisten

Juan Claudio Cifuentes hat ihn niemand genannt. "Cifu, für die Freunde", so stellte er sich vor und so hat er sich seit 44 Jahren in seinen Jazz-Sendungen verabschiedet, zuletzt auf dem dritten Kanal von Radio Nacional de España - Radio3 - und auch auf Radio Clásica des öffentlichen spanischen Radios. Am 17. März hat er sich für immer verabschiedet. Cifu erlag den Folgen eines Schlaganfalls. 

Fachdienst medienBettina Reitz: ARD und ZDF haben die Jugend verloren

Die ehemalige BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz beklagt einen Generationenabriss beim Publikum von ARD und ZDF. "Die Jugend ist inzwischen längst von amerikanischen Angeboten ,erzogen' worden - und das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat sie verloren", sagte die 53-Jährige in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" (Ausgabe vom 15. Oktober). Eine Mitverantwortung dafür trage die Politik. Diese habe das von ARD und ZDF konzipierte Jugendangebot viel zu spät freigegeben und nur online beauftragt (vgl.

Fachdienst medienBGH-Urteil zur VG Wort in der Diskussion

Nach dem VG-Wort-Urteil des Bundesgerichtshofs sieht sich der Kläger, Autor und Jurist Martin Vogel, in seiner Rechtsauffassung bestätigt und verteidigt sie gegen die Kritik der Verleger. "Wenn nun beklagt wird, das BGH-Urteil zerstöre eine lange, bewährte Verlagskultur, so ist dies ein wenig überzeugender und durchsichtiger Einwand", sagte Vogel dem "Börsenblatt - Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel" (Online-Ausgabe vom 26. April).

Fachdienst medienBiedere Komödie

Zahlreich und sehr beliebt sind "Culture-Clash"-Komödien, in denen Angehörige verschiedener Kulturen aufeinandertreffen und sich an ihren jeweiligen Vorurteilen abarbeiten, bis sie zu der erbaulichen Erkenntnis gelangen: Im Grunde sind wir doch alle Menschen, die voneinander lernen und friedlich zusammenleben können. Solche Komödien spielen, mal mehr, mal weniger satirisch, mit den Klischees, die als typisch für beide Seiten gelten.

Fachdienst medienBitte Fortsetzen!

Die Stadt: Berlin. Die Macht: ein Sumpf aus Korruption, Intrigen, Kumpanei und einem jahrelang vertuschten Mord. Berlin wird regiert von einer großen Koalition aus CDP und SDU. An deren Spitze: Manfred Degenhardt (Burghart Klaußner), SDU-Bürgermeister, und Karl-Heinz Kröhmer, kurz KK genannt (Thomas Thieme), Fraktionsvorsitzender der CDP. Bisher saßen die beiden, die sich schon aus DDR-Zeiten kennen, fest im Sattel. Nun aber hat sich der Bauunternehmer Griebnitz in den Tod gestürzt, weil ihm öffentliche Bauaufträge entzogen worden sind.

Fachdienst medienBlackbox Medienpolitik. Die Manöver des Herrn Seehofer

Es gibt medienpolitische Vorschläge, da fragen wir Medienjournalisten uns müde: Ja, ist denn schon wieder Wahlkampf? Ein solcher Vorschlag ist die von Ministerpräsident Horst Seehofer ins Spiel gebrachte Idee, ARD und ZDF zusammenzulegen. "Wir sind der Auffassung, dass die Grundversorgung auch von einer Fernsehanstalt geleistet werden könnte", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Fachdienst medienBlocken und Sperren

Werbung kann unterhaltsam, kreativ, auf geniale Weise simpel sein. Mit Werbung wird allerlei finanziert, Medien zum Beispiel. Werbung begleitet uns das ganze Leben, amüsiert oder nervt, ist überall und allgegenwärtig. An ein gewisses Maß hat man sich gewöhnt. Immerhin kann man an den Plakaten auf der Straße achtlos vorbeigehen und während des Werbespots im Fernsehen auf die Toilette. Auch Online-Werbung kann unterhaltsam und kreativ sein. Aber häufig ist sie vor allem lästig. Weil sie das Laden der Webseite verzögert.

Fachdienst medienBlut, Staub und Tränen

Der westlich geprägte Fortschrittsglaube ist ein Kind der europäischen Aufklärung. Schon nach 1775 allerdings ist es eins, das gepäppelt werden muss, damit es gedeiht. Das in jenem Jahr stattfindende verheerende Erdbeben von Lissabon wird von den Intellektuellen der Zeit als Fingerzeig der Natur gedeutet. Ein einzelnes Ereignis - doch ein fundamentaler Einschnitt im Selbstverständnis selbst der Fortschrittsoptimisten. Die Erde, so heißt es, wehrt sich gegen den Menschen mit Katastrophen. Wohl dem, der die Naturgesetze gründlich studiert und mit ihnen arbeitet.

Fachdienst medienBöhning: Keine Zusammenlegung von ARD und ZDF

Der Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), ARD und ZDF zusammenzulegen, stößt bei der Medienpolitik auf Ablehnung. "In den Beratungen der Länder spielt dieser Vorschlag keine Rolle", sagte der Chef der Berliner Senatskanzlei, Björn Böhning (SPD), am 26. Oktober auf den Medientagen München. Neu definiert werden müssten allerdings Auftrag und Struktur der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Hier gebe es bereits Ideen der Sender, die aber noch nicht den Vorstellungen der Länder entsprächen.

Fachdienst medienBR verteidigt Umzug der Volksmusiksendungen zu BR Heimat

Nach einer Debatte im Bayerischen Landtag hat der BR den Entschluss verteidigt, die Volksmusiksendungen, die bisher bei Bayern 1 zu hören waren, in Zukunft nur noch im Digitalsender BR Heimat zu senden. Eine Mehrheit der bayerischen Abgeordneten hatte zuvor am 17. Februar im Landtag einem Dringlichkeitsantrag zugestimmt, in dem der BR aufgefordert wird zu prüfen, wie Volks- und Blasmusik "auch im analogen Hörfunk angemessen präsentiert werden" könne. Der BR hatte am 2.

Fachdienst medienBritische Fernsehproduzenten wollen BBC Three kaufen

Die Fernsehproduzenten Jon Thoday und Jimmy Mulville haben erneut ihr Interesse bekundet, den britischen Jugendsender BBC Three zu kaufen. Bei dem Angebot handele es sich nicht um eine PR-Aktion, sagte Thoday der britischen Tageszeitung "Guardian" (Ausgabe vom 26. Januar). Es gehe darum, dass der Sender als TV-Kanal erhalten bleibe, am besten weiterhin in der Verantwortung der BBC. Die öffentlich-rechtliche BBC hatte im März angekündigt, aus dem TV-Sender einen reinen Onlinekanal zu machen (epd 11/14).

Fachdienst medienBuddeln im Familiengrab

Es wirkt schon ein wenig putzig, wenn Familie Berben einen Zweiteiler an den Start bringt, der "Familie!" heißt. Ausgerechnet die Familie also, die die Fernsehfilm-Wertschöpfungskette innerfamiliär ordentlich verlängert hat, indem Sohn Oliver Filme mit seiner Mutter Iris produziert.

Fachdienst medienBund und Länder wollen Verbot von Adblockern prüfen

Bund und Länder wollen ein gesetzliches Verbot von Adblockern prüfen, mit deren Hilfe Nutzer, die sich von Werbung im Internet gestört fühlen, diese ausblenden. Das Geschäftsmodell der Firmen, die solche Adblocker anbieten, werde als rechtlich und medienpolitisch problematisch angesehen, heißt es in einem Bericht der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz, der dem epd vorliegt. Die Kommission halte die "Prüfung gesetzlicher Regelungen für erforderlich".

Fachdienst medienBund-Länder-Kommission: Schwerpunkte stehen fest

Bund und Länder haben sich auf Schwerpunkte für die Arbeit ihrer gemeinsamen Kommission zur Medienkonvergenz geeinigt. Dies seien die angekündigte Revision der Europäischen Mediendienste-Richtlinie, Jugendmedienschutz, Kartellrecht und Vielfaltsicherung, Plattformregulierung, Regulierung von Suchmaschinen sowie gegebenenfalls Netzneutralität, teilten Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Malu Dreyer (SPD), am 26. März in Berlin mit.

Fachdienst medienBundesregierung: Pressefreiheit ist nicht verhandelbar

Nach harscher Kritik der Türkei an einem NDR-Satire-Beitrag über den Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat die Bundesregierung den Wert der Presse- und Meinungsfreiheit hervorgehoben. Sendungen wie die von türkischer Seite beanstandete gehörten aus Sicht der Bundesregierung selbstverständlich zur deutschen Medienlandschaft, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am 30. März in Berlin.

Fachdienst medienBundesverwaltungsgericht sieht Schleichwerbeverstoß bei Sport1

Ein Fernsehsender verstößt gegen das Schleichwerbungsverbot des Rundfunkstaatsvertrags, wenn in einer Sendung nicht gekennzeichnete Werbung enthalten ist und hierfür keine Rechtfertigung durch den Zweck der Sendung besteht. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 22. Juni anhand eines Falls beim Privatsender Sport1 entschieden. (AZ: BVerwG 6 C 9.15)

 

Fachdienst medienBurda verlegt künftig britische Fernsehzeitschrift "Radio Times"

Der Burda-Konzern hat das britische Medienunternehmen Immediate Media übernommen und gibt damit künftig die beliebte Programmzeitschrift "Radio Times" heraus. Insgesamt verfüge Immediate Media über ein Portfolio von mehr als 75 Medienmarken, teilte Hubert Burda Media am 12. Januar in München mit. Über den Kaufpreis und weitere Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden. Berichten zufolge zahlt Burda dem bisherigen Eigentümer, dem Finanzinvestor Exponent Private Equity, etwa 300 Millionen Euro.

Fachdienst medienCDU-Politiker Flath übernimmt Vorsitz des MDR-Rundfunkrats

Der MDR-Rundfunkrat hat den sächsischen CDU-Politiker Steffen Flath zu seinem Vorsitzenden gewählt. Stellvertretender Vorsitzender ist Horst Saage aus Sachsen-Anhalt, wie der MDR am 8. Dezember mitteilte. Für Flath stimmten 26 Rundfunkratsmitglieder, 16 stimmten gegen ihn. Der Rundfunkrat hatte sich vor der Wahl neu konstituiert.

Fachdienst medienChance vertan

Der neue ZDF-Staatsvertrag, den die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten in der kommenden Woche unterzeichnen wollen, ist kein großer Wurf. Wie meist, wenn sich die 16 Regierungschefs auf eine gemeinsame gesetzliche Grundlage verständigen müssen, blieb es beim kleinsten gemeinsamen Nenner. Die Vorgaben für die Zusammensetzung der Gremien, die das Bundesverfassungsgericht den Ländern in seinem Urteil gemacht hat, werden nach Meinung von Rundfunkrechtlern gerade so erfüllt.

Fachdienst medienCharme des Amateurhaften

Jetzt hat das Stilmittel Improvisation auch den "Tatort" erreicht. Und wenn einer mit improvisierten Filmen langjährige Erfahrung hat, dann ist es Axel Ranisch. Er hat es bewiesen mit seinen von Kritikern gefeierten Filmen wie "Ich fühl mich Disco" und "Alki Alki".

Fachdienst medienChefredakteur von Deutschland. Zum 70. Geburtstag von Stefan Aust

Wer Stefan Aust sagt, denkt meist an zwei Dinge: einmal an das Buch "Der Baader-Meinhof-Komplex". Es ist zum Standardwerk über die Geschichte der terroristischen Rote Armee Fraktion geworden. Hinzu kam der gleichnamige Film von Uli Edel, dessen Drehbuch Bernd Eichinger schrieb. Und dann, gleich als nächster Gedanke, natürlich "Der Spiegel": 14 Jahre lang, von 1994 bis 2008, war Aust Chefredakteur des Hamburger Nachrichtenmagazins.

Fachdienst medienClub der Gleichgesinnten. Die Anti-Brexit-Zeitung "The New European"

Eigentlich sollte es die Zeitung als Pop-up-Blatt nur für vier Wochen geben, aber nun ist sie schon sieben Monate alt: "The New European", eine britische Wochenzeitung, die sich so gut wie nur einem Thema widmet: dem Brexit und Europa. Die Zeitung aus dem Hause Archant ist zur journalistischen Heimat derer geworden, die sich mit der nationalen Presse Großbritanniens nicht mehr identifizieren können. Und das sind viele. Denn die 48 Prozent der Briten, die gegen den Brexit gestimmt haben, finden in der medialen Landschaft kaum noch eine Heimat.

Fachdienst medienDarauf einen Dujardin. 60 Jahre Werbung im Fernsehen

Als das Deutsche Fernsehen 1954 seinen regulären Betrieb aufnahm, befand sich das Land im Aufschwung des Wirtschaftswunders. Kein Wunder, dass die Unternehmen das junge Medium als Werbeplattform nutzen wollten: Am 3. November 1956 zeigte der Bayerische Rundfunk in seinem regionalen ARD-Fenster zum ersten Mal Reklame: Liesl Karlstadt und Beppo Brehm warben für ein Waschmittel: "Der gebildete Mensch sagt nur Persil."

Fachdienst medienDas Comeback der E-Mail. Alpha-Journalisten grüßen per Newsletter

Eine halbe Million Abonnenten bekommen jeden Morgen, mal um 5.55 Uhr, mal um 6.32 Uhr, das "Morning Briefing" von "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart. Damit hat Steingart 2011, als er noch Chefredakteur war, einen nachhaltigen Trend gesetzt. Anno 2015 spielen werktägliche Frühaufsteher-Newsletter im laufend verschärften Kampf um Aufmerksamkeit eine wichtige Rolle.

Fachdienst medienDas Radio der Zukunft

Auch die Zukunft des Radios ist digital. Das ist vermeintlich eine Binsenweisheit, doch die öffentlichen Diskussionen der vergangenen Wochen erwecken eher den Eindruck, dass wir uns schwertun mit der Weisheit, wenn es um die Digitalisierung des letzten Verbreitungsweges audiovisueller Medien geht. Das Fernsehen hat seine Hausaufgaben gemacht, alle Vertriebswege sind digitalisiert, die letzten analogen Inseln im Kabel werden in wenigen Jahren Rundfunkgeschichte sein. Die Telemedien sind von Anfang an per se im Digitalen zu Hause.

 

Fachdienst medienDatensparsame Angebote

Vor 30 Jahren spielten die Medienpolitiker noch eine aktive Rolle. Sie schufen die gesetzlichen Grundlagen für den privaten Rundfunk. Lange sprach man in Deutschland vom dualen System aus öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern. Finanziell gesehen agieren die beiden lange als "Säulen" des Rundfunksystems beschriebenen Anbietergruppen auf Augenhöhe.

Fachdienst medienDauerbaustelle. Eine Jugendmedienschutz-Tagung in Hamburg

Im Dezember 2010 scheiterte der bislang letzte Versuch, den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zu novellieren, im nordrhein-westfälischen Landtag. Netzaktivisten hatten damals die Befürchtung geäußert, dass das geplante Gesetzeswerk "irreversible Schäden" im Kommunikationsmedium Internet verursachen könnte. Dieses Trauma, daran erinnerte der Direktor des Hans-Bredow-Instituts, Wolfgang Schulz, am 27.

Fachdienst medienDebakel. Schweigers Kino-"Tatort" funktioniert, aber keiner geht rein

Bei der ersten Ankündigung fragte man sich, ob die Welt das wirklich auch noch braucht: Der nervige Baller-"Tatort" mit Til Schweiger expandiert ins Kino. Aus Sicht des Hauptdarstellers ist der Schritt natürlich konsequent. Seit Schweiger 2013 als Hamburger "Tatort"-Kommissar Nick Tschiller einstieg, macht er bei jeder Gelegenheit darauf aufmerksam, für wie bahnbrechend er das Konzept seines "Tatorts" hält.

Fachdienst medienDebatte über Abschaffung des "Blasphemieparagrafen"

Nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" wird in Deutschland über den sogenannten Blasphemie-Paragrafen (§ 166, Strafgesetzbuch) diskutiert. Während einige Politiker und Medienrechtler empfehlen, den Paragrafen, der die Beschimpfung religiöser Bekenntnisse unter bestimmten Voraussetzungen unter Strafe stellt, ganz zu streichen, fordern andere eine Verschärfung.

Fachdienst medienDer bedrohte Bürger. Netz-Diskurse beim Medienkonzil der ELKB

Das Thema könnte aktueller nicht sein. "Bürgersein in der digitalen Welt" lautete das Motto eines Medienkonzils, das die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) am 21. und 22. Mai in Nürnberg veranstaltet hat. Kernstück der Tagung war ein Impulspapier der ELKB zum Umgang mit der digitalen Welt, das unter anderem eine "alarmistische Sicherheitsideologie" kritisiert, mit der "elementare Rechtsprinzipien" bereits ausgehebelt worden seien.

Fachdienst medienDer Fluch des alten Mannes. Superwoman rettet den Fernsehpreis

Man konnte meinen, bei der Verleihung des Fernsehpreises litten einige unter Phantomschmerzen: Barbara Schöneberger, die gut gelaunte Moderatorin der Gala, die nicht im Fernsehen übertragen wurde, riss einen Gag nach dem anderen über die Kameras, die wohl alle nur für sie daständen und gar nichts aufnähmen: "Niemand schaut uns zu - Sat.1 kennt das Gefühl." Sie wisse auch gar nicht, was Volker Weicker - einer der renommiertesten Live-Regisseure der Branche - an diesem Abend tue, wenn doch der Fernsehpreis gar nicht im Fernsehen zu sehen sei.

Fachdienst medienDer liebenswerte Mr. Huxtable. Ein Film über Bill Cosby erschüttert

"Bill Cosby - Frauen brechen ihr Schweigen". Ende Februar hat der Bezahlsender A&E Germany diese einstündige Dokumentation als Deutschlandpremiere gezeigt. Die Aussagen erschüttern. 13 Frauen sprechen von sexueller Gewalt und Vergewaltigungen durch den US-Entertainer Bill Cosby, bekannt als liebenswerter Familienvater Cliff Huxtable aus der "Bill Cosby Show". Ein Pionier, der in den 80er Jahren als erster eine Sitcom mit afroamerikanischen Hauptdarstellern im Fernsehen zu einem Riesenerfolg machte.

Fachdienst medienDer Mann von gestern. Mit Trump zieht der Stammtisch ins Weiße Haus

Das Entsetzen unter uns Medienmenschen über den Ausgang der Wahl in den USA ist groß: Da hat jemand gewonnen, der aus einer Reality Show kommt, ein Typ wie hier in Deutschland Dieter Bohlen: ein Rüpel, den viele Leute mögen, weil er sagt, was er denkt, der sagt, was ihm durch die Rübe rauscht, und dabei munter gegen alle Spielregeln der political correctness verstößt. Wissend, dass solche die Sprache betreffenden Spielregeln und die dahinter stehenden Überzeugungen vielen Menschen auf die Nerven gehen.

Fachdienst medienDer Mensch wie er ist und isst. Der kleine Elefant wird 40

Am Wochenende wird der kleine blaue Elefant aus der "Sendung mit der Maus" 40 Jahre alt. Noch immer wirkt er keinen Tag älter als im Februar 1975, als er zum ersten Mal aus dem Fernseher trötete. Es ist erstaunlich, wie unbeschadet diese Sendung alle möglichen Zeitgeisterscheinungen überstanden hat. Man ist versucht zu sagen, die gesamte "Maus" habe sich in den 45 Jahren ihres Bestehens nicht verändert, aber das ist natürlich Unfug, gerade die "Sachgeschichten" sind sehr viel anspruchsvoller geworden.

Fachdienst medienDer rasende Rollkoffer

Wann ist das Thema "Burn-out" eigentlich wieder aus der Mode gekommen? War es, als sich nach und nach herumsprach, dass viele Psychologen und Psychiater hinter der Lifestylekrankheit doch nichts anderes zu sehen vermochten als die altbekannte und nach wie vor niemanden schmückende Depression? War es, als das Gerede über die "Generation Y" aufkam, die das Leben angeblich nicht mehr dem Beruf unterordnen will und das kurz zuvor doch so angesagte Gearbeite, Gerenne und Gebrenne plötzlich als altmodisch erscheinen ließ?

Fachdienst medienDer Staat und die Macht

Wir könnten es uns jetzt ganz einfach machen. Vor einem Dreivierteljahr haben wir uns an dieser Stelle kritisch mit der Neuzusammensetzung des ZDF-Fernsehrats auseinandergesetzt. Die Bilanz lautete: Trotz der offiziellen Senkung der Staatsquote auf ein Drittel gibt es wenig Staatsferne, stattdessen sitzen weiterhin jede Menge Minister, Staatssekretäre und politische Beamte in dem Gremium - die üblichen Verdächtigen aus den Strippenzieherrunden der Rundfunkkommission (epd 24/16).

Fachdienst medienDer Tag danach. Die Medien und ihre Kritiker

"Ich schätze Ihren Konjunktiv", sagte der Sprecher der Polizei München, Marcus da Gloria Martins, in der Nacht auf den 23. Juli in einer Sonderausgabe des "heute journals" zu Moderator Claus Kleber, als dieser ihn fragte, ob sich der Täter von München möglicherweise selbst hingerichtet habe.

Fachdienst medienDer unabhängigste Intendant der Hessen

Es war klar, dass diese Frage kommen würde. Denn es ist ein journalistischer Reflex, auch dann von einer Niederlage zu sprechen, wenn jemand eigentlich gewonnen hat, aber eben nicht so deutlich wie erwartet. Manfred Krupp, der am 5. Februar zum neuen HR-Intendanten gewählt wurde, war auf die Frage vorbereitet. Nur 21 Ja-Stimmen im Rundfunkrat bei neun Gegenstimmen - das ist für HR-Verhältnisse tatsächlich ungewöhnlich. Vor drei Jahren wurde noch der nun scheidende Intendant Helmut Reitze mit 28 von 29 Stimmen vorzeitig wiedergewählt (epd 5/13).

Fachdienst medienDer Welterklärer. Die Karten des Jean-Christophe Victor

"Hic sunt leones." - "Hier sind Löwen", mit diesen Worten kennzeichneten Kartographen im späten Mittelalter und in der Renaissance unerforschte Gebiete. Um ihre Aussage zu illustrieren, zeichneten sie dort Drachen und Seeungeheuer ein. Heute, im Zeitalter von Satelliten, Global Positioning Systems und Google Maps, gibt es keine unerforschten Gebiete mehr - sollte man meinen. Doch Karten als Abbildungen der Welt üben auf viele nach wie vor eine große Faszination aus.

Fachdienst medienDesillusionskünstler

Wie geht Küssen im Hörspiel? Der Sprecher nimmt seine Hand und schleckt und schmatzt sie ab, dass der Anblick ein wahrer Graus ist. Macht man jedoch die Augen zu und vergisst, was man soeben gesehen hat, hört sich das verblüffend echt an.

Fachdienst medienDeutsche Welle weist Kritik an Flüchtlingsfernsehen zurück

Die Deutsche Welle (DW) hat Bedenken am geplanten Flüchtlingsfernsehen des Auslandssenders zurückgewiesen. Der Vorwurf einer mangelnden Staatsferne sei nicht angebracht, sagte DW-Sprecher Christoph Jumpelt am 18. Januar dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Kritik speziell der Grünen-Politikerin Tabea Rößner stoße auf Unverständnis, da das geplante Programm nach Überzeugung des Senders zur Integration von Flüchtlingen beitragen werde.

Fachdienst medienDeutscher Presserat ändert Diskriminierungsrichtlinie nicht

Der Deutsche Presserat hält an seiner Richtlinie zur Nennung der Herkunft von Straftätern fest. Das Plenum sprach sich am 9. März in Berlin mit klarer Mehrheit für eine Beibehaltung der sogenannten Diskriminierungsrichtlinie aus, wie der Geschäftsführer des Selbstkontrollorgans, Lutz Tillmanns, dem epd sagte. Im Anschluss an eine Expertenrunde stimmte kein Mitglied des Plenums für die Abschaffung von Richtlinie 12.1. Für die Beibehaltung der aktuellen Fassung bei gleichzeitiger Erklärung, dass diese keinen Maulkorb darstelle, votierten 19 von 22 anwesenden Mitgliedern.

Fachdienst medienDie Farbe des Geldes. Trump und seine medialen Steigbügelhalter

Der republikanische Präsidentschaftsanwärter dominiert, hetzt und beleidigt. Donald Trump ist in den US-Medien allgegenwärtig, und die Symbiose ist perfekt: Trump erreicht die Massen. Das Fernsehen macht Quote und verdient einen Haufen Geld. Das Ausland staunt, kann sich aber kaum losreißen von den Unanständigkeiten des Entertainers. Auch in Deutschland läuft von "Spiegel Online" bis FAZ die große Trump-Show.

Fachdienst medienDie Gatekeeper sind da

"Eine Schatztruhe für Psychologen": So nennt die AfD Funk. Das öffentlich-rechtliche Jugendangebot diffamiere das bürgerliche Lager auf abstoßende Weise, kritisierte der rheinland-pfälzische Abgeordnete Joachim Paul jüngst in einer Debatte im Mainzer Landtag (epd 48/16). Als Schatztruhe dürften die öffentlich-rechtlichen Mutterhäuser Funk ebenfalls betrachten. Allerdings als Schatztruhe für Programminnovation, mit der man die junge Zielgruppe endlich locken kann. Das ist die Verheißung.

Fachdienst medienDie Gatekeeper sind da

"Eine Schatztruhe für Psychologen": So nennt die AfD Funk. Das öffentlich-rechtliche Jugendangebot diffamiere das bürgerliche Lager auf abstoßende Weise, kritisierte der rheinland-pfälzische Abgeordnete Joachim Paul jüngst in einer Debatte im Mainzer Landtag (epd 48/16). Als Schatztruhe dürften die öffentlich-rechtlichen Mutterhäuser Funk ebenfalls betrachten. Allerdings als Schatztruhe für Programminnovation, mit der man die junge Zielgruppe endlich locken kann. Das ist die Verheißung.

Fachdienst medienDie Höhle der Löwinnen

Der Titel dieses Bodensee-Tatorts hört sich so an, als habe da jemand was verwechselt, denn er müsste heißen: "Wofür es sich zu töten lohnt." Es ist ein Fall von Selbstjustiz, bei dem Klara Blum (Eva Mattes) ein letztes Mal ermittelt. Die Ärmste hat's am Herzen, der Arzt rät zum Kürzertreten, und Klara macht es so, wie es die abgeklärten Cops, ob Männer oder Frauen, immer machen: Sie schert sich nicht drum. Gegenüber ihrem langjährigen Kollegen, Hauptkommissar Perlmann (Sebastian Bezzel), tut sie so, als wäre nichts.

Fachdienst medienDie Krimis in uns. Wenn Fernsehgewalt zur Realität wird

Christian Pfeiffer hat kürzlich darauf verwiesen, dass die Angst der Deutschen vor Gewaltverbrechen in keinem Verhältnis zur Realität stehe, die "noch nie so friedlich gewesen ist wie jetzt". Der Grund, den der Kriminologe für dieses Missverhältnis nennt, sind bestimmte Fernsehprogramme. Pfeiffer sieht die Deutschen mit ihren (grundlosen) Ängsten als Opfer eines "auf Kriminalitätsgeschichten fixierten Fernsehens".

Fachdienst medienDie Magie des Gimmicks. Das Kultmagazin "Yps" wird 40

Die Urzeitkrebse, der Solarzeppelin, das Pupskissen: Die legendären Gimmicks des "Yps"-Magazins prägten die Kindheit einer ganzen Generation in den 80er Jahren. Hunderttausende Jungen und Mädchen fieberten jeder neuen Ausgabe des Hefts entgegen. Auf Schulhöfen wechselten verrückte Gimmicks den Besitzer, darunter "Die Maschine, die viereckige Eier macht", "Das Agenten-Blasrohr, das um die Ecke schießt" und "Die Detektiv-Brille mit Rückspiegel". Viele Leser blieben "Yps" bis heute treu, das nun seinen 40.

Fachdienst medienDie Show ist zu Ende. Jan Böhmermann in der Reality-Schleife

Was immer Jan Böhmermann, der große Medienmechanismen-Versteher, sich an Reaktionen auf sein Gedicht auf Erdogan erhofft haben mag, diese war die am wenigsten überraschende: Erdogan, voll und ganz ein Mann mit kleiner Statur, klagt gegen den blassen Satiriker, der seine Majestät beleidigt hat - und er nutzt alle juristischen Mittel, die ihm die deutschen Gesetze bieten.

Fachdienst medienDie Show ist zu Ende. Jan Böhmermann in der Reality-Schleife

Was immer Jan Böhmermann, der große Medienmechanismen-Versteher, sich an Reaktionen auf sein Gedicht auf Erdogan erhofft haben mag, diese war die am wenigsten überraschende: Erdogan, voll und ganz ein Mann mit kleiner Statur, klagt gegen den blassen Satiriker, der seine Majestät beleidigt hat - und er nutzt alle juristischen Mittel, die ihm die deutschen Gesetze bieten. 

Fachdienst medienDie Welt in Witzen erzählen

Das lang gerollte "r" war sein unverwechselbares Markenzeichen. Hellmuth Karasek nutzte es besonders gern, um Werturteilen einen besonderen Nachdruck zu verleihen. "Großartig", sagte er dann, oder auch: "Grässlich." Die Fernsehzuschauer hörten diese beiden Wörter häufig, als er von 1988 bis 2001 beim "Literarischen Quartett" im ZDF mitwirkte, wo er die Rolle des Widerparts von Marcel Reich-Ranicki mit viel Wissen, engagierter Körpersprache und einer ordentlichen Portion Humor ausfüllte.

Fachdienst medienDiebisches Vergnügen

Die To-do-Liste klebt an der Innenseite des Küchenschranks: "1. Job sichern. 2. Abnehmen. 3. Ehrlich werden." Verfasst hat diese Liste Lorenz Brahmkamp (Charly Hübner), in höchster Not. Denn seine Frau Katrin (Lina Beckmann) hat ihn verlassen, um zu ihrem Partner aus dem Tanzkurs zu ziehen. Sie hat die Nase voll von ihrem dicken, faulen Mann, dem es an beruflichem Ehrgeiz mangelt - er ist Sachbearbeiter im Baureferat -, der sich auch vor Reparaturen im Haushalt drückt und sich ständig mit Notlügen durchs Leben mogelt.

Fachdienst medienDienstleister der Demokratie

Bundeskanzlerin Angela Merkel weiß es und sagt es wie viele andere auch: "Die Medienbranche ist nicht irgendein Gewerbe, sondern sie erfüllt in unserer Demokratie und für unsere Demokratie eine ganz wichtige und unverzichtbare Aufgabe." Aber damit fängt es schon an: Was heißt hier Medienbranche? Seit es den Buchdruck, erst recht seit es Foto, Radio, Film, Fernsehen und jetzt den Computer gibt, werden Medien auch gewerblich hergestellt und verbreitet. Anfang des 17.

Fachdienst medienDigitalisierung: Grütters fordert Reform des Urheberrechts

Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung von Inhalten hat sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) für eine umfassende Reform des Urheberrechts ausgesprochen. "Ein ungebändigter digitaler Internetkapitalismus, der nicht zuletzt Ängste vor übermächtigen internationalen Akteuren entstehen lässt, ist mit unserer sozialen Marktwirtschaft unvereinbar", erklärte Grütters am 10. März in Berlin. Zugleich legte die Kulturstaatsministerin kulturpolitische Forderungen vor, die zum Schutz des geistigen Eigentums beitragen sollen.

Fachdienst medienDigitalradio-Plan ohne Datum für UKW-Abschaltung

Die Bundesregierung hat einen Aktionsplan für den Umstieg auf die digitale Radioverbreitung vorgelegt. In dem Papier des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird kein Abschaltdatum für die Verbreitung von Radio über UKW festgelegt (http://u.epd.de/qpd). Die Medienstaatssekretärin des Landes Rheinland-Pfalz, Heike Raab (SPD), begrüßte den Plan. Sie bedauere jedoch, dass einige Privatradios die Schritte nicht mittragen wollten, sagte die Koordinatorin der Medienpolitik der Länder am 21. Februar dem epd.

Fachdienst medienDiscovery entdecken

Und der Haifisch, der hat Zähne: Im US-amerikanischen Discovery-Kabelkanal ist kürzlich die "Hai-Woche" zu Ende gegangen, eine Mischung aus Naturdoku, Gruselfernsehen und Reality-Show, wissenschaftlich verbrämt. Bei der "Shark Week" 2015 ging es um die "Top Ten der gefährlichsten Haiarten" und die Männer und Frauen, die diese "Meeresräuber" erforschen und filmen.

Fachdienst medienDon't mention the war. Facebooks Algorithmus und das K-Wort

Jetzt will Facebook alles richtig machen. Noch vor ein paar Wochen durfte jeder ungestraft hetzen, ungeachtet einer Netiquette oder des Grundgesetzes. Kürzlich forderten Politiker Facebook auf, sich in Deutschland an deutsche Gesetze zu halten. Also bildete Facebook kurzerhand eine sogenannte Task Force. Hand aufs Herz: Sie dachten auch nicht, dass sich wirklich etwas ändern würde, oder? Nun, da haben wir Facebook wohl unterschätzt. Facebook hat seine Hausaufgaben gemacht - und wie!

Fachdienst medienDuMont will Mantelteile nicht von anderen Verlagen beziehen

Die DuMont Mediengruppe will die Mantelteile ihrer Tageszeitungen nicht von anderen Verlagen beziehen. "Wir haben mehrfach deutlich betont, dass unsere eigene DuMont-Hauptstadtredaktion nicht zur Disposition steht", sagte ein Unternehmenssprecher am 17. Oktober dem epd in Köln. Er dementierte damit Medienberichte, wonach DuMont Angebote der Funke Mediengruppe und des Madsack-Konzerns für eine Mantelzulieferung in Betracht ziehe. DuMont gibt unter anderem den "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Berliner Zeitung" heraus.

Fachdienst medienDüsteres Drama

Verdeckte Ermittler sind Klassiker des Polizeifilms: Sie sind besonders reizvolle Figuren, weil sie als Einzelgänger auf beiden Seiten agieren und weil in dem Spiel mit verschiedenen Identitäten auch die Grenze zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch verschwimmt. Klaus Roth (Tom Schilling) soll in seinem ersten Job als verdeckter Ermittler Informationen über die serbische Wettmafia sammeln. Dazu muss er das Vertrauen von Luka Moravac (Edin Hasanovic) gewinnen.

Fachdienst medienDVB-T wird im März 2017 in den ersten Städten abgeschaltet

Fernsehzuschauer, die das digitale Antennenfernsehen DVB-T nutzen, sollten sich bis März 2017 ein neues Empfangsgerät zulegen. Am 29. März 2017 werde DVB-T in den Ballungsräumen abgeschaltet, sagte MDR-Betriebsdirektor Ulrich Liebenow am 23. August in Berlin. Die ARD wolle in den kommenden Monaten intensiv über den Nachfolgestandard DVB-T2 informieren. Mit dem neuen Standard könnten mehr Programme in besserer Bildqualität gesendet werden.

Fachdienst medienEGMR stärkt Persönlichkeitsrecht des Einzelnen

Berichten Journalisten einseitig aus laufenden Strafermittlungen, darf dies bestraft werden. Um das Strafverfahren nicht zu gefährden und das Persönlichkeitsrecht eines mutmaßlichen Straftäters zu schützen, dürfen Staaten das Recht auf freie Meinungsäußerung einschränken, urteilte am 29. März die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg. Die Richter wiesen damit die Beschwerde eines Schweizer Journalisten zurück. (AZ: 56925/08)

Fachdienst medienEin Alptraum

"Kinder können einem das ganze Leben versauen." Dieser bittere Satz stammt zwar aus einem anderen Film, wäre hier aber auch nicht ganz falsch, wenn man denn etwas präzisierte: Kinder und Eltern können sich das Leben sehr gründlich versauen.

Fachdienst medienEin Amerikaner in Berlin. Zum Tod des Fotografen Will McBride

"Ich war verliebt in diese Stadt" hieß die Ausstellung, mit der die Stiftung C/O Berlin im vergangenen Oktober ihr neues Ausstellungsgebäude im Amerika-Haus in Berlin eröffnete. Damit schloss sich ein Kreis: Will McBride, dessen Berlin-Bilder aus den 50er und 60er Jahren dort zu sehen waren, war 1957 der erste Fotograf, dessen Bilder im damals neu eröffneten Amerika-Haus gezeigt wurden. 

Fachdienst medienEin Film, zwei Titel. Dokumentationen und ihre Karriere in der ARD

Dokumentationen entwickeln innerhalb des ARD-Systems bisweilen ein erstaunliches Eigenleben. Lange und kurze Fassungen, angepasst an die jeweiligen Sendeformate, gibt es ohnehin. Eher ungewöhnlich, dass es ein Film in seiner öffentlich-rechtlichen Karriere auch noch auf verschiedene Titel bringt. Aber es kommt vor, wie zwei Beispiele im April belegen.

Fachdienst medienEin gefährliches Spiel

"Wir freuen uns schon, wenn Apple über die Arbeitsbedingungen in China berichtet oder Coca-Cola über die Segnungen der Globalisierung", höhnte bereits vor einigen Jahren der 2014 verstorbene FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher in einem Essay über die Zukunft des Journalismus. Bösartige Übertreibung oder weise Voraussicht? Noch sind die Vorhersagen des Kulturkritikers Schirrmacher in dieser Form nicht eingetreten. Doch hat zum Beispiel Coca Cola Deutschland im Jahr 2013 seine Unternehmenswebsite in ein Jugendmagazin namens "Journey" umgewidmet.

Fachdienst medienEin Hauch Offenheit. Der ZDF-Fernsehrat tagt vor Publikum

Auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer bei den Sitzungen des ZDF-Fernsehrats: Im Konferenzzentrum auf dem Mainzer Lerchenberg geht es um Ausschussberichte und Programmbeschwerden, vor dem Eingang stehen dunkle Limousinen mit laufenden Motoren. Doch etwas ist neu am vergangenen Freitag: Erstmals findet das Treffen öffentlich statt.

Fachdienst medienEin Hauch von Abschied. Thomas Gottschalks Geburtstagsshow

Nach knapp drei Stunden Geburtstagsfeier wollte Barbara Schöneberger von Thomas Gottschalk wissen, ob die Sache nach seinem Geschmack gewesen sei. Das war natürlich eine rhetorische Frage - dem Jubilar war anzusehen, wie gut ihm der Abend gefallen hat. Allerdings merkte er an, die eigentliche Frage sei doch, ob die Show nach dem Geschmack der Zuschauer gewesen sei. Die Bemerkung war durchaus angebracht, schließlich hatte RTL zu Ehren des Moderators lauter Menschen eingeladen, die mindestens so alt sind wie er.

Fachdienst medienEin Loch im Herzen

Die Frage "Fluch oder Segen?" kann man sich bei der modernen Medizin kaum stellen, denn es geht nicht um eine Alternative, die Medizin ist beides. Besonders die Pränataldiagnostik hat ihre Tücken. Da erwartet eine moderne Patchworkfamilie - beide Eltern haben je eine Tochter aus einer früheren Verbindung in die Ehe mitgebracht - ihr erstes gemeinsames Kind und ist entsprechend frohgemut, als bei einer Ultraschalluntersuchung offenbar wird: Was da unterwegs ist, bei dem stimmt was nicht. Die Proportion von Kopf und Rumpf entspricht nicht der Norm.

Fachdienst medienEin Quantensprung

An praktisch jedem Tag sind die von deutschen Fernsehproduzenten hergestellten Programme die meistgesehenen in diesem Land. Zwar werden die quotenstarken Sportereignisse nicht in diesem Sinne "produziert", und Nachrichtensendungen und Magazine sind Eigenproduktionen der Sender.

Fachdienst medienEin Sturkopf

Der Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek war in den 60er und 70er Jahren eine der bekanntesten Fernsehfiguren in Deutschland. Seine 1956 gestartete Sendung "Ein Platz für Tiere", die 24 Jahre lang in der ARD lief, wurde nicht zuletzt deshalb so populär, weil der Wissenschaftler fast jedes Mal ein Tier aus dem Frankfurter Zoo mit in die Sendung brachte, das ihm dann auch schon mal in den Ärmel schlüpfte oder - wie der berühmte Gepard Cheetah - vom Studiotisch sprang, wenn ihm dort zu langweilig wurde.

Fachdienst medienEngland: Regierungspapier diskutiert Zukunft der BBC

Der britische Kultusminister John Whittingdale hat die breite Aufstellung der BBC infrage gestellt. In einem "Green Paper", einem öffentlichen Diskussionspapier zur Regierungspolitik, das am 16. Juli veröffentlich wurde, erwägt die britische Regierung unter anderem, die Finanzierung der BBC auf ein Abo-Modell umzustellen.

Fachdienst medienEntschleunigtes Charakterdrama. Die zweite Staffel "Better Call Saul"

Klick. Ein schöner, einfacher Titel für ein Staffelfinale. Klick. So heißt Folge zehn der zweiten Staffel von "Better Call Saul", einer US-Serie, die als Spin-off zu "Breaking Bad" begann, sich aber sehr bald vom großen Vorbild emanzipierte. Am Ende der Folge, die in den USA im Bezahlsender AMC lief und in Deutschland seit Dienstag auf Netflix verfügbar ist, macht es tatsächlich klick. Aber nicht so, wie man es lange Zeit erwartet hatte.

Fachdienst medienEnttäuschte Erwartungen. Verdeckte Recherche als Selbstzweck

Vier Monate lang recherchierte Abdullah Khan für die "Bild"-Zeitung verdeckt in einer Berliner Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Getarnt als Sachbearbeiter protokollierte der 26-Jährige, was in den Büros der Bürokraten vor sich geht. Die Ergebnisse kündigte das Boulevardblatt zum Veröffentlichungsstart am 8. August vollmundig an und versprach eine "ungeschönte Einschätzung" zur Arbeitsweise beim BAMF.

Fachdienst medienErdogan zählt jetzt auch zu den "Feinden der Pressefreiheit"

Inmitten seines harten Vorgehens gegen Journalisten und Medien ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem der "Feinde der Pressefreiheit" erklärt worden. Die am 2. November von Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlichte aktualisierte Liste umfasst 35 Staats- und Regierungschefs, Extremisten- und Verbrecherorganisationen sowie Geheimdienste. Anlass ist der Welttag gegen Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten.

Fachdienst medienErfreuliches Experiment

Autos und Züge fahren durch unspezifische Landschaften, Männer mit kleinen Kopfhörern im Ohr schauen unauffällig angespannt auf. Man hört zwar per Off-Kommentar, dass Martin Luther anno 1518 auf dem Weg nach Augsburg sei, und Aussagen der Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten, die zu jeder Geschichts-Doku gehören, sind in die flüssige Schnittfolge integriert. Aber die vom MDR verantwortete ARTE-Sendung nutzt einen einfachen und verblüffend gut funktionierenden Weg, um Zuschauer zum Hingucken bewegen.

Fachdienst medienErhöhter Beobachterposten

Es gibt ein fundamentales Orientierungsbedürfnis des Menschen in seiner Umwelt. Schon um 1500 vor Christus entstand der Stadtplan von Nippur. Er zeigt Festungsanlagen, die Hauptgebäude und einige topografische Elemente der ehemaligen heiligen Stadt in Mesopotamien, heute im Irak gelegen. Auch die Ägypter verstanden sich auf die Kartografie, selbst die Anlage von Königsgräbern wurde umfassend dokumentiert. Das Großreich Babylon wiederum findet sich auf einer Tontafel von 600 vor Christus dargestellt als Mittelpunkt der Welt.

Fachdienst medienErmittlungsverfahren gegen Böhmermann eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Mainz hat das Ermittlungsverfahren gegen den Fernsehmoderator Jan Böhmermann wegen dessen Erdogan-Schmähgedicht eingestellt. Strafbare Handlungen seien dem Satiriker "nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen", teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller am 4. Oktober mit. Insbesondere sei nicht nachweisbar, dass der Moderator den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan ernsthaft herabwürdigen wollte.

Fachdienst medienEs geht sich aus

Auch wenn sie keineswegs so gut war, die alte Zeit, wie sie in nostalgischer Erinnerung gern beschworen wird: als schwelgerisch ausstaffierte Rückschau ist sie nicht totzukriegen. Mit prächtigen Kostümen, komplizierten Frisuren, historischen Requisiten, feinen Manieren, melodramatischen Romanzen und außerehelich gezeugten Kindern wird die "gute alte Zeit", speziell beim ZDF, mit Hingabe als "Event" vermarktet.

Fachdienst medienEs ist hingerichtet. Gastrokritiker Dollase testet Mensaessen

"Ich bin sofort einigermaßen erschüttert. Das ist so ungefähr das Gegenteil von Sushi, um es mal ganz populär auszudrücken." Ein Mann mit grauem, leicht zerzaustem, schütterem Haar sitzt vor drei Tellern: Mensagerichte der Universität Düsseldorf - Tortellini mit Napolisauce, Königsberger Klopse mit Kartoffeln und Wildlachsfilet mit Erbseneintopf. Er widmet sich weiterhin dem Fisch: "Es ist untertrieben, das noch durchgegart zu nennen. Es ist hingerichtet", urteilt er.

Fachdienst medienEs werde Funk. Das neue Jugendangebot macht Lust auf mehr

Als die Vorbereitungen begannen, war Facebook gerade erst im Kommen. Webvideo und Fernsehen trennten noch Welten. Nach sechs Jahren voller medienpolitischer Verrenkungen ist das öffentlich-rechtliche Jugendangebot nun gestartet. Endlich. "Funk" - ein Name, der schön retro und selbstironisch klingt und damit das Lebensgefühl der Zielgruppe trifft. Aber gleichzeitig die Kuriosität vor Augen führt, dass wir im digitalen Zeitalter immer noch vom "Rundfunk" sprechen.

Fachdienst medienEtwas lebt fort

Man glaubt es kaum, aber es stimmt: die Geschichte der Anne Frank wurde bisher in Deutschland nicht verfilmt. Und es ist vielleicht gut so, dass es erst jetzt passiert, wo filmkünstlerische Mittel zur Verfügung stehen, die verhindern, dass die allseits lauernde Sentimentalität das Projekt verdirbt.

Fachdienst medienEU plant neue Regeln für Fernsehen und Internet

Mit einer großangelegten Reform will die EU-Kommission die Regeln für Fernsehen und Internet modernisieren. So sollen die stündliche Begrenzung der Werbezeit und die Vorgaben für Produktplatzierung gelockert werden, wie aus den am 25. Mai in Brüssel vorgelegten Gesetzesvorschlägen hervorgeht. Gleichzeitig will die EU den Jugendschutz im Netz verbessern. "Die Art, wie wir fernsehen oder Videos anschauen, mag sich verändert haben, nicht jedoch unsere Werte", erklärte EU-Digitalkommissar Günther Oettinger.

Fachdienst medienEU will Geoblocking von Musik und Videos abschaffen

Internetnutzer in der Europäischen Union sollen in Zukunft auch außerhalb ihrer Heimatländer auf Streamingdienste und andere digitale Inhalte zugreifen können. Die EU-Kommission plant Änderungen des Urheberrechts und stellte am 9. Dezember den Entwurf für eine Verordnung vor, mit der unter anderem das sogenannte Geoblocking von Inhalten im Internet abgeschafft werden soll. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte, das europäische Urheberrecht müsse endlich an die Erfordernisse des digitalen Zeitalters angepasst werden.

Fachdienst medienEU-Abgeordnete für höhere Europa-Quote bei Streamingdiensten

Netflix und andere Videostreaming-Anbieter sollen nach dem Willen führender Europaabgeordneter künftig mindestens 30 Prozent für Filme aus Europa vorhalten. Die Quote würde für Sendungen im Angebot von Video-on-Demand-Diensten gelten, wie die SPD-Parlamentarierin Petra Kammerevert am 26. September in Brüssel mitteilte. Generell sei eine Quote "als Sicherungsnetz" für europäische Kultur- und Filmschaffende "existenziell wichtig".

Fachdienst medienEU-Kommission erlaubt reduzierte Mehrwertsteuer für Online-Medien

Die EU-Kommission will es den Mitgliedsstaaten freistellen, die Mehrwertsteuer für digitalen Presseangebote zu senken. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Printmedien darf künftig auch auf digitale Angebote ausgeweitet werden, wie die Kommission am 1. Dezember in Brüssel mitteilte. Damit könnte die Mehrwertsteuer auf digitale Medienangebote in Deutschland sinken. Die deutschen Buch- und Presseverleger und die Bundesregierung hatten die Anpassung schon lange gefordert (epd 16/16).

Fachdienst medienEU-Kommission legt Reformpaket zum Urheberrecht vor

Die EU-Kommission will mit einem Reformpaket zum Urheberrecht einen leichteren Zugang zu Online-Inhalten auch über Grenzen hinweg schaffen. Für TV-Sender solle es beispielsweise einfacher werden, Sendungen parallel zur Ausstrahlung in Deutschland auch in anderen EU-Staaten per Internet abrufbar zu machen, teilte die Kommission am 14. September in Straßburg mit. Die Verbraucher in Europa erhielten dadurch mehr Wahlmöglichkeiten. Das Paket beinhaltet auch neue Schutzrechte für Presseverleger.

Fachdienst medienEU-Kommission plant europäisches Leistungsschutzrecht

Die EU-Kommission will Presseverlage in Europa im Streit mit Internetfirmen wie Google unterstützen. Am 21. September wird EU-Digitalkommissar Günther Oettinger ein Gesetz für ein europäisches Leistungsschutzrecht vorschlagen, wie es am 29. August aus EU-Kreisen in Brüssel hieß. Der Gesetzesplan ziele darauf ab, dass Internetfirmen Geld an Verlage zahlen müssen, wenn sie von den Verlagen bereitgestellte Inhalte anzeigen, wie dies etwa Google News tut.

Fachdienst medienEU-Kommission wirft Google unfairen Wettbewerb vor

Die EU-Kommission hat dem US-Suchmaschinenanbieter Google offiziell den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung vorgeworfen. Sie befürchte, dass Google sich durch Verstoß gegen die EU-Kartellvorschriften einen unfairen Vorteil verschaffe, sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am 15. April in Brüssel. Der Konzern muss innerhalb von zehn Wochen zu den Vorwürfen Stellung nehmen und in letzter Konsequenz mit einem Milliarden-Bußgeld rechnen.

Fachdienst medienEU-Parlamentarierin Kammerevert: Herkunftslandprinzip beibehalten

Die Europaparlamentarierin und Medienpolitikerin Petra Kammerevert (SPD) hat sich für eine Beibehaltung des Herkunftslandprinzips in der EU-Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste ausgesprochen. Sie sei dankbar, dass die deutschen Bundesländer sich deutlich zugunsten dieses Prinzips positioniert hätten, sagte Kammerevert beim 16. "Brüsseler Mediengespräch" am 12. Oktober in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz.

Fachdienst medienEuGH stellt Verleger-Anteile bei Rechteverwertung infrage

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Ausschüttung von Verleger-Anteilen durch Verwertungsgesellschaften infrage gestellt. Nationale Vorschriften, nach denen Verlegern ein Teil des den Urhebern zustehenden "gerechten Ausgleichs" gewährt wird, ohne dass die Verleger die Urheber zumindest indirekt wieder beteiligen müssen, seien nicht mit der EU-Urheberrechtsrichtlinie vereinbar, urteilte der EuGH am 12. November in Luxemburg. (AZ: C-572/13)

Fachdienst medienEuro 2016 bringt in vielen Ländern Zuschauerrekorde

Mit neuen Zuschauerrekorden ist die Fußball-Europameisterschaft 2016 am 10. Juli in Paris zuende gegangen. Die höchsten Marktanteile erreichte die Euro 2016 nicht bei den Endspielteilnehmern Frankreich und Portugal, sondern beim erstmals qualifizierten Fußballzwerg Island. So sahen das für Island siegreiche Achtelfinalspiel gegen England am 27. Juni mit einem Marktanteil von 99,8 Prozent faktisch alle Isländer auf dem privaten Fernsehkanal Sjonvarp Simans. Allerdings zählt die isländische Bevölkerung nur 330.000 Menschen.

Fachdienst medienEuro, Krise, Emotionen. Griechenland-Berichterstattung im Ersten

So viel Berichterstattung ist selten: Seit die griechische Regierung die Verhandlungen mit der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds platzen ließ, zeigt das Erste fast täglich Sondersendungen und "Brennpunkt"-Ausgaben. In der "Tagesschau" nehmen die Berichte über Griechenland ein gutes Drittel der Sendezeit ein, bei "tagesschau.de" informiert ein Live-Ticker über das Neueste von der Griechenland-Krise.

Fachdienst medienEutelsat muss kurdische Fernsehsender wieder ausstrahlen

Der französische Fernsehsatellitenbetreiber Eutelsat muss die beiden kurdischsprachigen Fernsehsender Med Nuce TV und Newroz TV wieder ausstrahlen. Das beschloss das Pariser Handelsgericht (Tribunal de Commerce de Paris) am 15. und 17. November. Eutelsat hatte auf Veranlassung des Türkischen Rundfunkrates (RTÜK) den in Kurdisch und Türkisch sendenden Kanal Med Nuce TV am 3. Oktober und den in Kurdisch und Persisch sendenden Kanal Newroz TV am 11. Oktober vom Satelliten genommen.

Fachdienst medienEvangelische Kirche will Blasphemieverbot beibehalten

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will das sogenannte Blasphemieverbot beibehalten. Es sei "kein geeignetes Zeichen der Solidarität mit den Terroropfern in Frankreich", den Straftatbestand der Religionsbeschimpfung abzuschaffen, sagte der Präsident des EKD-Kirchenamtes, Hans Ulrich Anke, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe vom 16. Januar). Der Paragraf 166 des Strafgesetzbuches wende sich nicht gegen scharfe Religionskritik, sondern allein gegen eine "öffentliche grobe, verächtlichmachende Beschimpfung".

Fachdienst medienExil oder Gefängnis

Eine nüchterne Excel-Tabelle, 155 Namen in der ersten Spalte. In der zweiten Spalte heißt es nur lapidar: davor oder danach. Die dritte: Grund der Untersuchung. Weitere Spalten mit Nummern, Erklärungen, "Putsch" oder "Nicht-Putsch". Menschliche Schicksale. Es ist die Liste inhaftierter Medienvertreter, die die Aktivisten der türkischen Medienplattform P24 zusammengetragen haben. Journalisten, Medienunternehmer, Redaktionsmitarbeiter, die in der Türkei im Gefängnis sitzen. Auch Deniz Yücel steht darauf, der "Welt"-Korrespondent.

Fachdienst medienFall Böhmermann: Regierung gibt Auskunft zu interner Bewertung

Im Streit über die "Schmähkritik" des ZDF-Satirikers Jan Böhmermann auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan mauert die Bundesregierung weiter: Auch nach einem Gerichtsurteil äußert sich das zuständige Auswärtige Amt nicht inhaltlich dazu, ob und warum es das Gedicht in einer regierungsinternen juristischen Bewertung für strafbar hielt. In einer Auskunft an den Berliner "Tagesspiegel", die dem epd vorliegt, wird in diesem Zusammenhang lediglich mehrfach auf die Einschätzung verwiesen, dass die Prüfung Aufgabe der deutschen Gerichte sei.

Fachdienst medienFall Kachelmann: Axel Springer streitet weiter

Der Rechtsstreit zwischen Wettermoderator Jörg Kachelmann und dem Medienkonzern Axel Springer geht weiter. Das Unternehmen legte gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Köln Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof ein, wie ein Sprecher am 15. August dem epd sagte. Das Gericht hatte Kachelmann Mitte Juli als Ausgleich für 26 Fälle schwerwiegender Persönlichkeitsrechtsverletzung eine Geldentschädigung von insgesamt 395.000 Euro zugesprochen (epd 29/16). Inklusive Zinsen muss Springer dem Moderator rund 513.000 Euro zahlen.

Fachdienst medienFalschmeldungen zum NPD-Urteil sorgen kurzzeitig für Verwirrung

Falschmeldungen zum NPD-Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben am 17. Januar kurzzeitig für Verwirrung gesorgt. Noch vor dem Verlesen des Urteils in Karlsruhe verbreiteten mehrere Medien Eilmeldungen, dass die rechtsextreme NPD verboten worden sei. So meldeten etwa "Spiegel Online", das Erste, Phoenix, "Zeit Online", die "Frankfurter Rundschau" und die "Neue Zürcher Zeitung" das angebliche NPD-Verbot. Wenig später folgten Korrekturen, dass kein Verbot ergangen sei, und Entschuldigungen der Redaktionen bei den Lesern (vgl. auch Tagebuch in dieser Ausgabe).

Fachdienst medienFernab demokratischer Kontrolle

Die Medienangebote und ihre Verbreitung verändern sich in den letzten Jahren rasant, um nicht zu sagen revolutionär. Dieser Prozess ist in erster Linie technikgetrieben. Entscheidend dafür ist die Digitalisierung der Kommunikationsinfrastrukturen, die in ihrer Bedeutung von Norbert Schneider, dem früheren Direktor der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen, plastisch mit der Erfindung eines neuen Alphabets gleichgesetzt wurde.

Fachdienst medienFieberhafte Suche

Zielfahnder, die Grenzen überschreiten, um einen in Deutschland aus dem Gefängnis ausgebrochenen rumänischen Gewaltverbrecher zu verhaften, in einem Thriller, der in seiner dynamischen Wucht und dramaturgischen Vielgestaltigkeit die Grenzen der meisten deutschen Fernsehkrimis überschreitet: Sechs Jahre nach ihrer Zusammenarbeit in der überragenden Miniserie "Im Angesicht des Verbrechens" zeigen Dominik Graf und sein Drehbuchautor Rolf Basedow, dass es in der globalisierten Welt der Verbrechensbekämpfung ganz anders zugeht als in der von Deutschen bevölkerten, übersichtlichen Postkarte

Fachdienst medienFrankreich: CSA scheitert beim Obersten Verwaltungsgericht

Der französische Medienregulierer CSA hat erneut eine aufsehenerregende Niederlage vor dem Conseil d'Etat erlitten. Das höchste Verwaltungsgericht Frankreichs hob am 30. März die Entscheidung des CSA auf, dem TV-Sender Numéro 23 die Sendeerlaubnis und die zugehörige digital-terrestrische Frequenz zum 30. Juni 2016 zu entziehen. Der vom CSA angeführte Rechtsmissbrauch durch die Eigentümer von Numéro 23 sei nicht nachgewiesen, erklärte das Gericht.

Fachdienst medienFrankreich: France Télévisions startet Nachrichtenkanal

Am 1. September hat Franceinfo, der neue TV-Nachrichtenkanal des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frankreich, seine Tätigkeit aufgenommen. Er wurde gemeinsam von den vier Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frankreich, Delphine Ernotte (France Télévisions), Mathieu Gallet (Radio France), Marie-Christine Saragosse (France Médias Monde) und Laurent Vallet (INA), gestartet. Franceinfo wird rund um die Uhr über das digitale Antennenfernsehen DVB-T (in Frankreich TNT) verbreitet und ist auch über andere digitale Empfangsplattformen sowie als Livestream zu empfangen.

Fachdienst medienFrankreich: Medienfreiheit trotz Ausnahmezustand

In Frankreich ist die Einschränkung der Pressefreiheit von den Maßnahmen während des laufenden Ausnahmezustands ausgenommen worden. Nationalversammlung und Senat billigten am 19. und 20. November ein Notstandsgesetz, das den Ausnahmezustand für drei Monate bis zum 25. Februar 2016 verlängert. Den Antrag hatte die sozialistische Regierung von Premierminister Manuel Valls gestellt. Hintergrund sind die Anschläge der Terrororganisation "Islamischer Staat" am 13.

Fachdienst medienFrankreich: TV-Eigentümer verhindert kritische Sendung

Der neue Eigentümer des marktführenden französischen Pay-TV-Senders Canal Plus, der Multiunternehmer Vincent Bolloré, hat mit einem Anruf beim Programmchef die Ausstrahlung einer Sendung unterbunden. In dem nicht ausgestrahlten Beitrag werde die Genossenschaftsbank Crédit Mutuel stark kompromittiert, berichtete die französische Online-Zeitung "Mediapart" am 29. Juli.

Fachdienst medienGawker Media beantragt Gläubigerschutz

Das US-amerikanische Blog-Netzwerk "Gawker" ("Gaffer") hat wegen einer kostspieligen Niederlage vor Gericht in New York Gläubigerschutz beantragt. Zuvor hatte ein Gericht in Florida dem Ex-Wrestler und Schauspieler Terry Gene Bollea ("Hulk Hogan") einen Schadenersatz von 140 Millionen Dollar zugesprochen. Wie das Onlinemedium "Politico" berichtete, will Gawker Media nun offenbar seine Webseiten verkaufen. Die Medien- und Internetfirma Ziff Davis habe 90 Millionen bis 100 Millionen Dollar geboten. Gleichzeitig läuft der Berufungsantrag von Gawker Media.

Fachdienst medienGegen die Willkür. US-Medien berichten verstärkt über den Strafvollzug

Guantanamo hat Menschen weltweit entsetzt. Doch in vielen US-Gefängnissen geht es in den Isolationszellen nicht viel anders zu als in dem US-Gefangenenlager auf Kuba. Nachlesen kann man das auf der Seite solitarywatch.com: Das Online-Magazin öffnet Fenster in die verborgene und versteckte Welt der Isolationshaft, in die "black sites" des US-Justizvollzugs, wie Redakteur James Ridgeway einmal sagte. Es schreiben auch Männer und Frauen aus der Isolationshaft.

Fachdienst medienGezielt lächerlich gemacht. "Hart aber fair" und der Sexismus

Wenn das keine Schnapsidee ist: Der WDR möchte eine gerade erst wegen verschiedener Sexismusvorwürfe inkriminierte Ausgabe der Talkshow "Hart aber fair" neu ansetzen, und zwar mit denselben Gästen. Ob man wirklich hofft, die Teilnehmer hätten in der Zwischenzeit ihre Ansichten revidiert und würden nun ganz anders argumentieren? Oder, um bloß einen Bruchteil der naheliegenden Metaphern zu bemühen, Kreide gefressen und nur noch mit Wattebällchen um sich werfen?

Fachdienst medienGlänzende Komödie

Verblichen ist nicht nur der Divenglanz, der einst Anneliese Behrens' (Hannelore Elsner) Aura ausmachte, aus der Mode gekommen wirkt auch der opulente Pelz, den der einstige Opernstar nie ablegt. Für ihr hohes C in der "Zauberflöte" einst bewundert, war sie immer mehr "Königin der Nacht" für ihr Publikum als der mütterliche Typ, der Einschlaflieder für die einzige Tochter sang. Die häusliche Bühne war ihr immer zu klein. Dass es mit der Grandezza nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung aus ist, passt nicht in ihr Weltbild.

Fachdienst medienGoogle schließt Kooperation mit acht europäischen Zeitungsverlagen

Der Internetkonzern Google hat mit acht europäischen Zeitungsverlagen eine Partnerschaft geschlossen. Ziel sei es, qualitativ hochwertigen Journalismus in Europa zu fördern, teilten die Partner am 28. April in London mit. Zu den Gründungsmitgliedern der "Digital News Initiative" gehören unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und die "Zeit", die britische "Financial Times" und die spanische Tageszeitung "El País".

Fachdienst medienGoogle weist Vorwurf des Marktmissbrauchs erneut zurück

Google hat erneut den Vorwurf der EU-Kommission zurückgewiesen, mit dem Dienst Google Shopping werde der Wettbewerb zwischen Internet-Preisvergleichsseiten beeinträchtigt. Auch das neue Schreiben der Kommission vom Juli passe nicht zu der Realität des Online-Shoppings der meisten Menschen, erklärte der Chefsyndikus des Internetkonzerns, Kent Walker, am 3. November im Google-Blog. Der Google-Service sei hilfreich für Nutzer und Verkäufer.

Fachdienst medienGriechenland startet früheren Rundfunk ERT neu

Der 2013 geschlossene öffentlich-rechtliche Griechische Rundfunk ERT wird neu gestartet. Das hat das griechische Parlament in der Nacht vom 28. zum 29. April nach einer zweitägigen Debatte beschlossen. Für das ERT-Wiederherstellungsgesetz stimmten die Abgeordneten der neuen Regierungskoalition aus den Radikalen Linken (Syriza) von Ministerpräsident Alexis Tsipras und den sozial-konservativen Unabhängigen Griechen (Anel) von Verteidigungsminister Panos Kammenos.

Fachdienst medienGriechenland: Nationale Fernsehlizenz neu vergeben

In Griechenland wurde die Vergabe der vier Lizenzen für die nationale Verbreitung von Privatfernsehen zum Teil revidiert. Zum neuen Gewinner der vierten Lizenz erklärte die griechische Regierung am 30. September den griechisch-russischen Geschäftsmann Ivan Savvidis. Zuvor hatte der Bauunternehmer Ioannis Kalogritsas seine Lizenz zurückgegeben, weil er die erforderliche erste Rate in Höhe von 17,5 Millionen Euro nicht pünktlich zahlen konnte.

Fachdienst medienGriechenland: Wiedereröffnung von ERT verschoben

Die für den 25. Mai angekündigte Wiedereröffnung des öffentlich-rechtlichen Griechischen Rundfunks ERT ist verschoben worden. Grund dafür ist eine Verzögerung bei der Bestellung der Mitglieder der Aufsichtsgremien. Erst am 25. Mai billigte der Parlamentssonderausschuss für Institutionen und Transparenz nach über neunstündiger Debatte mehrheitlich fünf Mitglieder des neuen ERT-Verwaltungsrates.

Fachdienst medienGriechenland: Zeitungen droht Schließung

Die griechischen Zeitungen "Ta Nea" und "To Vima" können trotz finanzieller Schwierigkeiten vorerst weiter erscheinen. Ein Athener Gericht gab am 13. Februar ein Bankkonto der griechischen Lambrakis-Mediengruppe (DOL) auf Antrag von Mitarbeitern wieder frei. Die 500 Mitarbeiter können damit nach sieben Monaten wieder bezahlt werden. Mehrere Ausgaben der Zeitungen konnten nicht erscheinen.

Fachdienst medienGrimme-Institut vergibt künftig Preise für Kinderfernsehen

Das Grimme-Institut in Marl führt eine eigene Preis-Kategorie für Kinder- und Jugendfernsehen ein. Ab dem Jahr 2016 können in dem neuen Wettbewerb "Kinder & Jugend" zwei Grimme-Preise verliehen werden, wie das Institut am 16. September dem epd mitteilte. In den Kategorien "Fiktion" sowie "Information & Kultur" werden nur noch vier statt fünf reguläre Preise vergeben.

Fachdienst medienGroßbritannien: BBC 1 bleibt TV-Marktführer

In Großbritannien waren die digitalen Spartenkanäle die Gewinner des Fernsehjahres 2015. Sie erreichten zusammen einen Marktanteil von 47,5 Prozent, ein Zuwachs um 0,7 Prozentpunkte, wie der Forschungsdienst Barb mitteilte.

Fachdienst medienGroßbritannien: BBC erhält neues Steuerungsgremium

Die britische Regierung hat die neue BBC-Charter veröffentlicht, die am 1. Januar in Kraft getreten ist. Die Royal Charter ist das Gesetz, auf dem die Finanzierung und Organisation der BBC beruht. Die Steuerung des Senders wird demnach künftig bei einem "BBC Board" liegen und nicht mehr beim BBC Trust. Das neue Gremium wird aus 14 Mitgliedern bestehen. Neun Mitglieder bestimmt die BBC, die restlichen Mitglieder sollen von der Regierung benannt werden.

Fachdienst medienGroßbritannien: BBC und ITV gewinnen Marktanteile

Im Sportgroßereignisjahr 2016 waren BBC und ITV nach Angaben des Forschungsdienstes Barb die Gewinner auf dem britischen Fernsehmarkt. BBC und ITV zeigten gemeinsam die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich, die BBC allein die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Verlierer waren 2016 die unter "others" zusammengefassten digitalen Spartenkanäle.

Fachdienst medienGroßbritannien: David Clementi wird BBC-Vorsitzender

Der frühere Bankier David Clementi wird Vorsitzender des neuen Steuerungsgremiums der BBC. Der 67-Jährige tritt sein Amt als Chef des "BBC Boards" Anfang April 2017 an. Dann treten auch andere Veränderungen der Aufsicht und Leitung der BBC in Kraft. Sie waren mit der neuen Royal Charter, die seit dem 1. Januar 2017 gilt, festgelegt worden (epd 1/17).

Fachdienst medienGroßbritannien: Parlamentarier wollen Haushaltsabgabe

Großbritannien erwägt, die Fernsehgebühren in eine Haushaltsabgabe nach deutschem Vorbild umzuwandeln. Die heutige "TV Licence Fee" habe keine langfristige Zukunft und müsse innerhalb der kommenden 15 Jahre modernisiert werden, forderten Parlamentsabgeordnete des Ausschusses für Kultur, Medien und Sport. Die Gebühr sei mit den Veränderungen in den Medien "immer schwieriger zu rechtfertigen", heißt es in einem Bericht des Ausschusses, der Ende Februar veröffentlicht wurde. Die Abgeordneten schlagen vor, dass künftig jeder Haushalt eine Abgabe zahlen muss.

Fachdienst medienGrundrechtsabwägung

Es ist schon einige Monate her, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) sein Urteil zum sogenannten Recht auf Vergessen gesprochen hat (epd 20/14). Die Diskussion um die Umsetzung der Vorgaben bei der Löschung von Links durch Google ist ruhiger geworden. Indes sind die Löschungen in vollem Gange, die dabei aufgetauchten Fragen sind weiterhin dringlich und bedürfen einer Lösung.

Fachdienst medienGute Nacht, Domian. Und Dankeschön fürs Zuhören

Ihm sei nichts Menschliches fremd, er mache das auch im Internet und man kenne ihn aus dem Fernsehen. So kündigte unlängst Bettina Tiedjen ihren Talkgast, den Fernseharzt Johannes Wimmer, an. Dessen wachsende Popularität beruht nicht zuletzt auf der Tatsache, dass die Menschen sich oft genieren, mit ihren Wehwehchen zum Facharzt zu gehen, sondern sich erst einmal als Google-Patienten anonym mit ihren Leiden beschäftigen. "Vor allem nachts um drei", so Wimmer, schnelle die Klickrate erfahrungsgemäß nach oben.

Fachdienst medienHaseloff fordert weitere Senkung des Rundfunkbeitrags

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich für eine weitere Senkung des Rundfunkbeitrags ausgesprochen. Die unabhängige Gebührenkommission KEF werde voraussichtlich empfehlen, den Beitrag ab 2017 um 30 Cent auf dann 17,20 Euro pro Monat zu reduzieren, erklärte der CDU-Politiker am 3. Februar in Magdeburg. Haseloff kündigte an, er werde eine solche Empfehlung im Kreis seiner Amtskollegen unterstützen.

Fachdienst medienHilfreiche Nervensäge

Von Pressetexten und Interviews mit den Beteiligten an einer Produktion ist bekanntlich nichts anderes zu erwarten als hymnisches Eigenlob und enthusiastische Bekundungen über die beglückende Erfahrung der Zusammenarbeit.

Fachdienst medienHoffen, Bangen, Sterben

Für diesen Film gebührt Sat.1 großer Respekt: weil das Thema alles andere als bequem ist und weil die Beteiligten kein Melodram daraus machen mussten. Es geht um Organspende, und da ist die Versuchung groß, sich dem Sentiment hinzugeben. Benedikt Röskau, Autor großer zeitgeschichtlicher Dramen wie "Contergan" oder "Das Wunder von Lengede" und alles andere als ein Kitschschreiber, erzählt die vorzüglich gespielte und inszenierte Geschichte auf mehreren Ebenen.

Fachdienst medienHölle der Partyseelen. Warum Frank Schulz verfilmt werden muss

Der Schriftsteller Frank Schulz ist kein unbekannter Nischenautor. Spätestens seit dem dritten Teil seiner "Hagener Trilogie", dem 500-Seiten-Roman "Das Ouzo-Orakel" von 2006, wird jedes neue Buch mit langen Besprechungen in den großen Feuilletons bedacht. Oft sind die Bewertungen hymnisch und heben den in Hagen bei Stade geborenen 58-Jährigen in den Rang eines wichtigen deutschen Gegenwartserzählers. 

Fachdienst medienHören und Sehen

Kein Bild, keine Klickzahlen - ohne visuelle Reize läuft kaum noch was im medialen Alltag. Vor allem online nehmen Zahl wie auch Bedeutung von Bildinhalten immer weiter zu. Fotos und vor allem Videos entscheiden, welche Inhalte beachtet werden - und welche in der Flut digitaler Informationen untergehen. Ein Problem für das Radio?

Fachdienst medienHorror-Trip

Das Rezept klingt simpel: Man nehme den Titel der ersten Folge, nenne die 1000. Folge ebenso und nehme sie einfach wörtlich. Der Jubiläums-"Tatort: Taxi nach Leipzig" erzählt von einer - unfreiwilligen - Taxifahrt nach Leipzig. Verglichen mit dem Ballyhoo, das die ARD im Vorfeld auf allen Kanälen betrieb, erscheint dieser Ansatz allerdings geradezu sympathisch, denn das Bestehen der 46 Jahre alten ARD-Krimireihe wird hier in kleinem Rahmen gefeiert: Als nächtliches Roadmovie und Kammerspiel mit drei Protagonisten auf engstem Raum.

Fachdienst medienIch und der Holocaust. Erinnerungskultur im Wandel

In diesen Tagen, rund um den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, häufen sich die Erinnerungsstücke im Fernsehen. Arte ist standesgemäß mit einem Themenabend dabei, 3sat mit zwei einschlägigen Filmen, die Dritten Programme mit spät platzierten Einzelstücken. ARD und ZDF haben was anderes vor. Nachrichtlich ist die Angelegenheit in die Empörung über Björn Höckes geschichtsrevisionistische Forderung gerutscht, man solle die Erinnerungskultur um 180 Grad umkehren, was dann ja logischerweise heißen muss, nicht der Opfer der Nazis zu gedenken, sondern der Nazis.

Fachdienst medienIllustrierte Geschichtsstunde

Hätten Sie’s gewusst? Wahrscheinlich nicht. Und da man in diesem Film leider viele der interessanten Fakten auch nicht erfährt, die Drehbuchautorin Meriko Gehrmann im Presseheft nennt, sollen sie hier nachgetragen sein: Erst ab 1974 standen weiblichen Bewerberinnen alle Bereiche der Kriminalpolizei offen. Zuvor waren sie allerdings schon in den sogenannten Spielwarenabteilungen tätig (also Delikte im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen).

Fachdienst medienIm Strudel der Kritik. Schweighöfers "You are wanted"

Die ersten Sekunden haben es in sich: An der verschlossenen Wohnungstür rüttelt es, drinnen zerstört ein Mann seinen Computer mit Hilfe einer Bohrmaschine und setzt ihn anschließend in Brand, bevor er selbst von lodernden Flammen erfasst aus dem Fenster des grauen Berliner Hochhauses stürzt.

Fachdienst medienIm verschwörerischen Schein

Im Wasser schwimmt eine Leiche. "Das bin ich. Nein, das war ich", hört man aus dem Off. Der Mann, der aus dem Jenseits zu den Zuschauern spricht, ist Wolfgang Fürstner, ein Wehrmachtshauptmann, der verantwortlich war für den Bau und die Organisation des olympischen Dorfes bei den Sommerspielen 1936 in Berlin. Noch vor Beginn der Spiele wurde er zum stellvertretenden Kommandanten degradiert, weil er jüdische Vorfahren hatte. Wenige Tage nach der Schlussfeier schoss er sich eine Kugel in den Kopf. 

Fachdienst medienIndianer weinen doch

Es ist bemerkenswert, mit welcher Verve der Privatsender RTL zurzeit olle Kamellen ausgräbt. Unter dem neu belebten Sendernamen RTLplus werden verstaubte Formate wiederbelebt, vom "Glücksrad" bis zum "Großen TV Roman". Im Hauptprogramm wird "Der heiße Stuhl" aus dem Fundus geholt, und bei RTL Nitro erlaubt man sich den Spaß, die Show "Tutti Frutti" erneut aufzulegen. Zurück in die eigene Vergangenheit der 1980er und 90er Jahre. Fernsehen auf Wiedervorlage.

Fachdienst medienItalien: Journalistin Maggioni ist neue RAI-Präsidentin

Italiens öffentlich-rechtlicher Rundfunk RAI hat eine neue Führung. Am 5. August wählte der neue RAI-Verwaltungsrat die 51-jährige Starjournalistin und Direktorin des RAI-Nachrichtenkanals RaiNews24, Monica Maggioni, einstimmig zur RAI-Präsidentin. Sie löste damit an der RAI-Spitze Anna Maria Tarantola ab, deren dreijährige Amtszeit ablief. Am gleichen Tag bestätigte der zuständige Parlamentsausschuss für Rundfunkfragen die neue Präsidentin.

Fachdienst medienJedem sein Buzzfeed? Internet-Jugendangebote allüberall

Was heißt eigentlich öffentlich-rechtlich im Internet? Dafür fehlen bislang schlicht überzeugende Modelle. Das könnte sich bald ändern: Für den zum "Jugendangebot" geschrumpften Jugendkanal sollen einige der irrwitzigen Beschränkungen fallen, die Politik und Justiz den Öffentlich-Rechtlichen auf Druck von ideenlosen Verlegern auferlegt haben. Keine Sieben-Tage-Regel, mehr nonlineares Fernsehen - und vor allem eine starke Nutzung von Drittplattformen.

Fachdienst medienJournalismus trotz allem. Das spanische Internetportal "Eldiario.es"

Debatten über journalistische Ethik finden in Spanien selten statt. Kaum jemand fragt sich, ob es mit der journalistischen Ethik vereinbar ist, bestimmte Informationen nicht zu veröffentlichen oder ob es an anderer Stelle richtig ist, jedes Detail publik zu machen. Derzeit stehen viele bekannte Spanier im Zusammenhang mit den "Panama Papers" öffentlich am Pranger: Filmschauspieler, Medienunternehmer und Mitglieder der Königsfamilie. Diese Entwicklung hat viel mit den neuen digitalen Medien in Spanien zu tun.

Fachdienst medienJournalisten von "Cumhuriyet" wieder auf freiem Fuß

Nach drei Monaten Untersuchungshaft sind zwei regierungskritische Journalisten der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" wieder frei. Das Verfassungsgericht der Türkei entschied am 25. Februar, die Inhaftierung von Chefredakteur Can Dündar und des Büroleiters in Ankara, Erdem Gül, verstoße gegen ihre verfassungsmäßigen Rechte. Sie müssten daher umgehend freigelassen werden. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern die Verbreitung von Staatsgeheimnissen und Unterstützung einer terroristischen Organisation vor. Das Verfahren soll am 25.

Fachdienst medienJugendangebot von ARD und ZDF soll "Content-Netzwerk" sein

ARD und ZDF wollen ihr neues Jugendangebot im Internet als "Content-Netzwerk" anlegen. Nicht eine klassische Startseite wie bei "tagesschau.de" stehe im Vordergrund, sondern die Verteilung unterschiedlicher Inhalte auf Drittplattformen wie YouTube und Facebook, heißt es in dem Konzept zum Angebot, das dem epd vorliegt. Der Erfolg bei den Nutzern solle durch einzelne Formate bewirkt werden und nicht durch ARD und ZDF als Marke.

Fachdienst medienJugendangebot: Politik erlaubt Nutzung von Drittplattformen

Die Bundesländer wollen ARD und ZDF erlauben, die Beiträge ihres geplanten Online-Jugendangebots auch auf Drittplattformen wie Facebook und YouTube anzubieten. Forderungen aus der privaten Medienwirtschaft nach einem Verbot der Nutzung solcher Plattformen könne nicht entsprochen werden, heißt es in einem am 21. September veröffentlichten Sachstandsbericht der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt. Ein Verbot würde den "nachweisbaren Nutzungsgewohnheiten der Zielgruppe" widersprechen und könne den Erfolg des gesamten Vorhabens gefährden.

Fachdienst medienJurist: Kurzberichterstattungsrecht bei Olympia kaum durchsetzbar

ARD und ZDF müssen bei den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 auch um die Rechte für die Kurzberichterstattung etwa in Nachrichtensendungen bangen. Nach Einschätzung des Frankfurter Sportrechtsexperten Stephan Dittl könnte es sein, dass die Öffentlich-Rechtlichen von den Olympischen Spielen trotz des gesetzlichen Kurzberichterstattungsrechts keine einzige Sekunde Bewegtbild senden dürfen. "Das liegt vor allem daran, dass die Olympischen Spiele eben nicht in Deutschland stattfinden", sagte Dittl am 22. Dezember dem epd.

Fachdienst medienKapitulation vor der Zielgruppe. Das SWR-Format "1080 Nerdscope"

Gleich vorneweg: Das wird kein billiges YouTuber- oder LeFloid-Bashing. Letzterer musste für sein zweifellos uninspiriertes Merkel-Interview eine derart fiese Häme über sich ergehen lassen, wie sie sich die Kollegen sogar bei offensichtlicheren Hofberichterstattern wie Sigmund Gottlieb verkneifen.

Fachdienst medienKartellamt leitet kein Verfahren gegen Google ein

Die deutschen Zeitungsverlage haben im Streit mit Google eine Niederlage erlitten. Das Bundeskartellamt leitet kein Verfahren gegen den Suchmaschinenanbieter ein, wie die Wettbewerbsbehörde am 9. September in Bonn mitteilte. Hintergrund ist das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverlage im Internet. Der Verwertungsgesellschaft VG Media hatte sich beim Kartellamt darüber beschwert, dass Google Suchergebnisse für Verlagsseiten nur noch verkürzt anzeigt, wenn die Verlage einer unentgeltlichen Nutzung nicht zustimmen.

Fachdienst medienKartellamt prüft neues TV-Konzept der Bundesliga

Das Bundeskartellamt prüft ein neues TV-Vermarktungskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL), das Einschränkungen bei den Free-TV-Berichten in der "Sportschau" mit sich bringen könnte. Derzeit werde untersucht, ob gegen den Zuschnitt der Pakete und die Ausgestaltung des Vergabeverfahrens kartellrechtliche Bedenken bestehen, sagte der Sprecher der Bonner Wettbewerbsbehörde, Kay Weidner, am 7. Juli dem epd. Die Prüfung befinde sich noch in einem frühen Stadium. Das Amt werde TV-Sender und andere Marktteilnehmer zu dem Konzept befragen.

Fachdienst medienKeillors letzte Show. Lichter aus in Lake Wobegon

Geliebt, gelegentlich als kitschig belächelt, doch ein Vorzeigebeispiel des erzählenden Hörfunks: Für Millionen Radiohörer in den USA geht dieser Tage, wie man so sagt, ein Ära zu Ende. Das Dörfchen Lake Wobegon in Minnesota verschwindet vom Erdboden. Die beiden Kirchen, eine lutherisch, die andere katholisch, schließen die Türen. Das Chatterbox Café, wo Wirtin Dorothy Filterkaffee ausschenkt und Rhabarberkuchen serviert, und die Bar Sidetrack Tap, wo die alten Männer die Zeit totschlagen, wird es nicht mehr geben.

Fachdienst medienKein Kinderwunsch

Die Sache mit dem punktierten Kondom ist für Anna (Franziska Weisz) dann doch zu viel. Ein Betrugskondom in Philipps Tasche zum Zweck, sie heimlich und gegen ihren Wunsch zu schwängern. Der ultimative Vertrauensbruch. Ihm (Felix Klare) war schon unwohl dabei, sie zu hintergehen, also wollte er mit schlechtem Gewissen, aber neuerdings kaum zu stoppendem Fortpflanzungsbegehr das Schicksal die Entscheidung treffen lassen. Zwei Kondome zur Auswahl, eins in goldener Verpackung, intakt.

Fachdienst medienKeine Einbahnstraße

Medienmacher sind auf ihr Publikum angewiesen. Ohne die Leser, Hörer oder Zuschauer geht es nicht. Doch lange Zeit orientierten sich Journalisten eher an Kollegen in der eigenen Redaktion oder an den Leitmedien als an den Wünschen und Erwartungen ihres Publikums. Diese Asymmetrie gerät nicht zuletzt durch neuartige Formen der Publikumsbeteiligung zusehends ins Wanken.

 

Fachdienst medienKEK fordert Weiterentwicklung des Medienkonzentrationsrechts

Nach Auffassung der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) muss das Medienrecht geändert werden, um den Veränderungen in der Mediennutzung gerecht zu werden. "Wir haben eine dramatische Veränderung auf den Medienmärkten zu beobachten", sagte der KEK-Vorsitzende Ralf Müller-Terpitz am 10. Februar bei der Vorstellung des fünften Medienkonzentrationsberichts in Berlin.

Fachdienst medienKEK: Sat.1 muss weiterhin Drittesendezeiten bereitstellen

Sat.1 muss weiterhin Sendezeiten für unabhängige Dritte bereitstellen. Der Konzern ProSiebenSat.1 habe von Oktober 2014 bis September 2015 einen Zuschaueranteil von 20,04 Prozent erzielt, teilte die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) am 11. November in Berlin mit. Nach dem Rundfunkstaatsvertrag sei damit das Programm des Konzerns, das den höchsten Zuschaueranteil habe, zur Einräumung von Drittsendezeiten verpflichtet. Dies sei gegenwärtig Sat.1.

Fachdienst medienKiffen beim Kakao

Hat dieser Mann ein Pech! Der Wiener Kriminalpsychologe Richard Brock (Heino Ferch) auf den "Spuren des Bösen" hat die ZDF/ORF-Dauerkarte fürs ganz große Unglück gezogen. Erst bringt sich seine Frau um. Einmal erstickt er fast bei einem Wohnungsbrand. Er wird von einem Irren gestalkt. Und jetzt ersticht er, als er Nothilfe für ein bedrohtes Callgirl (Marvie Hörbiger) leistet, einen ihm anvertrauten Schizophrenen. Wegen des Verdachts der "Notwehrüberschreitung" kommt er in den Knast.

Fachdienst medienKlabautermann fürs Narrenschiff

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten war der Realitätscheck der gesellschaftlichen und medialen Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika. Demokratie und Zivilgesellschaft erwiesen sich als schwach gegen Hetze und Demagogie mit Trend zum Autokratischen. Trumps Wähler wussten, für wen sie da stimmten. Die Menschen driften auseinander in ihre eigenen Welten. Das fing nicht mit dem Wahlkampf an und wird sich auch nicht so schnell ändern.

Fachdienst medienKlärungsbedarf bei Urteil zu regionaler Werbung bei ProSieben

In der Diskussion um regionale Werbespots bei bundesweiten TV-Sendern hat sich der Medienaufseher Jürgen Brautmeier verwundert über das Urteil zugunsten des Privatsenders ProSieben gezeigt. Aus Sicht der Landesmedienanstalten sei Werbung ein Bestandteil des Programms und dürfe deshalb aus lizenzrechtlicher Sicht nicht anders behandelt werden als redaktionelle TV-Inhalte, sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) am 18. Dezember in Berlin.

Fachdienst medienKlassisches Geschichtsfernsehen

Das Bild ging um die Welt: US-Präsident Barak Obama und Kubas Präsident Raul Castro beim Händedruck. Ende einer feindseligen Ära, Beginn einer neuen Politik, ein weltpolitischer Einschnitt. Wie kam es dazu? Wie verlief die Geschichte Kubas? Wer Kuba verstehen will, so steht es als Leitsatz über der Produktion von ZDFinfo, der muss seine Vergangenheit kennen. 

Fachdienst medienKlavier der Gefühligkeiten. Die Flüchtlingsdebatte in den Medien

Der kurze Sommer der Anarchie ist vorüber. Das Narrativ "Wir helfen" und "Wir schaffen das" ist de facto ersetzt durch das Narrativ "Ordnung gegen Chaos" und "Wir registrieren". Schengen wird durch neue alte Grenzregime abgelöst, jetzt mit Nato-Stacheldraht. Dublin II ist gescheitert, aber politisch noch nicht erledigt. Die Flüchtlinge sind immer noch da.

Fachdienst medienKnothe: Bisher keine Vorfestlegung zur Höhe des Rundfunkbeitrags

Nach Auskunft von Matthias Knothe, Leiter der Stabsstelle Medienpolitik in der schleswig-holsteinischen Staatskanzlei, gibt es noch keine Vorentscheidung der Länder zur Höhe des Rundfunkbeitrags ab 2017. Ob der Rundfunkbeitrag auf der derzeitigen Höhe belassen oder – wie von der Gebührenkommission KEF vorgeschlagen – um 30 Cent gesenkt werde, sei noch völlig offen, sagte Knothe am 10. Mai auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig.

Fachdienst medienKommission schlägt Tobias Schmid als neuen LfM-Direktor vor

Der Vorsitzende des Privatrundfunk-Verbands VPRT, Tobias Schmid, soll nach dem Willen der neunköpfigen Findungskommission neuer Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) werden. Das Gremium schlug Schmid am 20. Mai einstimmig auf der Sitzung der LfM-Medienkommission vor, wie die Landesanstalt in Düsseldorf mitteilte. Schmid, der bei RTL für Medienpolitik zuständig ist, könnte damit Nachfolger von LfM-Direktor Jürgen Brautmeier werden, dessen Amtszeit am 30. September endet.

Fachdienst medienKommt jetzt der Boom?

Wer in diesem Jahr die Berlinale besuchte, kam an Moritz Bleibtreu nicht vorbei. Warmherzig lächelte er aus den vielen Lichtkästen, die rings um die Festspielkinos am Potsdamer Platz aufgestellt waren. Das ZDF warb mit seinem Konterfei und dem etwas um die Ecke formulierten Spruch "Wir wünschen nicht nur gute Unterhaltung. Wir versprechen sie" für den Start der sechsteiligen Krimi-Reihe "Schuld". Viele Kinofans werden da noch ein zweites Mal hingesehen haben, denn von Moritz Bleibtreu weiß man, dass er nicht fürs Fernsehen arbeitet.

Fachdienst medienKommunikative Leistungen

Das Nachdenken über die Zukunft des Hörfunks als Mediengattung ist dringlicher denn je. Die in Reichweitenanalysen festgestellten Zahlen, die eine nur geringe Abnahme der Radionutzung aussagen, täuschen über die tatsächlichen tektonischen Verschiebungen hinweg. Deren Anzeichen werden jedoch an anderen Stellen immer sichtbarer. Musik-Streams von Anbietern wie Spotify, Tidal, Deezer, Amazon, Apple und Google werden mit ihren redaktionell zusammengestellten Playlists dem Radio ähnlicher. Podcasts werden beliebter.

Fachdienst medienKrise bei "Charlie Hebdo": Zeichner Luz hört auf

Der Zeichner Luz will die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" im September verlassen. "Ich werde nicht mehr bei ,Charlie Hebdo' dabeisein, aber ich bleibe für immer Charlie", sagte er in einem Interview mit der Zeitung "Libération" (Ausgabe vom 19. Mai). Seine Mohammed-Zeichnung auf dem Titel der ersten Nummer der Überlebenden am 14. Januar war um die Welt gegangen, seitdem hat Luz fast ununterbrochen gearbeitet. Am 20.

Fachdienst medienKritik an Seehofer-Vorstoß zu Zusammenlegung von ARD und ZDF

Mit seiner Forderung nach einem Zusammenschluss von ARD und ZDF ist der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer auf Kritik gestoßen. "Ich halte das nicht für sinnvoll", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Franz Josef Jung der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" vom 12. September. "Zwei öffentlich-rechtliche Sender sind gerade unter dem Aspekt der politischen Berichterstattung sinnvoll", erklärte Jung, der seit 1999 im ZDF-Fernsehrat sitzt. Auch Medienpolitiker anderer Parteien lehnten den Vorschlag ab.

Fachdienst medienKritik an Terror-Berichterstattung in Frankreich

Die französische Medienaufsicht CSA hat die Berichterstattung von 21 Radio- und Fernsehsendern über die terroristischen Attentate zwischen dem 7. und 9. Januar in Paris beanstandet. Die medienrechtlichen Anforderungen seien gravierend missachtet worden, teilte der Conseil supérieur de l'audiovisuel (CSA) am 12. Februar mit. In 15 Fällen wurden Verwarnungen ausgesprochen. Bei den Medienhäusern und Journalistenverbänden stieß die Maßnahme auf großes Unverständnis. Einige kündigten an, dagegen rechtlich vorzugehen.

Fachdienst medienKritik an Zusammensetzung des ZDF-Fernsehrats

Mehrere Organisationen kritisieren den Entwurf für den neuen Staatsvertrag des ZDF. Der stellvertretende Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Werneke, sagte am 25. Februar, wenn der Staatsvertrag so umgesetzt werde, würden die ZDF-Gremien auch künftig "nicht so plural und regierungsfern zusammengesetzt sein wie es möglich wäre". Der Lesben- und Schwulenverband LSVD fordert eine eigene Vertretung im Fernsehrat.

Fachdienst medienKritische Medienbürger

Eine kleine, eigentlich belanglose Episode: Auf der Website der "Ständigen Publikumskonferenz" gab es einen kleinen Mailwechsel. Deren Vorsitzende Maren Müller regte an, die ARD solle täglich eine lange Nachrichtensendung am Vorabend senden, 45 Minuten bis zu einer Stunde lang. Dazu meldeten sich eine Menge Kommentatoren, unter anderem "Bücherleser".

Fachdienst medienLachsfischen in Norwegen. Slow TV setzt auf Entschleunigung

Auf dem TV-Bildschirm passiert nichts: keine Schießerei, kein Drama, keine Dialoge. Langsam zieht die norwegische Fjordlandschaft vorbei. Eine Kuh läuft drei Schritte, eine Flagge weht im Wind. 134 Stunden, 42 Minuten und 45 Sekunden lang war das alles, was beim Norwegischen Rundfunk (NRK) über den Bildschirm flimmerte. 3,2 Millionen der 5 Millionen Norweger schauten einer Schiffspassage entlang der Hurtigruten zu. Deutsche Fernsehmacher können nur davon träumen, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung einschaltet.

Fachdienst medienLänder legen Entwurf für neuen Jugendmedienschutz-Vertrag vor

Die Länder haben den Entwurf für einen neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag veröffentlicht. Der Entwurf werde bis zum 8. Juli 2015 im Netz stehen, damit alle, die Interesse an der Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes hätten, Stellungnahmen abgeben könnten, teilten die Länder Sachsen und Rheinland-Pfalz mit. Der Freistaat Sachsen hat die Federführung bei der Online-Konsultation.

Fachdienst medienLänder starten Anhörung zu Änderungen beim Rundfunkbeitrag

Die Bundesländer haben eine öffentliche Anhörung zu einem Entwurf für Änderungen beim Rundfunkbeitrag gestartet. Alle Interessierten können sich bis August mit Stellungnahmen beteiligen, wie die federführende Staatskanzlei Rheinland-Pfalz am 13. Juli mitteilte. Ein neuer Rundfunkbeitragsstaatsvertrag soll nach dem Zeitplan der Ministerpräsidenten noch in diesem Jahr unterzeichnet werden und zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.

Fachdienst medienLandesmedienanstalt prüft Fußball-Comedy von Tele 5

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat wegen der Comedy-Serie "Dit is Fußball" den Sender Tele 5 zu einer Stellungnahme aufgefordert. Es bestehe der Verdacht, dass die Sendung nicht mit den Regeln der Produktplazierung nach dem Rundfunkstaatsvertrag übereinstimme, erklärte der Sprecher der Landeszentrale, Wolfgang Flieger, am 30. August auf Anfrage des epd. "Dit is Fußball" entstand nach Senderangaben im Auftrag des Solarstrom-Anlagenbauers beegy. In der Serie kommt eine Photovoltaik-Anlage der Firma vor.

Fachdienst medienLeben gegen Leben

So einen schicken Saal dürfte es in keinem deutschen Gericht geben: Glatte Sichtbetonwände, edle schwarze Eames-Stühle, durch die raumhohen Fenster ist nicht weit entfernt der Reichstag zu sehen: Schon das überhöhende Setting des ARD-Films "Terror" macht klar, dass es hier ums Ganze geht. Um die Werte der Republik, um das Grundgesetz. Es geht, wie die Staatsanwältin (gespielt von Martina Gedeck) erläutert, um die Menschenwürde.

Fachdienst medienLeck im Leichenspeicher. Das Risiko der vorproduzierten Nachrufe

"Kanzler der Einheit: Helmut Kohl ist tot" - mit dieser Meldung schreckte ausgerechnet "Die Welt" kürzlich nachts im Internet auf. Nur 102 Sekunden stand die Nachricht auf der Seite der Zeitung, und dennoch verbreitete sie sich in den sozialen Medien wie ein Lauffeuer. Falsche Todesmeldungen von Prominenten machen seit Jahren immer wieder die Runde. Oft sind es schlicht Scherze einzelner Nutzer, die die Leichtgläubigkeit ihrer Follower ausnutzen.

Fachdienst medienLehr: Bei "Panama Papers" Schutz der Privatsphäre beachten

Angesichts der Enthüllungen über Offshore-Firmen in Panama und anderen Steueroasen hat der Medienrechtler Gernot Lehr die Achtung der Privatsphäre von Politikern und Prominenten angemahnt. Bisher lägen in vielen Fällen keine Anhaltspunkte für ein illegales Verhalten vor, sagte der Bonner Rechtsanwalt am 5. April dem epd. Wer sich legal verhalte, habe grundsätzlich das Recht auf den Schutz der Privatsphäre. Nur bei besonderen Umständen lasse sich eine Veröffentlichung des Namens rechtfertigen.

Fachdienst medienLeider nicht geil. Jauchs Absage und Wills re-entry

Über Günther Jauch schrieb die Programmzeitschrift "TV Spielfilm" vor vielen Jahren: "Sein größter Vorteil: Er kann alles. Sein größter Nachteil: Er macht auch alles." Nun will er eine Sache nicht mehr machen. Mit seiner Absage an die ARD-Verantwortlichen, die seine Sonntagabend-Talkshow im Ersten fortsetzen wollten, bleibt er der "Unvollendete", als den ihn die "Zeit" einst porträtierte.

Fachdienst medienLeistungsschutzrecht: Verlage und Google lehnen Kompromiss ab

Die deutschen Verleger und Google haben einen Einigungsvorschlag im Streit über das Leistungsschutzrecht abgelehnt. Sowohl die Verwertungsgesellschaft VG Media als auch der Internetkonzern legten Widerspruch bei der Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamts in München ein.

Fachdienst medienLeutheusser-Schnarrenberger: Angst ist ein Zensor

Auch drei Monate nach den Terroranschlägen in Frankreich reißt die Debatte über den Umgang mit religiösen Themen in der Berichterstattung nicht ab. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) rechnet mit einer zurückhaltenderen Berichterstattung von Journalisten oder Karikaturisten.

"Angst ist ein Zensor", sagte die Politikerin am 14. April bei einer Podiumsdiskussion in Berlin. Wenn Furcht sich breitmache, stehe automatisch eine Risikoabwägung im Mittelpunkt der Berichterstattung.

Fachdienst medienLiebenswert. Vor 40 Jahren startete die "Biene Maja" im ZDF

Menschen über 40 finden mühelos gemeinsame Kindheitserlebnisse. Weil es damals nur wenige TV-Sender gab, haben sie in der Regel dasselbe Kinderprogramm gesehen - "Wickie", "Pumuckl" und "Biene Maja", vor 40 Jahren zum ersten Mal gesendet. Die liebenswerte Honigbiene, die Drohne Willi, der Grashüpfer Flip und die bedrohliche Spinne Thekla hinterließen bei vielen Kindern einen bleibenden Eindruck.

Fachdienst medienLikud-Lobbyist wird TV-Nachrichtenchef in Israel

In Israel darf ein Lobbyist des Likud-Blocks Nachrichtenchef eines privaten Fernsehsenders werden. Der Oberste Gerichtshof des Landes wies am 21. Juni eine Petition von vier Politikern der orthodox-orientalischen Schas-Partei zurück, die aufgrund seiner "rassistischen Haltung" gegen die Berufung von Rami Sadan beim Fernsehsender 10 protestiert hatten.

Fachdienst medienLive ist fast live

Wenn sich Medien um ihre Glaubwürdigkeit sorgen, geben sie gern eine Umfrage in Auftrag. Auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR) tat dies im vergangenen Jahr. Im Oktober 2015 befragte Infratest dimap 750 Menschen in einer "repräsentativen Zufallsauswahl" und fand Folgendes heraus: Das glaubwürdigste Medium ist das öffentlich-rechtliche Radio.

Fachdienst medienLügen und lügen lassen

Im April läuft in der US-Hauptstadt Washington gewöhnlich das "White House Correspondents' Dinner", bei dem die allererste Sahne aus Medien, Politik und Hollywood und sonstige befrackte und abendkleidbekleidete Eliten zusammenkommen - zu furchtbar klugen, geistreichen und witzigen Ansprachen. Der Präsident und die First Lady nehmen gewöhnlich teil. 2011 hatte Barack Obama den anwesenden Donald Trump verspottet, der bei seiner TV-Show "Celebrity Apprentice" Entscheidungen treffen müsse, die ihm, Obama, nachts den Schlaf rauben würden.

Fachdienst medienLuxusluder und Korruptionskumpel. Die zweite Staffel "Vorstadtweiber"

Willkommen im Club der Luxusschlampen: Die "Vorstadtweiber" haben im Ersten die zweite Runde eingeläutet. Eine gute Nachricht ist das freilich nur für Zuschauer, die sich nicht schon von der ersten Staffel dieser satirischen Serie aus Österreich mit Grausen abgewendet haben: wegen der "dummen Klischeefiguren" und dem "eklatanten Mangel an subtilem Humor". Wer sich dagegen gerade darüber amüsieren kann, wird auch in der zweiten Staffel auf seine Kosten kommen.

Fachdienst medienMackermist. Die neue Zeitschrift "Weiberkram" von Männern für Frauen

Ein "kleines Geschenk" von Männern an "starke Frauen" soll das neue Magazin "Weiberkram" sein. Eine stylische Zeitschrift, in der eine rein männliche Redaktion sich müht, das verehrte und rätselhafte weibliche Wesen zu entschlüsseln. Das klingt zunächst nach einer recht originellen Idee und einem rührenden Anliegen. Und bis zu einem gewissen Grad funktioniert es auch. In weiten Teilen nervt das acht Euro teure Heft aber mit Stereotypen, Belanglosigkeiten und platten Männerfantasien.

Fachdienst medienMädels unter sich. G+J und Schöneberger starten "Barbara"

Frisuren, Mode, Diäten, Sextipps - mit ihrem üblichen Spektrum zielen Frauenzeitschriften auf die Leserin, die ihr Leben und ihren Look optimieren will. Überraschungen halten die Blätter dabei selten bereit. Jetzt startet ein Magazin, das alles anders machen will: "Barbara" von Gruner + Jahr mit Barbara Schöneberger als Galionsfigur. Spaß statt Belehrung, lautet das Motto.

Fachdienst medienMDR lässt Reporter von Sicherheitsleuten begleiten

Drohungen und Gewalt gegen Journalisten auf Demonstrationen wie bei der "Pegida"-Bewegung wirken sich merklich auf die Arbeit von Reportern aus. In einem Fachgespräch im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien berichtete MDR-Chefredakteur Stefan Raue am 13. Januar in Berlin, in seinem Sender sei das Thema in die Volontärsausbildung aufgenommen worden. Bei Einsätzen auf Demonstrationen würden inzwischen auch Sicherheitsleute eingesetzt.

Fachdienst medienMedia Broadcast erhält Zuschlag für DVB-T2-Plattform

Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast hat den Zuschlag für die digital-terrestrische Verbreitung privater Rundfunkangebote im neuen DVB-T2-Standard erhalten. Diese Entscheidung sei am 17. März in Berlin getroffen worden, teilte die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten mit. Ab dem ersten Quartal 2017 könnten damit private Angebote über die neue Plattform terrestrisch verbreitet werden.

Fachdienst medienMedia Broadcast trennt sich von UKW-Netz

Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast trennt sich von seiner UKW-Sparte. Das Unternehmen werde bis Ende Juni 2018 seine analogen UKW-Antennen und -Sender verkaufen, wie es am 15. Februar in Köln mitteilte. Media Broadcast streitet sich schon länger mit der Bundesnetzagentur über die Höhe der Preise, die das Unternehmen für den UKW-Betrieb verlangen darf. Die Regulierungsbehörde hatte dem Unternehmen am 14. Februar vorläufig untersagt, bei einigen Radioveranstaltern neue Entgelte für die UKW-Übertragung einzuführen.

Fachdienst medienMedien-Startup "Perspective Daily" bringt konstruktive Nachrichten

Das Medien-Startup "Perspective Daily" ist am 21. Juni mit konstruktiven Nachrichten an den Start gegangen. "Wir wollen mit den Dogmen des Journalismus brechen", sagte Mitbegründer Bernhard Eickenberg aus Münster dem epd. Konstruktiver Journalismus sei wie konstruktive Kritik: "Wir wollen zeigen, was schiefgelaufen ist, aber auch das, was gut ist." An den klassischen Kurznachrichten kritisiert er, dass sie zu wenig Kontext und Einordnung lieferten: "Die Leser erhalten Puzzle-Stücke, die sie nicht zusammensetzen können."

Fachdienst medienMedienaufsicht duldet Übertragung der Handball-WM im Internet

Die Deutsche Kreditbank (DKB) darf die anstehenden WM-Spiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft trotz fehlender Sendelizenz im Internet übertragen. Die Ausstrahlung werde wegen der "besonderen und außergewöhnlichen Einzelfallsituation" geduldet, teilte die Geschäftsstelle der Landesmedienanstalten am 10. Januar in Berlin mit. Allerdings sei die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Meinung, dass das Angebot voraussichtlich als zulassungspflichtiger Rundfunk einzustufen sei. Die DKB hatte für ihre Livestream-Plattform keine Lizenz beantragt.

Fachdienst medienMedienforscher fordern Klärung des Begriffs Journalismus

Der Begriff "Qualitätsjournalismus" führt nach Ansicht der Autoren Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz in die Irre. Dieser Begriff verhindere Diskussionen über die Frage, "was den Namen Journalismus verdient und was nicht", sagten Arlt und Storz am 2. März bei einem medienpolitischen Hintergrundgespräch in Berlin. Zurzeit sei mehr denn je ungeklärt, was Journalismus ist und wo er anfängt.

Fachdienst medienMediengruppe DuMont steigert Umsatz und Gewinn

Die DuMont Mediengruppe hat das Jahr 2015 mit einem Gewinn von 10,3 Millionen Euro abgeschlossen. Der Gewinn des Vorjahres sei damit mehr als verdoppelt worden, teilte der Verlag am 7. Juli in Köln mit. Grund hierfür sei vor allem die Verbuchung von "versicherungsmathematischen Gewinnen", die zum Konzernüberschuss von 7,1 Millionen Euro hinzugerechnet wurden. 

Fachdienst medienMedienkongress: Optimismus trotz Zeitungskrise

Trotz Zeitungskrise sieht der Welt-Zeitungsverband WAN Grund zum Optimismus. Viele Verlage entdeckten neue Märkte und Geschäftsmodelle und wandelten sich zu Multiplattform-Nachrichtenunternehmen, erklärte WAN-Generalsekretär Larry Kilman am 1. Juni auf dem Jahreskongresses des Verbands in Washington. WAN-Präsident Tomas Brunegård appellierte an Regierungen weltweit, mehr für den Schutz von Journalisten zu tun.

Fachdienst medienMedienrechtler fordern mehr Transparenz von ARD und ZDF

ARD und ZDF müssen nach Ansicht des Mainzer Medienrechtlers Dieter Dörr mehr Transparenz zeigen. Der Geist des ZDF-Urteils des Bundesverfassungsgerichts sei auch auf Intendantenebene noch nicht in allen Anstalten voll erfasst worden, sagte Dörr am 8. November bei einem Expertengespräch in Berlin. Transparenz solle nicht allein den Aufsichtsgremien gegenüber, sondern der Gesellschaft gegenüber geübt werden.

Fachdienst medienMeisterwerk des Unbehagens

Verteufeln will er es nicht, das Internet. Aber Aufklärung muss sein. Bewusst machen sollen sich die Jugendlichen, was mit den Informationen und Bildern passieren kann, die sie im Netz preisgeben. "Für Kriminelle seid ihr eine Ware", sagt der medienpädagogisch engagierte Lehrer Simon Keller (Devid Striesow) den Schülern, die vor ihm sitzen. Ihm hören sie zu, denn er predigt nicht, er verbietet nicht, er nimmt sie ernst. Er arbeitet mit praktischen Beispielen.

Fachdienst medienMission abgebrochen. "Open ARD ZDF" ist eingeschlafen

Es ist gut zwei Jahre her, da sorgte ein Tweet in der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft für reichlich Aufsehen: "Aufruf zur Mitarbeit. Arbeitsgruppe Open ARD ZDF" war damals bei Twitter zu lesen. Eine kleine Gruppe netzaffiner Menschen um den Datenjournalisten Lorenz Matzat hatte sich auf die Fahnen geschrieben, Licht ins dunkle Zahlendickicht der Rundfunkanstalten zu bringen. Und ihr Rufen nach mehr Transparenz wurde erhört: Der Tweet wurde dutzendfach geteilt, binnen Stunden sammelte der neue Account @OpenARDZDF Hunderte Follower.

Fachdienst medienMit Humor gegen Hass

Der Nutzer äußerte seine Meinung unverblümt: "Lasst den Bürgermeister labern, die Verhältnisse klären ganz andere. Ausländergewalt muss sich kein Bürger gefallen lassen!", schrieb er auf der Facebook-Seite der Tageszeitung "Die Welt". Die Redaktion hatte dort Mitte September einen Artikel über Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und jungen Asylbewerbern in Bautzen gepostet. Im Interview ließ sie Oberbürgermeister Alexander Ahrens zu Wort kommen. Mehr als 100 Nutzer verfassten dazu Kommentare.

Fachdienst medienMit links. Hans W. Geißendörfer wird 75

Es kommt nicht niemals vor, aber doch deutlich seltener als beispielsweise bei Handwerksbetrieben: Ein Filmproduzent vererbt sein Lebenswerk an eins seiner Kinder. Noch ist es nicht soweit, und weil man als Künstler bis zum letzten Atemzug kreativ sein kann, schlummern hoffentlich noch viele Filme in Hans W. Geißendörfer. Aber ganz gleich, was noch kommt: So lange man sich seiner erinnert, wird er vor allem der Vater der "Lindenstraße" bleiben.

Fachdienst medienModernes Weihnachtsmärchen

Es war einmal ein kalter, winterlicher Wald. Die Kamera zeigt ihn von hoch oben. Drunten sammeln zwei arme junge Frauen - Halbwaisen, wie sich zeigen wird - Reisig. Weihnachten steht vor der Tür, und mit ein paar grünen Tannenzweigen möchte eine der Schwestern dem einsamen Vater daheim noch eine Freude machen. Doch als sie nach Hause kommen, ist der Vater und Ernährer tot.

Fachdienst medienMoralisches Anliegen

Viel zu lang, um sie aufzuzählen, ist die Liste der Fernsehfilme, die nach Drehbüchern von Beate Langmaack und unter Kai Wessels Regie - mehrfach auch in Zusammenarbeit - entstanden sind. Preisgekrönte Filme der beiden sind darunter, auch das hinreißende Experiment des SWR, die Echtzeit-Serie "Zeit der Helden". Und wenn nun im neuen Film des Duos Wessel/Langmaack die Titelrolle auch noch von Hannelore Hoger übernommen wurde, könnte das zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Leider wird aber die Hoffnung schnell enttäuscht.

Fachdienst medienMut zum Unfertigen. Zum Abschied von "Zimmer frei"

Wer jetzt ruft, man müsste diese Sendung erfinden, wenn es sie nicht schon gäbe, hat nichts verstanden. Der Gründungsmythos von "Zimmer frei - Prominente suchen ein Zuhause" mag geschönt sein: Wie gerne berichtet wird, war die Sendung eigentlich als Lückenfüller im Sommerloch gedacht und dann zu gut, um wieder zu verschwinden - aber diese Redakteursschnurre bestärkt die Volksweisheit, dass es weit besser ist, als Bettvorleger zu starten und als Tiger zu landen als umgekehrt.

Fachdienst medienNach Amoklauf Beschwerden über Berichterstattung

Nach dem Amoklauf von München sind beim Deutschen Presserat bis zum 28. Juli sieben Beschwerden über die Berichterstattung eingegangen. Nach Angaben von Edda Eick, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Presserat richten sich die Beschwerden hauptsächlich gegen die Darstellung der Opfer der Tat. Dazu zählten ein Video von den Schüssen, aber auch Porträtfotos in der "Bild am Sonntag".  

Fachdienst medienNach Rüge: "Bild" greift Presserat an

"Bild" hat mit Unverständnis auf eine Rüge des Presserats reagiert. "Das denkt der Presserat über den Mord an unserer Tochter Lisa!" schrieb die Zeitung am 2. Juni und zeigte ein Foto der Eltern einer 18-Jährigen, die im März 2014 ermordet wurde.

Fachdienst medienNarr im Fernseh-Hofstaat. Pierre M. Krause und seine Show

Als Alice Schwarzer im Oktober 2013 bei Ina Müller zu Gast war und Pierre M. Krause als Dritter am Tresen dazustieß, erkannte die "Emma"-Verlegerin schnell ihren Wettbewerbsnachteil. Der habe seine Pointen ja vorbereitet, lautete ihr lachend vorgetragener, vermutlich haltloser Vorwurf. Gerade hatte die NDR-Moderatorin Müller dem SWR-Moderator Krause ein metrosexuelles Aussehen attestiert - was dieser auf seine eigene Art quittiert hatte: "Ich bin ein Actionheld, gefangen im Körper einer Ballerina!"

Fachdienst medienNeue Rangliste: Pressefreiheit in vielen Ländern bedroht

Die Pressefreiheit ist weltweit immer stärker gefährdet. In der Mehrzahl der 180 bewerteten Länder habe sich die Lage für Journalisten und unabhängige Medien im vergangenen Jahr verschlechtert, teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen am 12. Februar zur Vorstellung der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit mit. Hauptursache seien gezielte Unterdrückung oder Manipulation der Medien in Konfliktregionen wie der Ukraine, Syrien, dem Irak und den Palästinensergebieten.

Fachdienst medienNeuer Nationaler Rundfunkrat in Polen nimmt Arbeit auf

Polen verfügt nach anderthalb Monaten Pause wieder über einen Nationalen Rundfunkrat: Der KRRiT konstituierte sich am 19. September. Zum Vorsitzenden wurde der 50 Jahre alte Journalist Witold Kolodziejski gewählt. Er war bereits von 2007 bis 2010, unter der damaligen nationalkonservativen PiS-Regierung, Vorsitzender des Nationalen Rundfunkrates. In der Regierung von Ministerpräsidentin Beata Szydlo (PiS) war er seit November 2015 Staatssekretär im Ministerium für Digitalisierung.

Fachdienst medienNeuer SWR-Staatsvertrag am 1. Juli in Kraft getreten

Der neue Staatsvertrag für den SWR ist am 1. Juli in Kraft getreten. Die Parlamente in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hatten dem Vertragswerk im Mai zugestimmt. Damit ist der Staatsvertrag des SWR der erste eines öffentlich-rechtlichen Senders, der nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ZDF geändert wurde. Das Urteil ist für alle öffentlich-rechtlichen Anstalten von Bedeutung. Auch für den MDR wird derzeit ein neuer Staatsvertrag ausgearbeitet. Die Gremien des SWR werden sich im Juli neu zusammensetzen.

Fachdienst medienNeues aus der Anstalt

Den Ritterschlag holte sich Tobias Schmid 2008 beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig ab. "Es ist ja toll, dass RTL nach Thoma wieder aufgeschlossen hat, was den Unterhaltungswert angeht", sagte der damalige SR-Intendant Fritz Raff, als er mit Schmid auf einem Podium zum Thema Drei-Stufen-Test saß. Zuvor hatte Schmid eine seiner typischen Gedankenketten in unglaublich schnellem Sprechtempo präsentiert (epd 37/08). 

Fachdienst medienNeues WDR-Gesetz: Weniger Radiowerbung ab 2017

In den WDR-Hörfunkprogrammen soll es künftig weniger Werbung geben. Der Düsseldorfer Landtag beschloss am 27. Januar mit den Stimmen der rot-grünen Regierungskoalition die Novellierung des WDR-Gesetzes, das Auftrag, Struktur und Arbeitsweise des öffentlich-rechtlichen Senders regelt. Danach soll die Werbezeit im Hörfunk bis 2019 von derzeit 90 Minuten täglich auf maximal 60 Minuten reduziert werden. Der von FDP und Piraten geforderte vollständige Verzicht auf Werbung fand keine Mehrheit.

Fachdienst medienNeun Zehntel der Deutschen empfangen Fernsehen digital

Die Digitalisierung des Fernsehens in Deutschland schreitet weiter voran. Nur knapp drei Millionen Haushalte nutzen heute noch ausschließlich analoges Fernsehen. Das seien 7,7 Prozent der Haushalte mit einem Fernsehgerät, sagte Regina Deck, Director Media Research bei TNS Infratest, am 6. September in Berlin. Laut dem aktuellen Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten empfangen fast neun Zehntel der TV-Haushalte ausschließlich digitales Fernsehen. Weitere 2,5 Prozent nutzen analoge und digitale Empfangsmöglichkeiten.

Fachdienst medienNiederlande: Liberty Global und Vodafone bilden Joint-Venture

Der US-amerikanische Kabelnetzbetreiber Liberty Global und das britische Mobilfunkunternehmen Vodafone bilden ein Gemeinschaftsunternehmen in den Niederlanden. Beide Unternehmen sind zu je 50 Prozent an dem neuen Kommunikationsanbieter beteiligt und verstärken ihre Angebote, wie am 15. Februar in London und Denver mitgeteilt wurde. Durch die Verbindung von Libertys Ziggo, dem führenden Kabelnetzbetreiber in den Niederlanden, und Vodafones holländischer Mobilfunktochter wird ein Anbieter mit über 15 Millionen Abonnenten auf dem niederländischen Markt entstehen.

Fachdienst medienNikolaus im Minecraft-Wald. Ein Vertrag zum ersten Smartphone

"Mama, in meiner neuen Klasse haben alle ein Smartphone. Und die Mädchen schreiben sich total viel in der Whatsapp-Gruppe ,Girls Chat 5a', in der ich als Einzige nicht drin bin." Mit dem Argument hat meine Tochter mich herumbekommen. Die Zehnjährige an der neuen Schule geradewegs in die soziale Isolation zu schicken? Eine grausame, unverantwortliche Vorstellung. Und natürlich beruhigt es auch, das Kind auf seinen selbstständigen Wegen jetzt immer erreichen zu können.

Fachdienst medienNorwegen schaltet UKW-Übertragung ab

Norwegen hat als erstes Land weltweit mit der Abschaltung der analogen Radio-Übertragung begonnen. Am 11. Januar um 11:11 Uhr wurde die UKW-Übertragung in der Provinz Nordland beendet, wie das norwegische Digitalradiobüro mitteilte. Bis Ende des Jahres soll schrittweise das ganze Land auf den Digitalradio-Standard DABplus umgeschaltet werden.

Fachdienst medienNur zweite Wahl. Grenzerfahrungen bei der Frauen-WM

Aus deutscher Sicht fällt das Fazit der Frauen-WM in Kanada eher negativ aus, und das keineswegs bloß, weil die Damen bereits im Viertelfinale gegen Frankreich empfindlich an ihre Grenzen gestoßen sind. Großen Anteil an den gemischten Gefühlen hatten auch ARD und ZDF.

Fachdienst medienOdyssee im Datenweltraum

Selbst nach gut 45 Jahren ist die Reihe "Tatort" immer noch für Überraschungen gut, die weit über das übliche Krimimuster hinausgehen. Es gab auch früher schon Beiträge mit Science-Fiction-Elementen ("Tod im All" von Thomas Bohn, 1997), und wie man einen fesselnden Film als anspielungsreichen Zitatenschatz inszeniert, haben Florian Schwarz und Michael Proehl 2014 mit ihrem Shakespeare-Western "Im Schmerz geboren" gezeigt (Kritik in epd 41/14). Niki Stein geht mit seinem "Tatort" aus Stuttgart aber noch weiter.

Fachdienst medienÖffentlich-Rechtliche melden höheren Bedarf an

ARD, ZDF und Deutschlandradio haben bei der zuständigen Kommission für die Jahre 2017 bis 2020 einen höheren Finanzbedarf angemeldet. Die ARD benötigt in dem Zeitraum nach eigenen Berechnungen rund 99 Millionen Euro mehr pro Jahr - zusätzlich zu den Sonderrücklagen aus den Mehreinnahmen durch den neuen Rundfunkbeitrag. Das Deutschlandradio rechnet mit 46,3 Millionen für den Zeitraum, ebenfalls unter Einberechnung der Mehrerträge.

Fachdienst medienÖffentliches Gut

Der Abgang des langjährigen Personalchefs der Südwestdeutschen Medienholding im April zeigte einmal mehr die fatalen Konsequenzen der weit verbreiteten eindimensionalen Spar- und Effizienzrunden in den deutschen Medienhäusern. Er wolle Kürzungen bei der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter nicht mittragen, so die Begründung für die Demission. Auf den ersten Blick scheint dies weniger Teil der aktuellen Medienkrise zu sein als vielmehr ein Führungs- und Strategieproblem.

Fachdienst medienOlympia: Mehr Berichterstattung im Fernsehen als jemals zuvor

Von den Olympischen Sommerspielen in Rio ist nach Einschätzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mehr im Fernsehen und im Internet berichtet worden als jemals zuvor bei Olympia. Fast 350.000 Übertragungsstunden aus Rio standen 200.000 Stunden bei den Spielen in London 2012 gegenüber, wie das IOC am 22. August mitteilte. Nach Meinung von IOC-Fernseh- und Marketing-Direktor Timo Lumme sahen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung - 3,5 Milliarden Menschen - die Spiele.

Fachdienst medienOlympische Spiele ab 2018 nicht mehr bei ARD und ZDF

ARD und ZDF müssen sich für lange Zeit von ihren traditionellen Olympia-Übertragungen verabschieden. Die Olympischen Spiele werden von 2018 bis 2024 in Deutschland nur im Privatsender Eurosport zu sehen sein. Im Free-TV laufen die Spiele auf Eurosport 1, ergänzt durch zusätzliche Berichterstattung auf DMAX, wie der Fernsehkonzern Discovery am 28. November in München mitteilte. Im Bezahlsender Eurosport 2 sollen exklusive Inhalte zu sehen sein. Verhandlungen von ARD und ZDF über eine Sublizenz blieben damit ohne Erfolg.

Fachdienst medienOlympische Spiele laufen ab 2018 auf Eurosport

Der Mutterkonzern des TV-Senders Eurosport, Discovery Communications, hat die europäischen Fernsehrechte an den vier Olympischen Spielen von 2018 bis 2024 erworben. Der Kaufpreis liegt bei 1,3 Milliarden Euro, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 29. Juni in Lausanne mitteilte. Die Rechte gelten in 50 Ländern des europäischen Kontinents exklusiv und können von Discovery auf allen Verbreitungsplattformen genutzt werden. Die bisherigen Inhaber der TV-Rechte in Deutschland, ARD und ZDF, teilten mit, sie nähmen die Entscheidung zur Kenntnis.

Fachdienst medienÖsterreich: ORF verzeichnet 2016 leichte Marktanteilsverluste

Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat seine Marktführung auch im Jahr 2016 verteidigt und mit seiner Sendergruppe insgesamt einen Marktanteil von 35,1 Prozent in Österreich erreicht. Für die Gruppe, zu der neben den Hauptkanälen ORF eins und ORF 2 die beiden Spartenkanäle ORF III Kultur und Information und ORF Sport+ gehören, war das ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte. Der seit 2007 amtierende ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der im August für fünf Jahre wiedergewählt wurde, bezeichnete das Abschneiden des ORF als "auf hohem Niveau stabil".

Fachdienst medienÖsterreich: PR-Artikel ohne Kennzeichnung rechtens

In Österreich müssen redaktionell aufgemachte Anzeigen oder PR-Artikel nicht als Werbung gekennzeichnet werden, wenn ein Pressemedium sie unentgeltlich aus Gefälligkeit erstellt. Gekennzeichnet werden müssen nur "Ankündigungen, Empfehlungen sowie sonstige Beiträge und Berichte, für deren Veröffentlichung ein Entgelt geleistet wird", wie der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien in einem jetzt veröffentlichten Urteil entschied. Vorausgegangen war ein Rechtsstreit zwischen zwei Gratiszeitungen, die in sich überschneidenden Gebieten verbreitet werden. (AZ: 4Ob60/16a)

Fachdienst medienPapier ist ein Kuriosum. Markus Stromiedels Dystopie "Zone 5"

"Das frühere Messegebäude, einst Sitz eines Trash-TV-Senders" - der gegenwärtig unter dem Namen RTL erfolgreich ist - ist im Jahre 2060 zum Wohngebäude für Manager eines multinationalen Medizintechnik-Konzerns geworden. Und das Vierscheibenhaus in der Kölner Innenstadt, das derzeit zum gewaltigen Immobilienbestand des WDR gehört, ist ebenfalls zum Wohngebäude umgewandelt worden: Im Roman "Zone 5" von Markus Stromiedel kommt dieser Bau sogar öfter vor.

Fachdienst medienPentagon-Presserichtlinien stoßen auf Kritik

Journalistenverbände haben Richtlinien des US-Verteidigungsministeriums zum Umgang mit Medienvertretern scharf verurteilt. Realitätsfremd und gefährlich für Reporter seien Passagen, denen zufolge Berichterstattung über militärische Operationen der Spionagetätigkeit "sehr ähnlich" sein könne, erklärten die Verbände in der vergangenen Woche. Journalisten sollten daher immer mit Genehmigung zuständiger Regierungsstellen arbeiten.

Fachdienst medienPerspektivwechsel. Der Friedenspreis für Carolin Emcke

"Wow": So hat noch kein Friedenspreisträger seine Dankesrede begonnen. Und ebenso fern lag es bislang jeder der im Namen des Deutschen Buchhandels geehrten Kultur- und Politikgrößen, das Fernsehen als Quelle der Inspiration zu nennen. Carolin Emcke, die diesmal Ausgezeichnete (neunte Frau unter 66 Laureaten: ja, die Verhältnisse), tat es völlig unbefangen. Und offenbarte, ganz nebenbei, dass die Eltern sogar richtige Fernsehsessel hatten. Allerdings nur zwei. So dass sie ein eigenes Ritual entwickelte: den Friedenspreis von unten zu betrachten, eben vom Fußboden aus.

Fachdienst medienPolen verabschiedet Gesetz zur Gründung eines Medienrats

Die polnischen Parlamentskammern Sejm und Senat haben am 23. Juni ein Gesetz verabschiedet, das die Einrichtung eines neuen Medienrates regelt. Der "Rat der nationalen Medien" soll demnach die Verwaltung und den Aufsichtsrat der öffentlich-rechtlichen Medien kontrollieren. Dabei bestimmt der Sejm drei, der Staatspräsident zwei Mitglieder des künftig fünfköpfigen Rates mit einer Amtszeit von sechs Jahren. Nach Angaben des Medienbeauftragten der Regierung, Krzysztof Czabanski, wird der Rat vermutlich im September seine Arbeit aufnehmen.

Fachdienst medienPolen: Opposition kritisiert weitere Mediengesetz-Novelle

Die polnische Opposition hat die geplante weitere Novelle des Mediengesetzes als "Anschlag auf die öffentlich-rechtlichen Medien" bezeichnet. Slawomir Neumann, der Fraktionsvorsitzende der ehemaligen Regierungspartei "Bürgerplattform", kritisierte am 22. April im nationalen Hörfunk Polskie Radio, die öffentlich-rechtlichen Sender seien inzwischen "Regierungsmedien". Dafür dürften die Bürger nicht wie nun geplant mit Zwangsabgaben belastet werden.

Fachdienst medienPolen: Regierungsnaher TV-Chef weitere vier Jahre im Amt

Der polnische Journalist und Politiker Jacek Kurski ist am 12. Oktober vom Nationalen Medienrat (RMN) für vier Jahre zum Präsidenten des öffentlich-rechtlichen Senders TVP gewählt worden. Der studierte Volkswirt, der mit der Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) eng verbunden ist, hatte das Amt in den Vormonaten kommissarisch inne. Im Jahr 2005 war Kurski der Wahlkampfleiter der PiS.

Fachdienst medienPolen: US-Konzern Scripps neuer Mehrheitseigner von TVN

Der US-amerikanische Medienkonzern Scripps Networks Interactive ist neuer Mehrheitseigner der polnischen TVN-Mediengruppe. Das wurde am 2. Juli in Knoxville, dem Firmensitz von Scripps, und in Warschau bekanntgegeben. Bereits im März war die Übernahme vereinbart worden (epd 12/15). Im Juni hatte die polnische Kartellbehörde die Übernahme genehmigt.

Fachdienst medienPolitiker diskutieren Reduzierung der Werbung bei ARD und ZDF

Der Chef der hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (CDU), steht einer Reduzierung der Werbung bei ARD und ZDF skeptisch gegenüber. Es gebe in dieser Frage keine Vorfestlegung der Rundfunkkommission der Länder, sagte Wintermeyer am 27. Mai bei einer medienpolitischen Veranstaltung in Frankfurt am Main.

Fachdienst medienPolitikwissenschaftler fordern Fusion von ARD und ZDF

Die Politikwissenschaftler Josef Krieg und Markus Rhomberg schlagen eine Fusion von ARD und ZDF zu einer neuen digitalen Senderplattform vor. Diese Plattform müsse "zwingend politischer werden: investigativ und aufklärend, provozierend und nicht skandalisierend", schrieben die Forscher der Zeppelin-Universität Friedrichshafen in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Ausgabe vom 13. Februar).

Fachdienst medienPopularklage gegen Bayerisches Rundfunkgesetz eingereicht

Sieben Privatleute haben beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eine Popularklage gegen Teile des Bayerischen Rundfunkgesetzes eingereicht. Angegriffen wird der Passus, wonach ein Frequenztausch zwischen einem digitalen und einem analogen Radioprogramm zulässig ist, wenn die Zahl der analogen Programme nicht vergrößert wird und insgesamt keine Mehrkosten entstehen. Dies verstoße gegen eine anderslautende Regelung des Rundfunkstaatsvertrags, sagte der Rechtsanwalt Christoph von Hutten von der Münchner Kanzlei Stolzenberg am 21. Juli dem epd.

Fachdienst medienPositiver Kulturschock. Der MDR zeigt Fernsehen von gestern

"Die letzten Tage in der DDR", am vergangenen Sonntags um 23.30 Uhr im MDR-Fernsehen: Erzählen Katharina Witt, Achim Mentzel und vielleicht noch ein "Polizeiruf"-Veteran vor Bluescreens, wie es damals so war? Oder bürgt der späte Sendeplatz für eine gute Dokumentation, wie sie an den Rändern der sogenannten Primetimes gerne gesendet werden? Für eine Kritik in epd medien kann man sich das ja mal anschauen. 

Fachdienst medienPR-Desaster. Olympia und die beleidigte ARD

Selten wäre es so einfach gewesen, eine Niederlage in einen Sieg auf ganzer Linie umzudeuten. Die Olympischen Spiele laufen nicht mehr bei ARD und ZDF - na und? Mehr Geld für Dokumentationen oder Kultur, wie es oft in der öffentlichen Debatte gefordert wird. So hätte man es darstellen können. Wollte man bei der ARD aber nicht. Anstatt eigene Stärken abseits des Spitzensportbereichs herauszustellen, zeigten sich die Verantwortlichen des Senderverbunds lieber als beleidigte Verlierer, die sich abfällig über den Rechteinhaber Discovery und dessen Tochter Eurosport äußerten.

Fachdienst medienPresse darf Banker-Namen nach millionenschweren Verlusten nennen

Nach millionenschweren Spekulationsverlusten dürfen sich verantwortliche Banker nicht über ihre namentliche Nennung in der Presse wundern. Liegt die Berichterstattung im öffentlichen Interesse, wird das Persönlichkeitsrecht eines Verantwortlichen nicht in unzulässiger Weise verletzt, urteilte am 25. Oktober der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg (AZ: 60818/10). Damit erklärten die Richter die Berichterstattung des österreichischen Nachrichtenmagazins "Profil" über 2004 erwirtschaftete Spekulationsverluste der Hypo Alpe Adria Bank für rechtmäßig.

Fachdienst medienPrinzip Hoffnung. Der Streit ums Digitalradio dreht sich im Kreis

Es ist ja nicht so, dass Medienfachtagungen rasend unterhaltsam wären. Aber man bemüht sich. Beim Medienforum NRW hatte man in der vergangenen Woche zur Auflockerung zum Beispiel Georg Kofler eingeladen, und da war der Saal in der Kölner Industrie- und Handelskammer tatsächlich mal voll, was man nicht von jedem Panel behaupten konnte. Kofler, der alte Recke aus der Kirch-/Premiere-Ära, macht jetzt in Social Media und lässt mit seiner Glow Media Group auch audiovisuelle Inhalte produzieren.

Fachdienst medienProduktionsfirma dctp soll weiter Drittsendungen für Sat.1 liefern

Die TV-Produktionsfirmen dctp, Good Times und Tellvision sollen künftig die Drittsendezeiten im Programm von Sat.1 bestreiten. Die Versammlung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz habe die drei Veranstalter am 26. September im Einvernehmen mit Sat.1 ausgewählt, teilte die LMK am 27. September in Ludwigshafen mit. Vor einer endgültigen Zulassung muss die Entscheidung noch von der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) genehmigt werden. Außerdem müssen Sat.1 und die Drittanbieter Finanzierungsvereinbarungen treffen.

Fachdienst medienProduktive Zumutung

Fast auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, dass Halit Yozgat in seinem Internet-Café in Kassel ermordet wurde. In einer Blutlache lag er hinter dem Tresen, auf dem sich Blutstropfen befanden, als der V-Mann Andreas Temme, wie später mit ihm selbst nachgestellt wurde, aus dem Nebenraum mit den Computern ging. Sich umschaute, niemanden sah, Geld auf den Tresen legte und seelenruhig seiner Wege ging. Angeblich.

Fachdienst medienProtest gegen Festnahme von Journalisten in der Türkei

Journalistenorganisationen und Politiker protestieren gegen die Verhaftung zweier Journalisten in der Türkei. Die Bundesregierung müsse sich für eine sofortige Freilassung einsetzen, forderte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) am 27. November in Berlin. Dem Chefredakteur der oppositionellen Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, und dem Büroleiter in Ankara, Erdem Gül, werden Spionage und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Fachdienst medienQuälende Erinnerungen

"Die Heimkehr", Jo Baiers Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von Hermann Hesse, liegt vier Jahre zurück. Es ist der bisher längste Zeitabstand zwischen zwei Filmen dieses produktiven Autors und Regisseurs.

Fachdienst medienQuarksoufflé

Zum Thema Quark hatte mein Sächsisch-Lausitzer Großvater zwei wesentliche Weisheiten. Die erste lautete "Quark macht stark. Quark alleene macht krumme Beene" und betraf eher ernährungstechnische Angelegenheiten. Die zweite hieß: "Getretener Quark wird breit, nicht stark", das war eher inhaltlich gemeint. Das war sehr lebensklug und auch in Bezug aufs Fernsehen ziemlich weitsichtig - dafür, dass mein Großvater im Dresdner "Tal der Ahnungslosen", lebte, ohne Westsender, Privatsender, nur mit DDR-Fernsehen Eins und Zwo.

Fachdienst medienQuasselnder Sprachcomputer. Auf Zeitreise mit dem "letzten Detektiv"

Es seien "großartige Zeiten für echte Meinungsvielfalt" in den Medien, schreibt Christian Bartels im "Altpapier". In der Tat: Die Terabyte an Meinungen und Deinungen zu #panamapapers und @janboehms Schmähkritik gegen den türkischen Staatspräsidenten #Erdogan überwältigen uns derart, dass wir uns diese Woche zu einer kleinen Eskapade entschlossen haben: Zu einer Zeitreise ins Jetzt, gesehen aus der Perspektive der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Fachdienst medienRadio im Hinterland. Ein Stück Mediengeschichte aus der Provinz

"Die Lokalzeitung war fast 'ne Bibel", lautet einer der ersten Sätze in der Radio-Collage "Radio in Wittgenstein und im Hinterland". Wer sich für Medien interessiert, den zieht der Satz trotz des sperrigen Titels in das knapp einstündige Feature des Hamburger Medienwissenschaftlers Hans-Jürgen Krug hinein. Eine der Überraschungen dieses Stücks, das kürzlich beim Lokalsender Radio Siegen gesendet wurde, besteht darin, dass es keineswegs die jüngeren Mediengattungen Fernsehen oder Internet waren, die am Nimbus der Lokalzeitung kratzten, sondern eben das Radio.

Fachdienst medienRadio in der konvergenten Welt - mit oder ohne DAB+?

Radio war in der gesamten Zeit seiner Existenz einer ständigen Veränderung unterworfen. Heute wandelt es sich in ein digitales Medium. Das Besondere an der jetzigen Situation ist also nur, dass der aktuelle und für die nächste Zukunft abzusehende Veränderungsprozess im Wettbewerb besonders intensiv und rasch getaktet erfolgt. Vergleichbar allenfalls mit der Phase, während der sich das Radio Mitte des letzten Jahrhunderts an das zum Massenmedium werdende Fernsehen anpassen musste.

Fachdienst medienRattenrennen. Der Tag, als die NPD doch nicht verboten wurde

Es war ein guter Tag für die deutschen Nachrichtenagenturen. Keine von ihnen gab am Dienstag die Falschmeldung auf den Ticker, das Bundesverfassungsgericht habe die NPD verboten. Und es war ein schlechter Tag für viele Onlineportale. Die Internet-Ableger von "Spiegel", "Zeit" und "Frankfurter Rundschau" - um nur einige zu nennen - schossen um kurz nach 10 Uhr die Falschmeldung raus, auch der Twitter-Kanal des Ersten berichtete falsch.

Fachdienst medienRechtsstreit mit Ministerium: Funke stellt Afghanistan-Papiere offline

Wegen eines Rechtsstreits mit der Bundesregierung hat die Funke-Mediengruppe Dokumente zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan aus dem Netz genommen. Nach Androhung einer Zwangsvollstreckung seien die Dokumente, die seit 2012 online waren, nun offline gestellt worden, teilte die Mediengruppe am 5. August in Essen mit.

 

Fachdienst medienReduktionsmonster. Trump, der Lümmel von der letzten Bank

Nur Bilanzfälscher sahen Trump vorne. Das erste Super-TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ist Geschichte, zwei weitere stehen an. Die Bilanz? Den einen ikonischen Moment gab es nicht. Trump sah aus wie eine aus der Zeit gefallene Comic-Figur, die nicht einmal "Brösel" in den 80er Jahren in einem seiner Werner-Comics hätte unterbringen können.

Fachdienst medienRegierungsvertreter sollen nicht mehr in ZDF-Gremien sitzen

In den Aufsichtsgremien des ZDF sollen künftig keine Vertreter der Exekutive mehr sitzen. Mitglieder der EU-Kommission, der Bundesregierung oder einer Landesregierung dürften dem Fernsehrat und dem Verwaltungsrat des Senders nicht angehören, heißt es im Entwurf der Novelle des ZDF-Staatsvertrags, der am 30. Januar veröffentlicht wurde. Die Länder haben dazu eine Anhörung gestartet, an der sich alle Interessierten bis zum 28. Februar mit Stellungnahmen beteiligen können.

Fachdienst medienReine Nervensache

Kaum freut sich die Konkurrenz, dass "Wer wird Millionär?" in die Sommerpause geht, zieht RTL das nächste Quiz aus dem Hut: Fünf Wochen lang lädt Günther Jauch auf dem Sendeplatz des Dauerbrenners zum "vielleicht härtesten Quiz aller Zeiten", wie der Sender die Show anpreist. Das klingt etwas verwegen, aber tatsächlich wirkt "Wer wird Millionär?" im Vergleich zu dem US-Import ("500 Questions", ABC) wie eine gemütliche Fragerunde: Der Kandidat hat nur fünf Sekunden Zeit für die jeweilige Antwort.

Fachdienst medienROG-Rangliste: Europa verliert Vorreiterrolle bei Pressefreiheit

Im Jahr 2015 hat sich laut Reporter ohne Grenzen (ROG) die Erosion der europäischen Vorreiterrolle bei der Pressefreiheit fortgesetzt. Gesetze gegen Terrorismus und Spionage würden zur Einschränkung von Freiheitsrechten missbraucht, kritisierte die Journalistenorganisation am 20. April bei der Vorstellung der neuen Rangliste der Pressefreiheit. Öffentliche sowie teils auch private Medien gerieten zunehmend unter Druck.

Fachdienst medienRotzfrech und eigensinnig

Im Jahr 2013 verstarb der Schauspieler Dieter Pfaff, unter anderem bekannt als ARD-Fernsehreihen-Psychotherapeut Dr. Maximilian Bloch. Der SWR begab sich auf die Suche nach einer Nachfolge im Psychoressort. SWR-Redakteur Ulrich Hermann hatte eine Idee, die der Sender von Wolfgang Strauch als Drehbuchautor und Torsten C. Fischer umsetzen ließ. 

Fachdienst medienRTL Group steigert Umsatz auf 2,8 Milliarden Euro

Die RTL Group hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gesteigert. Wie der internationale Medienkonzern am 27. August in Luxemburg mitteilte, ist der Zuwachs insbesondere den deutschen TV-Aktivitäten und dem Ausbau der internationalen Digitalgeschäfte vor allem im Bewegtbildbereich geschuldet gewesen. Die TV-Senderfamilien der RTL Group hätten sich überwiegend besser als der jeweilige Markt entwickelt, hieß es.

Fachdienst medienRTVE ernennt konservativen Parteisprecher zum Fernsehdirektor

Der Verwaltungsrat des spanischen Staatssenders Radiotelevisión Española (RTVE) hat am 8. März einen ehemaligen Sprecher der regierenden Volkspartei zum neuen Fernsehdirektor ernannt. Eladio Jareño war zwischen 2003 und 2004 auch Fernsehdirektor im katalanischen Regionalstudio und seit 2014 Direktor des RTVE Senderverbands in Katalonien, zu dem neben dem Fernsehen auch ein regionaler Hörfunksender gehört. Von 2008 bis 2014 war Jareño Kommunikationschef der Volkspartei in Katalonien.

Fachdienst medienRückentbündelung. Watchever und die alten Kathodenstrahlröhren

Frank Underwood starrt einem in Berlin gefühlt von jedem zweiten Werbeplakat entgegen. Unter markigen Sprüchen über politisches Kalkül empfiehlt die Hauptfigur der Serie "House of Cards" dem Betrachtenden zusätzlich ein Abo beim Weltmarktführer für das Streamen von Videoinhalten, Netflix. Auf der anderen Hälfte der Plakate wirbt Netflix' größter Konkurrent, der deutsche Marktführer Amazon Video, mit einem dramatischen Motiv für die Serie "Hand of God", in der Ron Perlman beim Anblick eines Tauben-Mobiles in blutige Tränen ausbricht (das verspricht zumindest das Poster).

Fachdienst medienSaudi-Arabien: Oberstes Gericht bestätigt Strafen für Badawi

Das oberste Gericht in Saudi-Arabien hat die Strafen gegen den Blogger Raif Badawi in letzter Instanz bestätigt. Badawi müsse für zehn Jahre ins Gefängnis und erhalte insgesamt 1.000 Peitschenhiebe, teilte Reporter ohne Grenzen am 7. Juni in Paris mit. Die Menschenrechtsorganisation kritisierte das Urteil scharf und sprach von einer "Missachtung der menschlichen Würde".

Fachdienst medienScherz, Lügen und Erdowahn

Das Medienjahr 2016 endete, wie es begonnen hatte: mit schrillen, manchmal hysterischen, meist erschreckend undifferenziert geführten Debatten darüber, wie die Medien bestimmte Themen behandeln oder nicht behandeln sollten. Nachdem in der Nacht auf Neujahr 2016 zahlreiche Frauen im und um den Kölner Hauptbahnhof von - der Beschreibung nach überwiegend afrikanisch oder arabisch aussehenden - Männern belästigt und beklaut worden waren, war den Medien in den sozialen Netzwerken, vor allem auf Facebook und Twitter, vorgeworfen worden, sie hätten versucht das Thema totzuschweigen.

Fachdienst medienSchillers rätselhafter Tod. Die "Lindenstraße" ist 30 Jahre alt

Das alte Motto "Bild sprach zuerst mit dem Toten" dürfte selten so treffend gewesen sein wie nach der Live-Jubiläumsfolge der "Lindenstraße" am Sonntag. "Jetzt spricht der Mann von Mutter Beimer: Die Wahrheit über meinen Lindenstraßen-Tod", meldete "bild.de" am Montag. Im exklusiven Gespräch verriet der verstorbene Erich Schiller dem Onlineportal, dass "die Produktion" ihn aus der Serie geschrieben habe. Er gehe äußerst ungern und wäre lieber bei seiner zweiten Familie geblieben.

Fachdienst medienSchlachtfest

Immer wieder schwer zu glauben, was heutzutage um 20.15 Uhr alles so im Fernsehen kommt. Jedenfalls für Leute, die nicht oft fernsehen. "Wann läuft denn so was im TV?", will der Mitbewohner wissen, der zwischendurch ins Zimmer kommt. Am Schluss von "Dengler" werden große Fleischbrocken in Plastikwannen aus einem privaten Schlachthaus getragen, die höchstwahrscheinlich von einem frisch zerteilten Rumänen stammen. "Um 20.15 Uhr." - "Gibt's ja wohl nicht."

Fachdienst medienSchockstarre. Trumps Wahlsieg im deutschen Fernsehen

Um kurz vor 2 Uhr nachts gab es beim ZDF ein Mainzelmännchen zu gewinnen, man spielte das Quiz "Wer hat's gesagt?". Bei der ARD hatte Korrespondent Stefan Niemann gerade aus New York gemeldet, dass bei der Wahl-Party der Demokraten doch kein Feuerwerk geplant sei. Aber er habe Konfetti-Kanonen entdeckt. Es herrschte zu diesem Zeitpunkt eine gelöste, siegessichere Stimmung in der langen Fernsehnacht zur US-Wahl.

Fachdienst medienSchön boshaft. Die ORF-Serie "Vorstadtweiber" im Ersten

Als die amerikanische Serie "Desperate Housewives" 2005 über ProSieben ins deutsche Fernsehen kam, meldete sich allen Ernstes schon nach der Ausstrahlung der ersten Folge die Vorsitzende des Deutschen Hausfrauenbundes in der "Welt" zu Wort: diese Frauen seien "sehr untypisch für die deutsche Hausfrau". Bei der Serie handele es sich "wohl um Frauen von reichen Männern.

Fachdienst medienSchweiz: SRG macht Privaten umfangreiches Kooperationsangebot

Der Generaldirektor der Schweizer Rundfunkanstalt SRG SSR, Roger de Weck, hat den privaten Medienhäusern umfangreiche Kooperationen angeboten. Eine Zusammenarbeit sei erforderlich, um den "viersprachigen Schweizer Medienplatz im internationalen Wettbewerb zu stärken", schrieb de Weck in einem Beitrag für die "Neue Zürcher Zeitung" (Ausgabe vom 8. Januar). Der "anachronistische Grabenkampf" zwischen der privaten Medienwirtschaft und der öffentlichen SRG SSR müsse überwunden werden.

Fachdienst medienSchweiz: SRG verteidigt trotz Verlusten TV-Marktführerschaft

Im Jahr 2015 haben die Sender der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR trotz Verlusten die Marktführerschaft in den drei Schweizer Landesteilen verteidigt. Durch das Fehlen von Sportgroßereignissen verzeichneten vor allem die Sportkanäle SRF zwei, RTS Deux und RSI La 2 sinkende Marktanteile. "Natürlich sind die fehlenden Sportergebnisse aber nicht der alleinige Grund", erklärte Ruedi Matter, der Direktor des deutschsprachigen Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) am 20. Januar in Zürich.

Fachdienst medienSchweizer Bundesrat lehnt "No Billag"-Initiative ab

Der Schweizer Bundesrat lehnt die Volksinitiative "Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren (Abschaffung der Billag-Gebühren)" ab. Eine Annahme hätte einschneidende Auswirkungen auf die Schweizer Medienlandschaft und würde den Medienplatz Schweiz erheblich schwächen, erklärte die Regierung am 17. August. Die Meinungs- und Angebotsvielfalt in den elektronischen Medien würde stark eingeschränkt. Dies widerspreche der medienpolitischen Haltung des Bundesrates grundlegend.

Fachdienst medienSchweizer Rundfunk SRG kündigt weitere Einsparungen an

Das öffentlich finanzierte Schweizer Rundfunkunternehmen SRG SSR muss noch mehr sparen: Ab 2016 werde das Budget im Schnitt um rund 40 Millionen Franken (37 Millionen Euro) pro Jahr sinken, teilte die Anstalt am 7. September mit. Dies werde wohl den Verlust von Arbeitsplätzen und Kürzungen beim Programm bedeuten. Als Gründe für die niedrigeren Einnahmen nannte die SRG Veränderungen bei der Mehrwertsteuer und einen höheren Gebührenanteil für Lokal- und Regionalsender.

Fachdienst medienSchweizer stimmen für Modellwechsel bei Rundfunkgebühr

Die Schweiz wird eine allgemeine Abgabe für gebührenfinanziertes Fernsehen und Radio einführen. Bei einem Referendum am 14. Juni stimmte die Bevölkerung mit äußerst knapper Mehrheit für die neue Regelung. 50,1 Prozent der Stimmbürger sprachen sich für die Umstellung auf eine Haushaltsabgabe aus, 49,9 Prozent waren dagegen. Die bisherige geräteabhängige Rundfunkgebühr wird abgeschafft. Der Schweizerische Gewerbeverband hatte mit mehr als 91.000 Unterschriften das Referendum erzwungen.

Fachdienst medienSeifenoper de luxe. Fassbinders "Acht Stunden", restauriert

Fassbinders "Acht Stunden sind kein Tag" habe ich mit zwölf gesehen, meine Mutter guckte mit, und ich war ein bisschen in Gottfried John verliebt. Der war nicht hübsch, sondern ein Typ: sehr dünn, mit Beinen bis zum Himmel, cool sogar in dem Blaumann, den er zur Arbeit trug - er spielte Jochen, einen Werkzeugmacher in einer Kölner Maschinenfabrik. Im deutschen Fernsehen war zwar "Der Kommissar" ins Milieu der "kleinen Leute" vorgestoßen, aber da erschienen die eher als Problemfälle, cool waren sie jedenfalls nicht.

Fachdienst medienSenden war ihr Hobby. Piratenradios in den 60er Jahren in Marburg

Anfang September 1967 wurde in Teilen von Marburg das Fernsehprogramm immer wieder gestört. Es gab schwarze Streifen auf den Bildschirmen und deshalb wandten sich verärgerte Zuschauer an den Störungsdienst der Post. Derweil freuten sich Schüler in der Universitätsstadt über Radio City, einen unregelmäßig sendenden Piratensender mit viel Beatmusik. Dann war plötzlich Schluss. Der "Pirat" war weggezogen. Aber andere sendeten weiter. 

Fachdienst medienSinnlos pathetisch

Was für ein ästhetisch durchgestyltes Bild: Mit eingefrorener Mimik, die großen Augen unter der wächsern ausgeleuchteten hohen Stirn weit aufgerissen, sitzt eine junge schöne Frau im schulterfreien schwarzen Kleid an einem Tisch und blickt regungslos in die Kamera. Zwei Männerhände legen sich von hinten auf ihre nackten Schultern, eine Männerstimme raunt drohend etwas über das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein: "Aber in Wahrheit bleibt der Wolf immer ein Wolf. Und die Frage lautet: was sind Sie?"

Fachdienst medienSixt klagt weiter gegen Rundfunkbeitrag

Der Autovermieter Sixt will jetzt beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Rundfunkbeitrag klagen. Das Unternehmen sei "entschlossen, gegen die völlig missratene Rundfunkfinanzierungsreform, die die Bürger und Unternehmen über Gebühr belastet, mit allen verfügbaren Mitteln juristisch vorzugehen", sagte der Vorstandsvorsitzende Erich Sixt am 3. November. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte zuvor die Berufung von Sixt gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts München zurückgewiesen, die Revision jedoch zugelassen.

Fachdienst medienSmileys und Herzchen. Meine Tochter, ihr Smartphone und ich

Fragen, mit denen Eltern ihr Kind beim Thema Smartphone zur Weißglut bringen: "Warum piept das ständig?", "Was schreibt Ihr Euch da eigentlich immer?", "Hast Du meine E-Mail bekommen?". Oder eben: "Aber telefonieren kann man damit auch, oder?" Eine Frage, die meine Tochter (11) momentan mit einem Nein beantworten muss.

Fachdienst medienSo fern und doch so nah

Selten ist es der Jury für den Hörspielpreis der Kriegsblinden so leicht gefallen, sich auf drei Stücke zu einigen, wie in diesem Jahr. Das lag zum einen daran, dass die Auswahl, die ja eigentlich das Beste vom Besten des Hörspieljahrgangs repräsentieren sollte, in diesem Jahr etwas enttäuschte. Nur neun von 20 eingereichten Stücken schafften es in die engere Wahl der Jury. Zum anderen waren die drei nominierten Stücke wiederum so stark, dass jedes von ihnen einen Preis verdient gehabt hätte. 

Fachdienst medienSpanien: Mediaset überträgt Fußball-Europameisterschaft

Das Unternehmen Mediaset Espana hat nach Informationen spanischer Medien den Zuschlag des Europäischen Fußballverbandes (UEFA) für die Übertragung der Europameisterschaft erhalten. Das berichtete die spanische Online-Website "lainformacion.com" am 12. Mai ohne Nennung von Quellen. Mediaset Espana gehört zum italienischen Mediaset-Konzern, der von der Familie des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrolliert wird, und ist TV-Marktführer in Spanien.

Fachdienst medienSpannend aber unübersichtlich. Die neue Punktevergabe beim ESC

Meine Güte war das spannend: Als die letzten Punkte beim 61. Eurovision Song Contest (ESC) verlesen wurden, bebte das Pressezentrum in Stockholm. Die ausgestoßenen Laute der versammelten Presse glichen denen in einer Geisterbahn. Schreie, Raunen, erschrockenes Einatmen, alles war dabei. "Das ist ja spannender als jeder Hollywoodfilm", rief ein schwedischer Journalist. Damit hatte die European Broadcasting Union (EBU), die den ESC veranstaltet, erreicht, was sie wollte: Ein neues Punktevergabesystem sollte den ESC bis zum Schluss spannend machen.

Fachdienst medienSpiegel-Verlag baut 150 Stellen ab und startet neue Projekte

Der "Spiegel" kommt nicht zur Ruhe: Bei dem Nachrichtenmagazin fallen 150 von 727 Stellen weg. Personal- und Sachkosten sollen so um 15 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden. Zu dem "Agenda 2018" genannten Abbau gebe es "leider keine Alternative", sagte Geschäftsführer Thomas Hass am 1. Dezember. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er nicht aus, es wären die ersten in der Verlagsgeschichte. Journalistenverbände kritisierten die Ankündigung.

Fachdienst medienSpringer kauft US-Nachrichtensite "Business Insider"

Der Medienkonzern Axel Springer kauft das US-amerikanische Wirtschafts- und Finanznachrichtenportal "Business Insider". Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 29. September geschlossen. Die Übernahme sei ein wesentlicher Bestandteil der Verlagsstrategie, das journalistische Portfolio im englischsprachigen Raum zu erweitern, teilte Springer mit. Der Kaufpreis wurde mit 395 Millionen Euro beziffert.

Fachdienst medienSpringer muss Kachelmann 635.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

Der Medienkonzern Axel Springer muss 635.000 Euro Schmerzensgeld an den Wetterexperten Jörg Kachelmann zahlen. Das Geld stehe dem Moderator als Ausgleich für 38 Fälle schwerwiegender Persönlichkeitsrechtsverletzungen zu, urteilte das Landgericht Köln am 30. September. Die "Bild"-Zeitung und "bild.de" hatten 2010 und 2011 intensiv über den Strafprozess gegen Kachelmann berichtet, der mit einem Freispruch endete. Die Richter blieben deutlich unter der Summe von 2,25 Millionen Euro, die Kachelmann verlangt hatte.

Fachdienst medienSpringer-App "Upday" expandiert nach Spanien und Italien

Der Medienkonzern Axel Springer bringt seine mobile Nachrichtenplattform "Upday" nach Spanien und Italien. Im ersten Halbjahr 2017 würden in den beiden Ländern Redaktionen aufgebaut und Verlagspartner angeworben, teilte der Konzern am 8. Dezember in Berlin mit. Die App werde damit wie geplant zu einer Plattform, die in verschiedenen europäischen Ländern mit redaktionellen Teams digitalen Journalismus in hoher Qualität und redaktioneller Unabhängigkeit produziere.

Fachdienst medienSR-Intendant: Rundfunkbeitrag kann nicht immer stabil bleiben

Der Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR), Thomas Kleist, warnt davor, die Höhe des Rundfunkbeitrags über einen längeren Zeitraum festzuschreiben. Wenn der Beitrag über 2020 hinaus stabil bleiben solle, müssten bei ARD, ZDF und Deutschlandradio 2,8 Milliarden Euro in vier Jahren eingespart werden, sagte Kleist am 19. September bei der Sitzung des SR-Rundfunkrats in Saarbrücken. Der Intendant verwies auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Darin habe das Gericht betont, dass der Beitrag dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag folgen müsse.

Fachdienst medienSRF bleibt TV-Marktführer in der Deutschschweiz

Im Sportjahr 2016 waren die Sender der öffentlich-rechtlichen Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR wieder Marktführer in der Schweiz. Dabei spielten im Jahr 2016 die Sportgroßereignisse Fußball-EM in Frankreich und Olympische Sommerspiele in Rio de Janeiro sowie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest eine wesentliche Rolle. Die Zuwächse zeigten sich daher besonders bei den Sportkanälen SRF zwei, RTS Deux und RSI La 2.

Fachdienst medienSRG Deutschschweiz: Ombudsstelle erhielt 334 Beanstandungen

Im Jahr 2016 sind bei der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz 334 Beanstandungen eingegangen. Diese betrafen 135 Sendungen. Bei fast 80 Prozent der betroffenen Sendungen seien die Beanstandungen nicht unterstützt worden, teilte der Ombudsmann der SRG Deutschschweiz, Roger Blum, in seinem Jahresbericht 2016 mit. Die Quote von rund 20 Prozent gerügter Sendungen entspreche ungefähr dem Anteil vergangener Jahre.

Fachdienst medienSRG SSR erzielt Überschuss von fünf Millionen Franken

Das Schweizer Rundfunkunternehmen SRG SSR hat im Jahr 2014 einen Überschuss von 4,8 Millionen Franken (4,6 Millionen Euro) erzielt. Erträgen von 1,651 Milliarden Franken standen Aufwendungen von 1,648 Milliarden Franken gegenüber, wie die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt am 1. April mitteilte. Ergebnisse der Tochtergesellschaften sind in dieser Bilanz nicht enthalten. Im Vorjahr war ein Überschuss von 20 Millionen Franken verzeichnet worden (epd 15/14).

Fachdienst medienStaatsferne light

Es war zu befürchten gewesen: So fantasielos wie die Länder bei der Neugestaltung des neuen Staatsvertrags für das ZDF vorgegangen sind, so fantasielos sind sie nun auch bei der Besetzung der Sitze in dem neuen Gremium. 11 von 16 Ländern schicken genau die Vertreter, die sie schon bisher in das Gremium entsandt haben. Zwei haben sich noch nicht entschieden.

Fachdienst medienStaatskanzleien wollen MDR-Staatsvertrag novellieren

Die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen den MDR-Staatsvertrag grundlegend novellieren. Wie die thüringische Staatskanzlei am 24. April mitteilte, sind die Chefs der Staatskanzleien der drei mitteldeutschen Länder übereingekommen, "dass dieses politische Vorhaben nicht kurzfristig im Jahr 2015 erfolgreich abzuschließen ist".

Fachdienst medienStadelmaier als staatsfernes Mitglied im ZDF-Verwaltungsrat

Der ZDF-Fernsehrat hat acht Mitglieder für den neuen ZDF-Verwaltungsrat bestimmt, der sich im Sommer neu konstituiert. Gewählt wurden neben dem ehemaligen Mainzer Staatskanzleichef Martin Stadelmaier (SPD) auch der Ex-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Reinhard Göhner (CDU) und die frühere Kultusministerin von Sachsen-Anhalt, Birgitta Wolff (CDU), wie das Gremium am 3. März mitteilte. Der Fernsehrat ist für die Wahl der sogenannten staatsfernen Mitglieder des Verwaltungsrats zuständig.

Fachdienst medienStarke Darstellerinnen

Im Redaktionsflur des "Puls" hängt ein großes Nixon-Plakat. Achtlos geht Anke Engelke als Chefredakteurin Karin Berger daran vorbei, bleibt einmal davor stehen, den Rücken der präsidialen Reizfigur zugewandt. Zu viel ist zu diesem Zeitpunkt schon passiert, als dass sich die journalistische Leuchtturmfigur Berger, als die wir sie kennengelernt haben, noch selbstzufrieden an die Brust klopfen könnte. Es hat vermutlich Tote gegeben und verschiedene Kasualitäten. Zum Beispiel Bergers Unbestechlichkeit.

Fachdienst medienStarke Nachfrage nach aufwendigen TV-Serien

Internationale TV-Serien haben einen Schwerpunkt der diesjährigen Fernsehprogramm-Messe MIPTV gebildet. "Keine nationalen oder kulturellen Grenzen mehr bei der Schaffung von Inhalten aller Genres und besonders bei fiktionalen Inhalten", lautete das Fazit des Messeveranstalters Reed Midem. Das hätten die Geschäfte und Konferenzen der Messe bestätigt. Wie im Vorjahr kamen rund 11.000 Besucher, darunter 4.000 Einkäufer, aus mehr als 100 Ländern zur 52. MIPTV an die Cote d’Azur.

Fachdienst medienStellung kackender Fuchs. Die Bundeswehr-Webserie "Die Rekruten"

Die Bundeswehr hatte es in den vergangenen Wochen wieder nicht leicht. Anfang November startete die Reality-Doku "Die Rekruten" auf YouTube. Sie soll die Nachwuchssorgen der Truppe lindern. Täglich bekommen die Zuschauer gezeigt, wie in der zwölfwöchigen Grundausbildung aus zwölf jungen Frauen und Männern Soldatinnen und Soldaten werden. In 90 Folgen von etwa jeweils fünf Minuten wird die Entwicklung der Rekruten nachgezeichnet. 1,7 Millionen Euro kostet die Webserie, hinzu kommen 6,2 Millionen Euro für Werbung.

Fachdienst medienStraftat Freiheitsliebe. Die ungewisse Zukunft des Raif Badawi

Einmal in der Woche darf er sie anrufen. Kurze Telefonate von ein paar Minuten, die Nähe ermöglichen. Ein kostbares Gut: Raif Badawi und seine Frau Ensaf Haidar sowie die drei gemeinsamen Kinder sind durch die vielen Tausend Kilometer zwischen Saudi-Arabien und Kanada getrennt.

Fachdienst medienStrukturelle Vorgaben

Die Telekommunikationsunternehmen möchten zur Finanzierung des Netzausbaus neue Geschäftsmodelle einführen, mit speziellen Diensten, für die eine besondere Qualität garantiert wird und für die besonders bezahlt werden muss. In der Politik finden sie dabei eine weitreichende Unterstützung, bei der Bundesregierung ebenso wie bei Kommission und Rat der Europäischen Union. Beliebte Argumente sind selbstfahrende Autos und die Telemedizin, die auf besondere Qualität angewiesen seien.

 

Fachdienst medienStrukturoptimierung: ARD will noch arbeitsteiliger werden

Die ARD erarbeitet derzeit ein Grundsatzpapier zu ihrem Auftrag und zur Strukturoptimierung des Senderverbunds. "Wir wollen noch arbeitsteiliger werden und Synergien heben", sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille am 23. November nach der Sitzung der ARD-Intendanten in München. Die ARD-Sender könnten allerdings nur enger zusammenarbeiten, wenn "der kartellrechtliche Rahmen das vorgibt", sagte Wille.

Fachdienst medienSuperlative in Endlosschleife. Der mediale Brutzel-Sommer nervt

Es ist heiß in Deutschland. Verdammt heiß sogar. Der Juli 2015 war einer der heißesten in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Heißer war es in diesem Monat nur 2013, 2010, 2006, 1995, 1994 und - ja, tatsächlich - 1983. Bisher schickt sich auch der August an, ganz oben auf der Skala mitzuspielen.

Fachdienst medienTabea Rößner: ARD und ZDF sind zu unbeweglich

Tabea Rößner, medienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, hat ARD und ZDF als "zu unbeweglich" kritisiert. Die Sender seien nicht in der Lage, "sich aus sich selbst heraus zu reformieren", sagte Rößner am 24. Juni bei einer Tagung des Initiativkreises Öffentlicher Rundfunk und des Grimme-Instituts in Köln. "Mich treibt die Sorge um, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk selbst abschafft." Die Grünen-Politikerin stellte die Einkünfte aus Werbung, die Sportrechte und die Anzahl der ARD-Hörfunkwellen infrage.

Fachdienst medienTischkickern auf der Titanic. Der BDZV-Zeitungskongress 2015

Zeitungskongress 1998 in Bonn. Die Verleger diskutieren über: "Online - Zukunftsmarkt oder Dollargrab?", "Printmedien - Neue Ideen, neue Wettbewerber, neue Märkte!" und "Urheberrechte - wertlos in den neuen Medien?". Zeitungskongress 2015 in Regensburg. Die Themen: "Digitalisierung als Treiber - Unternehmen neu erfinden", "Wie Verlage die jungen Digitalen gewinnen" und "Zeitung 4.0 - Die neue Rolle des Verlegers". An den Problemen der Branche hat sich in den letzten fast 20 Jahren offenbar wenig geändert.

Fachdienst medienTLM prüft "Ramelow & Co." im Lokalsender Salve TV

Der Thüringer Lokalsender Salve TV muss sich wegen seiner Rubrik "Ramelow & Co." bei der zuständigen Medienaufsichtsbehörde rechtfertigen. Salve TV sei eine medienrechtliche Anhörung zugestellt worden, sagte die stellvertretende Direktorin der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Kirsten Kramer, am 28. Januar dem epd. Der Sender müsse zu den monierten Punkten bis Anfang Februar Stellung nehmen. Anschließend werde die TLM entscheiden, ob sie eine Beanstandung ausspreche. Was die Medienanstalt im Detail kritisiert, wollte Kramer nicht sagen.

Fachdienst medienTolle Typen

Nein, es ist nicht die Wall Street in New York, wie vor vier Wochen im ZDF-Film "Der Bankraub". Es ist nur die Frankfurter Skyline, über deren gläserne Hochhausfassaden und tiefe Schluchten die Kamera so weltläufig dahinschwebt. Aber um Betrug und Millionenbeträge im Bankenmilieu geht es auch hier schon wieder. Es wird sogar nach derselben dramaturgischen Regel wie im "Bankraub" verfahren, die da lautet: Beginne mit einem Knalleffekt, und erzähle erst dann, wie es dazu gekommen ist.

Fachdienst medienTörichtes Geplänkel

Wenn die Regisseurin von "Traumschiff"-, "Inga Lindström"- und "Rosamunde Pilcher"-Folgen mit der Drehbuchautorin von "Utta Danella"-, "Sturm der Liebe"- und "Lilly Schönauer"-Folgen kollidiert, kann nichts anderes herauskommen als so ein Freitagsfilm uralter Degeto-Schule, der sich als dramaturgische Havarie erweist. Die Schiffbrüchigen: renommierte Schauspielerinnen und Schauspieler, die sich mühsam an die Planken der Handlung klammern.

Fachdienst medienTotal coole Aktion

Wir wissen es nicht, aber wahrscheinlich gab es zu diesem ZDF-Fernsehfilm irgendwann auch mal ein Exposé nebst Begleitschreiben. Da stand vermutlich drin, was zuvor ein Praktikant bei Ziegler Film zweifellos sorgfältig recherchiert hatte: "X Prozent der Deutschen haben schon mal ein Haus gekauft oder gebaut. X weitere Prozent träumen von Wohneigentum - und wer sich das nicht leisten kann oder sich anders entschieden hat, guckt sicher gerne hämisch dabei zu, was dabei alles schiefgehen kann.

Fachdienst medienTragischer Held

Mit dem Zug des Fernsehens zu zeitgeschichtlichen Stoffen kommen diese uns gelegentlich doppelt. So auch im Fall Fritz Bauer. Erst war Lars Kraumes Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" im Kino, jetzt Stephan Wagner mit "Die Akte General" im Fernsehen. Beide Filme sind von Regisseuren der ersten Garde, der Protagonist ist beide Male prominent besetzt.

Fachdienst medienTraktat über das Gewissen

Ein Unfall, ein Unglück. Das Auto überschlägt sich mehrfach und stürzt von der Brücke, wir sehen das in Zeitlupe. So viel Zerstörung, so viel Schrecken. Danach das bekannte beruhigende Tableau mit der Polizei und den Krankenwagen und den vielen Leuten, die herumlaufen und helfen, ermitteln und in ihre Smartphones sprechen. Man weiß als Zuschauer: Was geschehen ist, wird hier vor Ort dokumentiert, und wer hier verletzt worden ist, dem wird beigestanden. Auch eine Notfallseelsorgerin ist eingetroffen.

Fachdienst medienTrash mit Unterrock. Der SWR holt einen "Tatort" aus dem Giftschrank

Wenn "Tatort"-Folgen nach der Erstausstrahlung im Giftschrank landen, kann das unterschiedliche Gründe haben. Oft sind es ungeklärte Urheberrechtsfragen oder brutale Szenen, die zu einem Sperrvermerk führen. Bei der Südwestfunk-Produktion "Der gelbe Unterrock", die am 10. Februar 1980 im Ersten ausgestrahlt wurde, gab es einen anderen Grund: Karnevalsanhänger bombardierten den Sender mit Briefen und Anrufen, weil sie sich darüber empörten, dass in dem Krimi ein Triebtäter in der Mainzer Fastnacht unterwegs war.

Fachdienst medienTrau schau wem. Die neuen Gatekeeper im Journalismus

Der Schleusenwärter ist tot, es lebe der Schleusenwärter. Auf sämtlichen Medientagungen des vergangenen Jahrzehnts wurde der Abgesang auf den Redakteur als Gatekeeper angestimmt. Doch dann setzte sich langsam die Erkenntnis durch, dass neue, noch mächtigere Schleusenwärter an die Stelle der alten getreten sind - mächtiger und unheimlicher, da keiner sie kennt: die Algorithmen.

Fachdienst medienTrump will Zuschüsse für öffentlichen Rundfunk streichen

US-Präsident Donald Trump plant in seinem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr drastische Kürzungen beim öffentlichen Rundfunk. Die Regierung wolle sich von der Finanzierung der "Corporation for Public Broadcasting" (Gesellschaft für öffentlichen Rundfunk) zurückziehen, erklärte der Direktor des Amtes für Verwaltung und Haushaltswesen, Mick Mulvaney, am 15. März. Für das kommende Jahr seien allerdings noch Zuwendungen geplant, um den Finanzierungsprozess zu Ende zu bringen.

Fachdienst medienTschechiens Präsident fordert Abschaffung der Rundfunkgebühren

Tschechiens linkspopulistischer Staatspräsident Milos Zeman hat dem Tschechischen Fernsehen (CT) vorgeworfen, seine öffentlich-rechtliche Funktion nicht zu erfüllen. "Es wird zu einem weiteren kommerziellen Fernsehsender und dabei noch zu einem schlechten", sagte der 70-jährige Zeman, der 2013 zum Präsidenten der Tschechischen Republik gewählt wurde, am 6. März bei einer Reise in die Region Pilsen. Nach Meinung Zemans unterstützte die Mehrheit der tschechischen Medien damals seine Gegner.

Fachdienst medienTV-Einnahmen: Bundesliga überholt Spanien und Italien

Die Fußball-Bundesliga wird die zweitwertvollste Liga Europas, wenn es um TV-Rechte geht. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle in Straßburg hervor, den die Einrichtung am 8. Juli veröffentlicht hat. Für die Vertragslaufzeit von 2017 bis 2021 knackt die Deutsche Fußball Liga (DFL) erstmalig die Milliardenmarke und erhält durchschnittlich 1,16 Milliarden Euro pro Jahr. Damit überholt die DFL die spanische und die italienische Liga.

Fachdienst medienTypisch Deutsch. Die Debatte um den Blasphemieparagrafen

Ein bekanntes Bonmot - das gemeinhin Lenin zugeschrieben wird - sagt, dass Revolutionen in Deutschland deswegen nicht funktionieren, weil ein Deutscher, der einen Bahnhof stürmen will, sich erst einmal eine Bahnsteigkarte kauft. Zwar gibt es heute keine Bahnsteigkarten mehr, aber etwas muss es auf sich haben mit der viel karikierten Vorschriftshörigkeit der Deutschen.

Fachdienst medienUmfragenmist. Supermann Trump und die Mondlandung

Könnte man bei der Berichterstattung über den US-Wahlkampf bitte aufhören, ständig neue Umfragewerte in die Überschriften zu katapultieren? In epischer Breite darüber zu berichten, welcher Kandidat führt, wer aufgeholt hat, wieder vorne liegt, abgerutscht ist oder abgeschlagen ganz unten herumdriftet? Umfragen vom Dezember 2015, wagen wir die These, sagen nichts über die Hauptwahlen im November 2016, und wenig über den Ausgang der Vorwahlen, vor allem bei den Republikanern.

Fachdienst medienUnd es bewegt sich doch

Wer die Entwicklung des Digitalradios in Deutschland schon länger beobachtet, kann sich gelegentlich des Gefühls nicht erwehren, in dem Film "Der Würgeengel" von Luis Bunuel gelandet zu sein. Wie die Partygesellschaft, die in dem Film aus irgendeinem unerfindlichen Grund das Haus, in dem das Fest stattfand, nicht mehr verlassen kann, treten die Akteure in der Entwicklung des Digitalradios seit Jahren auf der Stelle und die Diskussionen darum drehen sich im Kreis.

Fachdienst medienUniversität Mainz muss umstrittene Drittmittel-Verträge offenlegen

Die vertraglichen Verflechtungen zwischen der Mainzer Universität und der privaten Boehringer-Ingelheim-Stiftung müssen Journalisten auf Anfrage offengelegt werden. Am 11. Mai gab das Mainzer Verwaltungsgericht einer Klage des SWR-Chefreporters Thomas Leif auf Einsicht in die bislang weitgehend geheimgehaltenen Kooperationsverträge statt. Presseberichten zufolge wurden der Stiftung bei den Berufungsverfahren für ein mit Stiftungsgeldern aufgebautes Forschungsinstitut weitreichende Mitbestimmungsrechte eingeräumt. (AZ: 3 K 636 / 15.MZ)

Fachdienst medienUnter der Gürtellinie

Zwei Tage danach war das vernichtende Urteil gefällt: "Die ARD-Nachrichtenredaktion weiß nicht mehr, was relevant ist und was nicht", konstatierte Michael Hanfeld in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe vom 6. Dezember). Von einer "krassen journalistischen Fehlentscheidung", schrieb Dagmar Rosenfeld in der "Welt".

Fachdienst medienUnterwegs auf dem Chicken Way. Deutschland, deine Sportreporter

Stellen wir uns mal vor, in den 80er Jahren hätte es schon das World Wide Web gegeben. Was wäre da wohl bei Heribert Faßbenders Übertragungen von DFB-Länderspielen abgegangen? Wahrscheinlich wäre das Netz zusammengebrochen, wenn der WDR-Mann mal wieder deftig über Schiedsrichter und gegnerische Mannschaften gelästert hätte. Ein Glück für Faßbender, dass er in der analogen Ära kommentierte.

Fachdienst medienUrkomische Dialoge

Von wegen "Nesthocker" und "Hotel Mama": In dieser als Komödie angelegten Trilogie ist die Welt, zumindest im Milieu der gut verdienenden Mittelschicht, noch in Ordnung: Die Kinder gehen aufs Gymnasium und gleich nach dem Abitur zum Studium oder einer anderen Ausbildung in die Welt hinaus. Zurück bleiben die Eltern, die ihr Leben neu organisieren müssen und plötzlich vor Problemen stehen: Was fangen wir jetzt an mit uns? Wie füllen wir die Zeit, die bleibt? Gibt es ohne Kinder für uns beide überhaupt noch ein Wir?

Fachdienst medienUrteil im Zivilprozess Erdogan gegen Böhmermann im Februar 2017

Ob das sogenannte Schmähgedicht von ZDF-Moderator Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan komplett verboten wird, will das Hamburger Landgericht am 10. Februar 2017 verkünden. Am 2. November erörterten die Anwälte in der mündlichen Verhandlung zur Unterlassungsklage ihre Positionen. Staatsoberhaupt und Moderator waren nicht persönlich anwesend. Die zuständige Richterin Simone Käfer wird sich bis zur Urteilsverkündung mit der Frage befassen, ob Böhmermann den Präsidenten am 31.

Fachdienst medienUrteil: Auch Firmen müssen Rundfunkbeitrag zahlen

Die Erhebung von Rundfunkbeiträgen für Betriebsstätten und betrieblich genutzte Kraftfahrzeuge ist rechtens. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies am 7. Dezember Klagen der Einzelhandelskette Netto und des Autovermieters Sixt gegen die Beitragserhebung zurück (AZ 6 C 12.15).

Fachdienst medienUrteil: Journalisten durften heimlich filmen

Enthüllungsjournalisten dürfen unter bestimmten Bedingungen ihre Gesprächspartner mit versteckten Kameras filmen und die Aufnahmen auch veröffentlichen. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg am Dienstag bestätigt. Die Richter gaben vier Fernsehjournalisten aus der Schweiz recht, die 2003 in einer Verbraucherschutzsendung kritisch über Geschäftspraktiken im Bereich Lebensversicherungen berichtet hatten. (AZ: 21830/09)

Fachdienst medienUS-Medien diskutieren kontrovers über Karikaturen

In den USA haben die europäischen Aufrufe zum Nachdrucken der "Charlie Hebdo"-Karikaturen eine kontroverse Debatte ausgelöst. Führende Printmedien haben nicht nachgedruckt und den Inhalt der Karikaturen kritisiert. Die "New York Times" teilte mit, sie veröffentliche kein Material, das "bewusst gegen religiöse Sensibilitäten verstoßen will". Die Nachrichtenagentur AP und TV-Sender wie CNN übten ebenfalls starke Zurückhaltung, vielfach wurden Bilder von "Charlie Hebdo" verpixelt.

Fachdienst medienUSA: Spekulationen über Kürzungen beim öffentlichen Rundfunk

Dem öffentlichen Rundfunk in den USA drohen massive Kürzungen. Haushaltsvorschläge der konservativen Heritage Foundation, die der Trump-Regierung nahesteht, deuteten darauf hin, berichtete der politische Informationsdienst "The Hill" mit Sitz in Washington. Demnach rät Heritage sogar zur Privatisierung. Laut einem Bericht der "New York Times" (Ausgabe vom 17. Februar) steht der öffentliche Rundfunk inzwischen auch auf einer offiziellen Liste mit Streichvorschlägen, die in der Budgetabteilung des Weißen Hauses erstellt wurde.

Fachdienst medienVerdächtige Hörerpost. Ein Quiz zwischen deutsch-deutschen Fronten

Als die Kuratoren einer Ausstellung über die Post- und Telefonkontrolle in der DDR nach abgefangenen Briefen aus der DDR suchten, machten sie eine kuriose Entdeckung. In den Archiven des Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen befinden sich 4.500 Briefe und Postkarten aus dem ehemaligen Bezirk Dresden, adressiert an "Das klingende Sonntagsrätsel", die dort nie ankamen. Das Rätsel, seit 1965 vom RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) ausgestrahlt, war eine gesamtdeutsche Unterhaltungssendung, die in West und Ost für viele Menschen zum sonntäglichen Ritual gehörte.

Fachdienst medienVerfahren gegen France 2 wegen Nizza-Berichterstattung

Dem französischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender France 2 droht ein aufsichtsrechtliches Verfahren wegen Verletzung der Menschenwürde durch die Berichterstattung nach dem Attentat von Nizza. Die Pariser Medienaufsichtsbehörde CSA (Conseil Supérieur de l’Audiovisuel) beanstandete ein Interview auf der "Promenade des Anglais", wo das Attentat am 14. Juli stattgefunden hatte: Die Bilder eines Mannes im Schockzustand neben seiner getöteten Frau hätten gegen den journalistischen Verhaltenskodex verstoßen.

Fachdienst medienVerfahrene Lage

Reportagen über die Deutsche Bahn verlaufen meist erwartbar: Es beginnt verbraucherfreundlich und mit leicht drohend intonierten Fragen wie: "Geht Profit vor Kundennähe?" Wann immer die Sprecherin oder der Sprecher des Off-Kommentars die Stimme leicht anhebt, folgt bestätigend eine Voxpop, also ein Satz oder Halbsatz, den ein Reisender in eine Kamera gesagt hat. Auf Bahnhöfen sind schließlich immer viele Menschen unterwegs, von denen viele auch gerne auf semisuggestive Fragen wie: "Stört Sie die Informationspolitik der Bahn?" antworten.

Fachdienst medienVerfassungsrechtliche Grenzen

Aus dem Fluss an tagesaktuellen Nachrichten der Deutschen Welle stechen in letzter Zeit Meldungen in eigener Angelegenheit hervor. "Arabisches TV-Programm der DW via Astra Satellit auch in Deutschland" (13. Dezember 2015), "Deutsche Welle und Bundesagentur für Arbeit kooperieren bei Sprachkursen" (8. Januar 2016), "DW-App knackt Millionengrenze bei Downloads" (11. Dezember 2015).  Nur drei Meldungen der jüngsten Vergangenheit, die die Frage aufwerfen, wo die Grenzen des gesetzlichen Auftrags der Deutschen Welle verlaufen.

Fachdienst medienVerlage sollen Tantiemen bis 30. November zurückzahlen

Der Verwaltungsrat der VG Wort hat einen Beschluss zur Rückforderung von Verleger-Tantiemen gefasst. Verlage, die in den Jahren 2012 bis 2015 Auszahlungen aufgrund der Wahrnehmung von gesetzlichen Vergütungsansprüchen erhalten haben, seien "im Grundsatz verpflichtet, diese Beträge nach Aufforderung in Textform durch die VG Wort" vollständig bis zum 30. November zurückzuzahlen, teilte die Verwertungsgesellschaft am 11. Oktober in München mit.

Fachdienst medienVerlässlicher Hort. Der Kinderkanal wird 20 Jahre alt

Als der Kinderkanal vor 20 Jahren startete, ließen Werbeslogans wie "Gewaltfrei. Werbefrei. Frei ab drei" oder "Wenn. Dann. Den" keinen Zweifel daran, an wen sich die PR-Kampagne richtete: nicht etwa an die Zielgruppe, sondern an fernsehkritische Eltern. Nicht minder raffiniert war die Idee, vor allem die Mütter zu treuen Verbündeten zu machen: Wer selbst schon mit "Wickie", "Heidi", "Biene Maja", der "Sendung mit der Maus" oder "Löwenzahn" aufgewachsen war, leistete seinen Kindern begeistert Gesellschaft.

Fachdienst medienVerschämtes Wegducken

Sie sind abhandengekommen. Sie fehlen. Sie sind Geschichte, großes Gestern. Teilen der Deutsche Fernsehpreis, der in der vergangenen Woche beerdigt wurde, und die "Mainzer Tage der Fernsehkritik", die 2011 ein letztes Mal stattfanden, mehr als nur die Geschichte ihres Verschwindens? Hatten beide Veranstaltungen etwas miteinander zu tun? Beide Institutionen waren letztlich Instrumente der Selbstvergewisserung und konstruktiven Selbsterschütterung.

Fachdienst medienVIP-Glanz in Brüssel. Drei Monate nach dem Start von "Politico Europe"

Ich gehöre, das bedauere ich immer wieder, nicht zur Zielgruppe von "Politico Europe". Zwar wohne ich in Brüssel und beschäftige mich ständig mit europäischer Politik. Aber ich bin nur Journalistin, keine Top-Entscheiderin aus Politik oder Wirtschaft. Um die geht es. Das sind die Leute, die laut expliziter Unternehmensphilosophie schon "Politico" gelesen haben sollen, bevor sie morgens den ersten Kaffee trinken.

Fachdienst medienVölkermord auf Seite 13

Was die US-Amerikaner zur Schoah und zur Nazi-Herrschaft in Deutschland gewusst haben oder aus den Medien hätten wissen können, beschäftigt die Geschichts- und Medienwissenschaft in den Vereinigten Staaten schon seit langem. Man wüsste vor allem gerne, ob damals in den Anfangsjahren ausreichend und intensiv genug berichtet wurde über die Gefahr für die jüdische Bevölkerung. Und ob eine "bessere" Berichterstattung die Nation motiviert und die US-Regierung gezwungen hätte, mehr für die Juden in Europa zu tun und beispielsweise die restriktiven Einwanderungsgesetze zu reformieren.

Fachdienst medienVoll verwirrend. Die Snapchat-Soap "I am Serafina"

Die weltweit erste Soap auf Snapchat - damit will Puls "völlig neue Wege im Storytelling" gehen. Das junge Angebot des BR produziert für Funk zwei Wochen lang eine Soap, die mit Hilfe der Messenger-App Snapchat von Hauptdarstellerin Franca-Serafina Boleng gedreht, bearbeitet und gesendet wird. Gegenstand der Serie "I am Serafina" ist das Leben der 19-jährigen Serafina, die nach dem Abitur auf der Suche nach sich selbst ist und dabei jeden Schritt bei Snapchat öffentlich macht.

Fachdienst medienVom Wert des Journalismus. Das LPR Forum Medienzukunft

Nie waren die Möglichkeiten, sich zu informieren, so zahlreich wie heute. Und nie, behaupten viele, war das Vertrauen in die Medien so gering. Das Internet, sagte der Direktor der Landesanstalt für Privaten Rundfunk und neue Medien, Joachim Becker, beim LPR Forum Medienzukunft am 12. März in Frankfurt am Main, "hat das mediale Ökosystem fundamental verändert".

Fachdienst medienVorbild Netflix?

"Game of Thrones", "The Walking Dead", "Empire" - Serien kommen auch im deutschen Fernsehen seltener im wöchentlichen Turnus daher. Die Sender setzen auf die Eventprogrammierung, die viele Zuschauer aus dem Internet kennen. Dort bieten Streamingdienste und Mediatheken ganze Staffeln im Paket an und bieten dem Nutzer die Möglichkeit, selbst über die Dosierung zu entscheiden: eine Folge, zwei, drei oder gleich die ganze Nacht.

Fachdienst medienVPRT gegen Aufnahme des Handballs in Großereignis-Liste

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) hat sich gegen eine Erweiterung der gesetzlichen Bestimmungen für die Übertragung von sportlichen Großereignissen ausgesprochen. "ARD und ZDF versuchen mit dem Ruf nach neuen gesetzlichen Eingriffen, private Medienunternehmen aus dem Markt zu drängen und sich so ein Monopol auf sportliche Großereignisse zu sichern", erklärte der VPRT-Vorstandsvorsitzende Tobias Schmid am 8. Februar.

Fachdienst medienWahre Gratwanderung

"Haben Sie die Haare anders?" Da ist sie endlich, die Frage, die Beate Zschäpe zum Reden bringt. Es sprudelt geradezu aus ihr heraus. Frisch getönt sind sie, ja, das lässt sie aber nur von der Friseurmeisterin machen, das kostet bloß zehn Euro und bringt unheimlich viel. Sieht toll aus, oder? Ihr Gegenüber staunt: "Das ist ja günstig." Und beide lächeln verschwörerisch. Frau Zschäpe ist unheimlich stolz auf ihr schönes Haar. So viel ist klar.

Fachdienst medienWahrheiten, Halbwahrheiten. Eine Tagung zu digitalem Journalismus

Die Auflage der gedruckten Zeitungen und Zeitschriften geht nicht nur in Deutschland dramatisch zurück. Gleichzeitig fehlen immer noch Erfolgsmodelle für digitalen Journalismus, die auch langfristig tragfähig sein könnten. Paywalls, Crowdfunding, Digitalkioske - zurzeit wird viel experimentiert, oft auch mit Mischmodellen.

Fachdienst medienWarum so dünnhäutig? Der WDR und seine Kritiker

Das Schlusswort vor der Abstimmung hatte Intendant Tom Buhrow. Nach kontroverser Diskussion im WDR-Rundfunkrat warb er am Montag noch einmal für die Programmreform bei der interkulturellen Hörfunkwelle Funkhaus Europa (FHE). Und er warnte eindringlich davor, die Entscheidung darüber zu verschieben, wie es einzelne Rundfunkratsmitglieder nahegelegt hatten. "Verschiebung bedeutet: Mehr Kampagne zur Verhinderung", sagte Buhrow.

Fachdienst medienWas der Nutzer will

Wenn man das Verhältnis zwischen Google und manchen Verlagen als gestört bezeichnete, wäre das eher untertrieben. Um das Klima zu verbessern, hat der US-Konzern im vergangenen Jahr gemeinsam mit zahlreichen europäischen Verlagen die Digital News Initiative (DNI) formiert, die laut eigener Darstellung "an jeder Stelle des Nachrichten-Ökosystems" ein "neues Denken ermöglichen" will. Insgesamt 150 Millionen Euro stellt Google bis 2018 für innovative journalistische Projekte bereit.

Fachdienst medienWas passiert sein wird

Im 17. Jahrhundert wurden im fränkischen Bamberg ungefähr 1.000 Menschen ermordet - rund zehn Prozent der Bevölkerung. Es ging auf Hexenjagd! Obwohl die Neuzeit doch längst angebrochen war. Sabine Weigand hat unter dem Titel "Die Seelen im Feuer" ein Buch über eine Apothekerstochter geschrieben, das vor diesem Hintergrund spielt. Und das ZDF hat es - mit bekannten Fernsehfilmnamen sowohl vor als auch hinter der Kamera - auf den Bildschirm gebracht.

Fachdienst medienWDR plant umfangreiche Programmreform im Fernsehen

Der WDR plant die umfassendste Fernseh-Programmreform seit 1996. Wie aus einem internen Papier hervorgeht, das dem epd vorliegt, will WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn die Inhalte und Formate stärker auf ein jüngeres Publikum ausrichten. Dabei sollen nicht nur die jungen Erwachsenen in den Blick genommen werden, die "zentrale Eroberungsgruppe" sei vielmehr die "nachrückende Generation der 35- bis 55-Jährigen". Sie seien als "bevölkerungsstarke Jahrgänge für die Zukunft des WDR von entscheidender Bedeutung".

Fachdienst medienWDR-Rundfunkrat sieht geplante Vergrößerung skeptisch

Der WDR-Rundfunkrat beurteilt die Novellierung des WDR-Gesetzes weiterhin grundsätzlich positiv. "Wir unterstützen das Ziel der Landesregierung, die Profile der Aufsichtsgremien des WDR zu schärfen, ihre Unabhängigkeit zu stärken und es zu ermöglichen, die Arbeit des Rundfunkrats noch transparenter zu gestalten", sagte die Vorsitzende des Gremiums, Ruth Hieronymi, am 20. November in Köln.

Fachdienst medienWegweisend. Vor 25 Jahren endete "Dallas" auf CBS

Vor 25 Jahren kam das Ende. Oder auch nicht. Am 3. Mai 1991 strahlte der US-Fernsehsender CBS die letzte Folge von "Dallas" aus, dieser überlebensgroßen Primetime-Seifenoper über den machtbesessenen texanischen Erdölclan der Ewings von der Southfork Ranch. 14 Jahre lang hatten die 357 Episoden die Zuschauer immer am Freitagabend in den Bann geschlagen. Weltweit, auch in der ARD, symbolisierte "Dallas" den Turbo-Kapitalismus der Reagan-Ära.

Fachdienst medienWeiß auf Blau. Als das Internet noch Neuland war

Manchmal können sie ja Selbstironie bei ARD-Aktuell: Zum 20. Geburtstag von "Tagesschau.de" setzte die Redaktion ein Video ins Netz, in dem Caren Miosga und Jens Riewa dem Online-Angebot gratulieren.

Fachdienst medienWeiterhin vier Staatsvertreter im Deutschlandradio-Verwaltungsrat

Im Verwaltungsrat des Deutschlandradios werden auch in Zukunft drei Vertreter der Bundesländer und ein Vertreter der Bundesregierung sitzen. Die Zahl der Mitglieder des Gremiums wird aber von acht auf zwölf erhöht, wie aus dem Entwurf des neuen Deutschlandradio-Staatsvertrags hervorgeht. Dadurch reduziert sich die Staatsquote von 50 Prozent auf ein Drittel.

Fachdienst medienWeltweit über 700 Journalisten seit 2006 getötet

Mehr als 700 Journalisten sind zwischen 2006 und 2014 weltweit bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden. Durchschnittlich alle fünf Tage werde ein Journalist umgebracht, teilte die Kultur- und Bildungsorganisation Unesco am 2. November in Paris mit. Reporter ohne Grenzen forderte, so schnell wie möglich einen UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten einzusetzen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) äußerte sich entsetzt über die Angaben aus Paris.

Fachdienst medienWenig hilfreich. Nicole Joens rechnet mit ARD und ZDF ab

Es gibt wahrlich eine Menge zu kritisieren bei ARD und ZDF. Das reicht vom Programm, das mitunter auf unerträgliche Weise anbiedernd ist, bis zur fehlenden Transparenz. Diese Kritik wird auf den Medienseiten der Qualitätszeitungen und in den Fachdiensten seriös und konstruktiv formuliert. Natürlich geht es auch anders, wie "Handelsblatt"-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar mit seiner krawalligen Generalabrechnung "Die Nimmersatten" gezeigt hat. In die gleiche Kerbe schlägt nun Nicole Joens mit ihrem Buch "Korrupte Medienmacht".

Fachdienst medienWenn alles stimmt

Gedächtnisverlust ist ein beliebtes Sujet für Spielfilme. Verständlich, kann sich doch keiner vorstellen, wie das ist, für kurze oder sehr lange Zeit seine Vergangenheit und damit sich selbst zu verlieren. Für die meisten dieser Filme ist der Verlust das einzige Thema, manche muten gar an wie brav illustrierte Fallstudien und lassen einen irgendwie unzufrieden zurück. Nicht aber dieser Film!

Fachdienst medienWenn Journalismus auf der Strecke bleibt. "El País" und NYT im Clinch

Die spanische Tageszeitung "El País" ist in der Hand der Gläubiger, unabhängiger Journalismus ist kaum noch möglich, in der Redaktion herrscht ein eisiger Wind von Zensur. Diesen Eindruck konnte gewinnen, wer Mitte des Monats die "New York Times" (NYT) las. Die enormen Schulden machten "El País" erpressbar, sagte der freie Journalist Miguel Angel Aguilar der US-Zeitung. Der 72-Jährige ist eine Institution, schreibt seit 20 Jahren eine Meinungskolumne für "El País". Nach dem Artikel wurde die Zusammenarbeit mit ihm beendet.

Fachdienst medienWenn Söder schwänzt. Die Präsenzliste des ZDF-Fernsehrats

Der bayerische Finanzminister Markus Söder ist nicht als öffentlichkeitsscheu bekannt. Gewöhnlich lässt der CSU-Politiker keine Gelegenheit aus, um lautstark seine Meinung zu einem Thema unter die Leute zu bringen. Wie passt das mit der Anwesenheitsliste zusammen, die der ZDF-Fernsehrat erstmals für die Sitzungen aus dem Jahr 2015 veröffentlicht hat? Demnach hat Söder als Vertreter des Freistaats kein einziges Treffen des Aufsichtsgremiums besucht.

Fachdienst medienWenn Zuschauer mitreden. Wie das Feedback ins Fernsehen kam

Am Anfang war eine Fernsehdokumentation. Als der WDR am 5. und 6. Oktober 1966 den Zweiteiler "Heia Safari - die Legende von der deutschen Kolonialidylle" sendete, war die rund 30 Jahre währende deutsche Kolonialzeit in Afrika weitgehend vergessen. Historiker hatten die Episode noch nicht für sich entdeckt, Filmaufnahmen aus der Zeit gab es kaum - und so ermöglichte der WDR dem Autor Ralph Giordano zweieinhalb Monate Spurensuche in Afrika. Man hatte noch reichlich Geld in Köln.

Fachdienst medienWer reinkommt ist drin. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit

In seiner Serie "Kir Royal" hat Regisseur Helmut Dietl der Figur des Boulevardjournalisten ein bleibendes Denkmal gesetzt. Franz Xaver Kroetz spielte den umtriebigen Münchner Reporter Baby Schimmerlos, der entscheidet, wer aus der Münchner Schickeria "reinkommt" in sein Blatt, wer also in ist und wer out.

Fachdienst medienWider die Norm

Das Kino entdeckt gerade den behinderten, den eingeschränkten, den endlichen Menschenkörper. Der Körper, so scheint es, ist eine große, vielleicht eine vernachlässigte Geschichte, hier liegen offenbar große dramatische Potenziale.

Fachdienst medienWie Journalisten arbeiten. Mehr Transparenz tut den Medien gut

Wenn Journalisten früh aufstehen, kann das schon mal so aussehen: Samstag, 5 Uhr morgens, von den Attentaten in Paris am Vorabend nichts mitbekommen. Jetzt erst kommt die Information im Radio, also nichts wie hin zum Fernseher - und was ist zu sehen? ARD und ZDF senden Normalprogramm. Kinderfernsehen. Keine Bilder, keine Information über die Pariser Attentate. Das findet unser Journalist unmöglich, auch um fünf Uhr morgens. Und los geht die Klage über die Öffentlich-Rechtlichen: verschnarcht, unfähig, wozu kriegen sie Gebühren und so weiter.

Fachdienst medienWir im Westen

Am 23. August 1946 löste die britische Militärregierung mit der Verordnung Nummer 46 mehrere preußische Provinzen auf und bildete drei "selbständige Länder" neu: Schleswig-Holstein, Hannover (das am 1. November 1946 zu Niedersachsen wurde) und Nordrhein-Westfalen. Ein 70.

Fachdienst medienWo bin ich und wenn ja, warum? Der Hype um 360-Grad-Videos

Virtual-Reality- und 360-Grad-Journalismus will die Branche revolutionieren. "VR-Journalismus kann sprichwörtlich den Zuschauer in die Szene versetzen - das, was großer Journalismus immer schon angestrebt hat: Du bist hier!", sagte mir die US-Journalistin Nonny de la Peña, die "Godmother of Virtual Reality". Das war im April 2016. Tolles Vorhaben, denke ich, deshalb schaue ich mir an, welche Produktionen deutsche Medienunternehmen zwischenzeitlich auf die Beine gestellt haben.

Fachdienst medienWo der Iconic Turn begann. Wissenswertes aus Solnhofen

Die Frage des Iconic Turn ist unter den grundsätzlichen Diskussionen, die im Themenfeld Medien geführt werden, eine der grundsätzlichsten. Geht die Gutenberg-Ära der geschriebenen Texte ihrem Ende entgegen, weil Menschen "sich Fotos lieber anschauen als Text", wie es Instagram-Gründer Kevin Systrom formulierte? Ganz so wird es in absehbarer Zeit nicht kommen, würden wir im so gut wie gar nicht illustrierten Text-Medium epd medien natürlich antworten. Aber die Entwicklung läuft.

Fachdienst medienWrabetz zum dritten Mal zum ORF-Chef gewählt

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ist erneut im Amt bestätigt worden. Der Stiftungsrat des österreichischen Senders wählte ihn am 9. August für eine dritte Amtszeit. Der SPÖ-nahe Wrabetz, der seit 2007 Chef des Senders ist, vereinte 18 der 35 Stimmen des Aufsichtsgremiums auf sich. Der von der konservativen ÖVP favorisierte ORF-Finanzchef Richard Grasl als Gegenkandidat kam auf 15 Stimmen. Es gab zwei Enthaltungen.

Fachdienst medienZAK beanstandet Handball-Übertragung im Internet

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat die Übertragung der Handball-WM im Internet beanstandet. Die Livestream-Übertragung unter anderem der Spiele der deutschen Mannschaft auf einem Portal der Deutschen Kreditbank (DKB) hätte einer rundfunkrechtlichen Zulassung bedurft, teilte die Kommission am 31. Januar in Berlin mit. Damit widerspricht die ZAK der Auffassung der DKB, die ihr Projekt als Telemedium dargestellt hatte, das keiner Zulassung bedarf. Weitergehende Sanktionen gegen die Bank wurden nicht verhängt.

Fachdienst medienZDF-Fernsehrat wird bei Konstituierung nicht vollständig sein

Der neue ZDF-Fernsehrat, der am 8. Juli erstmals zusammentreten soll, wird nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) nicht vollständig sein. Grund ist unter anderem, dass der bayerische Landtag der Entsendung eines Vertreters des Branchenverbandes Bitkom frühestens am 20. Juli zustimmen kann. Bayern kann laut ZDF-Staatsvertrag einen Vertreter aus dem Bereich Digitales auswählen.

Fachdienst medienZehn Millionen Euro Schaden durch Betrugsfälle beim KiKA

Die Aufarbeitung der Betrugsfälle beim Kinderkanal von ARD und ZDF ist nach Angaben des federführenden Mitteldeutschen Rundfunks abgeschlossen. MDR-Intendantin Karola Wille legte dem Rundfunkrat dazu am 4. Mai nach mehr als vier Jahren Aufklärungsarbeit einen Abschlussbericht vor. Insgesamt sei gegen 20 Personen innerhalb und außerhalb des Senders ermittelt worden.

 

Fachdienst medienZeitreise mit Minifigur. Digitale "Lego Dimensions"

Bei der Geschenkeauswahl für den Nachwuchs klaffen die Vorstellungen häufig weit auseinander. Manche Kinder hoffen schon vom Grundschulalter an auf Elektronik, Eltern wollen gerne Nützliches schenken, das am besten auch die Bildung der Kleinen fördert. Großeltern sind von diesem Zwang befreit und können sich ganz darauf konzentrieren, Begeisterungsstürme bei den Enkeln auszulösen. Dies aber bitte mit einem Geschenk, das auch physisch vorhanden ist und unter den Augen von Oma und Opa ausgepackt werden kann.

Fachdienst medienZeitungsverlage drohen mit Klagen gegen ARD-Internetangebote

Die ARD und die Zeitungsverleger haben Gespräche über eine sogenannte Gemeinsame Erklärung zu den Online-Angeboten der ARD abgebrochen. Der zum Schluss erreichte Gesprächsstand habe sich in der ARD als nicht akzeptabel erwiesen, sagte ARD-Sprecher Steffen Grimberg dem epd. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) teilte mit, es habe einen "ausverhandelten Kompromissvorschlag" gegeben, der "am Ende von den Intendanten leider nicht unterstützt wurde". Nun werde es zu einer "rechtlichen Klärung" kommen müssen.

Fachdienst medienZerstörerische Waffen. Der Krieg auf Bildern

Ein Mann trägt einen kleinen Jungen aus den Trümmern eines Hauses. Der Junge scheint tot zu sein, leblos hängen seine Gliedmaßen am schmalen Körper herab. Das Gesicht des Kindes ist von Staub und Schutt bedeckt. Dennoch könnten ihn Angehörige wahrscheinlich problemlos identifizieren. Das Bild wurde vom syrischen Fotografen Hosam Katan während des Bürgerkrieges in Aleppo aufgenommen und ist mit einem internationalen Fotografie-Preis ausgezeichnet worden. Dass das Foto eine gewisse Anziehungskraft ausübt, ist klar.

Fachdienst medienZum Lachen und zum Heulen

Weil die Patienten kommen und gehen, spielen in Krankenhausserien normalerweise Ärzte die Hauptrolle, allenfalls noch Schwestern und Pfleger.

Fachdienst medienZwölf Punkte fürs Brückenbauen. Österreich und der ESC

"Wer ist Ann Sophie?", fragte der britische Kollege, der im Pressezentrum am Finalabend des Eurovision Song Contests (ESC) an meinem Tisch vorbeiging. Dort lag eine der "We love Ann Sophie - Germany 12 Points"-Fahnen, die Tage zuvor beim Empfang der deutschen Botschaft verteilt wurden. Ich versuchte noch, "Germany" hinter ihm herzurufen, aber das hörte er wohl nicht mehr. Das hätte man schon als schlechtes Omen werten können.