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Weltkirchenrat ruft Europa zu weiterer Hilfe für Flüchtlinge auf

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, hat die Staaten Europas zu weiteren Hilfen für die Flüchtlinge aufgerufen. Die verfolgten Menschen aus vielen Teilen der Welt seien auf Barmherzigkeit und materielle Unterstützung angewiesen, sagte Tveit am Dienstag in Genf.

Am zweiten und letzten Tag einer Flüchtlingskonferenz des Ökumenischen Rates der Kirchen und der Vereinten Nationen betonte Tveit: Bei der übergroßen Mehrheit der Migranten handele es sich um Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung geflohen seien. Im vergangenen Jahr waren rund 1,1 Millionen Migranten und Flüchtlinge allein nach Deutschland gekommen.

Der norwegische Lutheraner Tveit rief dazu auf, nicht die Augen vor den Problemen der größten Migrationsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg zu verschließen. Die Kirchen seien sich der Schwierigkeiten bei der Integration der Flüchtlinge sehr wohl bewusst: "Wir sehen was los ist." Tveit lobte die Hilfe für die Flüchtlinge in den Kirchengemeinden. Durch die Arbeit mit Verfolgten und Migranten lernten die Kirchen jeden Tag dazu.

Die Erzbischöfin von Uppsala, Antje Jackelén, warnte davor, die Verfolgung der Christen in Afrika und im Nahen Osten als einen Vorwand für eine neue Islamfeindlichkeit zu missbrauchen. Das Oberhaupt der Kirche von Schweden verlangte, dass die Europäer einer aufkommenden Islamophobie entgegentreten sollten. Gleichzeitig machte sie klar, dass alle Flüchtlinge dieselben Rechte hätten. Die Religionszugehörigkeit spiele dabei keine Rolle.

Marie-Pierre Poirier vom Kinderhilfswerk Unicef erinnerte daran, dass jeder dritte Flüchtling ein Kind sei. "Die Mädchen und Jungen brauchen unsere besondere Fürsorge", sagte sie. Doch könnten die Staaten mit dieser Aufgabe nicht alleine fertig werden. Die Zivilgesellschaft und besonders die Kirchen sollten sich weiter engagieren.