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Warnstreik an katholischer Klinik im Saarland

Beschäftigte der katholischen Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler sind am Mittwochmorgen in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft ver.di hatte zu dem 24-stündigen Ausstand aufgerufen, um eine festgelegte Mindestpersonalausstattung und bessere Ausbildung durchzusetzen. Gewerkschaftssekretär Michael Quetting bedankte sich am frühen Morgen auf Facebook für "die vielen Solidaritätsgrüße aus ganz Deutschland".

In der evangelischen und der katholischen Kirche gilt im Arbeitsrecht der sogenannte Dritte Weg. Im Unterschied zum Tarifvertragssystem in der Wirtschaft und im Öffentlichen Dienst (Zweiter Weg) werden Löhne und Gehälter bei den Kirchen in Arbeitsrechtlichen Kommissionen ausgehandelt. Sie sind mit Vertretern der Dienstnehmer- und der Dienstgeberseite (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) paritätisch besetzt. Streiks sind nach diesem Arbeitsrecht nicht erlaubt.

Am Sonntag hatten die streikbereiten Mitarbeiter der Marienhausklinik einen Brief veröffentlicht, in dem sie erklärten, ihnen sei die Entscheidung zum Streik als letztem Mittel nicht leichtgefallen. Sie hätten bereits vorher auf anderen Wegen versucht, auf ihre Situation aufmerksam zu machen. "Wir haben demonstriert, wir haben eine aktive Mittagspause gemacht, wir haben Briefe an den Bischof geschickt und die Klinikleitung auf das Problem hingewiesen", heißt es in dem Schreiben. Es habe sich jedoch nichts verändert.

"Wir denken nicht, dass die Arbeitsbedingungen in kirchlichen Krankenhäusern besser oder schlechter sind als in kommunalen oder privaten Krankenhäusern", schreiben die Mitarbeiter weiter. Der Unterschied sei aber, dass in anderen Krankenhäusern mit den Gewerkschaften verhandelt werde.