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Verkehrsminister: Elektroautos mit Kohlestrom sind kein Fortschritt

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat die Diskussion um die Zukunft von Dieselfahrzeugen kritisiert. "Wir müssen nicht den Diesel retten, wir müssen die Welt retten", sagte Hermann am Freitag in Stuttgart bei einer Tagung des evangelischen Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt. Deutschland brauche für den Klimaschutz eine Verkehrswende, die ohne fossile Brennstoffe und Kernkraft auskomme. Elektroautos, die ihre Energie aus Kohle- oder Atomstrom erhalten, seien kein Fortschritt, sagte der Minister.

Der Verkehr ist laut Hermann in Baden-Württemberg für ein Drittel der Treibhausgase verantwortlich. "Da sind wir spitze im negativen Sinn." Dabei sei das Zeitfenster für den Klimaschutz sehr klein. Während die Treibhausgase weltweit jährlich um fünf Prozent reduziert werden müssten, wachse ihr Ausstoß tatsächlich pro Jahr um zwei Prozent. "Wir wissen schon lange, was wir tun müssen, aber wir tun's nicht", kritisierte der Minister.

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, sieht Christen bei der Bewahrung der Schöpfung und dem Einsatz für mehr Gerechtigkeit in der Pflicht. Die Bibel weise zwar darauf hin, dass Gott eine neue Welt schaffen werde. "Doch das gibt uns nicht das Recht, die alte wegzuwerfen", sagte der Bischof. Das Engagement für den Klimaschutz gehört laut July zu den Kernaufgaben der Kirche. Konsum und Lebensgewohnheiten müssten tiefgreifend verändert werden, um das Pariser Klimaabkommen umzusetzen.