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Vatikan fordert Regierung in Venezuela zum Einlenken auf

Wenige Tage nach der umstrittenen Wahl zu einer verfassunggebenden Versammlung in Venezuela hat der Vatikan die Regierung des Landes zum Einlenken gegenüber der Opposition aufgefordert. Diese verfügt im Parlament über die Mehrheit der Sitze "Der Heilige Stuhl fordert alle politischen Akteure, insbesondere die Regierung auf, die Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie die geltende Verfassung uneingeschränkt zu achten", erklärte das vatikanische Staatssekretariat am Freitag.

In der Erklärung rief der Vatikan die Regierung von Präsident Nicolás Maduro auf, von der geplanten Verfassungsänderung abzusehen. Es wird erwartet, dass diese auf die Entmachtung des von der Opposition beherrschten Parlaments zielt. Derzeit regiert Maduro mit Notstandsverordnungen am Parlament vorbei. Bei den seit April anhaltenden Protesten gegen den zunehmend autoritären Kurs der Regierung wurden bereits hundert Menschen getötet.

Angesichts des Leidens der Bevölkerung unter wachsenden Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten fordert der Vatikan, die Bedingungen für Verhandlungen zu schaffen. Regierung und Opposition rief das vatikanische Staatssekretariat auf, sich um ein Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen zu bemühen. Es appellierte besonders an die Ordnungskräfte, den "exzessiven und unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt" zu einzustellen.

Der Vatikan hatte in der Vergangenheit vergeblich versucht, zwischen Maduro und der Opposition zu vermitteln. Die diplomatischen Bemühungen hatten Kritikern zufolge die Regierung gestärkt.