Kirchenvertreter aus 110 Ländern und von 30 Orden werden in der nächsten Woche an der Päpstlichen Gregoriana-Universität über den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger beraten. An der Konferenz, die von der Universität zusammen mit Vatikanbehörden veranstaltet wird, nehmen aus Deutschland etwa Kardinal Reinhard Marx und Bischof Stephan Ackermann teil.
Sexueller Missbrauch durch Ordensleute und Kleriker sei ein Thema, das die ganze Kirche angeht, sagte Charles Scicluna, der in der Glaubenskongregation zuständig für kanonische Prozesse ist, laut Radio Vatikan vom Freitag. Die Konferenz dient den Angaben zufolge dem Erfahrungsaustausch über die Richtlinien gegen Missbrauch, die von vielen Bischofskonferenzen ausgearbeitet werden. Nach der Eröffnung durch Kardinal William Levada, den Präfekten der Glaubenskongregation, wird auch ein Missbrauchsopfer sprechen.
Das Symposion konzentriere sich vor allem auf Prävention, "die an der Basis entstehen muss und nicht nur von oben". Dabei gehe es darum, drohenden Missbrauch zu erkennen sowie Kindern und Jugendlichen Strategien zur Abwehr sexueller Übergriffe zu vermitteln. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hatte 2010 eine überarbeitete Fassung ihrer Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger in der Kirche veröffentlicht. In anderen europäischen Ländern wie etwa Italien stehen derartige Richtlinien noch aus. Die vatikanische Glaubenskongregation verpflichtete im Mai 2011 alle Bischofskonferenzen, entsprechende Dokumente zu erstellen.
