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Trauerfeier für Opfer der Weihnachtsattentate in Nigeria

In Nigeria haben Tausende Menschen der Opfer der islamistischen Bombenanschläge an Weihnachten gedacht. Für die Trauerfeier in der überfüllten katholischen St. Theresa-Kirche am Mittwoch in Madalla nahe der Hauptstadt Abuja waren die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden, wie die nigerianische Tageszeitung "This Day" in ihrem Online-Dienst berichtete. 20 Tote hätten nicht identifiziert werden können.

Am 25. Dezember waren bei Anschlägen vor mehreren Kirchen insgesamt 43 Menschen getötet worden. Die St. Theresa-Kirche wurde beschädigt. Zu den Bombenexplosionen bekannte sich die islamistische Terrorgruppe Boko Haram, die Verbindungen zu Al-Kaida haben soll. Die ursprünglich lokale Bewegung fundamentalistischer Islamisten wurde in den vergangenen Monaten immer gewalttätiger.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch macht Boko Haram seit 2009 für mindestens 935 Tote verantwortlich. Allein am 20. Januar waren bei zeitgleich gezündeten Bomben auf staatliche Einrichtungen in der nordnigerianischen Stadt Kano mindestens 185 Menschen gestorben. Der Name der Gruppe bedeutet "Alles Westliche ist Sünde". Ihr Gründer Mohammed Yusuf war 2009 unter ungeklärten Umständen gestorben, nachdem die Polizei ihn festgenommen hatte.

Wegen der zunehmenden Gewalt wird im Vielvölkerstaat Nigeria mit seinen 160 Millionen Einwohnern der Ausbruch eines Bürgerkriegs befürchtet. Es wird auch vermutet, dass die Religion für Machtkämpfe instrumentalisiert wird. Zehntausende Christen flohen seit Weihnachten aus dem muslimisch geprägten Norden des Landes. Etwa die Hälfte der Nigerianer sind Muslime, 40 Prozent Christen. Rund zehn Prozent sind Anhänger afrikanischer Religionen.