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Thierse: Kirche soll sich stärker mit AfD auseinandersetzen

Eine intensivere Auseinandersetzung mit der AfD innerhalb der Kirche hat der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) angeregt. "In den Gemeinden findet kein breiter Diskurs über die AfD statt", sagte Thierse am Freitagabend im Bayerischen Landtag während eines Gesprächs der Arbeitsgruppe Kirche und Politik der SPD-Fraktion zum Thema Rechtspopulismus in Kirchen und Gesellschaft. Man müsse Gemeindepfarrer, Priester und Verbandsmitglieder dazu befähigen, mit AfD-Mitgliedern Gespräche zu führen.

Er sehe, dass die Kirchen die Herausforderung des Rechtspopulismus in den eigenen Reihen ernst nehmen, sagte Thierse und verwies dabei auf die "sehr gute" Schrift "Ja zu gelebter Menschenfreundlichkeit Gottes. Nein zum Rechtsextremismus" der bayerischen evangelischen Landeskirche. Leider spielten die Haltungen der Kirchenspitze oft keine Rolle in der Basis, sagte Thierse.

"Integration ist ein konfliktreicher Vorgang, und aus der Geschichte wissen wir, dass die Integration Jahrzehnte dauern wird", sagte Thierse. Daher müsse man Menschen ins Gespräch verwickeln, um auf die sachlichen Gründe für Ängste zu sprechen zu kommen. Allerdings sei die Verleugnung der eigenen Tradition keine gute Voraussetzung für einen Dialog, sagte der SPD-Politiker in Zusammenhang mit der Debatte um das Kreuz auf dem Dach des Berliner Humboldt-Forums.