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Text aus Gemeindebrief von Stadtmission beschäftigt Polizei

Der Dezember-Gemeindebrief der Stadtmission im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße beschäftigt die Polizei. Es sei eine Anzeige wegen Volksverhetzung eingegangen, bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). In dem Gemeindeblatt war ein Text veröffentlicht worden, in dem der pensionierte evangelische Pfarrer Theo Lehmann aus Chemnitz angesichts der zunehmenden weltweiten Christenverfolgung "bibelfeste und notfalls auch feuerfeste, KZ-fähige Christen" fordert.

Wer Anzeige erstattet hat, wollte der Sprecher der Polizei nicht sagen. Nach Informationen des "Mannheimer Morgens" (Donnerstagausgabe) handelt es sich um den Mannheimer Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier. Die Anzeige beziehe sich nicht nur auf Volksverhetzung, sondern auch auf den Holocaust-Vergleich, schreibt das Blatt.

Herausgeber des Stadtmissions-Gemeindeblattes ist der Prediger Rainer Wagner, ein politisch Verfolgter aus der früheren DDR. Bei dem Beitrag Lehmanns handele es sich um einen Brief aus dem Jahr 2004, sagte Wagner dem epd. Der erneute Abdruck sei von Lehmann nicht autorisiert. Mit dem Abdruck im Gemeindebrief habe er die weltweit ständig schlimmer werdende Christenverfolgung deutlich machen wollen, sagte Wagner. Der 64-jährige Bundesverdienstkreuzträger Wagner war bis 2015 Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). Wegen seiner islamfeindlichen Haltung war Wagner 2012 von der Evangelischen Kirche der Pfalz ermahnt worden.

Der 81-jährige Lehmann war einer der beliebtesten Jugendprediger in der früheren DDR, seine Jugendgottesdienste in Chemnitz zogen regelmäßig Tausende Jugendliche an. Wegen seiner Aktivitäten wurde Lehmann von der Stasi verfolgt. In den vergangenen Jahren machte Lehmann innerhalb der Kirche mit konservativen Positionen von sich reden.