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Tausende Bielefelder protestieren gegen Neonazi-Aufmarsch

Rund 6.000 Menschen haben laut Schätzungen der Polizei an Heiligabend in Bielefeld gegen einen Aufmarsch von Neonazis protestiert. Sie folgten einem Aufruf von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen. Bielefeld bleibe eine multikulturelle und tolerante Stadt, in der verschiedenste Nationalitäten und Kulturen friedlich als Nachbarn zusammenlebten, sagte Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) auf einer Kundgebung.

Die Bielefelder Superintendentin Regine Burg rief dazu auf, "gewaltlos aber eindeutig" Widerstand gegen jede Form von Rassismus zu leisten. Den Aufmarsch der Neonazis an Heiligabend wertete die evangelische Theologin auf einer interreligiösen Feier am Hauptbahnhof als "eine gezielte Provokation".

Oberbürgermeister Clausen sprach sich für ein Verbot der NPD aus. Die bekanntgewordene Neonazi-Mordserie habe gezeigt, dass das Gewaltpotenzial von Rechtsextremisten größer sei als bisher angenommen. "Demokratie muss sich hier als wehrhaft erweisen, Bund und Länder müssen etwas gegen rechtes Gedankengut in unserer Mitte tun", sagte Clausen.

Knapp 70 Neonazis demonstrierten laut Polizei gegen ein linksgerichtetes Jugendzentrum. Mehrere Hundertschaften der Polizei riegelten die Demonstrationsroute ab. Vor dem Jugendzentrum kam es nach Angaben der Polizei zu Auseinandersetzungen. So seien von dem Gebäude aus Flaschen geworfen worden.

Die Bielefelder Polizei hatte den Aufmarsch an Heiligabend zunächst verboten, ihn dann unter Auflagen aber zugelassen. Nach einem gescheiterten Aufmarsch Anfang August in Bielefeld hatten Neonazis die erneute Demonstration an Heiligabend angemeldet. Die Polizei hatte damals den rechten Marsch aus Sicherheitsgründen kurz nach der Ankunft der Neonazis am Hauptbahnhof abgebrochen, weil Gegendemonstranten die Straßen versperrt hatten.

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