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Studie: Viele Priester sehen Zölibat kritisch

Für jeden dritten Priester in Deutschland ist der Zölibat eine Belastung. Wie aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Seelsorgestudie der katholischen Deutschen Bischofskonferenz hervorgeht, sieht ein Drittel der Priester in der Verpflichtung zur Ehelosigkeit eine Belastung für den Dienst und beurteilt den Zölibat nicht als "alles in allem positiv". Ein Viertel der Priester gab an, sich nicht noch einmal für die Ehelosigkeit entscheiden zu wollen.

Bei der Befragung bezeichneten mehr als die Hälfte der Priester den "Verzicht auf genitale Sexualität, körperliche Intimität, partnerschaftliche Bindung sowie eigene Kinder" als besondere Herausforderung. Rund zwölf Prozent der Priester werden nach eigenen Angaben zufolge nicht oder nicht gut mit den sich aus dem Zölibat ergebenden Problemen fertig.

Für die qualitative Studie hat eine Forschungsgruppe unter der Leitung des Münchner Jesuiten und Psychologie-Professors Eckhard Frick insgesamt 8.600 Seelsorgende in 22 Diözesen befragt, darunter 4.200 Priester. Bundesweit arbeiten in den insgesamt 27 deutschen Diözesen 14.490 Priester.

Als Ergebnisse nennt die Studie, dass Priester häufiger als alle anderen Berufsgruppen unter dem Fehlen einer "innigen dauerhaften Beziehung zu einem anderen Menschen" litten. Der Umgang mit dem Zölibat erweise sich als maßgeblich für die Lebenszufriedenheit und somit auch die seelische Gesundheit der Priester, hieß es. Zugleich ist der Befragung zufolge die psychosomatische Belastung wie Angst und Depression bei Priestern höher als bei anderen Seelsorgenden.

Insgesamt geht aus der Studie, bei der neben Priestern auch Pastoralreferenten, Diakone und Gemeindereferenten befragt wurden, hervor, dass die Lebenszufriedenheit der in der Seelsorge Tätigen höher ist als im Durchschnitt der Bevölkerung. "Sie ist vergleichbar mit der von anderen akademischen Berufen", hieß es. Wesentlich zur Lebenszufriedenheit trage unter anderem die Identifikation mit der Tätigkeit bei.