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Streit um Warnstreiks in Diakonie Hannover spitzt sich zu

Der Streit zwischen den Diakonischen Diensten Hannover (DDH) und der Gewerkschaft ver.di um das Streikrecht spitzt sich zu. Am Mittwoch traten erneut rund 200 von insgesamt 4.500 Mitarbeitern in den Streik und verlangten Tarifverträge und höhere Gehälter. Weitere Beschäftigte unterstützten sie durch sogenannte "aktive Mittagspausen". Die Unternehmensführung wehrte sich gegen die Streikaufrufe der Gewerkschaft ver.di. Die Diakonischen Dienste Hannover gehören zu den zehn größten evangelischen Sozialunternehmen in Deutschland.

Streikaufrufe seien künftig nicht mehr hinnehmbar, sagte DDH-Sprecher Utz Wewel. Wer den Aufrufen dennoch folge, müsse für die Zeit der Arbeitsniederlegung mit Gehaltsabzug rechnen. Der theologische Geschäftsführer Pastor Michael Hartlieb betonte: "Wir kümmern uns um Menschen in Not, und diese Menschen können wir nicht bestreiken."

Streiks sind nach dem kirchlichen Arbeitsrecht nicht erlaubt. Die Mitarbeitervertretungen kämpfen jedoch seit Monaten mit Unterstützung von ver.di für ein Streikrecht und für Tarifverträge anstelle des kirchlichen Sonderwegs.

Die Diakonischen Dienste hatten die Entgelte für rund 4.000 Beschäftigte in der vergangenen Woche freiwillig um insgesamt 2,8 Millionen Euro erhöht. Sie wollten dadurch den festgefahrenen Tarifstreit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern entschärfen. Wewel plädierte nachdrücklich für das kirchliche Arbeitsrecht und forderte die Mitarbeitervertreter auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Für ver.di geht die Aufstockung der Gehälter bei den Diakonischen Diensten nicht weit genug. Nötig seien "Verhandlungen auf Augenhöhe", keine Zahlung "nach Gutsherrenart".

Seit einem Jahr demonstrieren Hunderte Beschäftigte der Diakonie aus Niedersachsen und Bremen immer wieder mit Warnstreiks und "aktiven Mittagspausen" für bessere Arbeitsbedingungen. In den beiden Bundesländern sind insgesamt rund 40.000 Mitarbeiter bei der Diakonie beschäftigt.