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SPD begrüßt Debatte über Lockerung des Zölibats

Ein Vorstoß des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) für eine Lockerung des Zölibats ist bei der SPD auf Zustimmung gestoßen. "Wer von den islamischen Moscheevereinen und Verbänden verlangt, sich intern nach den Prinzipien unseres Grundgesetzes zu organisieren, darf auch bei der katholischen Kirche Veränderungen einfordern", sagte die kirchenpolitische Sprecherin der SPD, Kerstin Griese, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe).

Es sei gut, dass das ZdK in der Frage des Zölibates eine selbstbewusste Haltung gegenüber Rom einnehme, sagte Griese der Zeitung. Zu ihrer christlichen Überzeugung gehöre, dass Kirche "einladend sein muss und niemanden ausgrenzen darf, auch nicht beim Priesteramt".

Angesichts des Priestermangels in der katholischen Kirche hatte das ZdK für eine Lockerung des Zölibats plädiert. "Wir haben jetzt schon sehr gute und engagierte Diakone - das sind verheiratete Männer. Warum in aller Welt sollen sie nicht zu Priestern geweiht werden?", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe). Wenn der Zölibat ein Hindernis für die Priesterweihe darstelle, müsse er - weil weniger wichtig - gelockert werden. Sternberg sprach sich auch dafür aus, das Diakonat der Frau einzuführen. Im Jahr 2015 ließen sich in Deutschland laut ZdK nur 58 Männer zu Priestern der katholischen Kirche weihen.