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Skulpturfragment vom Kölner Dom aus den USA zurückgekehrt

Der in den letzten Kriegstagen 1945 abhandengekommene Kopf einer kleinen Figur des Michaelportals am Kölner Dom ist nach 72 Jahren wieder an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. Ein junger US-Soldat habe das abgesprengte Fragment des Tympanonreliefs im März 1945 aus dem Schutt geborgen und mitgenommen, teilte die Kölner Dombauhütte am Freitag mit. Sein Sohn habe es nach dem Tod seiner Eltern in deren Wohnhaus bei Washington D.C. in einem Schrank gefunden und über eine Kunstberaterin die Herkunft recherchieren lassen. Diese habe das Fundstück in der vergangenen Woche der Dombauhütte übergeben.

Der Kopf stammt den Angaben zufolge von der Skulptur eines römischen Soldaten aus der Darstellung der Bekehrung des Saulus zum Paulus im Michaelsportal, das zwischen 1878 und 1881 in der Werkstatt des Dombildhauers Peter Fuchs entstand. Mit Hilfe eines Lasers wurde das Fundstück in der Steinrestaurierungswerkstatt der Dombauhütte gereinigt. In den nächsten Wochen soll es wieder an der ursprünglichen Stelle angebracht werden.

Dombaumeister Peter Füssenich sprach von einem "unglaublichen Glücksfall": "Es freut mich, dass wir auch über 70 Jahre nach Kriegsende immer wieder Geschichten wie diese erleben, die von Heilung erzählen."
In den vergangenen Jahren seien wiederholt Objekte aus ehemaligem Dombesitz zurückgelangt, hieß es. Unter anderem sei 2016 ein Glasmalereifragment mit einem kleinen Teufelchen zurückgegeben worden. Es sei ebenfalls im Zweiten Weltkrieg von einem Soldaten der US-Armee mitgenommen worden und wurde von seinen Erben dem Dom wiedergeschenkt.