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Sieg der Kirchendiplomatie: Gipfel von Vatikan und Russisch Orthodoxer Kirche

Das Treffen hat kirchengeschichtliche Bedeutung: Papst Franziskus wollte an diesem Freitag auf Kuba mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. zusammenkommen. Es ist die erste Begegnung zwischen einem römischen Papst und dem Patriarchen der Russischen Orthodoxen Kirche überhaupt. Spannungen zwischen Rom und Moskau hatten einen solchen Gipfel bislang verhindert. Aber offensichtlich konnten die Kirchendiplomaten einige Hürden aus dem Weg räumen, um eine solche Zusammenkunft zu ermöglichen.

Für die Spannungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und der Russischen Orthodoxen Kirche gibt es mehrere Gründe, etwa die Neugründung römisch-katholischer Bistümer in Russland. Das Moskauer Patriarchat wirft der katholischen Kirche die Abwerbung von Gläubigen in ihren traditionellen Regionen vor.

Konflikte gibt es seit etwa 25 Jahren um die Zuordnung der mit Rom unierten Kirchen in der Ukraine. Die dortige Ukrainische griechisch-katholische Kirche hat inzwischen wieder rund fünf Millionen Mitglieder von etwa 43 Millionen Ukrainern. Diese Kirche war unter sowjetischer Herrschaft unter Zwang in die orthodoxe Kirche eingegliedert worden, viele Priester gingen damals in den Untergrund. Nach der politischen Wende in Osteuropa dreht sich der Streit unter anderem um die Rückgabe von Gebäuden.

Bei der griechisch-katholischen Kirche handelt es sich um eine sogenannte mit Rom unierte Kirche. Sie folgt dem byzantinischen Ritus, das heißt, sie feiert ihre Gottesdienste nach der Liturgie, die auch in der orthodoxen Kirche gebraucht wird, aber sie erkennt den Papst als Oberhaupt an und nicht den Patriarchen von Moskau. Außerdem kennt sie wie die orthodoxen Kirchen auch verheiratete Priester. Die Bischöfe seien allerdings der zölibatären Lebensweise verpflichtet, sagte der Catholica-Referent des Konfessionskundlichen Instituts der evangelischen Kirche im südhessischen Bensheim, Martin Bräuer, dem Evangelischen Pressedienst (epd).