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Sicherheit vor Papstbesuch in Chile verstärkt

Nach Brandanschlägen auf Kirchen in Chile hat die Regierung die Sicherheitsvorkehrungen für den Besuch von Papst Franziskus verstärkt. Vertreter des indianischen Volks der Mapuche kündigten Proteste gegen den Papstbesuch an. Präsidentin Michelle Bachelet rief zu Respekt und Solidarität auf. Der Papst wird am Montag in Chile erwartet. Er will die indianischen Ureinwohner in den Mittelpunkt seiner bis 22. Januar dauernden sechsten Lateinamerikareise stellen, die ihn auch nach Peru führt.

In einem Bekennerschreiben wurden die Brandanschläge auf Kirchen in der chilenischen Hauptstadt Santiago in Zusammenhang zu dem Mapuche-Konflikt im Süden Chiles gestellt. Aktivisten hatten auch die Apostolische Nuntiatur besetzt, in der der Papst übernachten soll. Unter den Mapuche gibt es Kritik an der katholischen Kirche. Im Süden Chiles dauern Landkonflikte zwischen Mapuche und Bergbau- und Forstbetrieben an. Dabei kommt es zu Brandanschlägen, für die eine militante Mapuche-Gruppe verantwortlich gemacht wird.

Der Papst will am Mittwoch in Temuco in der südlichen Region Araucanía eine Messe auf einem Militärflughafen mit Mapuche feiern und anschließend mit einigen von ihnen zu Mittag essen. Der Militärflughafen Maquehue liegt aber auf einem Gebiet, das von den Mapuche beansprucht wird.

In Chile wird der Papst auch mit Angehörigen von Opfern der Pinochet-Diktatur (1973-1990) zusammentreffen und ein Frauengefängnis besuchen. Eine Begegnung, die sich Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Bischof wünschten, ist nach Angaben des Vatikan dagegen nicht geplant.

In Peru, wo der Papst am Donnerstagabend erwartet wird, kommt es derzeit zu heftigen Protesten gegen die Begnadigung von Ex-Präsident Alberto Fujimori. Er war 2009 wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Treffen mit Opfern des Fujimori-Regimes (1990-2000) sei nicht geplant, teilte der Vatikan mit.

Im peruanischen Puerto Maldonado im Amazonasgebiet will Franziskus mit Angehörigen indianischer Völker, auch aus Bolivien und Brasilien, zusammentreffen. Das Treffen gilt als ein Vorbote der Amazonas-Synode, die Papst Franziskus für Oktober 2019 im Vatikan einberufen hat.

Seit Beginn seiner Amtszeit setzt sich Franziskus für den Schutz der Ureinwohner ein und rief zuletzt dazu auf, die kulturelle Vielfalt der Völker in Lateinamerika zu bewahren. Dabei bat er die Ureinwohner um Vergebung für Sünden, die die Kirche im Namen Gottes an ihnen verübt habe.