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TV-Duell: Merkel-Vertreter lehnen veränderte Dramaturgie ab
Hamburg/Mainz (epd). Vertreter von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben eine neue Dramaturgie des TV-Duells vor der Bundestagswahl abgelehnt. Um die "einzige direkte Konfrontation" zwischen der Kanzlerin und dem SPD-Herausforderer Martin Schulz zu ermöglichen, sollen sich die Moderatorenpaare nun wie schon im Jahr 2013 häufig mit ihren Fragen abwechseln, teilten ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 mit.

Ursprünglich hatten die Sender nach eigenen Angaben "mehr Raum für Spontaneität und Vertiefung" schaffen wollen. Dafür sollten die beiden Moderatorenpaare anders als 2013 jeweils für 45 Minuten Fragen an Merkel und Schulz stellen. Eine weitere Begründung der Sender für den geänderten Aufbau waren eine übersichtlichere Gestaltung und mehr Raum für die Spitzenkandidaten. Vertreter der Kanzlerin seien mit dieser Dramaturgie nicht einverstanden gewesen und hätten eine Teilnahme unter den neuen Bedingungen abgelehnt, teilten die Sender mit.

Das Duell wird moderiert von Maybrit Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL), Sandra Maischberger (ARD) und Claus Strunz (ProSieben/Sat.1). Die Journalisten würden die Sendung wie in der Vergangenheit ohne weitere Absprachen über konkrete Fragestellungen unabhängig gestalten, hieß es. Das Duell wird am 3. September um 20.15 Uhr live aus Berlin-Adlershof im Ersten, bei RTL, Sat.1 und dem ZDF übertragen.

Das TV-Duell der Kanzlerkandidaten findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Bei der Premiere 2002 hatte es noch zwei Live-Sendungen mit Gerhard Schröder und Edmund Stoiber gegeben. Seitdem einigten sich Sender und Parteien jeweils auf eine Sendung vor jeder Bundestagswahl.