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Trump will Zuschüsse für öffentlichen Rundfunk streichen
Washington (epd). US-Präsident Donald Trump plant in seinem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr drastische Kürzungen beim öffentlichen Rundfunk. Die Regierung wolle sich von der Finanzierung der "Corporation for Public Broadcasting" (Gesellschaft für öffentlichen Rundfunk) zurückziehen, erklärte der Direktor des Amtes für Verwaltung und Haushaltswesen, Mick Mulvaney, am 15. März. Für das kommende Jahr seien allerdings noch Zuwendungen geplant, um den Finanzierungsprozess zu Ende zu bringen.

Die gemeinnützige CPB bezuschusst den öffentlichen und nicht-kommerziellen Rundfunk NPR (National Public Radio) und das öffentliche Fernsehen PBS (Public Broadcasting Service) sowie angeschlossene Lokalsender. Die CPB erhält im laufenden Jahr vom Staat 445 Millionen Dollar zur Unterstützung der öffentlichen Rundfunkindustrie. PBS, NPR und die rund 1.000 Hörfunk- und 350 Fernsehsender finanzieren sich hauptsächlich durch Hörer- und Zuschauerspenden, Stiftungsgelder sowie Sponsoring von Unternehmen und Interessenverbänden.

PBS-Präsidentin Paula Kerger hatte am 14. März erneut darauf verwiesen, dass kleine Sender auf dem Land am meisten auf die CPB-Gelder angewiesen seien. Manche könnten ohne die staatlichen Mittel nicht überleben, sagte sie. Der Konflikt um Gelder für den öffentlichen Rundfunk ist so alt wie die 1967 gegründete CPB. Häufig haben republikanische Politiker die angeblich zu liberalen öffentlichen Medien kritisiert.

Laut einer PBS-Umfrage vom Februar wollen 76 Prozent der US-Amerikaner staatliche Zuwendungen an das öffentliche Fernsehen beibehalten. Dem Jahresbericht des Forschungsinstituts "Pew Research Center" zufolge verbuchten die NPR-Sender 2015 etwa 26 Millionen wöchentliche Zuhörer.