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Karoline Schuch als Katharina von Bora und Devid Striesow als Martin Luther bei Dreharbeiten zum Fernsehfilm "Katharina Luther".
© epd-bild / Jens-Ulrich Koch
Schauspielerin: Das Ehepaar Luther kann inspirierend sein
Berlin (epd). Die Schauspielerin Karoline Schuch bedauert es, dass über das Leben und Wirken der Ehefrau Luthers, Katharina von Bora, nur wenig bekannt ist. "Es hat mich entsetzt, dass es offenbar nicht für relevant gehalten wurde, was Luthers Frau so zu sagen hatte", sagte Schuch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die in Jena geborene Schauspielerin ist die Hauptdarstellerin in dem ARD-Fernsehfilm "Katharina Luther", der am 22. Februar um 20.15 Uhr im Ersten erstmals ausgestrahlt wird.

Es habe sie überrascht, dass von Katharina von Bora historisch nur wenig überliefert wurde, erklärte Schuch: "Es existieren zum Beispiel keine Schriftstücke." Zwar seien viele Briefe von Luther an sie noch erhalten. "Aber Katharina von Boras Antworten auf Luther kann man nicht nachlesen."

Für ihre Filmrolle habe sie sich die Figur schrittweise erarbeiten müssen, erläuterte Schuch. Ihr Fazit: "Katharina von Bora war für ihre Zeit unheimlich mutig." Sie sei mit Anfang 20 aus dem Kloster ausgebrochen, habe nicht den Mann geheiratet, der ihr vorgesetzt wurde, sondern sei selbst auf die Suche gegangen. "Was für heutige Verhältnisse völlig normal ist - auch der Gedanke, gar nicht zu heiraten und als Singlefrau durchs Leben zu ziehen, ohne zur persona non grata zu werden - das war im 16. Jahrhundert undenkbar", sagte Schuch.

Als emanzipiert könne man Katharina von Bora allerdings nicht bezeichnen. Das Wort habe es damals noch nicht gegeben, so Schuch. Dennoch sei die Ehefrau Luthers "eine sehr zielstrebige, energische und willensstarke Frau" gewesen. Überliefert sei zudem, dass Katharina von Bora an den Tischgesprächen ihres Mannes teilgenommen hat, was "völlig neu" war für die damalige Zeit. "Die Luthers haben Reformation schon innerhalb der Familie gelebt", ist sich die Schauspielerin sicher.

Inspirierend könnten die Luthers auch heute noch für Paare sein. Schuch verweist auf einen Satz im Film, bei dem Luther sagt: "Ich möchte ein ganzes Leben leben" und Katharina von diesem Satz fasziniert ist. Diese Idee könne man als Frau und als Mann auch heute noch mitnehmen. "Dinge auch mal auszuhalten oder aber auch Dinge zu ändern, die einem nicht gefallen. Für Martin und Katharina Luther bedeutet es, zusammen eine Familie zu gründen mit allem, was dazu gehört", sagte Schuch.

Der Film "Katharina Luther" unter der Regie von Julia von Heinz gilt als einer der wichtigsten Beiträge der ARD zum 500. Reformationsjubiläum in diesem Jahr. Gedreht wurde der Film an Schauplätzen in Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. An der Seite von Schuch spielt Devid Striesow die Figur Martin Luther.

epd-Gespräch: Christine Xuân Müller