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Regisseur Oliver Hirschbiegel und Schauspieler Tom Schilling bei den Dreharbeiten zum ZDF-Dreiteiler "Der gleiche Himmel".
© ZDF / Bernd Schuller
Regisseur Hirschbiegel wünscht sich mehr Sendeplätze für TV-Serien
Frankfurt a.M. (epd). Der Regisseur Oliver Hirschbiegel bedauert, dass es zu wenig Sendeplätze für Serien im deutschen Fernsehen gibt: "Aus mir unerfindlichen Gründen gibt es bis heute in Deutschland und Österreich keine Sendeplätze für Hauptabendserien", sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Frankfurt am Main. "Das ist mir ein Rätsel, weil der Rest der Welt Serien schaut, auch im frei empfangbaren Fernsehen - mit hervorragenden Quoten." Das Projekt "Der gleiche Himmel" werde daher in der kommenden Woche im ZDF als Dreiteiler gesendet. Eigentlich sei es als sechsteilige Serie konzipiert.

Hirschbiegel beschreibt "Der gleiche Himmel" als Familiendrama. Es sei die Geschichte einer geteilten Familie, "politisches Zeitbild und auch ein Sittengemälde unseres Volkes im Osten und im Westen in der Zeit". Eine Fortsetzung der Serie sei schon in Planung, sagte der Regisseur: "Wir enden mit so einem dramatischen Cliffhanger, dass es fast unmöglich ist, so auszusteigen." In dem Dreiteiler spielt Tom Schilling einen jungen Stasi-Agenten, der als sogenannter Romeo in West-Berlin auf eine Mitarbeiterin des britischen Geheimdienstes angesetzt wird.

Bei Streamingportalen wie Netflix könne man sehen, "wie experimentelle neue Ansätze, komplett abgefahrene Geschichten und Figuren erfolgreich sind", sagte Hirschbiegel. Er sei "immer überrascht, wie konservativ und verhalten die deutsche Situation ist". Das dänische Fernsehen mache seit Jahren vor, "wie man spannende Serien mit dreidimensionalen Figuren erzählt. Mir ist das ein Rätsel, warum wir Deutschen das so lange ignorieren."

Der Regisseur, der in den vergangenen Jahren vor allem durch Kinoproduktionen wie "Der Untergang" und "Elser - Er hätte die Welt verändert" auf sich aufmerksam machte, drehte in den 90ern viel beachtete Produktionen für das deutsche Fernsehen, unter anderem die Serie "Kommissar Rex" bei Sat.1 und den Fernsehfilm "Das Urteil" mit Matthias Habich und Klaus Löwitsch, der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Damals seien die Programmplaner "mutig genug" gewesen, solche Filme zur Hauptsendezeit zu senden, obwohl es darin nur um "zwei Typen, die reden" gehe, sagte Hirschbiegel. "Das Publikum schaut, was ihm serviert wird. Die können nicht an einer Kurbel drehen und sagen, ich will aber was anderes."

epd-Gespräch: Diemut Roether