Medien
Publizistin Kelle wünscht sich selbstbewusste Christen in den Medien
Wetzlar (epd). Die Publizistin Birgit Kelle wünscht sich ein deutlicheres Bekenntnis christlicher Journalisten in säkularen Medien zu ihrem Glauben. "Wir sind nicht Minderheit, wir fühlen uns nur so", sagte die Katholikin am 1. Februar bei einer Podiumsdiskussion in Wetzlar. "Christen in der Publizistik, die verstecken sich", beklagte die Buchautorin und Journalistin. Die Gesprächsrunde "Christliche Publizistik heute" war Teil der Feiern zum Leitungswechsel bei der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Nach rund 40 Jahren war Helmut Matthies zum Jahreswechsel aus der operativen Leitung ausgeschieden und hatte den idea-Vorstandsvorsitz übernommen. Neuer idea-Leiter ist der 41 Jahre alte ordinierte Pfarrer Matthias Pankau, der ab 2006 das idea-Redaktionsbüro Ost aufgebaut hatte.

Fernsehmoderator und Beststellerautor Peter Hahne sagte in dem Podiumsgespräch: "Das Fromme in den säkularen Medien ist kein Quotenkiller." Als Beispiele führte er die Einschaltquoten für Fernsehgottesdienste an und das Aufgreifen christlicher Themen in "Bild" und "Bild am Sonntag", für die der Theologe Hahne selbst als Kolumnist tätig ist.

Ähnlich wie Kelle sprachen sich auch der Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), Jörg Bollmann, und der Kommunikationsberater Michael Inacker dafür aus, dass Christen in der Gesellschaft deutlicher Stellung beziehen. Inacker, Vorstandsvorsitzender der Internationalen Martin Luther Stiftung, sagte, Christen sollten ein "Hefeteig" sein, der dem Gemeinwesen hilft, zu gedeihen und sich an christlichen Werten auszurichten.

Die 1970 gegründete Evangelische Nachrichtenagentur gibt unter anderem das überregionale Wochenmagazin "ideaSpektrum" heraus. Neben dem "ideaPressedienst" ist sie im Internet ("www.idea.de") und im Fernsehen präsent. Idea steht der konservativen Evangelischen Allianz nahe. Die idea-Gruppe mit mehr als 50 Beschäftigten umfasst heute zudem den Kongress christlicher Führungskräfte und die Medienagentur zeichensetzen. Nach eigenen Angaben liegt der Umsatz bei fast fünf Millionen Euro.

Matthies war 1977 zu dem Nachrichtendienst gekommen und hatte im Jahr darauf dessen Leitung übernommen. Idea wird von einem fast 60 Mitglieder zählenden Verein getragen und finanziert sich vor allem durch Abonnements und Anzeigen in "ideaSpektrum" sowie im Internet. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte im vergangenen November entschieden, ihren Zuschuss für idea in diesem Jahr von 132.000 Euro auf zunächst 90.000, dann 60.000 zu kürzen und von 2020 an vollständig zu streichen. Nach eigenen Angaben hat die Zuschusskürzung eine Spendenwelle ausgelöst, die Arbeit von idea sei gesichert.