Ethik
Patriarch Bartholomäus I. und der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse Tveit
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Patriarch wirft Wasserfirmen unethisches Profitstreben vor
Genf (epd). Das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Weltkirche, Patriarch Bartholomäus I., hat von den Regierungen einen freien Zugang aller Menschen zu sauberem Wasser verlangt. Wasser sei ein Gemeinschaftsgut, es dürfe nicht von Industrieunternehmen kontrolliert werden, sagte Bartholomäus am 24. April in Genf. Jeder Mensch habe ein nicht verhandelbares Recht auf Wasser.

Der Patriarch erklärte bei einer Veranstaltung des Weltkirchenrates, dass die global zunehmende Wasserknappheit eines der schlimmsten Umweltprobleme sei. Die Unternehmen, die Wasser verkauften, um damit Profit zu machen, handelten nicht ethisch, betonte Bartholomäus, der aufgrund seines ökologischen Engagements als "grüner" Patriarch bekannt ist.

Zudem verschmutze die Wasserwirtschaft mit Plastikflaschen die Meere. Bartholomäus erklärte, dass laut Schätzungen zur Mitte des Jahrhunderts die Ozeane mehr Plastik als Fische enthalten werden. Nach Angaben des Patriarchen hat weltweit fast eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Etwa 2,5 Milliarden Menschen haben keine oder nur unzureichende sanitäre Versorgung. Der Ökumenische Rat der Kirchen hatte den Patriarchen eingeladen, um mit ihm seinen Amtsantritt vor 25 Jahren zu feiern. Zudem nahm Bartholomäus an den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des orthodoxen Zentrums in Chambésy bei Genf teil.

Schätzungen zufolge gibt es weltweit rund 300 Millionen orthodoxe Christen, etwa eine Million davon in Deutschland. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz im heutigen Istanbul nimmt eine Art Ehrenvorsitz in der Orthodoxie wahr.