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Barack Obama beim Kirchentag. Im Anschluss reiste er zur Verleihung des Deutschen Medienpreises nach Baden-Baden.
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Obama erhält Deutschen Medienpreis
Baden-Baden (epd). Barack Obama hat den Deutschen Medienpreis erhalten. Bei der Preisverleihung am Abend des 25. Mai in Baden-Baden sagte der frühere US-Präsident, die Terrorattacke von Manchester mit 22 Toten sei ein Anschlag auf die offene und freie Gesellschaft gewesen: "Ich habe aber Vertrauen in die Menschen, dass sie darauf nicht nur mit Angst, sondern mit Entschlossenheit und Güte reagieren." Obama bezeichnete es als eine der größten Errungenschaften, dass die USA und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg eine bessere Vision der Gesellschaft geschaffen hätten.

Obama mahnte, dass Staaten auch heute nicht in Nationalismus verfallen, sondern zusammenarbeiten müssten. "Sonst öffnen wir die Türen für diejenigen, die sagen, dass Demokratie nicht funktioniert", sagte er. Wichtig sei, dass die Bürger ihren Staat mitgestalten. "Wir brauchen gebildete kritische Bürger und unabhängigen Journalismus." Des Weiteren müssten die Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern verringert werden. Anderenfalls gebe es mehr Konflikte, Terrorattacken und Gefahren. Am Donnerstagvormittag war Obama gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin aufgetreten, wo er unter anderem gesagt hatte, die Weltordnung sei am Scheideweg.

Altbundespräsident Joachim Gauck erinnerte bei der Preisvergabe an Obama daran, dass Deutschland in den vergangenen Jahren lernen musste, zu welcher Bedeutung es. trotz aller Gräueltaten, gekommen ist. "Obama hat uns geholfen, neues Vertrauen und Selbstbewusstsein aufzubauen", sagte Gauck.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) würdigte Obama als einen Menschen, der andere ermutige und Zuversicht verbreite. Ohne den früheren US-Präsidenten wäre das Pariser Klimaschutzabkommen nicht zustande gekommen. "Das war ein Durchbruch im Kampf für den Klimaschutz", sagte Kretschmann.

Nach Überzeugung des Preisstifters Karlheinz Kögel verkörpert Barack Obama "wie kein anderer Politiker die Vision einer Welt, in der es Hoffnung gibt und Wandel zum Besseren möglich ist". Die Jury aus Chefredakteuren und Medienmanagern würdigte Obama als "den herausragenden, weltweit anerkannten Repräsentanten der internationalen Politik des vergangenen Jahrzehnts".

Zur Preisverleihung des 25. Deutschen Medienpreises waren rund 600 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien gekommen, darunter Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und Fernsehmoderator Günther Jauch.

Media Control vergibt den Deutschen Medienpreis seit 1992. Ausgezeichnet wurden unter anderem Helmut Kohl, Angela Merkel, Jassir Arafat, George Clooney, Joachim Löw und Ban Ki Moon.