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Ulrich Wilhelm
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Neuer ARD-Vorsitzender Wilhelm: Sender brauchen Teuerungsausgleich
München (epd). Die öffentlich-rechtlichen Sender brauchen nach Auffassung des neuen ARD-Vorsitzenden Ulrich Wilhelm einen Ausgleich für allgemeine Preissteigerungen. Ohne eine solche finanzielle Kompensation müssten Programme ausgedünnt oder Redaktionen zusammengelegt werden, sagte der Intendant des Bayerischen Rundfunks, der am 1. Januar den ARD-Vorsitz übernommen hat, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der BR beispielsweise könne in der Folge weniger frische Sendungen anbieten, dafür werde der "Tatort" öfters wiederholt.

"Wenn die Qualität insgesamt nicht spürbar sinken soll, brauchen wir also zumindest einen Teuerungsausgleich", betonte Wilhelm. "Hier wäre es wichtig, dass die Politik Farbe bekennt." Außerdem müsse etwa der BR digitale und mobil nutzbare Angebote wie Apps und Mediatheken entwickeln, was nur durch Umschichtungen im Bestand zu stemmen sei.

Alle ARD-Anstalten müssten kräftig sparen, sagte Wilhelm. Seit 2009 sei der Rundfunkbeitrag nicht mehr gesteigert, sondern sogar gesenkt worden. "Seit 2014 schrumpfen wir real zwischen ein und zwei Prozent jährlich", sagte er mit Blick auf den BR.

Die Sparzwänge sind nach seinen Worten vor allem auf die Verpflichtungen aus der Altersversorgung der Mitarbeiter zurückzuführen. Entlassungen seien aus rechtlichen Gründen nur sehr schwer möglich, weshalb der BR bei Personalabbau nur auf Fluktuation und Ruhestand setzen könne. Die notwendigen Einsparungen könnten deshalb nicht bei den Fixkosten, sondern nur bei den "beweglichen Haushaltsansätzen" realisiert werden und gingen zwangsläufig auch auf Kosten der Qualität, kritisierte Wilhelm.

epd-Gespräch: Roland Gertz und Achim Schmid