Entwicklung
Melinda Gates und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller auf dem Kirchentag.
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Melinda Gates will günstige Pharmapreise für die Armen
Berlin (epd). Die US-Amerikanerin Melinda Gates hat die Arbeit ihrer Stiftung in Entwicklungsländern gegen den Vorwurf zu großer Nähe zu Pharmakonzernen verteidigt. "Wir initiieren öffentlich-private Partnerschaften", sagte die Ehefrau des Microsoft-Gründers Bill Gates und Co-Vorsitzende der Gates-Stiftung am 25. Mai in Berlin auf dem evangelischen Kirchentag. Die Stiftung garantiere den Pharmafirmen Märkte in armen Ländern, die die Medikamente nicht bezahlen könnten. Im Gegenzug werde aber über eine Senkung der Preise verhandelt.

Zugleich bringt die Stiftung laut Gates die Entwicklung von Impfstoffen voran, etwa gegen den Rotavirus, eine der Haupttodesursachen bei Kindern. Produziert werde auch in Indien und China, weil es dort sehr viel billiger sei. Mithilfe der Impfstoff-Initiative GAVI wurde laut Gates bereits das Leben von sieben Millionen Kindern gerettet.

Auch in der Landwirtschaft setze die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung auf Kleinbauern. "Unser Ziel Nummer eins ist, kleine Landbesitzer zu stärken", sagte die ehemalige Microsoft-Managerin. Die meisten Bauern in Entwicklungsländern hätten weniger als zwei Hektar Land.

Gates wurde von Besuchern des Kirchentags mit viel Beifall, aber auch mit kritischen Fragen bedacht. Sie reist nach eigenen Angaben viel in arme Länder, besucht Slums und entlegene ländliche Gebiete, um vor allem von den Frauen deren Lebenswirklichkeit zu erfahren. "Wenn Sie nicht in Frauen und Mädchen investieren, können Sie die Welt nicht ändern", sagte Gates. "Wir sind entschlossen, 225 Millionen Frauen mit Verhütungsmitteln zu versorgen, weil sie darum gebeten haben", fügte sie hinzu.

Die Gates-Stiftung vergibt pro Jahr etwa vier Milliarden Dollar, den Großteil für wohltätige Zwecke. Zu ihrer Motivation sagte die 52-Jährige, schon als Jugendliche habe sie sich sozial engagiert. Als junges Paar hätten sie und ihr Mann das Versprechen abgegeben, mit einem Teil ihres Reichtums den Armen zu helfen.