Medien
Medienwächter Schneider: Werbung in ARD-Radios begrenzen
München (epd). Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Siegfried Schneider, fordert einen fairen Wettbewerb im dualen Rundfunksystem. Dass die öffentlich-rechtlichen Sender mit Werbung zusätzliches Geld erlösten, während die Privaten nicht an den Einnahmen aus Rundfunkgebühren beteiligt seien, missfalle ihm, sagte Schneider am Freitag im Münchner Presseclub. Die Landesmedienanstalten plädierten deshalb dafür, die Werbung im öffentlich-rechtlichen Radio auf 60 Minuten pro Tag zu begrenzen.

Zuständig für eine solche Regelung wären die Bundesländer. Die maximale Werbedauer bei den ARD-Radios ist zurzeit unterschiedlich. Während sie beim NDR 60 Minuten pro Tag beträgt, beläuft sie sich bei BR und HR auf 128 Minuten.

Schneider bezeichnete den Umgang mit Social Media als weiterhin große medienpädagogische Herausforderung. Die BLM müsse besonders in Schulen dazu beitragen, jungen Menschen eine kompetente Mediennutzung zu vermitteln. Etwa 22 Millionen Deutsche hätten inzwischen ein Facebook-Profil, so Schneider. Die «analoge Welt» trete damit immer mehr in den Hintergrund: Anstatt sich auf dem Fußballplatz oder im Café zu treffen, kommunizierten junge Leute heute vor allem im virtuellen Raum.

Kinder und Eltern müssten daher noch mehr auf einen verantwortungsvollen Umgang insbesondere mit persönlichen Daten vorbereitet werden. Zu diesem Zweck würden derzeit rund 120 Mediaberater in ganz Bayern ausgebildet. Sie sollen Unterrichtsmodule an Schulen und Fortbildungskonzepte für Erwachsene entwickeln.

Schneider hatte den Chefposten bei der BLM am 1. Oktober von seinem Vorgänger Wolf-Dieter Ring übernommen. Der 55-Jährige war früher bayerischer Kultur- und Medienminister sowie Leiter der Staatskanzlei.