Medien
Medienrechtler fordert Regulierung von Suchmaschinen
Frankfurt a.M. (epd). Der Medienrechtler Dieter Dörr fordert die Einbeziehung von Suchmaschinen in das Medienrecht. Anbietern wie Google, die einen dominanten Anteil an den nationalen Suchanfragen hätten, müsse das Betreiben von Fernsehen, Hörfunk und journalistischen Internetangeboten gesetzlich untersagt werden, schreibt Dörr, der an der Universität Mainz lehrt, in einem Beitrag für den Fachdienst «epd medien». Die Schwelle für eine Dominanz solle angesichts dieser «nicht unerheblichen Einschränkungen» hoch angesetzt werden.

Es sei problematisch, wenn Suchmaschinenanbieter die Auffindbarkeit von Inhalten steuerten und gleichzeitig eigene Inhalte anböten, warnt Dörr. Damit entstünden nicht nur Gefahren für den freien Markt, sondern auch für die Meinungsvielfalt. Um dieser potenziellen Gefahr zu begegnen, verlange das Bundesverfassungsgericht, dass bereits präventiv Maßnahmen zur Sicherung der Meinungsvielfalt ergriffen werden müssten.

Wichtig sei aber auch, die Medienkompetenz der Nutzer zu stärken und ihnen Interaktionsmöglichkeiten mit Suchmaschinenanbietern aufzuzeigen. Die User könnten durch Erhöhung der Komplexität ihrer Suchanfrage, durch eine genaue Evaluation der Suchergebnisse oder durch benutzerdefinierte Einstellungen die Objektivität der Ergebnisse erhöhen, schreibt Dörr. Hier seien auch die Suchmaschinenanbieter selbst in der Pflicht, die stärker mit den Internetnutzern kommunizieren müssten.