Kirche
Beim Festgottesdienst in Saarbrücken: Die Präsidentin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, und Präses Manfred Rekowski.
© epd-bild / Oliver Dietze
Kirchen eröffnen Advents-Spendenaktionen
Saarbrücken (epd). Mit Festgottesdiensten haben die beiden großen Kirchen am ersten Advent ihre bundesweiten Spendenaktionen für notleidende Menschen eröffnet. Unter dem Motto "Wasser für alle" soll beim evangelischen Hilfswerk "Brot für die Welt" in diesem Jahr der Zugang zu sauberem Trinkwasser im Fokus stehen. Es sei mit dem Recht Gottes und mit irdischer Gerechtigkeit nicht zu vereinbaren, dass fast 850 Millionen Menschen auf der Erde keinen Zugang zu frischem Wasser hätten, sagte der rheinische Präses Manfred Rekowski in Saarbrücken.

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat legt den Schwerpunkt diesmal auf gute und faire Arbeitsbedingungen. Im Eröffnungsgottesdienst im Paderborner Dom forderte Erzbischof Hans-Josef Becker bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung für arme Menschen in lateinamerikanischen Ländern.

Das Motto des katholischen Aktion "Faire Arbeit. Würde. Helfen." mache klar, "dass gute Arbeit helfen würde, die Not vieler Menschen gerade auch in Lateinamerika zu beseitigen", sagte Becker vor vielen Gästen auch aus Peru. Die Würde der Arbeitenden verlange menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Arbeitsverhältnisse. Dazu gehört es, Arbeit zu schaffen und diese gerecht zu entlohnen.

Bei der Eröffnung des 59. Spendenaktion von "Brot für die Welt" in der Saarbrücker Ludwigskirche wies Rekowski darauf hin, dass jährlich etwa 3,5 Millionen Menschen aufgrund von verunreinigtem Trinkwasser sterben. "Wir können nicht das Quellwasser der Güte Gottes genießen und die Gerechtigkeit in der Welt Acht lassen", sagte Rekowski und rief dazu auf, den eigenen Wasser-Konsum zu überdenken und eventuell zu reduzieren.

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck, der ebenfalls an dem Saarbrücker Eröffnungsgottesdienst teilnahm, sagte: "Es ist beschämend, dass wir in einer Welt, die doch eigentlich zusammenrückt, sich vernetzt und verbindet, wegschauen, wenn es Menschen am im Wortsinne Elementarsten fehlt: dem Zugang zu sauberem Wasser". "Brot für die Welt" zeige, wie man durch die partnerschaftliche Stärkung der lokalen Kräfte helfen könne.

Zum Start der 59. "Brot"-Spendenaktion waren rund 650 Gäste gekommen. Unter ihnen waren neben Gauck auch Saar-Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU) und die Saarbrücker Bürgermeisterin Charlotte Britz (SPD).

Die Präsidentin des Hilfswerks, Cornelia Füllkrug-Weitzel, erklärte, dass "Brot für die Welt" Menschen überall auf der Welt etwa beim Bau von Brunnen und Wasserspeichern unterstütze. "Ohne Wasser gibt es keine Nahrung, kein Leben und keine Entwicklung", betonte sie.

Derzeit unterstützt die Hilfsorganisation nach eigenen Angaben weltweit rund 2.000 Projekte in 90 Ländern. 2016 wurden rund 61,7 Millionen Euro an Spenden eingesammelt, im Schnitt der Vorjahre jeweils 55 Millionen Euro.

"Brot für die Welt" wird getragen von den evangelischen Landes- und Freikirchen und ist im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung in Berlin angesiedelt. Seit 1959 bittet die Aktion in jedem Jahr zu Beginn der Adventszeit um Spenden für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Adveniat förderte in den vergangenen Jahren den Angaben zufolge mehr als 2.500 Projekte pro Jahr mit rund 40 Millionen Euro. Die Weihnachtskollekten beider Kirchen sind traditionell für die jeweiligen Hilfswerke bestimmt.