Entwicklung
Bei einem Baby im Südsudan wird der Armumfang gemessen.
© WFP / WFP/George Fominyen
Hilfsbündnis: Noch wenig Spendenbereitschaft für Ostafrika
Bonn, Frankfurt a.M. (epd). Die Spendenbereitschaft für die Hungernden in Ostafrika ist nach Einschätzung von Hilfswerken noch relativ gering. "Wir haben im Moment viele Spenden von Stammspendern", sagte die Leiterin der Spendenabteilung des Bündnisses "Aktion Deutschland Hilft", Anja Trögner, dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Aber es fehlen noch die vielen kleinen Spenden von 20, 50 Euro." Auch habe das Bündnis noch keine Nachfragen von Unternehmen, Schulen oder Gruppen, die Benefizaktionen veranstalten wollten. "Das ist immer ein guter Indikator, dass ein Thema wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist", sagte Trögner.

Trögner macht den Grund in der relativ geringen Berichterstattung über die Hungersnot aus. "Wir haben den Eindruck, das Thema ist in der breiten Öffentlichkeit noch nicht so bekannt." Erst wenn es ein Thema auf die Titelseiten schaffe, zeige sich das deutlich in der Spendenbereitschaft, erläuterte die Expertin des Bündnisses, dem unter anderem der ASB, Care, World Vision, die Malteser, die AWO, Islamic Relief und action medeor angehören.

Auch bei der letzten Hungersnot in Ostafrika 2011, bei der in Somalia etwa 260.000 Menschen verhungerten, hätten die Spenden schleppend begonnen. "Dann gab es an einem Stichtag viel Berichterstattung und das Spendenaufkommen stieg innerhalb weniger Tage rasant an", sagte Trögner. Das Bündnis nahm 2011 in den ersten 15 Tagen nach dem Spendenaufruf 9,7 Millionen Euro ein, in diesem Jahr waren es lediglich 790.700 Euro. 2011 gingen insgesamt 19 Millionen Euro an Spenden für die Hungersnot in Ostafrika bei "Aktion Deutschland Hilft" ein. "Wir hoffen, dass das Thema in den kommenden Tagen noch mehr mediale Aufmerksamkeit erhält", sagte Trögner.

epd-Gespräch: Natalia Matter