Entwicklung
Die ausgebildete Augenkrankenschwester Sofia Mohammed untersucht in Aethiopien bei einer Trachom Reihenuntersuchung (tropische Bindehautentzuendung) verschiedene Patienten.
© CBM/argum/Thomas Einberger / Thomas Einberger
Christoffel-Blindenmission erzielt deutliches Spendenplus
Bensheim (epd). Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat im vergangenen Jahr ihre Erträge um 13 Prozent auf 76,9 Millionen Euro gesteigert. Besonders erfreulich hätten sich die Spendeneinnahmen entwickelt, sagte Geschäftsführer Rainer Brockhaus bei der Präsentation des Jahresberichts 2016 im südhessischen Bensheim. Sie seien um 5,6 Millionen Euro auf 51,2 Millionen Euro gestiegen. Aus Nachlässen und Vermächtnissen habe das Hilfswerk 11,7 Millionen Euro erhalten, 431.000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Christoffel-Blindenmission habe im vergangenen Jahr 17,8 Millionen behinderten Menschen in Entwicklungsländern geholfen.

Daneben habe die Organisation verstärkt in die Gesundheitssysteme der Projektländer investiert, sagte Brockhaus. So seien 2016 mit Unterstützung des Hilfswerks mehr Fachärzte (plus fünf Prozent), Assistenten und Pflegekräfte (plus 61 Prozent) sowie Therapeuten (plus 45 Prozent) als im Vorjahr ausgebildet worden. "Mit der Qualifizierung von Multiplikatoren erzielen wir indirekt eine noch größere Wirkung als mit Behandlungen und Operationen allein. Denn mit gut ausgebildetem Personal können langfristig noch mehr Patienten versorgt werden", erläuterte Brockhaus.

Auch der Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten spiele weiterhin eine wichtige Rolle, fügte Brockhaus hinzu. So habe die Christoffel-Blindenmission ihren Kampf gegen die Augenkrankheit Trachom in unterschiedlichen Landesteilen in Äthiopien ausgeweitet. In den kommenden Jahren wolle die Organisation ihren Kampf gegen Augenkrankheiten wie Trachom und Flussblindheit noch einmal intensivieren, die unbehandelt zur Blindheit führen. Außerdem wolle sie verstärkt zur Integration der behinderten Menschen in ihre Gemeinden beitragen, kündigte Brockhaus an.

Die Christoffel-Blindenmission zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie hat ihren Namen von ihrem Gründer, Pastor Ernst Jakob Christoffel (1876-1955), der 1908 in die Türkei ging, um dort und später in Persien blinden und anders behinderten Kindern zu helfen. Nach Angaben der Hilfsorganisation gibt es auf der Welt derzeit rund eine Milliarde behinderte Menschen, von denen rund 800 Millionen in Entwicklungsländern leben. Um ihnen zu helfen, unterstütze das Hilfswerk derzeit 628 Projekte in 63 Ländern.