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Schwarzer Pfarrer schreibt Buch nach rassistischen Bedrohungen

Der rassistischen Angriffen ausgesetzte frühere katholische Pfarrer von Zorneding (Bayern) hat über seine Erlebnisse ein Buch geschrieben. Die "politische Vorgeschichte" werde noch einmal detailliert dargestellt, teilte die Agentur "Literaturtest" am Dienstag mit.
Der aus dem Kongo stammende Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende entwerfe in seinem Buch "Und wenn Gott schwarz wäre... Mein Glaube ist bunt!" seine Vision einer zukunftsfähigen Kirche.

Die Anfeindungen gegen den dunkelhäutigen Pfarrer Ndjimbi-Tshiende vor mehr als einem Jahr hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Geistliche hatte zunächst die örtliche CSU wegen flüchtlingsfeindlicher Äußerungen kritisiert. Ein CSU-Vertreter hatte den Pfarrer daraufhin als "Neger" bezeichnet. In den folgenden Monaten erhielt der Pfarrer mehrere Drohbriefe, auch mit Auschwitz-Bezug. Als Verfasser der Briefe machte die Polizei einen Münchner Rentner aus. Im März 2016 trat Ndjimbi-Tshiende von der Pfarrstelle zurück.

Ndjimbi-Tshiende stelle in seinem Buch Hierarchien und Autoritäten infrage, geißele Missgunst, Neid und das Machtstreben von Würdenträgern und zweifele überkommene Dogmen an, heißt es weiter. Die Kirche müsse wieder "bescheiden, solidarisch, fröhlich und engagiert" werden. Priestern sollte außerdem ein "Familienleben" ermöglicht werden, fordert der Pfarrer. Ndjimbi-Tshiende wurde 1949 im Kongo geboren, seit 2005 ist er in Deutschland tätig. Derzeit arbeitet er an einem Forschungsprojekt der Universität Eichstätt.