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Sächsischer Pfarrer fordert "KZ-fähige Christen"

Der pensionierte evangelische Pfarrer Theo Lehmann aus Chemnitz sorgt mit einem KZ-Vergleich für Aufregung. In einem Gemeindebrief der Stadtmission Neustadt a.d. Weinstraße in Rheinland-Pfalz schwöre er die Christen angesichts der Flüchtlingskrise und der Zuwanderung von Muslimen nach Europa auf schwere Zeiten ein, berichtet die Chemnitzer Ausgabe der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe). "Wir sollten die Atempause nutzen, um uns auf Zeiten vorzubereiten, in denen Christsein nicht mehr 'geil' sondern gefährlich ist", schreib der konservative Pfarrer: "Was wir brauchen, sind bibelfeste und notfalls auch feuerfeste, KZ-fähige Christen."

Der 81-Jährige war einer der beliebtesten Jugendprediger in der früheren DDR, seine Jugendgottesdienste in Chemnitz zogen regelmäßige Tausende Jugendliche an. Wegen seiner Aktivitäten wurde Lehmann von der Stasi verfolgt. In den vergangenen Jahren machte Lehmann innerhalb der Kirche mit konservativen Positionen von sich reden. So gehört er zu einem Kreis Geistlicher in der sächsischen Landeskirche, die die Öffnung sächsischer Pfarrhäuser für homosexuelle Paare komplett ablehnen.

Herausgeber des Stadtmissions-Gemeindeblattes ist der Prediger Rainer Wagner, ein ebenfalls politisch Verfolgter aus der früheren DDR. Der 64-jährige Bundesverdienstkreuzträger wurde bundesweit bekannt als langjähriger Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). Beide Ämter hat er seit 2015 nicht mehr inne. Wegen seiner islamfeindlichen Haltung war Wagner 2012 von der Evangelischen Kirche der Pfalz ermahnt worden.

In dem Gemeindebrief warnt Lehmann laut "Bild" auch vor einer Überfremdung Deutschlands durch den Islam und entsprechenden Konsequenzen für die Kirchen. "Oder denken wir etwa, die weltweite Christenverfolgungswelle wird ausgerechnet um das liebe 'Old Germany', die Insel der Seligen, einen Bogen machen?" heiße es da.