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Rheinische Kirche bringt Trauung für Homo-Paare auf den Weg

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat die geplante Gleichstellung homosexueller Lebenspartner mit Eheleuten auf den Weg gebracht. Nach intensiver Debatte stimmte das Kirchenparlament am Donnerstag in Bad Neuenahr in erster Lesung mit großer Mehrheit für die nötigen Rechtsänderungen. Die nun noch nötige Verabschiedung in der zweiten Lesung am Freitag gilt als Formsache.

Die neuen Bestimmungen der Kirchenordnung und des Lebensordnungsgesetzes sehen die Möglichkeit einer Trauung für schwule und lesbische Lebenspartner vor, die wie bei einer Ehe in die Kirchenbücher eingetragen wird. Dies soll auch rückwirkend möglich sein. Pfarrer können die Trauung von Homo-Paaren aus Gewissensgründen ablehnen. Das Gleiche gilt für Kirchengemeinden, die sich bereits gegen die bisher mögliche "gottesdienstliche Begleitung" ausgesprochen hatten.

In den vergangenen zwei Jahren gab es in der gesamten rheinischen Kirche mit ihren 2,65 Millionen Mitgliedern insgesamt 46 bekannte Fälle von gottesdienstlicher Begleitung homosexueller Paare. Eine offizielle Statistik gibt es aber nicht, weil diese Segnungen nicht dokumentiert werden mussten.

Die 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland gehen unterschiedlich mit homosexuellen Paaren um. Bislang hat nur die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau die Segnung von Lebenspartnern mit der klassischen Trauung völlig gleichgestellt. Abgelehnt wird eine Segnung schwuler und lesbischer Paare weiterhin in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. In den übrigen Landeskirchen ist eine Segnung unter bestimmten Voraussetzungen möglich.