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Rentzing: Zweifel an Vereinbarkeit von Christsein und "Pegida"

Der evangelische sächsische Landesbischof Carsten Rentzing hat Zweifel geäußert, ob sich Christsein und das Mitlaufen bei "Pegida" miteinander vereinbaren lassen. "Ich bin unsicher, ich zweifle", sagte Rentzing auf eine entsprechende Frage der "Freien Presse" (Montagsausgabe). "Ich scheue mich davor, Menschen zu verurteilen und ihnen quasi mit der Exkommunikation zu drohen", fügte der Theologe jedoch hinzu.

Es gebe Mitläufer, die man nicht für alles verantwortlich machen könne, was da passiert, sagte der Bischof in dem Interview weiter. "Aber ich stelle mir immer mehr die Frage, ob man nicht dem Einzelnen ins Gewissen reden sollte", erklärte Rentzing. Das sei von Ort zu Ort womöglich auch unterschiedlich. Insgesamt mache er sich aber Sorgen um das gesellschaftliche Klima.

Der sächsische Bischof äußerte sich kritisch über das Argument der angeblichen Verteidigung des "christlichen Abendlandes" etwa durch "Pegida"-Sympathisanten. Solche Begriffe würden in falscher Weise gefüllt. Rentzing betonte: "Ganz sicher steht das christliche Abendland nicht für das Stiften von Unfrieden und Unruhe, nicht für Unversöhnlichkeit, nicht für eine Verrohung der Sprache."