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Reformierte Kirche sammelt Ideen für kleiner werdende Gemeinden

Mit einer Konferenz in Emden hat die Evangelisch-reformierte Kirche in Deutschland am Samstag einen anderthalbjährigen "Zukunftsprozess" gestartet. Zu dem Treffen in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek kamen mehr als 200 Delegierte aus dem Nordwesten sowie aus Bayern und Sachsen zusammen.

Die Kirche steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Sie müsse sinkenden Mitgliederzahlen und absehbar rückläufigen Einnahmen begegnen, sagte ihr Kirchenpräsident Martin Heimbucher. Die bundesweit 145 Gemeinden mit insgesamt rund 180.000 Mitgliedern seien aufgefordert, sich aktiv an der Gestaltung der Zukunft zu beteiligen.

Die reformierte Kirche orientiert sich vor allem an den Schweizer Reformatoren Johannes Calvin (1509-1564) und Ulrich Zwingli (1484-1531). Sie hat einen Schwerpunkt an der Grenze zu den Niederlanden.

Heimbucher und andere Mitglieder der Kirchenleitung in Leer legten den Delegierten ein fast 50-seitiges Papier vor, das "eine Art Vibration" in der Kirche auslösen soll. An der Basis würden helle Köpfe gesucht, die sich mit ihren Ideen und ihrem Potenzial beteiligen wollten.

Die Zahl der Mitglieder in der reformierten Kirche wird Heimbucher zufolge bis 2030 auf etwa 150.000 Menschen zurückgehen. Dann müssen die Gemeinden mit etwa einem Drittel weniger Pastorinnen und Pastoren auskommen, von denen heute noch 150 im Pfarramt arbeiten.

Das Impulspapier stellt unter anderem mögliche Strategien für eine kleiner werdende Kirche vor. Dazu gehören Kooperationen zwischen Gemeinden ebenso wie die Bereitschaft, auf bestimmte Angebote zu verzichten. "Eine Gemeinde spezialisiert sich auf den Kindergottesdienst, die zweite auf die Jugendarbeit und die dritte auf die Kirchenmusik - das sind Modelle, die ich mir wünsche", sagte Heimbucher. Auch eine stärkere Vernetzung mit lutherischen, katholischen und freikirchlichen Nachbarn sei denkbar.