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Reformierte Bibliothek erhält mehr Schadenersatz

Der frühere Vorstand der evangelischen Stiftung Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden, Walter Schulz, muss der Einrichtung mehr Schadenersatz zahlen als bisher festgelegt. Der Bundesgerichtshof verpflichtete Schulz in einem am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Urteil zur Erstattung von 753.000 Euro. Eine Vorinstanz hatte den Schadenersatz auf 450.000 Euro festgelegt. Der Ex-Vorstand hatte einen beträchtlichen Teil des Stiftungsvermögens am Aktienmarkt verspielt. Schulz leitete die Stiftung von 2001 bis zu seiner fristlosen Entlassung 2008. In dieser Zeit sank das Vermögen von 8,84 Millionen auf 2,55 Millionen Euro.

Die Johannes-a-Lasco-Bibliothek im ostfriesischen Emden zählt zu den wichtigsten wissenschaftlichen Einrichtungen des reformierten Protestantismus in Deutschland. Stiftungszweck ist die theologische und historische Forschung und Lehre sowie die Fortbildung im Bereich der evangelischen Kirche. Schulz hatte das Vermögen auch durch die Anschaffung von Büchern und Kunstgegenständen sowie durch den Kauf mehrerer Archive ostdeutscher Adelsfamilien verringert. Das Oberlandesgericht Oldenburg hatte in einem vorausgehenden Urteil dem Kuratorium der Stiftung eine Mitschuld an den Verlusten zugewiesen.