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Reformationsbotschafter Koch: Reformation findet ständig statt

Reformation findet nach Ansicht des Schauspielers Samuel Koch noch heute statt: "Ständig, überall und immer wieder. Aber weniger in der Gesellschaft als vielmehr in jedem Einzelnen von uns, der sich durch Erkenntnisse selbst reformiert, erneuert oder bekehrt", sagte Koch
nach Mitteilung des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) vom Montag. Der 29-Jährige ist Botschafter des Reformationsjubiläums 2017.

Er glaube, auch Martin Luther (1483-1546) könne mit seiner revoluzzerischen Art heute noch ebenso reformieren wie damals, sagte Koch. Luthers Programm sei auch heute nach 500 Jahren noch aktuell und notwendig: "Gerade in Deutschland, wo wir so satt sind und denken, alles zu haben und keinen Gott zu brauchen. Da wäre ein Luther recht, der sagt, dass ein Auto, ein toller Job doch nicht alles sind, was man zum Leben braucht."

Einen Alltag ohne Glauben könne er sich nicht vorstellen, betonte der Schauspieler. "Ich brauche ihn. Mein Glaube ist mehr als nur ein psychologisches Konstrukt, das mich irgendwie über Wasser hält." Er ergänzte: "Er ist wirklich auch Zuflucht und Rückzug und etwas, wo ich all den Mist vom Tag abladen kann." Als er nach seinem schweren Unfall in der ZDF-Sendung "Wetten, dass...?" zum ersten Mal im Rollstuhl nach draußen gedurft habe, "war es für mich die einzig logische Konsequenz, mich an Gott zu wenden", sagte er.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) in Wittenberg seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.