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Programm der Papstreise nach Myanmar und Bangladesch

Papst Franziskus wird bei seinem mit Spannung erwarteten Besuch in Myanmar Ende November nicht wie bei anderen Auslandsreisen üblich an einem interreligiösen Treffen teilnehmen. Das geht aus dem am Dienstag im Vatikan veröffentlichten Programm der Visite in Myanmar und Bangladesch hervor. Auf der zweiten Etappe der Reise wird er in Dhaka dagegen vor Teilnehmern eines interreligiösen und ökumenischen Friedenstreffens sprechen.

Das offizielle Programm der Reise vom 26. November bis zum 2. Dezember sieht im Unterschied zu dem gewöhnlich dicht gefüllten Terminplan bei Papstvisiten für den ersten Tag nach der Landung in Rangun am 27. November nur eine Ankunftszeremonie auf dem Flughafen vor. Erst am nächsten Tag wird Franziskus demnach in der neuen Hauptstadt Naypyidaw Präsident Htin Kyaw einen Höflichkeitsbesuch abstatten, bevor er mit der De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zusammentreffen wird.

Mit Spannung wird erwartet, ob er dabei auf ihre Haltung im Konflikt um die Vertreibung von Angehörigen der Minderheit der muslimischen Rohingya aus dem Norden des Landes eingeht. In der Vergangenheit hatte er immer wieder auf das Schicksal der Minderheit hingewiesen. Die Friedensnobelpreisträgerin leugnet Menschenrechtsverletzungen des Militärs gegenüber der Minderheit im Grenzgebiet zu Bangladesch.

Myanmar erkennt die Rohingya nicht als Staatsbürger an, sondern betrachtet sie als illegale Einwanderer aus Bangladesch. In den vergangenen Monaten flohen Hunderttausende Rohingya vor der Gewalt des Militärs nach Bangladesch.

Nach zwei Messen, einer Begegnung mit Buddhisten und einem Treffen mit katholischen Bischöfen in der ehemaligen Hauptstadt Rangun will der Papst am 30. November weiter nach Bangladesch reisen. Dort sind neben Gottesdiensten, Begegnungen mit Vertretern von Regierung, Zivilgesellschaft und katholischer Kirche auch ein Besuch im Nationaldenkmal in Dhaka geplant, das an den Befreiungskrieg von Pakistan von 1971 erinnert. Beim interreligiösen und ökumenischen Friedenstreffen im Garten des Sitzes der Erzdiözese Dhaka dürfte der Papst sich zu den verfolgten Minderheiten an der Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch äußern.